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Die heutige Situation der Schüler und Schülerinnen im Kontext der Koedukation

Perspektiven für die Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit in der Schule

Title: Die heutige Situation der Schüler und Schülerinnen im Kontext der Koedukation

Seminar Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Irina Wittmann (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Wenn man sich überlegt, welche Eigenschaften einem Mann oder einer Frau bzw. einem Jungen oder einem Mädchen zugeordnet werden können, wird man zunächst wahrscheinlich auf geschlechtspezifische Aussagen stoßen. „Mädchen sind ordentlich, Jungen sind frech“. So oder so ähnlich könnte eine Zuordnung ausfallen. Wir schreiben nämlich - ohne es zu merken – den Geschlechtern bestimmte Eigenschaften und Verhaltensformen zu. Dabei treffen wir jedoch keine Aussagen über männlich oder weiblich im Sinne einer Geschlechtszuordnung, sondern wir beschreiben so unser eigenes, subjektives Bild von einer Frau oder einem Mann.
Diese Geschlechtszuweisungen entsprechen der heutigen Theorie über das Geschlechtsbild, das von dem Begriff „Doing Gender“ geprägt ist. Zentraler Gesichtspunkt dieses Gedankens ist die Unterscheidung in biologisches und soziales Geschlecht. Dies impliziert die Erkenntnis, dass wir Menschen selbst die Unterschiede zwischen den Geschlechtern herstellen. So sind wir uns im Grunde genommen bewusst darüber, dass Geschlechtszuschreibungen stereotype Sichtweisen verstärken und zu Problemen führen können. Oft sind wir aber trotzdem nicht in der Lage diese zu unterlassen, da sie zu fest in unserem Alltag und in unserer zweigeschlechtlich geprägten Gesellschaft verankert sind.
Auch unsere Schulen sind von Problemen, die Geschlechtsbilder mit sich bringen können, betroffen. In ihnen werden Mädchen und Jungen größtenteils gemeinsam unterrichtet, was bedeutet, dass sie täglich mit Geschlechterrollen und - unterschieden konfrontiert werden. Dies hat in der Vergangenheit zu einer Koedukationsdebatte geführt, die ständig neue Perspektiven hervorrief und zunächst die Mädchen, dann die Jungen ins Zentrum der Diskussion rückte.
Im Folgenden soll deshalb zunächst der Begriff der Koedukation charakterisiert und in einem weiteren Schritt die Chronologie der Debatte, die diese Unterrichtsform auslöste, skizziert werden. Daraufhin wird die heutige Situation der Schüler und Schülerinnen im Kontext der Koedukation beschrieben, vor allem unter Berücksichtigung der Situation der Jungen. Schließlich sollen Perspektiven für die Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit in der Schule erläutert und diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Weiblich – Männlich!?

B. Koedukation heute – „Geschlechtergerechte Schule“

1. Allgemeine Informationen zu Koedukation und Koedukationsdebatte

1.1 Begriffsklärung

1.2 Chronologie der Koedukationsdebatte

2. Koedukation heute – Benachteiligung der Jungen?

2.1 Aktuelle Zahlen zum Bildungserfolg

2.2 Mögliche Ursachen und Prävention

2.2.1 Bedeutung der Lehrkräfte

2.2.2 Freizeitgestaltung

3. Praktische Ansätze zur Umsetzung einer „Geschlechtergerechten Schule“

3.1 Stereotype Sichtweisen abbauen

3.1.1 Jungen – und Mädchendomänen

3.1.2 Verhalten der Lehrkräfte

3.2 Monoedukative Angebote

3.2.1 Zufällige methodische Trennung

3.2.2 Jungen – und Mädchenkonferenzen

3.2.3 Jungen und Mädchenbeauftragte

3.2.4 Fazit: Monoedukative Angebote nur unter bestimmten Vorraussetzungen

C. Geschlecht muss Thema der Forschung bleiben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Relevanz und Umsetzung von Koedukation in Schulen mit einem besonderen Fokus auf die Problematik der Jungenförderung. Das zentrale Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine geschlechtergerechte Unterrichtsgestaltung individuellen Bedürfnissen begegnet und Chancengleichheit innerhalb des bestehenden Bildungssystems gefördert werden kann.

  • Historische Entwicklung und Begriffsklärung der Koedukationsdebatte
  • Analyse der Bildungsbeteiligung und Benachteiligung von Jungen
  • Einflussfaktoren wie Lehrverhalten und Freizeitmedien auf die Identitätsbildung
  • Methodische Ansätze zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Schulkultur
  • Bewertung von monoedukativen Maßnahmen in der schulpraktischen Anwendung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Bedeutung der Lehrkräfte

Jürgen Budde spricht davon, dass Jungen Schule „ in hohem Maße als sozialen Raum“ begreifen. In diesem wollen sie sich gesellschaftlich positionieren und orientieren sich deshalb an gegebenen Männlichkeitsbildern, die sie entweder zu verkörpern oder zu widerlegen versuchen. Die Rollenzuweisungen, die in unserer heutigen Gesellschaft existieren sind sehr verschieden. Es vollziehen sich zwar Veränderungen, doch es wird auch an traditionellen Auffassungen von Männlichkeit festgehalten. Diese Widersprüche machen es den Jungen umso schwerer eine eigene Identität zu finden und sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. In der Forschung wird davon ausgegangen, dass den Jungen auf dem Weg zur Identitätsbildung männliche Lehrkräfte verstärkt behilflich sein könnten. Deswegen wird bemängelt, dass sie den Schülern als eindeutige Vorbilder fehlen würden. Der Mangel männlicher Lehrkräfte wird in der „Feminisierung“ des Schulsystems deutlich. Je jünger die zu betreuenden Schüler, desto mehr Frauen sind an deren Erziehung beteiligt. Je höher die Schulform umso mehr Männer haben dort eine Lehrfunktion inne. Bezieht man die in Teilzeit beschäftigten Frauen mit ein, werden Jungen mehrheitlich von Frauen unterrichtet. Um einer Verweiblichung des Schulsystems entgegenzuwirken, müsste der Anreiz für erzieherische Tätigkeiten bei Männern erhöht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Weiblich – Männlich!?: Dieses Kapitel führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Zuschreibungen ein und erläutert die Bedeutung des Konzepts "Doing Gender" im schulischen Alltag.

B. Koedukation heute – „Geschlechtergerechte Schule“: Hier wird der historische Kontext der Koedukationsdebatte aufgearbeitet und die heutige Bedeutung der geschlechtergerechten Schule im Hinblick auf Jungenförderung und Bildungserfolg analysiert.

1. Allgemeine Informationen zu Koedukation und Koedukationsdebatte: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Koedukation wissenschaftlich und skizziert den zeitlichen Verlauf der bildungspolitischen Diskussion seit den 1970er Jahren.

2. Koedukation heute – Benachteiligung der Jungen?: Hier werden aktuelle Daten zum Bildungserfolg von Jungen kritisch betrachtet und mögliche Ursachen für ihre Benachteiligung, insbesondere im Vergleich zu Mädchen, untersucht.

3. Praktische Ansätze zur Umsetzung einer „Geschlechtergerechten Schule“: In diesem Kapitel werden konkrete pädagogische Strategien vorgestellt, um Geschlechterstereotype abzubauen und das Schulklima durch gender-sensible Methoden zu verbessern.

C. Geschlecht muss Thema der Forschung bleiben: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, Geschlechtergerechtigkeit als dauerhaftes Ziel der pädagogischen Arbeit und Forschung zu verankern.

Schlüsselwörter

Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Jungenförderung, Doing Gender, Mädchenförderung, Schule, Bildungsbeteiligung, Lehrkräfte, Schulklima, Identitätsbildung, Geschlechterrollen, Pädagogik, Monoedukation, Geschlechterstereotypen, Bildungserfolg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation der Koedukation in modernen Schulen und untersucht insbesondere, wie eine geschlechtergerechte Pädagogik die Bildungschancen von Jungen verbessern kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Koedukation, den Bildungsstatus von Jungen, den Einfluss von Lehrkräften sowie praktische Ansätze zur Umsetzung von Gender-Sensibilität im Unterricht.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, Möglichkeiten zur Realisierung einer geschlechtergerechten Schule aufzuzeigen, die individuellen Bedürfnissen von Mädchen und Jungen gerecht wird und Chancengleichheit fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller Studien, Datenreports und fachdidaktischer Diskurse zur Gender-Thematik in der Schule.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert aktuelle Bildungsdaten, hinterfragt die Rolle von Lehrkräften und Freizeitverhalten bei der Identitätsentwicklung von Jungen und evaluiert monoedukative Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Jungenförderung, Doing Gender und Schulklima.

Wie bewertet der Autor den Mangel an männlichen Lehrkräften?

Der Autor weist darauf hin, dass der Mangel an männlichen Vorbildern kritisch gesehen wird, stellt aber gleichzeitig die Frage, ob eine bloße Vermehrung männlicher Lehrkräfte tatsächlich die erhofften positiven Effekte erzielen würde.

Was ist das Prinzip der „zufälligen methodischen Trennung“?

Dabei handelt es sich um ein flexibles Konzept, bei dem für begrenzte Zeiträume (z.B. ein Halbjahr) nach Geschlechtern getrennter Unterricht in wechselnden Fächern angeboten wird, um neue Lernchancen zu schaffen.

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Details

Title
Die heutige Situation der Schüler und Schülerinnen im Kontext der Koedukation
Subtitle
Perspektiven für die Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit in der Schule
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,3
Author
Irina Wittmann (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V151417
ISBN (eBook)
9783640629893
ISBN (Book)
9783640630042
Language
German
Tags
Koedukation Geschlechtergerechte Schule Gemeinschaftserziehung Geschlecht in der Schule Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Wittmann (Author), 2010, Die heutige Situation der Schüler und Schülerinnen im Kontext der Koedukation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151417
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