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Tabuisiertes Leiden - Überlebende sexueller Gewalt im Krieg

Título: Tabuisiertes Leiden - Überlebende sexueller Gewalt im Krieg

Trabajo de Seminario , 2003 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Ellen Krüger (Autor)

Sociología - Guerra y paz, militar
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Mir geht es in meiner Arbeit hauptsächlich um die Folgen, die die Überlebenden sexueller Gewalt zu verkraften haben.
Bezüglich sexueller Gewalt lege ich den Schwerpunkt auf Vergewaltigung, dazu zähle ich auch Vergewaltigungen im Rahmen von Zwangsprostitution.

Ich werde mich mit den Motiven, psychischen und physischen Folgen von sexueller Gewalt im Krieg auseinandersetzen und dabei auch mögliche gesellschaftliche Einflüsse berücksichtigen.
Eine wesentliche Frage ist für mich, warum die Überlebenden oft Jahrzehnte geschwiegen haben, daher auch das Wort „tabuisiert“ in meinem Titel.

Es geht mir primär darum, einen Überblick über die Folgen sexueller Gewalt im Krieg zu geben, um die Tragweite dieses lange tabuisierten Verbrechens zumindest in den Ansätzen erfassen zu können und darzustellen, wie sehr eine Tabuisierung sexueller Gewalt deren Folgen ad absurdum führt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Rolle sexueller Gewalt im Krieg

3. Die Folgen sexueller Gewalt im Krieg

3.1. Vergewaltigung – Eine Begriffsklärung

3.2. Physische Folgen von Vergewaltigungen

3.2.1. Verletzungen, die direkt während der Vergewaltigung entstehen

3.2.2. Infektionskrankheiten unter besonderer Berücksichtigung von Geschlechtskrankheiten

3.2.3. Schwangerschaft und Abtreibung

3.3. Psychische und psychosomatische Folgen von Vergewaltigungen

4. Das große Schweigen – Die vergewaltigten Frauen in der Nachkriegszeit

5. Hilfe für die Überlebenden

5.1. Rechtliche Aspekte

5.2. Psychotherapeutische und medizinische Hilfe

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen sexueller Gewalt gegen Frauen in kriegerischen Auseinandersetzungen sowie die Gründe für die jahrzehntelange Tabuisierung dieses Leids. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie sich die strukturelle Gewalt und die gesellschaftliche Stigmatisierung auf den Aufarbeitungsprozess der Überlebenden auswirken.

  • Historische und funktionelle Dimensionen sexueller Gewalt als Kriegswaffe
  • Physische Langzeitfolgen, Traumatisierung und psychosomatische Symptome
  • Mechanismen der Tabuisierung und das Schweigen in der Nachkriegszeit
  • Rechtliche Aufarbeitung und Möglichkeiten der therapeutischen Unterstützung

Auszug aus dem Buch

3.1. Vergewaltigung – Eine Begriffsklärung

Um die Folgen besser begreifen zu können, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, was Vergewaltigungen eigentlich sind. Vergewaltigungen sind immer mit einem gewaltsamen Eindringen in den Körper verbunden (vgl. Heynen 2000: 18).

Sinngemäß nach dem deutschen Strafgesetzbuch (§ 177 StGB) sind Vergewaltigungen Beischlaf oder „besonders erniedrigende beischlafsähnliche Handlungen“ (Anal- und Oralverkehr, Vergewaltigung mit Gegenständen), die durch Gewalt, Androhung von Gewalt oder „Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist“, erzwungen werden (vgl. Heynen 2000: 17-18). Bei erzwungenen sexuellen Handlungen nennt das deutsche Strafrecht gemeinschaftlich begangene Taten „besonders schwer“, grade diese sind im Krieg sehr häufig (vgl. Choi u.a. 1996: 129).

Heynen beschreibt Vergewaltigung als eine „Form personaler Gewalt, mittels derer einem Menschen durch einen anderen Menschen ein physischer und psychischer Schaden zugefügt wird“ (2000: 15). Die sexuelle Selbstbestimmung wird dabei auf das Schärfste pervertiert.

Es ist klarzustellen, dass es sich bei Vergewaltigung nicht um einen „aggressiven Ausdruck von Sexualität“, sondern um einen „sexuellen Ausdruck von Aggressivität“ handelt (vgl. Dieregsweiler 1997: 17). Es geht dabei um eine Machtdemonstration, nicht um den Sex an sich, deshalb kommt es nicht auf Alter, Aussehen oder die soziale Schicht des Opfers an (vgl. Martin 1994: 45).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Autorin legt dar, wie persönliche Betroffenheit und das weitgehende gesellschaftliche Verschweigen sexueller Kriegsgewalt die Motivation für diese Arbeit bilden.

2. Die Rolle sexueller Gewalt im Krieg: Dieses Kapitel beleuchtet Vergewaltigung nicht als Nebenprodukt, sondern als strategische Kriegswaffe zur Zerstörung von Gemeinschaft und Moral.

3. Die Folgen sexueller Gewalt im Krieg: Es wird analysiert, wie physische, psychische und psychosomatische Schäden die Integrität der Opfer langfristig untergraben.

3.1. Vergewaltigung – Eine Begriffsklärung: Hier erfolgt eine medizinische und juristische Definition von Vergewaltigung als gewaltsame Machtausübung statt als Ausdruck von Sexualität.

3.2. Physische Folgen von Vergewaltigungen: Das Kapitel listet die körperlichen Auswirkungen von Verletzungen bis hin zu Schwangerschaften und Infektionskrankheiten auf.

3.2.1. Verletzungen, die direkt während der Vergewaltigung entstehen: Erläuterung der akuten körperlichen Schäden, die häufig unter extremer Brutalität und Gruppenbeteiligung auftreten.

3.2.2. Infektionskrankheiten unter besonderer Berücksichtigung von Geschlechtskrankheiten: Darstellung der langfristigen gesundheitlichen Risiken und Spätfolgen durch Infektionen für Opfer und Nachkommen.

3.2.3. Schwangerschaft und Abtreibung: Behandlung der traumatischen Problematik erzwungener Schwangerschaften in Krisenzeiten und der Hürden bei der medizinischen Versorgung.

3.3. Psychische und psychosomatische Folgen von Vergewaltigungen: Untersuchung der posttraumatischen Belastungsstörung und der tiefgreifenden Zerstörung des Sicherheitsgefühls und Alltagslebens.

4. Das große Schweigen – Die vergewaltigten Frauen in der Nachkriegszeit: Analyse der Gründe für das jahrzehntelange Schweigen der Opfer und die sekundäre Viktimisierung durch die Gesellschaft.

5. Hilfe für die Überlebenden: Darstellung aktueller Ansätze zur juristischen und therapeutischen Unterstützung der betroffenen Frauen.

5.1. Rechtliche Aspekte: Diskussion der völkerrechtlichen Entwicklung bei der Verfolgung von Vergewaltigung als Kriegsverbrechen.

5.2. Psychotherapeutische und medizinische Hilfe: Überblick über Hilfsangebote und die anhaltenden Defizite in der professionellen Versorgung traumatisierter Frauen.

6. Schlusswort: Die Autorin reflektiert die menschliche Belastung durch das Thema und fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit der Täterrolle jenseits nationaler Klischees.

Schlüsselwörter

Sexuelle Gewalt, Krieg, Vergewaltigung, Zwangsprostitution, Kriegswaffe, Traumatisierung, posttraumatische Belastungsstörung, Tabuisierung, Schweigen, Nachkriegszeit, Völkerrecht, Frauenrechte, psychosomatische Folgen, Menschenrechte, medizinische Hilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Folgen sexueller Gewalt gegen Frauen in Kriegen und thematisiert das damit einhergehende gesellschaftliche Schweigen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Mittelpunkt stehen die Funktionalisierung von Vergewaltigung als Kriegswaffe, die physischen und psychischen Langzeitfolgen für die Überlebenden sowie die Möglichkeiten der juristischen und therapeutischen Aufarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Tragweite der tabuisierten Gewaltverbrechen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie durch das Schweigen die Folgen für die Opfer zusätzlich verschärft werden.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Berichte internationaler Organisationen sowie Zeugenaussagen von Opfern und psychotherapeutischen Erkenntnissen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rollen sexueller Gewalt, eine detaillierte Ausarbeitung der körperlichen und seelischen Folgeschäden sowie eine Untersuchung der Nachkriegszeit und bestehender Hilfsangebote.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Kriegsverbrechen, Traumatisierung, Tabuisierung, sexuelle Gewalt und Gerechtigkeit sind zentrale Begriffe, die das Werk prägen.

Wie unterscheidet sich die Täter- von der Opferperspektive in der Arbeit?

Die Autorin hebt hervor, dass die Demütigung von Männern im Krieg oft über das Leiden der Frauen gestellt wird und fordert eine Abkehr von nationalen Klischees bei der Betrachtung der Täter.

Warum wird die Rolle der "Zwangsprostitution" besonders hervorgehoben?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für die organisierte Nutzung von Frauenkörpern zur Leistungssteigerung von Truppen, was den Charakter der Vergewaltigung als Kriegswaffe unterstreicht.

Welchen Stellenwert nimmt der "Foca-Prozess" in der Argumentation ein?

Er markiert eine Zäsur im Völkerrecht, da erstmals Vergewaltigung als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt wurde, was als Fortschritt in der juristischen Aufarbeitung gewertet wird.

Warum ist das Schweigen der Opfer für die Autorin zentral?

Das Schweigen wird als Teil der "sekundären Viktimisierung" verstanden, die eine notwendige Traumabewältigung verhindert und den Opfern eine gesellschaftliche Anerkennung verwehrt.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Tabuisiertes Leiden - Überlebende sexueller Gewalt im Krieg
Universidad
University of the Arts Berlin
Curso
Krieg/Mensch - Einführung in eine ungleiche Partnerschaft
Calificación
1,0
Autor
Ellen Krüger (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
21
No. de catálogo
V151447
ISBN (Ebook)
9783640629244
ISBN (Libro)
9783640629381
Idioma
Alemán
Etiqueta
Frauen Krieg Vergewaltigung Zwangsprostitution Kriegsverbrechen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ellen Krüger (Autor), 2003, Tabuisiertes Leiden - Überlebende sexueller Gewalt im Krieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151447
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