In der Prüfungsstunde geht es um die Dauer und die Beendigung des Berufsausbildungsvertrags. Diese Inhalte sind in Abstimmung mit dem Rahmenlehrplan aus dem Teilgebiet "Berufliche Bildung" in dem an der Berufsschule einheitlich durch die Fachkonferenz Wirtschaftslehre entwickelten Stoffverteilungsplan verankert.
Die Unterrichtsstunde liegt am Beginn der Unterrichtsreihe zum Berufsausbildungsvertrag in dieser Turnuswoche. In den folgenden Stunden wird das Thema durch die Behandlung der beruflichen Fort- und Weiterbildung und der berufsständigen Organisationen weitergeführt.
Die Klasse EBT24 besteht aus 30 männlichen Auszubildenden, von denen 28 den Beruf des Elektronikers für Betriebstechnik (EBT) in dreieinhalb Jahren erlernen, während zwei Schüler eine zweijährige Ausbildung zum Industrieelektroniker: Fachrichtung Betriebstechnik (IE) absolvieren. Die Gruppe ist in Bezug auf Alter, schulische Vorbildung und Migrationshintergrund heterogen. 22 Schüler haben einen Realschulabschluss, während vier das Abitur, ein Schüler die Fachhochschulreife und zwei Schüler den Hauptschulabschluss besitzen. Ein 34-jähriger Schüler mit einem Bachelorabschluss in Germanistik aus China sticht altersmäßig hervor. Ohne ihn beträgt das Durchschnittsalter der Klasse 17,55 Jahre.
Vier Schüler haben einen Migrationshintergrund: Einer stammt aus Marokko, einer aus Afghanistan, einer aus China und einer hat russische Wurzeln. Der marokkanische Schüler hat bisher in beiden Turnuswochen vollständig gefehlt. Die Schüler aus China und Afghanistan benötigen sprachliche Unterstützung, um den Unterrichtsinhalten besser folgen zu können. Der russischstämmige Schüler ist in Deutschland aufgewachsen, spricht fließend Deutsch und nimmt aktiv am Unterricht teil.
Inhaltsverzeichnis
1 BEURTEILUNG DER AUSGANGSLAGE
1.1 EINSCHÄTZUNG DER LERNENDEN
1.2 ANALYSE DER LEHRPERSON
1.3 BEWERTUNG DER ÄUßEREN UMSTÄNDE
2. ANALYSE DER LERNINHALTE
2.1 EINORDNUNG UND LEGITIMATION DER STUNDE
2.2 SACHANALYSE
2.3 DIDAKTISCHE ANALYSE
3 BERUFLICHE HANDLUNGSSITUATION UND LERNZIELE
4 METHODISCHE ANALYSE
5 VERLAUFSPLANUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Auszubildenden im ersten Lehrjahr grundlegende rechtliche Kenntnisse zum Berufsausbildungsvertrag zu vermitteln, wobei der Fokus insbesondere auf Beginn, Dauer und Beendigung des Ausbildungsverhältnisses liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie komplexe gesetzliche Regelungen des BBiG praxisnah aufbereitet werden können, um die Handlungskompetenz der Lernenden in konkreten Konfliktsituationen zu stärken.
- Rechtliche Grundlagen des Berufsausbildungsvertrags gemäß BBiG
- Methoden der Lernstoffreduktion und didaktischen Aufbereitung
- Förderung der Problemlösungsfähigkeit durch fallbasierte Szenarien
- Einsatz schülerzentrierter Unterrichtsmethoden (Tandemarbeit, Reflexion)
- Binnendifferenzierung zur Unterstützung lernschwacher Schüler
Auszug aus dem Buch
Außerordentliche Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb
Eine außerordentliche Kündigung kann nach der Probezeit nur aus einem wichtigen Grund erfolgen (§ 22 Abs. 2 BBiG). Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn es dem Ausbildungsbetrieb unzumutbar ist, das Ausbildungsverhältnis fortzusetzen. Beispiele hierfür sind grobe Pflichtverletzungen des Auszubildenden, wie wiederholtes unentschuldigtes Fehlen, Diebstahl im Betrieb, Beleidigungen oder körperliche Übergriffe gegenüber Mitarbeitern oder Vorgesetzten sowie Verstöße gegen die Ausbildungsordnung.
Die außerordentliche Kündigung erfolgt in der Regel fristlos. Bevor eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen wird, muss der Ausbildungsbetrieb den Auszubildenden grundsätzlich wegen desselben Fehlverhaltens abmahnen. Es gibt keine feste gesetzliche Vorgabe, wie oft abgemahnt werden muss, jedoch hat sich in der Rechtsprechung etabliert, dass mindestens eine Abmahnung bei Angestellten schon ausreichend ist (§ 314 BGB).
In der Regel sind zwei einschlägige Abmahnungen vor einer Kündigung ausreichend (IHK, WBS). Die Abmahnungen und die Kündigung müssen sich dabei auf dasselbe Fehlverhalten beziehen, beispielsweise unentschuldigtes Fehlen in der Berufsschule und im Betrieb. Wenn nach der zweiten Abmahnung das Fehlverhalten erneut auftritt, kann eine Kündigung wirksam ausgesprochen werden. Viele Ausbildungsbetriebe sprechen aus Gründen der Verhältnismäßigkeit oft zwei oder mehrere Abmahnungen aus, um dem Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, sein Verhalten zu ändern. Der Arbeitgeber hat nach Kenntnisnahme des Fehlverhaltens zwei Wochen Zeit, die Kündigung zu erklären, damit sie wirksam wird (§ 22 Abs. 4 BBiG).
Zusammenfassung der Kapitel
1 BEURTEILUNG DER AUSGANGSLAGE: Analyse der heterogenen Klassenstruktur, der Rolle der Lehrperson und der räumlichen Rahmenbedingungen an der Berufsschule.
2. ANALYSE DER LERNINHALTE: Einordnung der Unterrichtseinheit in den Rahmenlehrplan sowie detaillierte rechtliche Sachanalyse zum Berufsausbildungsvertrag und dessen Beendigungsmöglichkeiten.
3 BERUFLICHE HANDLUNGSSITUATION UND LERNZIELE: Beschreibung eines praxisnahen Fallbeispiels zur Aktivierung der Lernenden sowie Definition fachlicher und überfachlicher Lernziele.
4 METHODISCHE ANALYSE: Darstellung des didaktischen Vorgehens, insbesondere durch schülerzentrierte Methoden wie Tandemarbeit und Reflexionsphasen zur Kompetenzentwicklung.
5 VERLAUFSPLANUNG: Tabellarische Übersicht des strukturierten Unterrichtsablaufs inklusive konkreter Zeitpläne, Methoden und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Berufsausbildungsvertrag, BBiG, Kündigungsschutz, Auszubildende, Wirtschaftslehre, Didaktik, Lernfeldarbeit, Probezeit, Abmahnung, Handlungssituation, Berufsschule, Rechtliche Grundlagen, Ausbildungsverhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit konzipiert eine Unterrichtseinheit für Auszubildende des ersten Lehrjahres zum Thema Berufsausbildungsvertrag.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Mittelpunkt stehen die rechtlichen Bestimmungen zu Beginn, Dauer und Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses gemäß BBiG.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Lernenden sollen gesetzliche Grundlagen verstehen und ihre Problemlösungskompetenz bei beruflichen Konflikten stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Analyse nach Klafki angewendet, kombiniert mit praxisorientierten, schülerzentrierten Methoden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Sachanalyse der rechtlichen Regelungen sowie die methodische Planung des Unterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Berufsausbildung, BBiG, Kündigung, Abmahnung, Handlungskompetenz und didaktische Aufbereitung.
Wie werden lernschwache Schüler unterstützt?
Durch Binnendifferenzierung mittels vereinfachter Informationstexte, die mit erläuternden Sprechblasen angereichert sind.
Welche Rolle spielt das Fallbeispiel "Lukas"?
Es dient als Identifikationsfigur für die Lernenden, um abstrakte Gesetzestexte auf eine reale, krisenhafte Situation anzuwenden.
Warum wird die Tandemarbeit bevorzugt?
Sie fördert den Austausch unter den Schülern, stärkt die kommunikative Kompetenz und ermöglicht eine gegenseitige Unterstützung bei der Texterarbeitung.
- Arbeit zitieren
- Dr. Nick Leithold (Autor:in), 2024, Berufliche Fort- und Weiterbildung und berufsständige Organisationen. Beginn, Dauer und Beendigung des Ausbildungsvertrags, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1514688