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"Oh mama, stop acting!"

Fotos, Stillstand und die "Imitation of Life"

Titre: "Oh mama, stop acting!"

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 29 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Krause (Auteur)

Médias / Communication - Autres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mit einem gellenden „No!" sinkt Lora Merediths Oberkörper auf Annie Johnsons Bett und eine Großaufnahme lässt nach dem Verschwinden aller Menschen aus dem Bildfeld nur noch das Schwarzweiß-Foto von Sarah Jane übrig, dass eine Überblendung mit dem Blau eines Kirchenfensters und Mahalia Jacksons zu Herzen gehendem Gospelsong ‚Trouble of the World’ verschweißt (01:52:57-01:53:14). So gestaltet Sirks IMITATION OF LIFE (Douglas Sirk, US/1959, 119 Min.) den Tod der Mutter Sarah Janes und leitet zu der beeindruckenden Beerdigungszeremonie über.
Als hätte sich die Erstarrung des Fotos über die Kirche gelegt, sind die folgenden Einstellungen von Bewegungsarmut geprägt, die ihren Höhepunkt wohl in der Aufnahme des Sarges findet (01:54:06-01:54:12) – Kamera wie Menschen verharren in Stillstand, der sich erst langsam wieder löst, markant in der Wiederholung der Einstellung (01:54:52-01:54:54), in der der Mann hinter dem Sarg nun immerhin eine Handbewegung wagt. Fotografie, Stillstand und Bewegung kommen hier zusammen; auf diese Punkte hin soll der Film in dieser Arbeit betrachtet werden. Besondere Beachtung verdient dabei der Zusammenhang mit dem Komplex, der grob mit ‚Wahrheit und Lüge’ bezeichnet werden soll und auf eine seltsame Weise in jeden Aspekt des Films hineinzuwirken scheint.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahrheit, Lüge und die Diegese – einige Anmerkungen

2.1. Die Wahrheit des Fotos

2.1.1. Index, Ikon und Symbol

2.1.2. Kontextabhängigkeit und Konnotation

2.2. Die Wahrheit des Films: Mimesis und Diegese

2.3. Was ist eigentlich ein innerfilmisches Foto?

3. Materialsammlung

3.1. Fotografie

3.1.1. Strandfoto mit Kunstanspruch

3.1.2. Fehler, Fotos und Verfremdung

3.1.3. Strandfoto und Werbung

3.1.4. Werbefoto als Karrieresprungbrett

3.1.5. ergänzende Beobachtungen

3.2. Stillstand und Bewegung

3.2.1. Annies Tod: warum erstarrt der Doktor?

3.2.2. Die Beerdigung: Erstarrung und Verlangsamung

4. Exkurs: Intermedialität und weitere Imitationsaspekte

4.1. Künste, Spiegel und die ‚Imitation of Life’

4.1.1. Fotografische Elemente: vom Einzelbild zum Wandteppich

4.1.2. Malerei, Graphik usw.

4.1.3. Spiegel: Umkehrung und Unwahrheit

4.2. Künstlichkeit und Theater

5. Schluss: statt eines Fazits

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Fotografie, Stillstand und Bewegung in Douglas Sirks Film „Imitation of Life“ (1959). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese medialen Elemente und das Phänomen des Stillstands als Teil eines übergeordneten, von „Wahrheit und Lüge“ geprägten Diskurses fungieren, der die Inszenierung des Melodrams durchdringt.

  • Analyse des fotografischen Bildstatus (Index, Ikon, Symbol) innerhalb des Films.
  • Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen diegetischer Realität und medialer Künstlichkeit.
  • Betrachtung von Stillstandsmomenten als Stilmittel und narrative Kommentierung.
  • Rolle von Spiegelungen, Intermedialität und theaterhafter Stilisierung im Melodram.
  • Reflektion über „Passing“-Thematiken und gesellschaftliche Rollenhaftigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Strandfoto mit Kunstanspruch

In gleich drei Variationen wird der „fotografische Akt“ in IMITATION durchgespielt. Der erste Durchlauf beginnt mit der Einstellung, die Lora auf der Brüstung der Strandpromenade zeigt (00:02:37-00:02:39), in einer Haltung, die man mit Mulvey als Pose bezeichnen kann Die ‚Produktion’ kommt erst nachträglich mit dem Fotografen Steve Archer ins Bild (00:02:46-00:02:53), der Lora ungerührt ablichtet (obwohl sie direkt vor ihm nach ihrer Tochter schreit!).

Der Kreis schließt sich mit der Betrachtung des fertigen Fotos, das Steve Lora zeigt: es ist in einer Großaufnahme größer als das Bildfeld zu sehen, die Ränder des Fotos ragen ins Off hinein (00:16:18-00:16:19). Die letztere Einstellung präsentiert das Foto fast als filmisches Bild, ein Freeze-Frame-Effekt wird aber durch die deutliche Überschneidung mit dem Bildrand und die haltende Hand verhindert; das Foto bleibt als Foto erkennbar. Außerdem ist es schwarzweiß, womit das Foto deutlich von „Douglas Sirks plakativen Studiofarben“ abweicht, die in ihrem Spiel mit der außerfilmischen Realität als so typisch für seine Filme gelten. Es sei vorweg darauf hingewiesen, dass alle Fotos in diesem Film schwarzweiß sind, egal ob sie gezeigt werden oder an Wänden hängen – womit die Fotos eine größere ‚Glaubwürdigkeit’ behaupten als der restliche (Farb-)Film.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Fotografie, des Stillstands und der Bewegung in Sirks „Imitation of Life“ unter dem Aspekt von Wahrheit und Lüge.

2. Wahrheit, Lüge und die Diegese – einige Anmerkungen: Theoretische Untersuchung des fotografischen Wahrheitskonzepts (Index/Ikon/Symbol) und der filmischen Realitätskonstruktion (Diegese).

3. Materialsammlung: Detaillierte Analyse spezifischer Fotoszenen, ihrer Entstehung, Bearbeitung und ihrer Funktion für die Narration und Charakterentwicklung sowie der Rolle des Stillstands.

4. Exkurs: Intermedialität und weitere Imitationsaspekte: Betrachtung weiterer medialer Elemente wie Malerei, Spiegelungen und Theatereffekte, die die Künstlichkeit des Films untermauern.

5. Schluss: statt eines Fazits: Resümee über die Verflechtung von Fotografie und Stillstand als Teil eines subversiven Diskurses, der die Inszenierung des Melodrams offenlegt.

Schlüsselwörter

Imitation of Life, Douglas Sirk, Fotografie, Stillstand, Filmtheorie, Diegese, Intermedialität, Mimesis, Melodrama, Wahrheit, Lüge, Index, Ikon, Symbol, Künstlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die funktionale und ästhetische Rolle von Fotografie und dem Phänomen des Stillstands innerhalb von Douglas Sirks Film „Imitation of Life“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Medientheorie (insbesondere Fotografie und Film), den Einfluss von Künstlichkeit und Stilisierung im Melodrama sowie intermediale Verknüpfungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fotografie und Stillstand als Teil eines übergreifenden Diskurses fungieren, der die Dichotomie von Wahrheit und Lüge hinterfragt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine filmwissenschaftliche Analyse, die medientheoretische Konzepte (u.a. von Roland Barthes, Philippe Dubois und Laura Mulvey) auf den Film anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Materialsammlung von Fotoszenen, die Analyse von Stillstand und Bewegung sowie einen Exkurs zu Intermedialität, Spiegelungen und Theatereffekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medientheorie, Indexikalität, diegetische Realität, Stilisierung und die „Imitation of Life“ als zentrales Motiv.

Warum ist die Analyse des Strandfotos so zentral für die Arbeit?

Das Strandfoto dient als Ausgangspunkt, um den „fotografischen Akt“ und dessen Stellung zwischen spontaner Aufnahme und planvoller Inszenierung innerhalb der filmischen Diegese zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielen Spiegelungen in der Argumentation?

Spiegelungen werden als zentrales Stilmittel Sirks identifiziert, die in einer engen Beziehung zur Enthüllung oder Verschleierung von „Wahrheit und Lüge“ bei den Charakteren stehen.

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Résumé des informations

Titre
"Oh mama, stop acting!"
Sous-titre
Fotos, Stillstand und die "Imitation of Life"
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Kunstgeschichte)
Cours
Hauptseminar "Stillstand und Bewegung - Fotografie und Film"
Note
1,0
Auteur
Stefan Krause (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
29
N° de catalogue
V151472
ISBN (ebook)
9783640629282
ISBN (Livre)
9783640629350
Langue
allemand
mots-clé
Imitation of Life Stillstand und Bewegung Fotografie und Film Douglas Sirk Solange es Menschen gibt Lana Turner Diegese Diskursuniversum Dubois Laura Mulvey Roland Barthes Sanders Peirce Index Ikon Symbol Brecht Verfremdung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Krause (Auteur), 2010, "Oh mama, stop acting!", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151472
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Extrait de  29  pages
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