Die Aktualität von Themen wie Migration, Integration und Multikulturalität ist nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) unumstritten. Migration ist dabei als Grundelement menschlicher Existenz zu betrachten. Statistiken aus dem Jahr 2008 sprechen von weltweit 190 Millionen Migranten, also Menschen, die nicht in ihrer Heimat leben wollen oder können. Ungefähr 64 Millionen davon leben in Europa und fast jeder fünfte Einwohner der BRD kann auf eine Zuwanderungsgeschichte verweisen. Kulturelle Vielfalt bildet somit ein Charakteristikum unserer Gesellschaft. Wandern Menschen ausländischer Herkunft in ein Land ein, kann sich dies tatsächlich besonders hinsichtlich gegenseitiger Bereicherung als positiv herausstellen. Die verschiedenen Völker können so neben der Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen und Kulturen vieles voneinander lernen. Die zunehmende Globalisierung fordert geradezu diesen Prozess.
Die Zuwanderung anderer Bevölkerungsgruppen vollzieht sich aber nicht problemlos und stellt nicht nur das Einwanderungsland vor bestimmte Herausforderungen. Eine zentrale Aufgabe hierbei stellt die Integration dar, bei der die ausländischen Migranten unter Berücksichtigung wechselseitiger Beziehungen so gut wie möglich eingegliedert werden sollen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Lebenswelt der Migranten durch die eigene Migrationserfahrung, den Status im Aufnahmeland sowie das Leben in zwei Kulturen von der Lebenswelt der Bewohner der Aufnahmegesellschaft unterscheidet. Es wird davon ausgegangen, dass die Integration nur aussichtsreich sein kann, wenn diese Gruppen an den Status der einheimischen Bevölkerung in fast allen Lebenslagen angepasst werden. Um diesen Status jedoch erreichen zu können, gilt es dem Einwanderungsland entsprechende Voraussetzungen zu erfüllen. Hierzu zählt maßgeblich das Bildungsniveau, denn eine gute Schul- und Berufsausbildung bildet die Grundlage für die Existenzsicherung. Der Bildungsabschluss ist so für die Zukunftsperspektive von großer Bedeutung und die Industrienationen befinden ihn als außerordentlich wichtig. Eine fundierte Ausbildung wird als entscheidende Auernheime
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 MIGRATION IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
2.1 ZUM BEGRIFF DER MIGRATION
2.2 MIGRATIONSENTWICKLUNG
2.2.1 Ursachen für Migration
2.2.2 Entwicklung der Migration in der BRD
2.3 ZUR LEBENSSITUATION JUNGER MIGRANTINNEN
2.4 ENTWICKLUNG DER IDENTITÄT
2.5 TEILHABE AN DER GESELLSCHAFT
2.5.1 Bildungschancen
2.5.2 Akademische Ausbildung
3 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen von Migrantinnen in der Bundesrepublik Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Chancen und Herausforderungen im Bereich der schulischen und akademischen Bildung sowie die identitätsstiftenden Prozesse im Kontext eines Lebens zwischen zwei Kulturen.
- Migration als gesellschaftliches Grundelement und Integrationsherausforderung
- Einfluss der Herkunftskultur und der Migrationserfahrung auf die Identitätsbildung
- Soziale und ökonomische Voraussetzungen für eine gelungene gesellschaftliche Teilhabe
- Bildungsbiografien junger Migrantinnen und Barrieren beim Übergang in das Berufsleben
- Die Rolle der akademischen Ausbildung für Unabhängigkeit und soziale Anerkennung
Auszug aus dem Buch
Leben in zwei Kulturen am Beispiel türkischer Migrantinnen
Eine ganze Reihe von Untersuchen beschäftigte sich mit der aufgebrachten Stärke und Kraft von Frauen den Herausforderungen der Migration gerecht zu werden. Dabei wurde auch die Verarbeitung der psychischen Schmerzen thematisiert, diskutieren sowohl Rosen (1997, 28) als auch Boos-Nünning (2004, 7).
Neuere Untersuchungen beschäftigen sich aufgrund des signifikanten Interesses mit der Lebensgestaltung von Migrantinnen in der zweiten und dritten Generation, ihren psychischen Schmerzen und deren Verarbeitung. Die meisten dieser Arbeiten konzentrieren sich nach Boos-Nünning (2004, 3) auf Migrantinnen mit türkischem Migrationshintergrund, welche repräsentativ für alle anderen stehen sollen. Meine nächsten Ausführungen werden sich nach Sichtung des Materials ebenfalls auf diese Gruppe beziehen.
Allgemein ist festzustellen, dass sich ein großer Teil der jungen Generation sowohl von den türkischen Frauen der Müttergeneration als auch von den deutschen Frauen distanziert. Rosen (1997, 29) beschreibt die Verarbeitung der Widersprüche beider Kulturen durch die jungen Frauen in Form von Beobachtung, Auswahl und einem darauf aufbauenden selbst bestimmten Lebensentwurf. Dabei sind aber günstige soziale Bedingungen zur Herausbildung einer offenen Identität, wie Kontakte mit der deutschen Umwelt, erforderlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die globale Relevanz von Migration und definiert die Integration als zentrale Aufgabe, wobei insbesondere der Bildungsabschluss als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe hervorgehoben wird.
2 MIGRATION IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel analysiert den Migrationsbegriff, die Ursachen von Wanderungsbewegungen sowie die spezifische historische Entwicklung der Migration in Deutschland, um den Kontext für die Lebenssituation von Migrantinnen zu schaffen.
3 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und betont, dass die Migrationssituation zwar eine Herausforderung darstellt, aber auch Chancen zur persönlichen Entwicklung und Identitätsbildung bietet, sofern gesellschaftliche Strukturen faire Bildungschancen garantieren.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Migrantinnen, Bildungschancen, Identitätsbildung, Interkulturalität, Berufsausbildung, Akademische Ausbildung, Zweite Generation, Türkische Migrantinnen, Gesellschaftliche Teilhabe, Migrationstheorie, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Gleichstellung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation und die Bildungschancen von Migrantinnen in der Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung ihrer Identitätsentwicklung im Kontext von Migration.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Migrationsursachen, das Leben in zwei Kulturen, der Zugang zu Bildungssystemen sowie die Rolle der Arbeitsmarktintegration für junge Frauen mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beleuchten, welche Möglichkeiten Migrantinnen zur Gestaltung ihres Lebens haben und welche konfliktären Anforderungen bei der Identitätsbildung in einem neuen kulturellen Umfeld entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender soziologischer und bildungswissenschaftlicher Untersuchungen sowie der Auswertung offizieller Statistiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen von Migration als auch die empirische Situation von Migrantinnen hinsichtlich ihrer schulischen Laufbahnen, Berufsausbildungen und universitären Abschlüsse detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Migration, Integration, Identitätsbildung, Bildungschancen und Interkulturalität definieren.
Warum wird in der Arbeit besonders auf türkische Migrantinnen fokussiert?
Die Autorin wählt türkische Migrantinnen als Fokusgruppe, da diese statistisch die größte Gruppe unter den Migrantinnen bilden und ihre Erfahrungen als repräsentativ für den Integrations- und Identitätsprozess vieler Migranten angesehen werden können.
Welchen Einfluss haben Familienstrukturen auf den Bildungserfolg junger Migrantinnen?
Die Arbeit zeigt, dass Familienbindungen einerseits emotionale Sicherheit bieten, aber auch durch traditionelle oder patriarchalische Strukturen Konflikte hervorrufen können, die den Bildungsweg beeinflussen.
- Citation du texte
- Andrea Koppe (Auteur), 2010, Bildungschancen von Migrantinnen im Kontext der Migration in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151504