Ziel der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit möglichen Einsatzgebieten von psychotherapeutischen Ansätzen im Bereich des beruflichen Einzelcoachings, sowie die Bewertung der Wirksamkeit. Dabei im Speziellen mit dem Blick auf die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) und dem sich daraus ergebenden, möglichen praktischen Nutzen am Beispiel konkreter Coachinginterventionen. Zu überprüfen ist, ob Testverfahren wie der „Copenhagen Psychosocial Questionnaire“, als etablierter Fragebogen zu psychosozialen Arbeitsbedingungen, und die Einbeziehung „Arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster“, in der Praxis dabei von Nutzen sein können. Es sollen in dem Zuge sowohl die Einsatzmöglichkeiten als diagnostische Instrumente für die Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung der Klienten, als auch die Analyse der Ergebnisse für die Herausarbeitung von konkreten Coachinganliegen betrachtet werden.
Die Arbeit befasst sich im Theorieteil mit den Grundlagen verhaltenstherapeutischer Ansätze, einschließlich der historischen Entwicklung, sowie der Abgrenzung zu anderen Therapieformen. Der Fokus liegt dabei auf der detaillierten Beschreibung und tieferen Auseinandersetzung mit der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT). Im Anwendungsteil werden nach einer grundsätzlichen Betrachtung zur Diagnostik auf Basis von Testverfahren, der „Copenhagen Psychosocial Questionnaire“ und das „Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster“ vorgestellt und deren praktische Durchführung erläutert. Anhand konkreter Coachinginterventionen wird betrachtet, wie Ansätze der REVT unter Anwendung dieser beiden Hilfsmittel, in der Coaching-Praxis eingesetzt werden können. Es erfolgt im Anschluss eine kritische Auseinandersetzung mit den Interventionen, mit dem Betrachtungsschwerpunkt des Nutzens, der Wirksamkeit und der Grenzen. Dies sowohl für die REVT als psychotherapeutischen Ansatz, als auch für die eingesetzten Fragebögen als unterstützende Instrumente. Die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit werden im Fazit zusammengefasst, sowie ein Ausblick auf die weitere mögliche Entwicklung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorstellung des Themas
1.2 Ziel der Hausarbeit
1.3 Struktur und Schwerpunkt
2. Verhaltenstherapeutische Ansätze: Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlagen der Verhaltenstherapie
2.1.1 Definition, Grundprinzipien und Ziel
2.1.2 Historische Entwicklung
2.1.3 Abgrenzung zu anderen therapeutischen Ansätzen
2.2 Die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT)
2.2.1 Ursprünge und theoretische Basis
2.2.2 Grundannahmen der REVT
2.2.3 Das ABC-Modell
2.2.4 Kognitive Disputation irrationaler Überzeugungen
3. Testverfahren und Interventionen in der Praxis
3.1 Tests zur Diagnostik in Verhaltenstherapie und Coaching
3.2 Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ)
3.2.1 Praxisbeispiel COPSOQ im Einzelcoaching
3.3 Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM)
3.3.1 Praxisbeispiel AVEM im Einzelcoaching
4. Diskussion
4.1 Grenzen der Testverfahren und der REVT
4.2 Reflexion des eigenen Vorgehens
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, wie psychotherapeutische Ansätze, insbesondere die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT), im beruflichen Einzelcoaching gewinnbringend eingesetzt werden können, unter ergänzender Einbeziehung etablierter diagnostischer Testinstrumente zur Förderung der Selbstreflexion des Klienten.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Verhaltenstherapie
- Vertiefung der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) und des ABC-Modells
- Einsatzmöglichkeiten des Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) im Coaching
- Anwendung des Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmusters (AVEM) zur Ressourcenaktivierung
- Kritische Reflexion der Einsatzgrenzen von klinischen Diagnosemodellen im Coachingkontext
Auszug aus dem Buch
3.3 Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM)
In den 1990er entwickelte der deutsche Psychologe Uwe Schaarschmidt gemeinsam mit seinem Team an der Universität Potsdam das Modell des „Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmusters“ (AVEM). Das Modell basiert auf der Annahme, dass Menschen unterschiedliche Erlebens- und Verhaltensweisen im Arbeitsumfeld an den Tag legen, welche sich sowohl förderlich als auch schädlich auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden auswirken können (Schaarschmidt & Fischer, 1997). Die dabei eingesetzte Diagnostik besteht aus einem mehrdimensionalen, psychometrischen Test mit standardmäßig 66 Einzelfragen (bzw. 44 Fragen in der Kurzversion AVEM-44). Abgefragt werden elf unterschiedliche Dimensionen mit jeweils sechs Skalierungsfragen („Items“). Die Dimensionen sind drei übergeordneten Bereichen zugeordnet:
- dem beruflichen Engagement,
- der Widerstandfähigkeit und der Resilienz
- sowie dem Emotionalen Befinden (Schaarschmidt & Fischer, 1997).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Anwendung verhaltenstherapeutischer Ansätze und diagnostischer Fragebögen im Coaching konzentriert.
2. Verhaltenstherapeutische Ansätze: Theoretische Grundlagen: Erläuterung der verhaltenstherapeutischen Basis und detaillierte Darstellung der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) sowie deren zentraler Konzepte.
3. Testverfahren und Interventionen in der Praxis: Vorstellung der diagnostischen Instrumente COPSOQ und AVEM sowie deren konkrete Anwendung und Nutzen zur Unterstützung von Coachingprozessen.
4. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Anwendungsgrenzen psychometrischer Tests im Coaching und notwendige Reflexion der Abgrenzung zur Psychotherapie.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Wirksamkeit psychotherapeutischer Methoden im Coaching und Forderung nach intensiverer fachlicher Kooperation sowie Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
Coaching, Verhaltenstherapie, REVT, Coaching-Methoden, COPSOQ, AVEM, Psychometrie, Selbstreflexion, Stressmanagement, Burnout-Prophylaxe, Arbeitswelt, Diagnostik, ABC-Modell, kognitive Umstrukturierung, Wirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration verhaltenstherapeutischer Ansätze, speziell der REVT, in das berufliche Coaching zur Unterstützung von Klienten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen verhaltenstherapeutische Theorie, diagnostische Testmethoden für den Arbeitskontext und die praktische Anwendung von Coaching-Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin zu prüfen, wie REVT und standardisierte Fragebögen (COPSOQ, AVEM) genutzt werden können, um Selbstreflexion und Zielfindung bei Klienten zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur und die exemplarische Darstellung von Coaching-Praxisbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der REVT sowie die Anwendung und kritische Bewertung der Testverfahren COPSOQ und AVEM in der Coaching-Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Coaching, Verhaltenstherapie, REVT, Diagnostik, COPSOQ, AVEM, Selbstreflexion und Arbeitsbezogenes Erleben.
Wie unterscheidet sich der Einsatz von COPSOQ gegenüber AVEM?
Während der COPSOQ primär auf das Arbeitsumfeld und Gruppendaten abzielt, ist das AVEM ein personenbezogenes Diagnosewerkzeug für individuelle Verhaltensweisen am Arbeitsplatz.
Warum ist die Abgrenzung zur Psychotherapie so wichtig?
Coaching ist für gesunde Klienten konzipiert; die Abgrenzung ist essenziell, da Coaching keine Behandlung von Störungen mit Krankheitswert darstellt.
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- Kay Helten (Author), 2024, Ansätze der REVT im beruflichen Einzelcoaching in Verbindung mit dem COPSOQ und AVEM, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1515183