Das Kind erlebt in seinem Alter eine ständige Veränderung in seiner Psychologie und Physiologie. Dieser Altersabschnitt kann man im Vergleich zu anderen Altersabschnitten sehr deutlich erkennen und beobachten. Diese Arbeit beschäftigt sich in der ersten Hälfte mit Erstsprachtheorien nach Piaget, Wygostki, Lenneberg, Skinner und Noamchomsky. Es ist hinzuweisen, dass die Arbeit nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebt. Es gibt sicher weitere Erklärungsversuche und theoretische Modelle des Erstspracherwerbs.
Die zweite Hälfte der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, „ welche Fortschritte zeigt das Kind in der Laut -entwicklung und –rezeption, in dem Wortschatz und in dem Syntaxerwerb?“
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Überblick über die Spracherwerbsforschung
2. Erklärungstheorie des Spracherwerbs
2.1. Spracherwerb nach Piaget
2.2. Spracherwerb nach Wygstki
2.3. Spracherwerb nach Lenneberg
2.4. Spracherwerb nach Skinner
2.5. Spracherwerb nach Noamchomsky
3. Die Lautentwicklung
4. Die Lautrezeption
5. Die Entwicklung des Wortschatzes
6. Der Syntaxerwerb
7. Fazit
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wesentlichen Theorien und Prozesse des kindlichen Erstspracherwerbs. Das primäre Ziel ist es, den Verlauf der sprachlichen Entwicklung – von den ersten lautlichen Äußerungen bis zur komplexen Syntax – auf Basis bekannter spracherwerbstheoretischer Modelle zu beleuchten.
- Kognitive und sozialpsychologische Spracherwerbstheorien
- Die Entwicklung der Lautproduktion und Lautrezeption
- Der Aufbau des kindlichen Wortschatzes
- Phasen des Syntaxerwerbs
Auszug aus dem Buch
2.1 Spracherwerb nach Piaget
Die entwicklungspsychologische Spracherwerbtheorie wird vom Piaget und Bruner vertreten. Piaget deutet daraufhin, dass der Erstspracherwerb von der kognitiven Entwicklung des Kindes abhängt (Hüllen 1979:29). Das heißt, dass der Erwerb eher auf einer psychologischen Ebene als auf eine linguistische Ebene basiert. Diese Position wird auch von dem Psychologen Bruner und seinen Schülern vertreten (Hüllen 1979:29). Der Mutterspracherwerb steht für Piaget (1973:88) „In einer Entwicklungslinie, die mit der vorangehenden Ausformung der so genannten Sensormotorischen Intelligenz beginnt und mit der Fähigkeit zu abstrakten Denkvorgängen endet“ (Hüllen 1979:30). Der Säugling besitzt schon in seinem Alter die sensormotorischen Intelligenzleistungen mit Koordination von Handlungen. Dabei blabbert der Säugling. Diese Blabbergeräusche werden nach etwa dem 2. Lebensjahr zu festen Lautkombinationen. Die „Halbverbalen Zeichen“ verbessern sich strukturell. Ab dem zweiten Lebensjahr fängt das Kind, dass von dem Erwachsenen Gehörte nachzuahmen (Hüllen 1979:30). In dieser Phase bildet das Kind eine symbolhafte Sprachverwendung. Piaget versteht unter dem Erstspracherwerb den Aufbau von Symbolen in der kognitiven Ontogenese des Menschen. Die kognitiven Operationen werden zunehmend systematischer und abstrakter (Hüllen 1979:31). Das Wachstum hat Piaget in fünf Stufen geteilt (Merten 1979:37-38). Die erste Stufe dauert bis zum zweiten Lebensjahr. Der Säugling besitzt schon in seinem Alter die sensormotorischen Intelligenzleistungen mit Koordination von Handlung. Er kennt das, erst wenn er es tut oder anfasst. In diesem Alter kann der Säugling noch nicht reden aber dafür blabbern, was ab dem zweiten Lebensjahr zu festen Lautkombinationen wird (Hüllen 1979:30). Die zweite Stufe des Wachstums ist zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr. Nach Merten nennt Piaget diese Stufe als „Stufe des vorbegreiflich-symbolischen Denkens“. In dieser Stufe verwendet das Kind mehr die Sprache. Das Kind nimmt die Wörter als Gegenstände und Symbole wahr. In dem Alter von vier und sieben Jahren kann man die sprachlichen Äußerungen des Kindes als Symbole für bestimmte Handlungen verstehen. Ab dem siebtem Lebensjahr bis zum 12 Lebensjahr ist das Kind mit seiner Wahrnehmung den Dingen konkretisiert. Danach kommt die Stufe der formalen Operationen (Hüllen 1979:31).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Modelle des Spracherwerbs und fragt nach den Fortschritten des Kindes in Lautentwicklung, Wortschatz und Syntax.
1. Überblick über die Spracherwerbsforschung: Historische Experimente zur Sprachentstehung und frühe Theorien wie die Herder-Theorie bilden den Ausgangspunkt der Betrachtung.
2. Erklärungstheorie des Spracherwerbs: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze von Piaget, Wygstki, Lenneberg, Skinner und Noamchomsky, um unterschiedliche Erklärungsmodelle des Erstspracherwerbs aufzuzeigen.
3. Die Lautentwicklung: Es wird beschrieben, wie sich das Schreien des Neugeborenen über erste Lallphasen hin zur bewussten Sprachproduktion entwickelt.
4. Die Lautrezeption: Hier wird thematisiert, dass Säuglinge bereits früh in der Lage sind, ihre Muttersprache von fremden Sprachen zu unterscheiden und auf phonetische Kontraste zu reagieren.
5. Die Entwicklung des Wortschatzes: Dieses Kapitel erläutert die Dynamik des Wortschatzwachstums vom ersten Wort bis hin zur beachtlichen Wortanzahl bei Zwölfjährigen.
6. Der Syntaxerwerb: Die Entwicklung von Einwortäußerungen bis hin zu komplexen Satzstrukturen wird in vier Phasen gegliedert dargestellt.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der Spracherwerb ein komplexer Prozess ist, der bis zum zwölften Lebensjahr andauert und auf verschiedenen Entwicklungsschritten basiert.
Schlüsselwörter
Erstspracherwerb, Kindersprache, Spracherwerbstheorien, Piaget, Wygstki, Lenneberg, Skinner, Noamchomsky, Lautentwicklung, Lautrezeption, Wortschatzerwerb, Syntaxerwerb, Kognitive Entwicklung, Sprachwahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Spracherwerb im Kindesalter und untersucht sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktischen Entwicklungsschritte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf klassischen Spracherwerbstheorien, der Entwicklung der Lautbildung, der Wahrnehmung von Sprache sowie der Erweiterung des Wortschatzes und der Syntax.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Erstspracherwerb zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Kinder ihre Muttersprache in den ersten Lebensjahren erlernen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich bedeutender psychologischer und linguistischer Erklärungsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung (Piaget, Wygstki etc.) und eine empirisch orientierte Analyse der kindlichen Sprachfortschritte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Erstspracherwerb, Spracherwerbstheorien, Lautentwicklung, Wortschatz und Syntaxerwerb.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Wygstki von dem von Piaget?
Während Piaget den Spracherwerb primär als Resultat kognitiver Reifung sieht, betont Wygstki die entscheidende Rolle der sozialen Umgebung und der Interaktion für den Spracherwerb.
Warum ist das Alter bis zum 12. Lebensjahr für den Spracherwerb laut der Arbeit besonders relevant?
Bis zu diesem Alter findet der Prozess der sprachlichen Entwicklung statt, an dessen Ende das Kind Wörter sicher gebraucht und komplexe Sätze – inklusive Passivsätzen – bilden kann.
- Arbeit zitieren
- Soudki Elwan (Autor:in), 2008, Erstspracherwerb - Überblick über die Spracherwerbsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151563