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Wandel und Zukunft der Tageszeitung

Ein traditionelles Druckmedium in Zeiten der Digitalen Revolution

Title: Wandel und Zukunft der Tageszeitung

Thesis (M.A.) , 2010 , 75 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Moritz Alexander Claassen (Author)

Communications - Print Media, Press
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Ob ein klassisches Druckmedium wie die Tageszeitung im Zeitalter der Digitalen Revolution1 eine Zukunft hat und wenn ja, wie diese aussehen wird, ist ein in der Medienwirtschaft und -wissenschaft aktuell kontrovers diskutiertes Thema. Trotz der anhaltenden Zeitungskrise in Form von Umsatzrückgängen durch sinkende Auflagen und schrumpfende Werbeerlöse gibt sich die Zeitungsindustrie optimistisch. So verkündete Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), noch 2004 selbstbewusst: „Egal, was jemand sucht. Wir, die Zeitungen, können es bereitstellen. Auch noch die nächsten 100, 200 oder 300 Jahre.“ (D'Inka 2008, 490) Im Gegensatz dazu scheint für andere Vertreter der Medienbranche das Ende der gedruckten Zeitung bereits beschlossene Sache zu sein. „Ich sehe den Tag, vielleicht in zwanzig Jahren, an dem wir kein Papier, keine Tinte und keine Druckmaschine mehr haben werden“, (o. A. 2009, 28) orakelte jüngst der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch auf die Frage, wie er die Zukunft der gedruckten Tagespresse einschätze. Natürlich geben diese beiden Aussagen extreme Meinungen wieder und sind stark von eigenen Interessen geleitet, veranschaulichen jedoch sehr deutlich die aktuelle Situation: Die Zeitungen befinden sich in einer Umbruchphase, der größten in ihrer bisherigen Geschichte, und es herrscht große Unsicherheit darüber, wie sich dieser Wandel im Endeffekt auswirken wird. Seit ihrer Erfindung 1605 in Straßburg steht die Zeitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die Angst vor dem neuen Medium löste damals einen regelrechten Kulturschock aus. Ein Verfall der Sitten und Stände, Falschmeldungen, Neugier und Missbrauch wurden befürchtet. (Faulstich 2006a, 158) In den 400 Jahren ihrer Geschichte musste sich die Zeitung gegenüber Verboten, Zensur, Nachrichtensperren sowie wirtschaftlichen und politischen Krisen aller Art behaupten. (D'Inka 2008, 490) Heutzutage geht die größte Gefahr für die Existenz des Druckmediums vor allem von der Konkurrenz durch andere tagesaktuelle Medien aus, deren Angebot noch nie größer war. Besonders das Internet mit seinen Diensten wie dem World Wide Web (WWW) oder dem Blog scheint der Totengräber der Presse werden zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Zeitungskrise

2.1 Umsatz

2.2 Auflage und Reichweite

2.3 Anzeigen

3 Nicht digitale Ursachen der Krise

3.1 Intermediärer Wettbewerb in der Mediennutzung

3.2 Verlust junger Leser

3.3 Demografischer Wandel

3.4 Veränderungen im Tagesablauf

3.5 Konjunkturelle Entwicklung

4 Digitale Ursachen der Krise

4.1 Nutzungsverschiebung zu den digitalen Medien

4.2 Online-Zeitungen

4.3 Online-Werbung

4.4 Verschiebung der Rubrikenanzeigen

4.5 Kostenlose Informationen

5 Auswirkungen der Krise

5.1 Einsparungen und Konzentration

5.2 Qualitätsverlust

5.3 Public Relations

5.4 Homogenisierung von Agenturen/ Outsourcing

5.5 Online-Journalismus/ Blogs

6 Medienspezifika Print- vs. Online-Zeitung

6.1 Vorteile der Print-Zeitung

6.2 Nachteile der Print-Zeitung

6.3 Vorteile der Online-Zeitung

6.4 Nachteile der Online-Zeitung

7 Resümee und Prognose

Zielsetzung & Themen

Die Magisterarbeit untersucht den medialen, ökonomischen und soziologischen Wandel der Tageszeitung im Zeitalter der "Digitalen Revolution". Ziel ist es, die Ursachen der aktuellen Zeitungskrise zu identifizieren, deren Auswirkungen auf die Branche zu analysieren und auf Basis eines Vergleichs von Print- und Online-Medien eine fundierte Prognose für die Zukunft des tagesaktuellen Druckmediums zu formulieren.

  • Analyse der historischen und aktuellen Umsatz- sowie Auflagenentwicklung der Tagespresse.
  • Untersuchung nicht-digitaler und digitaler Ursachen der Krise, insbesondere des Wettbewerbs durch Rundfunk, Fernsehen und das Internet.
  • Bewertung der Auswirkungen von Sparmaßnahmen und strukturellen Veränderungen in den Redaktionen.
  • Gegenüberstellung der medienspezifischen Vor- und Nachteile von Print- und Online-Zeitungen.
  • Entwicklung von Zukunftsszenarien für das traditionelle Printmedium.

Auszug aus dem Buch

Die Zeitungskrise

Obgleich die Zeitungsverlage gesetzlich mit der politischen Bildung der Bevölkerung zum Erhalt der Demokratie beauftragt sind (Art. 5 GG), sind sie in erster Linie Wirtschaftsunternehmen, die nach einer Maximierung ihres Umsatzes bzw. Gewinns streben. (Schütz 2008, 471) Sie operieren dabei auf einem dualen Produktmarkt, dem Rezipienten- und Werbemarkt. (Bauer 2005, 44) Ihr Gesamtumsatz setzt sich daher aus zwei Komponenten zusammen: Zum einem aus dem Verkauf von Medienprodukten (Inhalten), der die Vertriebserlöse erwirtschaftet. Zum anderen verkaufen Zeitungen Fläche ihrer Seiten an Werbetreibende und generieren so einen Anzeigenerlös.

Im Vergleich zum höchsten Wert der letzten zehn Jahre in 2000 mit 10,23 Mrd. Euro wurde 2008 ca. 17 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet (vgl. Abb. 1). Trotz einer kurzen Erholung in 2006 ist der Trend insgesamt rückläufig. Für das Jahr 2009 wird ein erneuter Umsatzrückgang erwartet. (PWC 2009, 11) Die Zusammensetzung des Gesamterlöses hat sich geändert. Das alte Geschäftsmodell, nachdem zwei Drittel des Umsatzes aus Anzeigen und ein Drittel aus dem Vertrieb resultieren, ist nicht mehr gültig. (Schnell 2008, 343, Arnold 2009b, 242) Die Vertriebs- und Anzeigenerlöse haben sich in den letzten zehn Jahren immer weiter angenähert und tragen inzwischen jeweils ungefähr zur Hälfte zum Gesamtumsatz bei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das kontrovers diskutierte Thema der Zukunft des klassischen Druckmediums ein und definiert die zentralen Begriffe und die Zielsetzung der Arbeit.

2 Die Zeitungskrise: Dieses Kapitel stellt die wirtschaftliche Notlage der deutschen Tageszeitungen anhand von Kennzahlen zu Umsatz, Auflage und Werbeeinnahmen in den letzten zehn Jahren dar.

3 Nicht digitale Ursachen der Krise: Hier werden die außerhalb des Internets liegenden Gründe für den Niedergang analysiert, wie der Wettbewerb durch Rundfunk und Fernsehen, der demografische Wandel sowie veränderte Lebensgewohnheiten.

4 Digitale Ursachen der Krise: Dieser Abschnitt untersucht die Phänomene des digitalen Wandels, darunter die Nutzungsverschiebung zum Internet, die Etablierung von Online-Zeitungen und den Wandel des Werbemarkts.

5 Auswirkungen der Krise: Das Kapitel erörtert die unternehmerischen Reaktionen auf die Wirtschaftslage, speziell Sparmaßnahmen, Qualitätsverluste, den wachsenden PR-Einfluss und das Outsourcing.

6 Medienspezifika Print- vs. Online-Zeitung: Hier erfolgt ein detaillierter Vergleich der Vor- und Nachteile beider Medientypen hinsichtlich Aspekten wie Aktualität, Orientierung und Nutzbarkeit.

7 Resümee und Prognose: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie mögliche neue Geschäftsmodelle für Zeitungsverlage.

Schlüsselwörter

Tageszeitung, Zeitungskrise, Printmedien, Online-Zeitung, Mediennutzung, Strukturwandel, Anzeigenmarkt, Qualitätsjournalismus, Digitalisierung, Leserbindung, Werbeerlöse, Auflage, Medienwandel, Internet, Medienkonvergenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den massiven Strukturwandel der Tageszeitung als traditionelles Druckmedium im Kontext der digitalen Revolution und der anhaltenden Zeitungskrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kerngebieten zählen die ökonomische Entwicklung der Zeitungsverlage, die veränderten Mediennutzungsgewohnheiten und der technologische Wettbewerb durch das Internet.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Krise der Tagespresse aufzudecken und zu untersuchen, ob und in welcher Form das Printmedium in Zukunft fortbestehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf der fundierten Aufarbeitung und Analyse relevanter Sekundärliteratur, statistischer Kennzahlen und medienwissenschaftlicher Theorien zum Strukturwandel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung digitaler und nicht-digitaler Krisenursachen, die Darstellung der betrieblichen Auswirkungen sowie einen Vergleich der spezifischen Vorzüge von Print- und Online-Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Zeitungskrise, Strukturwandel, Mediennutzung, Print- vs. Online-Zeitung, Qualitätsjournalismus und digitale Transformation.

Warum haben Tageszeitungen heute mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen?

Dies ist auf eine Kombination aus sinkenden Auflagenzahlen durch geändertes Leseverhalten und massive Verluste im Anzeigengeschäft, insbesondere durch die Abwanderung von Rubrikenanzeigen ins Internet, zurückzuführen.

Spielen Blogs eine ernsthafte Konkurrenz für professionelle Zeitungen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Blogs eher als ergänzende Medien zur Kommentierung und Meinungsbildung dienen, während die Basisinformationen weiterhin oft von klassischen Medienhäusern geliefert werden, wenngleich sie den Nachrichtenmonopol-Status schwächen.

Welches Szenario prognostiziert der Autor für die Zukunft?

Die gedruckte Zeitung wird künftig vermutlich kein Massenmedium mehr sein, sondern sich auf Nischenmärkte spezialisieren, eventuell in einer kombinierten Form von kostenpflichtiger Online-Premium-Inhalte und einer reduzierten Erscheinungsweise der Print-Ausgabe.

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Details

Title
Wandel und Zukunft der Tageszeitung
Subtitle
Ein traditionelles Druckmedium in Zeiten der Digitalen Revolution
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
1,00
Author
Moritz Alexander Claassen (Author)
Publication Year
2010
Pages
75
Catalog Number
V151637
ISBN (eBook)
9783640637133
Language
German
Tags
Tageszeitung Digitale Medien Digitale Revolution Verlag E-Paper E-Reader Internet Online
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Alexander Claassen (Author), 2010, Wandel und Zukunft der Tageszeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151637
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