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Rechtfertigungslehre heute – Ein Vergleich der Interpretationen der Rechtfertigungslehre von Friedrich Schleiermacher und Wilfried Härle

Title: Rechtfertigungslehre heute – Ein Vergleich der Interpretationen der Rechtfertigungslehre von Friedrich Schleiermacher und Wilfried Härle

Seminar Paper , 2008 , 24 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anika John (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

„Articulus iustificationis est magister et princeps, dominus, rector et iudex super omnia genera doctrinarum“ – Der Artikel von der Rechtfertigung ist der Lehrer und Fürst, Herr, Leiter und Richter über alle Arten von Lehren. Mit dieser Aussage bekräftigte Luther die hohe Bedeutung des Rechtfertigungslehre und ihre vorrangige Stellung vor allen Lehren.
Bis heute gilt sie für die Lutheraner als die wichtigste Glaubenslehre überhaupt. Doch hat sich ihre Botschaft auch nach der Zeit Luthers bis in die heutige Welt hinein bewahrt und ist sie den Menschen zugänglich? Wie wird die Rechtfertigungslehre heute verstanden und interpretiert?
Auf die wichtige Frage nach der Interpretation der Rechtfertigungslehre in der Ge-genwart möchte ich in dieser Ausarbeitung eingehen. Dabei werden mir hierzu die Ausführungen und Gedanken zweier Theologen zu Grunde liegen: Friedrich Schlei-ermacher und Wilfried Härle. Anhand ihrer Ausführungen zur Rechtfertigungslehre möchte ich zwei verschiedene Interpretationen heutiger Zeit vorstellen und vergleichend analysieren.
Dabei werde ich zuerst auf die hierzu ausgewählten Texte der Autoren, die mir als Quellen vorliegen, eingehen und sie in ihrem historischen und theologischen Kontext einordnen. Darauf folgt die Vorstellung der Kernaussagen der jeweiligen Texte besonders in Bezug auf ihren Gehalt und ihre Interpretation zur Rechtfertigungslehre. Schließlich wird der Hauptteil mit einer vergleichenden Darstellung der jeweiligen Interpretationen der Autoren abschließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ZUR QUELLENLAGE

3. INTERPRETATIONEN DER RECHTFERTIGUNGSLEHRE

3.1 DIE INTERPRETATION VON SCHLEIERMACHER

3.2 DIE INTERPRETATION VON HÄRLE

4. VERGLEICHENDE ANALYSE

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Interpretationen der Rechtfertigungslehre von Friedrich Schleiermacher und Wilfried Härle vergleichend zu analysieren, um ein Verständnis für die Gegenwartsbedeutung dieser zentralen lutherischen Glaubenslehre zu gewinnen.

  • Vergleich der theologischen Ansätze von Schleiermacher (effektive Rechtfertigungslehre) und Härle (imputative Rechtfertigungslehre).
  • Kontextualisierung der Rechtfertigungslehre als "articulus stantis et cadentis ecclesiae".
  • Analyse der Rolle von Glaube, Werken und dem Gesetz im Rechtfertigungsprozess.
  • Untersuchung sprachlicher und anthropologischer Barrieren bei der heutigen Rezeption der Rechtfertigungslehre.
  • Bewertung der Anwendbarkeit dieser Theologien auf moderne Lebenswelten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Interpretation von Schleiermacher

Schleiermacher legt seiner Predigt „Von der Gerechtigkeit aus dem Glauben“ ein Zitat aus dem Brief des Paulus an die Galater zu Grunde: „Ich bin aber durchs Gesez dem Gesez gestorben, auf daß ich Gott lebe. Ich bin mit Christo gekreuzigt, ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jezt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat, und sich selbst für mich dargegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesez die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben“9. Auf diese Textstelle ist nun seine Predigt ausgerichtet und von ihr ausgehend interpretiert Schleiermacher die Rechtfertigungslehre.

Mit einleitenden Worten macht dieser zunächst darauf aufmerksam, welcher hohe Stellenwert der Rechtfertigungslehre im Kontext des christlichen Lebens zugeteilt werden müsse. Das „Wesen des Christentums“10 bestehe nämlich in dem „gerecht werden wollen aus dem Glauben“11. Das bedeutet also, die Lehre von der Rechtfertigung aus dem Glauben sei essentieller Inhalt des christlichen Glaubens überhaupt. Hierbei stützt er sich auf Paulus, von dem er behauptet, schon dieser habe dies den Seinen vermittelt.12 Somit macht Schleiermacher seinen Hörern und Lesern deutlich, dass die Rechtfertigungslehre das „so wichtige[s] Hauptstükk in jenem Bekenntniß“13 sei.

Daraufhin geht er auf die Rolle von Werken im Kontext der Rechtfertigung ein. Hier stellt er klar, dass das Gesetz und die damit verbundenen Werke, nichts zur Rechtfertigung beitragen könnten. Denn das Gesetz und die „Eiferer“14 seiner Ausführung hätten den Tod Christi bewirkt. Somit leiste das Gesetz keinen Beitrag zu einem geistlichen Leben, das Gott gefalle. Und dadurch könne es nicht in dem Sinne erfüllt werden, dass es den Weg zu Gott öffne. Die große Irrelevanz dieses Zusammenhangs betont er noch einmal ausdrücklich, indem er sogar das Mosaische Gesetz nennt und auch seinen Einfluss auf das Gerechtfertigtwerden strikt ablehnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Rechtfertigungslehre als zentrales Glaubensgut heraus und führt in die Fragestellung ein, wie diese heute bei Schleiermacher und Härle interpretiert wird.

2. ZUR QUELLENLAGE: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Primärtexte – eine Predigt von Schleiermacher sowie einen Aufsatz von Härle – und bettet sie in ihren historischen und theologischen Kontext ein.

3. INTERPRETATIONEN DER RECHTFERTIGUNGSLEHRE: Dieser Hauptteil analysiert getrennt voneinander die spezifischen Rechtfertigungsentwürfe der beiden Theologen, wobei Schleiermachers Fokus auf der inneren Wirkung und Härles Fokus auf einer anthropologisch fundierten Problemanalyse liegt.

4. VERGLEICHENDE ANALYSE: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Ansätze systematisch gegenübergestellt, insbesondere hinsichtlich des Charakters der Rechtfertigung (effektiv vs. imputativ) und der Rolle von Werken.

5. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Relevanz der untersuchten Interpretationen für die heutige Lebenswelt und das Verständnis der Rechtfertigungslehre.

Schlüsselwörter

Rechtfertigungslehre, Friedrich Schleiermacher, Wilfried Härle, Glaube, Gerechtigkeit, Sündenvergebung, Reformation, Imputationslehre, effektive Rechtfertigung, Anthropologie, Gesetz, Werke, Jesus Christus, Gegenwartsbedeutung, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche theologische Interpretationen der Rechtfertigungslehre: die von Friedrich Schleiermacher und die von Wilfried Härle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Stellenwert der Rechtfertigungslehre, das Verhältnis von Glaube und Werken sowie die Frage nach der Vermittelbarkeit dieser Lehre in der modernen Welt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Auslegung der Rechtfertigung herauszuarbeiten und zu analysieren, wie beide Theologen die Lehre für den modernen Menschen interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse von Primärtexten (Predigt vs. fachwissenschaftlicher Aufsatz) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der jeweiligen Argumentationsstruktur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Positionen und eine systematische vergleichende Analyse, die unter anderem den imputativen gegen den effektiven Charakter der Rechtfertigung abwägt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Hauptbegriff "Rechtfertigungslehre" sind insbesondere "Imputationslehre", "effektive Rechtfertigung", "Glaube" und "Gegenwartsbedeutung" prägend.

Wie unterscheidet sich Härles Verständnis von Schleiermachers Position?

Härle vertritt eine imputative Sichtweise (Anrechnung von außen) auf einer anthropologischen Basis, während Schleiermacher eine effektive Rechtfertigung betont, bei der Christus real im Menschen wirkt.

Welche Rolle spielen die Werke laut den beiden Autoren?

Für Schleiermacher leisten Werke keinen Beitrag zur Rechtfertigung, während Härle Werke als "Frucht des Glaubens" und als Annahme der göttlichen Bestimmung des Menschen in den Glaubensprozess integriert.

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Details

Title
Rechtfertigungslehre heute – Ein Vergleich der Interpretationen der Rechtfertigungslehre von Friedrich Schleiermacher und Wilfried Härle
College
University of Osnabrück  (Institut für Evangelische Theologie)
Course
Texte zur Rechtfertigungslehre
Grade
2,7
Author
Anika John (Author)
Publication Year
2008
Pages
24
Catalog Number
V151660
ISBN (eBook)
9783640631384
ISBN (Book)
9783640630929
Language
German
Tags
Rechtfertigungslehre Vergleich Interpretationen Rechtfertigungslehre Friedrich Schleiermacher Wilfried Härle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anika John (Author), 2008, Rechtfertigungslehre heute – Ein Vergleich der Interpretationen der Rechtfertigungslehre von Friedrich Schleiermacher und Wilfried Härle , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151660
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