Das vorliegende Buch entstand anlässlich des 125. Todestages des Maschinenbaupraktikers Julius Ludwig Werder, den seltene Zielstrebigkeit, technische Genialität, riesige Arbeitskraft, eiserner Fleiß, stete Pflichttreue, reiche Erfahrung, sowie hervorragendes Organisationstalent auszeichneten. Mit dem Abriss zum Leben von ihm und der Vorstellung seiner wichtigsten Erfolge, sollen diese gewürdigt wie auch der Nachwelt erhalten bleiben. Des Weiteren soll mit dieser Publikation auch die Möglichkeit genutzt werden, an die historische Tat von Ludwig Werder, die er mit der Konstruktion und dem Bau der ersten deutschen Universalprüfungsmaschine für das Materialprüfungswesen vor rund 160 Jahren vollbrachte, zu erinnern. Gleichzeitig beabsichtigt der Autor mit dem Werk auch, die allgemein unter der Bezeichnung „Werder-Maschine“ bekannt gewordene Prüfmaschine für Zug-, Druck-, Biege-, Torsion-, Schub-, Abscher- und Knickversuche Fachleuten und Laien in Erinnerung zu bringen. Außerdem wird mit dem Werk die Absicht bezweckt, auf Werders Innovationskraft auf den Gebieten Maschinen-, Werkzeugmaschinen-, Eisenbahn-, Brücken-, Hallen-, Waffen-und Fabrikbau aufmerksam zu machen. Zweck ist es auch, anzusprechen, daß Johann Ludwig Werder nicht nur einer der ersten großen Konstrukteure war, sondern, daß er auch zu den größten Fabrikorganisatoren des 19. Jahrhunderts, dessen Leben nur Arbeit war, gehörte; und, daß Ludwig Werder nicht nur mit seinem Geist, Lineal, Zirkel, Stift, sondern auch mit seinen Händen am Schraubstock mit Feile, Hammer, Meißel, Zange an der Maschine arbeitete, dies oftmals allein auch nachts.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung.
Erinnerungen an Johann Ludwig Werder anlässlich seines 125. Todestages (17. Mai 1808 bis 4. August 1885)
Bild: Die Werdersche Universal-Festigkeitsprüfmaschine in der EMPA in Dübendorf (Schweiz).
Lieferverzeichnis der Werderschen Universalprüfmaschinen.
Titelblatt zum Buch „Maschine zum Prüfen der Festigkeit der Materialien und Instrumente zum Messen der Gestalts-Veränderung der Probekörper.“
Inhalt des Buches „Maschine zum Prüfen der Festigkeit der Materialien und Instrumente zum Messen der Gestalts-Veränderung der Probekörper.“
Schematischer Aufbau der Werder-Maschine.
Auszug aus dem „Beitrag zur Kenntnis des bayerischen Eisens“ von v. Pauli.
Hebelwaage 1 : 500 und Kontrollwaage 1 : 10 der Werder-Maschine.
Übersichtszeichnung der Werder-Maschine.
Das Werdersche Tangentiallager der Großhesseloher Brücke.
Die Maximilians Getreidehalle München.
Der Glaspalast zu München.
Das Werder-Gewehr M.1869.
Literatur.
Vita des Autors.
Veröffentlichungen des Autors.
Abstract.
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Werk würdigt das Leben und die technologischen Leistungen des Maschinenbaupraktikers Johann Ludwig Werder anlässlich seines 125. Todestages. Dabei wird insbesondere sein Beitrag zur Entwicklung der ersten deutschen Universalprüfmaschine sowie seine Rolle als Konstrukteur und Fabrikorganisator im 19. Jahrhundert beleuchtet.
- Biografie und Werdegang von Johann Ludwig Werder
- Konstruktion und technische Details der Werder-Maschine
- Bedeutung der Materialprüfung im 19. Jahrhundert
- Ingenieurleistungen im Bereich Brücken- und Hallenbau
- Entwicklung und Fertigung des Werder-Gewehres M.1869
Auszug aus dem Buch
Auszug aus dem „Beitrag zur Kenntnis des bayerischen Eisens“ von v. Pauli.
„In neuerer Zeit spielt das Eisen in den Construktionen eine sehr bedeutende Rolle, und es wird immer mehr, je wohlfeiler dasselbe zu haben seyn wird. Schon gegenwärtig hat der Eisenverbrauch eine Höhe erreicht, von welcher man vor einem Viertel-Jahrhundert keine Ahnung hatte. Je ausgedehnter die Anwendung des Eisens sich gestaltet, umso mehr muß jede bestimmte Erfahrung, jede verlässige Ermittlung der Eigenschaften desselben willkommen seyn, wenn dieselben sich auch nur auf eine gewisse Gattung von Eisen bezieht. Es geben solche Mittheilungen Anlaß, theils zu Vergleichungen mit anderen bereits vorliegenden Erfahrungen, theils zur Sammlung von neuen Beobachtungen. Dies ist der Zweck gegenwärtiger Veröffentlichung.
Der Gegenstand ist die Elasticität und die absolute Festigkeit von runden Schraubenbolzen aus gehämmertem Holzkohlen-Eisen, welche das königliche bayerische Berg- und Hütten-Amt Sonthofen zum Bau einer hölzernen Eisenbahnbrücke nach Have´schem System bei Waltenhofen zwischen Kempten und Immenstadt geliefert hat.
In dem Lieferungsvertrage war bedungen, daß alle Bolzen einer Probe unterzogen werden sollten. Zuvörderst sollte an einer entsprechenden Anzahl Bolzen die Gränze der Elasticität dieses Eisens bei vollkommen ruhiger Belastung ermittelt werden. Hierauf sollten alle anderen Bolzen mit 70 Procent derjenigen Last gespannt werden, welche der Elasticitätsgränze entspricht, und in diesem Zustande mit einem schweren Handhammer in Abständen von 1 ½ bis 2 Schuhen stark geprellt werden. Jeder Bolzen, welcher diese Probe ohne Verletzung aushält, sollte angenommen werden.
Zur Vornahme dieser Versuche wurde eigens eine Maschine in der Maschinenwerkstätte von Klett und Comp. in Nürnberg durch den dortigen Maschinenmeister Hrn. Werder entworfen und ausgeführt. Dieser geniale Constructeur hat bekanntlich bereits viele Maschinen, Anrichtungen und Werkzeuge ausgeführt, welche mit Recht die Bewunderung aller Männer des Faches auf sich zogen. Die hier in Rede stehende Bolzprob-Maschine ist des Meisters gleich würdig, sowohl hinsichtlich der Einfachheit und Zweckmäßigkeit, als der Genauigkeit der Ausführung.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung.: Die Einleitung beleuchtet die Person Johann Ludwig Werder, seine Bedeutung für die Firma Klett & Comp. und den Anlass des 125. Todestages für die vorliegende Publikation.
Erinnerungen an Johann Ludwig Werder anlässlich seines 125. Todestages (17. Mai 1808 bis 4. August 1885): Dieses Kapitel bietet einen detaillierten Abriss über Werders Lebensweg, seine Ausbildung und seine prägende Zeit in Nürnberg.
Schematischer Aufbau der Werder-Maschine.: Hier wird die technische Konzeption der ersten deutschen Universalprüfmaschine erläutert, insbesondere die Trennung von Krafterzeugung und Kraftmessung.
Auszug aus dem „Beitrag zur Kenntnis des bayerischen Eisens“ von v. Pauli.: Dieser Abschnitt reproduziert zeitgenössische Quellen zur Erprobung von Baustahl mittels der Werder-Maschine.
Hebelwaage 1 : 500 und Kontrollwaage 1 : 10 der Werder-Maschine.: Dieses Kapitel widmet sich der hochpräzisen mechanischen Messvorrichtung der Maschine.
Übersichtszeichnung der Werder-Maschine.: Eine detaillierte technische Darstellung und Auflistung der Baugruppen der Werder-Maschine.
Das Werdersche Tangentiallager der Großhesseloher Brücke.: Beschreibung einer spezifischen Innovation Werders für den Brückenbau.
Die Maximilians Getreidehalle München.: Dokumentation eines großen Eisenbauprojekts, bei dem Werders Fertigungsmethoden zum Einsatz kamen.
Der Glaspalast zu München.: Ein Kapitel über das herausragende Bauprojekt Werders, das als Symbol des Fortschritts im 19. Jahrhundert gilt.
Das Werder-Gewehr M.1869.: Übersicht über Werders Entwicklungen in der Waffentechnik und die Einführung seines Hinterladers in die bayerische Armee.
Literatur.: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden Literatur.
Vita des Autors.: Kurzbiografie des Verfassers Dr.-Ing. Wolfgang Piersig.
Veröffentlichungen des Autors.: Auflistung weiterer Publikationen des Autors im Bereich der Technikgeschichte.
Abstract.: Eine zusammenfassende Betrachtung der Lebensleistung Werders und der Zielsetzung des Buches.
Schlüsselwörter
Johann Ludwig Werder, Maschinenbau, Universalprüfmaschine, Klett & Comp., Materialprüfung, Brückenbau, Industriegeschichte, Werder-Gewehr, Eisenkonstruktion, 19. Jahrhundert, Fabrikorganisation, Ingenieurwesen, Nürnberg, Technikgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit würdigt den Maschinenbauingenieur Johann Ludwig Werder anlässlich seines 125. Todestages und beleuchtet seine Pionierleistungen in der Industrie des 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Konstruktion von Universalprüfmaschinen, den frühen Eisenbau (Brücken und Hallen), die Fabrikorganisation bei Klett & Comp. sowie die Entwicklung von Handfeuerwaffen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Wirken von Johann Ludwig Werder, der trotz seiner Genialität kaum eigene Publikationen hinterließ, für die Nachwelt und Fachwelt zu dokumentieren und seine Bedeutung für die industrielle Entwicklung in Nürnberg herauszustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine technikgeschichtliche Aufarbeitung, die auf der Analyse zeitgenössischer Quellen, technischer Beschreibungen, Zeichnungen und historischer Nachrufe basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in biographische Abschnitte sowie detaillierte technische Beschreibungen von Werders bekanntesten Werken, wie der Universalprüfmaschine, dem Werder-Gewehr und bedeutenden Stahlbauprojekten wie dem Münchner Glaspalast.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Maschinenbau, industrielle Revolution, Materialprüfung, Fabrikorganisation und Ingenieurleistungen des 19. Jahrhunderts.
Was macht die "Werder-Maschine" technisch so besonders?
Das Geniale war die Anordnung der Kraftmessung außerhalb der hydraulischen Krafterzeugung, wodurch Reibungsverluste des Kolbens das Messergebnis nicht verfälschten.
Welche Bedeutung hatte das Werder-Gewehr für die bayerische Armee?
Das M.1869 war ein moderner Hinterlader, der dem preußischen Zündnadelgewehr technisch überlegen war und kurzzeitig die bayerische Bewaffnung prägte.
Inwiefern hat Werder den Brückenbau beeinflusst?
Werder erkannte früh den Wert des Paulischen Trägersystems und realisierte bedeutende Projekte wie die Isarbrücke bei Großhesselohe, die damals eine der höchsten Brücken weltweit war.
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- Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Ing., Dr.-Ing. Wolfgang Piersig (Autor), 2010, Erinnerungen an Johann Ludwig Werder anläßlich seines 125. Todestages, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151811