Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von wirtschaftlichen Faktoren auf die menschliche Psyche, insbesondere der Entstehung und Intensität von Angst. Im Kontext der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen – wie dem russisch-ukrainischen Krieg und den damit verbundenen Preissteigerungen – untersucht die Arbeit, wie solche ökonomischen Ereignisse das Angstniveau von Menschen beeinflussen. Zu diesem Zweck werden die Variablen Lebensqualität, Lebenszufriedenheit und Stimmungslage als Indikatoren für die psychische Belastung in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit betrachtet.
Die Arbeit nutzt eine empirische Untersuchung in Form einer Online-Umfrage, bei der 249 Teilnehmer:innen befragt wurden. Der Fragebogen erfasste verschiedene Aspekte der Lebensqualität, Lebenszufriedenheit, Stimmungslage und Angst. Speziell werden hierbei die Konzepte der State- und Trait-Angst verwendet, um zu untersuchen, inwiefern temporäre und längerfristige Angstzustände durch wirtschaftliche Krisen verstärkt werden.
Die Analyse der Daten zeigte, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Faktoren und der Angst der Teilnehmer:innen besteht. Besonders bemerkenswert ist, dass eine Verschlechterung der Lebensqualität und eine erhöhte Angst wahrgenommen wurden, die mit einer schlechteren Stimmungslage und einer geringeren Lebenszufriedenheit einhergingen. Die Ergebnisse belegen, dass insbesondere die Trait-Angst durch die gegenwärtigen wirtschaftlichen Unsicherheiten negativ beeinflusst wird.
Abschließend wird festgestellt, dass die wirtschaftlichen Faktoren in der aktuellen Krise signifikante Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben, vorwiegend in Form erhöhter Ängste. Die Arbeit trägt zur wissenschaftlichen Diskussion bei, indem sie die Verbindungen zwischen wirtschaftlicher Unsicherheit und psychischen Belastungen erweitert und Impulse für weiterführende Forschungen gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie und Forschungsstand
2.1. Das Konstrukt „Wirtschaftliche Faktoren“
2.2. Der Begriff „Angst“
2.3. Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.4. Fragestellung und Hypothesen
3. Methode
3.1. Stichprobenbezeichnung
3.2. Untersuchungsdesign
3.3. Instrumente und Messgeräte
3.4. Durchführung
3.5. Statistische Datenanalyse
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Statistik
4.2. Schiefe und Wölbung sowie Shapiro-Wilk-Test
4.3. Ergebnisse zur Fragestellung und den Hypothesen
5. Diskussion und Fazit
5.1. Konklusion und Implikation der Ergebnisse
5.2. Reflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht den Einfluss aktueller wirtschaftlicher Krisenfaktoren, insbesondere des russisch-ukrainischen Krieges und der damit einhergehenden Preissteigerungen, auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen ökonomischen Belastungen und der Ausprägung von Angstzuständen sowie dem allgemeinen Wohlbefinden nachzuweisen.
- Analyse des Einflusses wirtschaftlicher Faktoren auf die menschliche Psyche
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen State- und Trait-Angst
- Ermittlung von Auswirkungen auf Lebensqualität, Lebenszufriedenheit und Stimmungslage
- Empirische Überprüfung durch eine Online-Befragung
- Diskussion aktueller gesellschaftlicher Unsicherheiten
Auszug aus dem Buch
2.2. Der Begriff „Angst“
Angst – Angst ist ein Affekt bzw. ein Gefühl auf eine unbestimmte Bedrohung. Fröhlich (2000) definiert die Angst dabei wie folgt: Angst ist eine „allgemeine umfassende Bezeichnung für emotionale Erregungszustände, die auf die Wahrnehmung von Hinweisen, auf mehr oder weniger konkrete bzw. realistische Erwartungen oder allgemeine Vorstellungen physischer Gefährdung oder psychischer Bedrohung zurückgehen” (Fröhlich, 2000).
Die Angst wurde dabei schon in vielen unterschiedlichen Theorien betrachtet: z.B. in der Psychoanalyse von Freud (1915), im Behaviorismus von Mowrer (1942) sowie in der kognitiven Psychologie von Eysenck (2012). Aber auch in der kognitiv-transaktionale Theorie von Stress und Emotionen von Lazarus (1966/1991).
Wahrnehmung, Beurteilung, Aufmerksamkeit und verhaltensbezogene Reaktionen sind im Konstrukt Angst miteinbezogen. Sie kann an ein bestimmtes Objekt oder eine Situation gekoppelt sein (Phobie). Mit der Zeit kann Angst ebenso zu emotionalem Stress führen oder krankhafter Angstübersteigerung (Angststörung), was eine Hemmung des Immunsystems auslöst. Dieser Mechanismus ist genetisch vererblich, negative Erfahrungen bleiben so im Gehirn gespeichert (Althoetmar, 2020).
Angst wird dabei in zwei Aspekte unterteilt: State-Angst (Zustandsangst) und Trait-Angst (allgemeine Ängstlichkeit) (Spielberger, 1972). Dabei ist die State-Angst ein über einen gewissen Zeitraum wahrgenommenes Gefühl von Besorgnis oder Spannung, welches sich als unangenehm und bewusst auslegt. Die Intensität des Gefühls stellt sich als fluktuierend dar und ist im autonomen Nervensystem mit entsprechender Aktivität verankert. Die Trait-Angst hingegen ist eine Art von Veranlagung von einer Person und beschreibt die Wahrscheinlichkeit, wie oft bzw. stark jemand die State-Angst empfindet. Demnach beeinflusst die Art der Intensität und die Häufigkeit der State-Ängste die Trait-Ängste.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema durch aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisenereignisse sowie Darstellung der Relevanz psychischer Gesundheit in diesem Kontext.
2. Theorie und Forschungsstand: Erläuterung der zentralen Begriffe wie wirtschaftliche Faktoren und Angst sowie Zusammenfassung des aktuellen Stands der Forschung zu ihrem Zusammenhang.
3. Methode: Beschreibung des Forschungsdesigns, der verwendeten psychometrischen Messinstrumente zur Erhebung von Daten und der statistischen Auswertungsmethoden.
4. Ergebnisse: Präsentation und Analyse der erhobenen Daten mittels deskriptiver Statistik, Korrelationsanalysen und Signifikanztests.
5. Diskussion und Fazit: Interpretation der statistischen Ergebnisse im Lichte der Forschungsfrage sowie Reflexion der Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Krieg, Angst, Bedrohung, Angststörungen, Panik, Preissteigerungen, wirtschaftliche Faktoren, Lebensqualität, Stimmung, Zufriedenheit, psychische Gesundheit, State-Angst, Trait-Angst, empirische Studie, Stressmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich wirtschaftliche Stressfaktoren, wie zum Beispiel der Ukraine-Krieg oder Inflation, auf die psychische Stimmung und Ängste der Menschen auswirken.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Besonders betrachtet werden die Auswirkungen auf die Lebensqualität, die allgemeine Lebenszufriedenheit sowie die Stimmungslage im Kontext gesellschaftlicher Krisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, einen empirisch messbaren Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Faktoren und der Erhöhung von Angstzuständen in der Bevölkerung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit standardisierten Fragebögen durchgeführt, deren Daten in Excel aufbereitet und mit der Statistik-Software JASP ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, eine detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Erkenntnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Angst, wirtschaftliche Faktoren, Lebensqualität, State/Trait-Angst, Krisenfolgen und psychische Belastbarkeit.
Ergeben sich Geschlechterunterschiede in den Resultaten?
Die Untersuchung zeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern höhere Ausprägungen von State-Angst aufweisen.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen State- und Trait-Angst?
Die Differenzierung hilft zu unterscheiden, ob Angst eine situative Reaktion auf aktuelle Krisen (State) oder eine allgemeine dispositionelle Ängstlichkeit (Trait) darstellt.
- Arbeit zitieren
- Daniela Zerbe (Autor:in), 2022, Die psychologischen Folgen von wirtschaftlichen Krisen. Eine Analyse von Angst und Lebenszufriedenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1518312