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Die Etablierung einer Großmacht

Der Aufstieg Burgunds 1361-1435

Titel: Die Etablierung einer Großmacht

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Paul Schrön (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte des Herzogtums Burgund ist sowohl diesseits, als auch jenseits des Rheins ausgiebig beleuchtet worden. Oftmals lag bei diesen Untersuchungen der Schwerpunkt auf der Ereignisgeschichte und auf dem Einfluss, den Burgund sowohl auf das Reich, wie auch auf Frankreich nahm. Ziel dieser Arbeit soll es sein, darzulegen, wie aus dem französischen Lehen des Herzogtums Burgund ein de facto eigenständiger Staat wurde, der fähig war, während des Hundertjährigen Krieges und darüber hinaus eine eigene Politik zu betreiben. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Grundlegung des Staates unter Philipp dem Kühnen liegen und seine Nachfolger Johann ohne Furcht und Philipp den Guten nur als Teil eines Prozesses behandeln.
In der Darlegung des Forschungsstandes, der im Falle Burgunds sehr unübersichtlich und weitläufig ist, finden sich mehrere Abschnitte. Der erste Abschnitt betrifft vor Allem das 19. Jahrhundert und das 20. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre hinein. Mehrheitlich französische Historiker sahen in den aufstrebenden Herzögen Personen, die Frankreich schwächen wollten und zumindest von 1420-1435 eng mit dem „Feind“ England zusammenarbeiteten. Die Tendenz, die burgundischen Herzöge, insbesondere Karl den Kühnen, als „Protagonist[en] im Kampf feudaler Partikularismen gegen königliche Zentralisierungstendenzen“ anzusehen nimmt jedoch spätestens seit den Untersuchungen Vaughans deutlich ab. Anders als zu erwarten gewesen wäre, betrachteten auch deutschsprachige Historiker die burgundischen Herzöge nicht mit Wohlwollen, trachtete doch vor Allem der Sohn Philipps des Guten, Karl der Kühne, danach Gebiete auf dem Territorium des Reiches einzugliedern und sich oder seinen Nachkommen die Kaiserkrone zu sichern. Diese Arbeit orientiert sich an der oft geschmähten Ereignisgeschichte und wird versuchen, anhand dieser darzulegen, wie der Aufstieg aus der wirtschaftlich, politisch und territorial eher begrenzten Bedeutung des Burgunds von 1361 gelang. Grundlegend dafür sind die Überblickswerke Kamps und Ehlers , die zwar beide nicht viel Neues zur Forschung beitragen, aber die bisherigen Ergebnisse, vor Allem der Ereignisgeschichte zusammenfassen und in den Kontext des Hundertjährigen Krieges bzw. des Königreichs/Herzogtums Burgund einordnen. Im selben Bereich zu verorten, aber im Bereich der burgundischen Niederlande und der burgundischen Verwaltung nicht mehr aktuell sind Richards Beiträge im Lexikon des Mittelalters.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ÜBERNAHME DER MACHT DURCH DAS HAUS DER VALOIS

2.1 DIE ÜBERTRAGUNG DES HERZOGTUMS BURGUND

2.2 DIE GESCHEITERTE BELEHNUNG MIT DER FREIGRAFSCHAFT BURGUND

2.3 DIE FLANDRISCHE HEIRAT

2.4 ERSTE EIGENSTÄNDIGE POLITIK UND DAS FLANDRISCHE ERBE

2.5 EINFLUSS IM REGENTSCHAFTSRAT

3 DIE REGIERUNGSZEIT JOHANN OHNE FURCHTS

3.1 DIE ERMORDUNG LUDWIGS VON ORLÉANS

3.2 JEAN „SANS PEUR“ UND DER FRANZÖSISCHE BÜRGERKRIEG

4 PHILIPP DER GUTE

4.1 DER VERTRAG VON TROYES

4.2 DER VERTRAG VON ARRAS

5 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg Burgunds zwischen 1361 und 1435 und analysiert, wie sich das Herzogtum von einem französischen Lehen zu einem de facto eigenständigen Staat entwickelte, der in der Lage war, während des Hundertjährigen Krieges eine machtvolle, eigene Politik zu verfolgen.

  • Entwicklung des burgundischen Staates unter den Herzögen Philipp der Kühne, Johann ohne Furcht und Philipp der Gute.
  • Strategische Heirats- und Bündnispolitik zur territoritalen Erweiterung und Herrschaftssicherung.
  • Nutzung des französischen Regentschaftsrates und staatlicher Verwaltungsstrukturen zur Machtausdehnung.
  • Rolle der burgundischen Herzöge im Spannungsfeld zwischen Frankreich und England während des Hundertjährigen Krieges.
  • Wirtschaftliche Bedeutung des flandrischen Erbes für die politische Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Übertragung des Herzogtums Burgund

Als am 21. November 1361 der erst sechzehnjährige Philipp von Rouvres an der Pest starb, verblieb das Herzogtum Burgund ohne männlichen Thronfolger. Karl von Navarra als einziger männlicher, wenn auch weit entfernter, Verwandter erhob sofort Anspruch auf das Lehen. Auch Johann der II. (Der Gute) war mit Philipp von Rouvres verwandt. Dies sogar weitaus näher, wenn auch nur in weiblicher Linie, denn Johann II. war mit Johanna von Boulogne vermählt, der Mutter Philipp von Rouvres. Des Weiteren war er „ein naher Vetter Herzog Phillips […]. Denn seine Mutter, Johanna von Burgund, die Gemahlin König Philipps VI. war eine Schwester Herzog Odos IV. von Burgund gewesen und somit eine Großtante Philipps von Rouvres“.

Johann der II. zog daraufhin, nach Entschädigung Karls von Navarra, das Herzogtum für die Krondomäne ein. Er tat dies nicht in seiner Eigenschaft als König, sondern als Verwandter Philipps von Rouvres.

Im Juni 1363 vergab Johann II. die Statthalterschaft des Herzogtums an seinen jüngsten Sohn Philipp, der sich in der Schlacht von Poitiers ausgezeichnet hatte und seitdem den Beinamen „der Kühne“ trug. Bereits im September belehnte er Philipp mit dem Herzogtum und entfernte es so wieder aus dem Bereich der Krondomäne. Dennoch unterstand das Lehen weiterhin dem Herrschaftsbereich des Parlements in Paris. In der Literatur wird diese Belehnung meist mit dem Beistand Philipps in der Schlacht von Poitiers begründet. Dieser Darstellung widerspricht Schoos hingegen und führt die Belehnung auf machtpolitische Notwendigkeit zurück, schließlich hatte das Herzogtum viele Jahre de facto unabhängig von der Krone agiert und somit war „eine Anschlusswilligkeit der Bevölkerung und des Adels […] nicht vorhanden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die historische Ausgangslage Burgunds und Definition der Zielsetzung, den Aufstieg des Herzogtums zum eigenständigen Staat zu analysieren.

2 ÜBERNAHME DER MACHT DURCH DAS HAUS DER VALOIS: Untersuchung der Machtübernahme durch Philipp den Kühnen und der strategischen Konsolidierung durch Heiratspolitik und Einflussnahme auf die französische Zentralmacht.

3 DIE REGIERUNGSZEIT JOHANN OHNE FURCHTS: Analyse der konfliktreichen Regierungszeit Johanns ohne Furcht, geprägt von der Ermordung Ludwigs von Orléans und der aktiven Beteiligung am französischen Bürgerkrieg.

4 PHILIPP DER GUTE: Darstellung der unter Philipp dem Guten vollzogenen staatlichen Emanzipation Burgunds durch Verträge mit England und Frankreich, die das Territorium absicherten.

5 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Faktoren, die den Aufstieg Burgunds von einem unbedeutenden Herzogtum zur europäischen Großmacht ermöglichten.

Schlüsselwörter

Burgund, Philipp der Kühne, Johann ohne Furcht, Philipp der Gute, Hundertjähriger Krieg, Valois, Flandern, Machtpolitik, Lehnswesen, Zentralisierung, Herzogtum, Paris, England, Territorialpolitik, Verwaltungsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Herzogtums Burgund im Spätmittelalter und untersucht dessen Aufstieg von einem französischen Lehen zu einem eigenständigen, machtvollen Staat.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?

Die zentralen Themen sind die Konsolidierung der burgundischen Macht, die geschickte Heiratspolitik der Herzöge, die Ausnutzung administrativer und militärischer Ressourcen Frankreichs sowie die komplexe Außenpolitik im Kontext des Hundertjährigen Krieges.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, darzulegen, wie Burgund in weniger als einem Jahrhundert seine wirtschaftliche, politische und territoriale Bedeutung vervielfachen konnte, um eine Großmacht von europäischem Rang zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die sich primär auf die Auswertung der ereignisgeschichtlichen Forschung sowie der relevanten Standardbiographien der burgundischen Herzöge stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Regierungszeiten von Philipp dem Kühnen, Johann ohne Furcht und Philipp dem Guten, wobei der Fokus auf den politischen Strategien zur Herrschaftssicherung und territorialen Expansion liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie burgundischer Staat, Hundertjähriger Krieg, Machtpolitik, dynastische Heiratsverbindungen und die administrativen Reformen des Herzogtums charakterisiert.

Welche Rolle spielte das Flandern-Erbe für die Entwicklung Burgunds?

Das Flandern-Erbe war für den Erfolg Burgunds fundamental, da es dem Herzogtum immense wirtschaftliche Ressourcen verschaffte und die Grundlage für den Aufstieg zum wirtschaftlich potenten Staat bildete.

Warum war die Ermordung Ludwigs von Orléans ein entscheidender Wendepunkt?

Die Tat verschärfte den Konflikt zwischen Burgund und der französischen Krone, erzwang die vorübergehende Flucht Johanns ohne Furcht aus Paris, markierte jedoch gleichzeitig die skrupellose Durchsetzung burgundischer Interessen im Machtzentrum Frankreichs.

Was bedeutete der Vertrag von Arras für die Unabhängigkeit Burgunds?

Der Vertrag von Arras dokumentierte die juristische Emanzipation Burgunds, da Philipp der Gute aus der Lehnspflicht gegenüber dem französischen König entlassen wurde, auch wenn er sich zur Loyalität gegenüber dessen Nachfolger verpflichtete.

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Details

Titel
Die Etablierung einer Großmacht
Untertitel
Der Aufstieg Burgunds 1361-1435
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Hauptseminar "Der Hundertjährige Krieg"
Note
1,3
Autor
Paul Schrön (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V151836
ISBN (eBook)
9783640635252
ISBN (Buch)
9783640635542
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burgund Mittelalter Mittelalterliche Geschichte Frankreich England Hundertjähriger Krieg Philipp der Gute Philipp der Kühne Johann ohne Furcht Jean sans Peur Flandern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Schrön (Autor:in), 2010, Die Etablierung einer Großmacht , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151836
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Leseprobe aus  20  Seiten
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