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Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“

Eine Suche nach vampiristischen Motiven

Titel: Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Rebecca Tille (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während des 18. Jh. fand das Vampirgenre bei den Literaten nur wenig Anklang. „Erst als sich das Jahrhundert seinem Ende zuneigte, fühlten sich die Künstler und Dichter von der Tiefe und Abgründigkeit des Vampirthemas angezogen.“ Es erschien Johann Wolfgang von Goethes Gedicht Die Braut von Korinth (1797).
„In Goethes Braut von Korinth plädiert ein reizender weiblicher Vampir für größere religiöse Toleranz und sinnliche Freizügigkeit und droht im Verstocktheitsfall den Ausbruch einer erotischen Epidemie an: ‚Und das junge Volk erliegt der Wut‘.“
Im Vordergrund der Analyse steht die Aufgabe, vampiristische Motive innerhalb des Gedichtes herauszuarbeiten.
Die Forschungsliteratur ist sich nicht einig darüber, ob für Goethe beim Verfassen seines Werkes das Vampirthema im Vordergrund stand oder die antike Sage aus dem "Buch der Wunder" Phlegon Aelius von Tralles. Es sollen die zeitgenössischen Vorstellungen des Vampirismus im 18. Jh. vorgestellt werden. Worin besteht der Vampirmythos überhaupt? Der Vampir soll nicht allein eine Darstellung hinsichtlich des Aberglaubens als Nachzehrer oder Wiedergänger erfahren, sondern auch Verwandtschaftsformen wie die Femme fatale u. die Femme fragile werden beleuchtet. Inwiefern gestaltete Goethe sein Vampirmädchen im Vergleich zu den derzeitigen Vorbildern um?
Innerhalb dieser Arbeit sollen antike Quellen herangezogen werden, welche Goethe womöglich hinsichtlich seines Werkes beeinflusst haben. Neben Phlegons Gespenstergeschichte könnte sich Goethe ebenso an den mytholog. Lamien orientiert haben.
Im Zentrum der Untersuchung steht allerdings die ausführliche Herausarbeitung des Vampirmotivs im Hinblick seiner Funktion in Goethes Ballade. Da die Annahme besteht, dass er in seinem Tagebuch seine Braut von Korinth nicht umsonst als „Vampyrisches Gedicht“ bezeichnete, gilt es vorwiegend das Aussagevolumen des Vampirmythos innerhalb der Goetheschen Ballade einzuschätzen.
Zuletzt werden kontrastierende Interpretationsansätze vorgestellt. Der Literaturwissenschaft galt der vampirische Stoff meist als zu trivial und sie kritisierte die geringe künstlerische Dignität. Er musste an etwas Geistiges angeknüpft werden und Goethes Vampirmädchen galt nicht allein als tragische Figur, sondern wurde zum Medium der Goetheschen Gesellschaftskritik instrumentalisiert. Daher scheint es umso interessanter, neuere Deutungen ins Auge zu fassen, welche das Vampirische der Braut ins Zentrum rücken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 VAMPIRISMUS IM 18. JAHRHUNDERT

2.1 DER VAMPIRMYTHOS

2.2 GOETHES VAMPIRERFAHRUNGEN

3 ANTIKE QUELLEN DER GOETHESCHEN BRAUT VON KORINTH

4 DER VAMPIR IN GOETHES BALLADE DIE BRAUT VON KORINTH

5 KONTRASTIERENDE INTERPRETATIONSANSÄTZE

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die vampiristischen Motive in Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“ und analysiert deren Funktion sowie die Einbettung in den zeitgenössischen Diskurs. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Aussagevolumen des Vampirmythos im Werk und der psychologischen Dimension der Figur des Vampirmädchens in Abgrenzung zu klassischen, eher destruktiven Vampirvorstellungen.

  • Analyse vampiristischer Motive und deren Wirkung im Gedicht
  • Gegenüberstellung von heidnischen und christlichen Weltbildern
  • Diskussion möglicher Quellen (antike Sage vs. zeitgenössische Vampirberichte)
  • Vergleich der Vampirfigur mit anderen Typen wie der Femme fatale
  • Kritische Beleuchtung bisheriger literaturwissenschaftlicher Interpretationsansätze

Auszug aus dem Buch

4 Der Vampir in Goethes Ballade Die Braut von Korinth

Die Braut von Korinth ist, wie Goethe selbst behauptete, ein „vampyrisches Gedicht.“ Wie bereits erwähnt, handelt die Vampirmythe von Verstorbenen, welche nachts ihr Grab verlassen, um den Lebenden das Blut auszusaugen. Doch inwiefern lassen sich in Goethes Ballade vampiristische Motive finden? Welche Form des Nachzehrers stellt seine Braut dar? Auch die innerhalb der Ballade auffällige Diskrepanz zwischen Christentum und Heidentum werden hierbei eine kurze analytische Darstellung erfahren.

Die ersten beiden Strophen deuten bereits darauf hin, dass die Handlung in der Zeit der ausgehenden Antike und des beginnenden Christentums spielt: „Nach Corinthus von Athen gezogen (V 1)“. Athen symbolisiert dabei den alten heidnischen Glauben und den Sitz der griechischen Kultur, während sich in Korinth bereits die ersten christlichen Gemeinden befanden. Die erste Figur, welche eingeführt wird, ist ein heidnischer Jüngling, der bei einer korinthischen Familie einkehrt, um die ihm versprochene Braut mit nach Athen zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Vorstellung des Themenkomplexes um die Vampirpanik im 18. Jahrhundert und Hinführung zur Fragestellung der vampiristischen Motive in Goethes „Die Braut von Korinth“.

2 VAMPIRISMUS IM 18. JAHRHUNDERT: Definition des Vampirmythos und Wiedergänger-Motivs sowie Einordnung von Goethes persönlichen Berührungen mit der Vampirthematik.

3 ANTIKE QUELLEN DER GOETHESCHEN BRAUT VON KORINTH: Untersuchung des Einflusses von Phlegon von Tralles und der Bedeutung der religiösen Konflikte zwischen Heidentum und Christentum.

4 DER VAMPIR IN GOETHES BALLADE DIE BRAUT VON KORINTH: Analyse des spezifischen Vampirmotivs im Gedicht, der Charakterisierung des Mädchens und ihrer Entwicklung zur untoten Liebenden.

5 KONTRASTIERENDE INTERPRETATIONSANSÄTZE: Darstellung unterschiedlicher literaturwissenschaftlicher Deutungen, insbesondere der geistesgeschichtlichen und sozialkritischen Perspektive.

6 FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand.

Schlüsselwörter

Goethe, Die Braut von Korinth, Vampirismus, Vampirmythos, Nachzehrer, Wiedergänger, Schwarzen Romantik, Heidentum, Christentum, Femme fatale, Femme fragile, Literaturanalyse, Vampirpanik, Ballade, Motivforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“ unter dem spezifischen Aspekt der darin enthaltenen vampiristischen Motive und deren literarische sowie historische Einbettung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit dem Vampirmythos, die Spannung zwischen Antike und Christentum, die Rollenbilder der Frau sowie der psychologische Gehalt der Ballade.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktion des Vampirmotivs im Gedicht herauszuarbeiten und zu belegen, inwieweit Goethe von zeitgenössischen Vampirberichten beeinflusst wurde, statt das Werk nur als bloße Adaption einer antiken Sage zu sehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine methodische Kombination aus detaillierter Textanalyse, dem Vergleich mit literarischen Vorlagen und einer kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Forschungspositionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition des Vampirs, den Einfluss der Sagenforschung, die Charakterisierung der Braut als hybride Figur sowie die unterschiedlichen Interpretationsansätze der Literaturwissenschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Vampirismus, Heidentum, christliche Askese, Wiedergänger, Motivgeschichte und die spezifische Deutung des „vampyrischen Gedichts“.

Inwiefern unterscheidet sich Goethes Vampirmädchen von klassischen Vorstellungen?

Goethes Braut ist keine rein destruktive Dämonin, sondern eine humanisierte tragische Figur, die ihre Vampirnatur erst durch die tragische Verweigerung ihrer Liebeserfüllung und die religiöse Unterdrückung entwickelt.

Welche Rolle spielt die Mutter in der Ballade?

Die Mutter repräsentiert das dogmatische, lebensfeindliche Christentum, dessen religiöser Zwang zur Zerstörung der Verbindung zwischen den Liebenden führt und so das Unglück erst herbeiführt.

Wird die Verbrennung am Ende als Strafe oder Erlösung interpretiert?

Die Arbeit diskutiert, dass die Bitte um Verbrennung hier primär als Erlösungsbitte verstanden werden kann, die ein Wiedersehen der Liebenden in einer heidnischen Jenseitsvorstellung ermöglicht.

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Details

Titel
Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“
Untertitel
Eine Suche nach vampiristischen Motiven
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Goethes Lyrik
Note
1,7
Autor
Rebecca Tille (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V151868
ISBN (eBook)
9783640635306
ISBN (Buch)
9783640635597
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vampir Schwarze Romantik Vampirlyrik Goethe Ballade Braut von Korinth vampirisches Gedicht Interpretation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Tille (Autor:in), 2010, Goethes Ballade „Die Braut von Korinth“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151868
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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