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Typisierung des Sozialstaats

Title: Typisierung des Sozialstaats

Term Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jasmin Bartknecht (Author)

Economics - Macro-economics, general
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„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Das sind die Worte des Philosophen Søren Aabye Kierkegaard. Doch liegt dies wohl eher daran, mit wem man sich vergleicht. Und ist es überhaupt sinnvoll sich zu vergleichen? Können wir aus Vergleichen lernen? Diese Fragen lassen sich auch im Bezug auf Wohlfahrtstaaten stellen. Ist es möglich zu sagen, Schweden ist wohlfahrtstaatlicher als die USA, aufgrund seiner höheren Sozialleistungsquote? Solche Fragen lassen sich nicht ohne weiteres beantworten. Länder sind durch verschiedene Normen und Werte geprägt. Der Sozialstaat eines Landes hat sich aufgrund unterschiedlicher Ereignisse in der Vergangenheit entwickelt. Deshalb treten in der Realität die verschiedensten Maßnahmen auf, um die Probleme, denen sich ein Sozialstaat stellen muss zu bewältigen. Müssen wir also tatsächlich ernüchternd feststellen, dass Vergleiche von Wohlfahrtstaaten im schlimmsten Fall nur Unzufriedenheit hervorrufen, aber keinerlei Lernerfolge liefern? Einen großen Beitrag zur vergleichenden Wohlfahrtsforschung lieferte die Typisierung von Sozialstaaten. Sie gruppiert Länder anhand verschiedener Indikatoren. Doch inwieweit ist eine solche Gruppierung reeller Staaten möglich, insbesondere da der Sozialstaat ein sich veränderndes Konstrukt ist?
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll zunächst der Begriff des Sozialstaats analysiert werden. Danach werden die Gründe für eine Typisierung näher betrachtet. Im dritten Teil wird das bedeutende Konzept von Esping-Andersen zur Typisierung dargestellt. Eine Auswahl von Erweiterungen dieser Theorie ist Bestandteil des vierten Abschnitts. Schlussendlich soll dargestellt werden, inwieweit sich das Konzept der Typisierung für die vergleichende Wohlfahrtsforschung eignet und ob sie in der Lage ist, den Wandel des Sozialstaats zu erklären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Der Sozialstaat

2.1. Der Begriff des Sozialstaats

2.2 Die Notwendigkeit einer Typisierung

3. Das Konzept von Esping-Andersen

3.1. Die drei Wohlfahrtswelten

3.2 Zuordnung der Regime zu reellen Wohlfahrtstaaten

3.3. Macht-Ressourcen-Theorie

4. Kritik und Erweiterung der drei Wohlfahrtswelten

4.1. Berücksichtigung von Institutionen

4.2. Feministische Kritik an der De-Kommodifizierung

4.3. Weitere Regimetypen

4.4. Einfluss des bestehenden Wirtschaftsmodells

5. Evaluation der Typisierung

5.1 Aussagekraft in der vergleichenden Wohlfahrtsforschung

5.2 Wandel des Wohlfahrtstaats

5.3 Stabilitätsanalyse

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Validität von Typisierungen in der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, wobei der Fokus primär auf dem klassischen Konzept von Esping-Andersen und dessen Kritik sowie Weiterentwicklungen liegt.

  • Der Begriff des Sozialstaats im internationalen Vergleich
  • Das Modell der drei Wohlfahrtswelten nach Esping-Andersen
  • Methodische Kritik und geschlechterpolitische Erweiterungen
  • Der Zusammenhang zwischen Wohlfahrtsregimen und Wirtschaftsmodellen
  • Die empirische Stabilität und Aussagekraft der Typisierung im Wandel

Auszug aus dem Buch

3.1. Die drei Wohlfahrtswelten

Esping-Andersens Werk „The Three Worlds of Welfare“ basiert auf älteren Arbeiten der Sozialpolitikforschung von Richard Titmuss. Titmuss unterscheidet zwischen einem Wohlfahrtsstaat, der eingreift, sobald das familiäre Umfeld oder der Markt versagt (residual) und einem institutionellen Wohlfahrtsstaat, der die gesamte Bevölkerung innerhalb eines institutionellen Rahmens berücksichtigt. Titmuss legte damit den Grundstein für eine qualitative und nicht mehr quantitative Wohlfahrtsforschung. Darauf aufbauend identifizierte Esping-Andersen drei Typen von Wohlfahrtsstaaten. Er bezeichnet diese Typen bewusst als Regime und nimmt dazu wie folgt Stellung: „To talk of ‘a regime‘ is to denote the fact that in the relation between state and economy a complex of legal and organizational features are systematically interwoven.“

Esping-Andersen identifizierte das liberale, das konservative und das sozialdemokratische Wohlfahrtsregime. Auch die Bezeichnungen der Regime wurden bewusst gewählt, um auf historisch geprägte Leitbilder zu verweisen. Esping-Andersen nutzt zur Messung der Regime drei Indikatoren, die De-Kommodifizierung, die Stratifizierung und das Maß der Wohlfahrtsproduktion durch Staat, Markt oder Familie.

Esping-Andersen beschreibt die De-Kommodifizierung als „Bereitstellung alternativer, nicht marktförmiger Mittel der Wohlfahrtsproduktion“. Das heißt die De-Kommodifizierung gibt an, inwieweit das Einkommen eines Staatsbürgers unabhängig von seiner Erwerbstätigkeit und somit vom Arbeitsmarkt ist. Esping-Andersen misst die Wohlfahrtsstaatlichkeit eines Landes daran, inwieweit der Faktor Arbeit nicht als Ware betrachtet wird. Somit geht er von einer sehr normativen Betrachtung der De-Kommodifizierung aus und sieht es als wünschenswert an, dass Sozialleistungen vom Arbeitsmarkt entkoppelt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Diese Einleitung thematisiert die Sinnhaftigkeit des internationalen Vergleichs von Sozialstaaten und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Eignung von Typisierungsansätzen.

2. Der Sozialstaat: Das Kapitel definiert den Begriff des Sozialstaats bzw. Wohlfahrtsstaats und erörtert die theoretische und praktische Notwendigkeit, Staaten anhand spezifischer Kriterien zu typisieren.

3. Das Konzept von Esping-Andersen: Es werden die drei idealtypischen Wohlfahrtsregime vorgestellt und die methodische Zuordnung der Länder anhand von Indikatoren wie De-Kommodifizierung und Stratifizierung erläutert.

4. Kritik und Erweiterung der drei Wohlfahrtswelten: Dieser Abschnitt beleuchtet methodische Defizite, feministische Einwände sowie ergänzende Regimetypen und den Einfluss von Wirtschaftsstrukturen.

5. Evaluation der Typisierung: Die Arbeit bewertet die wissenschaftliche Aussagekraft des Modells im internationalen Vergleich und hinterfragt die Stabilität der Theorie angesichts aktueller globaler Herausforderungen.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Typisierungen zwar heuristisch wertvoll sind, aber aufgrund mangelnder Flexibilität gegenüber Pfadverschiebungen weiterentwickelt werden müssen.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Esping-Andersen, Typisierung, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Wohlfahrtsregime, Macht-Ressourcen-Theorie, Gender-Regime, Ernährermodell, Vergleichende Wohlfahrtsforschung, Institutionenökonomik, Marktökonomie, Sozialpolitik, Wohlfahrtskapitalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Typisierung von Sozialstaaten unter besonderer Berücksichtigung des einflussreichen Konzepts von Gøsta Esping-Andersen und untersucht dessen Anwendbarkeit in der modernen vergleichenden Wohlfahrtsforschung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Definition von Wohlfahrtsstaaten, die Einteilung in liberale, konservative und sozialdemokratische Regime sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Stabilität dieser Einteilung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit die Typisierung von Sozialstaaten zur Erklärung des Wandels und zur vergleichenden Analyse von Sozialpolitiken tauglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der Wohlfahrtsstaatsforschung sowie die empirische Evaluation bestehender Indikatoren (De-Kommodifizierung und Stratifizierung).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Esping-Andersen-Modells, eine kritische Würdigung (inklusive feministischer und institutioneller Kritik) sowie eine Stabilitätsanalyse anhand aktueller Forschungsdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Wohlfahrtsregime, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Macht-Ressourcen-Theorie und Geschlechterregime.

Wie kritisiert die feministische Forschung das Modell von Esping-Andersen?

Die Kritik bemängelt die Vernachlässigung unbezahlter Familienarbeit und die ungleiche Gewichtung von Markt, Staat und Familie, was zur Entwicklung des Gender-Regime-Konzepts führte.

Ist das ursprüngliche Modell nach aktuellem Stand noch haltbar?

Die Arbeit verweist auf eine Stabilitätsanalyse, die zeigt, dass die ursprüngliche Typisierung auf Basis heutiger Daten kaum noch Bestand hat und somit für aktuelle Analysen nur begrenzt einsetzbar ist.

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Details

Title
Typisierung des Sozialstaats
College
University of Constance  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik)
Course
Ausgewählte Probleme des Sozialstaats
Grade
1,7
Author
Jasmin Bartknecht (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V151870
ISBN (eBook)
9783640635313
ISBN (Book)
9783640635580
Language
German
Tags
Typisierung Sozialstaats
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Bartknecht (Author), 2010, Typisierung des Sozialstaats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151870
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