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Darstellung der Maria Stuart aus Schillers gleichnamigem Drama mit Bezug auf ihre Wandlung

Title: Darstellung der Maria Stuart aus Schillers gleichnamigem Drama mit Bezug auf ihre Wandlung

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sophie Richter (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Das am 14. Juni 1800 uraufgeführte und Ostern 1801 veröffentlichte Drama Maria Stuart von Friedrich Schiller, ein im Titel als historisch ausgewiesenes Stück, ist paradoxerweise laut Schiller aus einem „frei phantasierten, nicht historischen“, sondern „bloß leidenschaftlichen und menschlichen Stoff“ entstanden. Auch während seiner Vorstudien zu dem Drama dringt aus seinen Briefen die Lust an dem Dramaturgisch-Formalen des Themas durch, die die geschichtlichen Fakten an den Rand drängen. Auch, dass die als reizvoll empfundenen Darstellungen, dazu dienen, den Blick auf die Charaktere der zentralen Figuren zu richten, verrät ein Brief vom 11. Juni 1799 an Goethe:

„Die Idee, aus diesem Stoff ein Drama zu machen, gefällt mir nicht übel. Er hat schon den wesentlichen Vortheil bei sich, daß die Handlung in einen thatvollen Moment concentriert ist und zwischen Furcht und Hoffnung rasch zum Ende eilen muß. Auch sind vortreffliche dramatische Charaktere darinn schon von der Geschichte hergegeben.“

Später formuliert er sein Ansinnen noch deutlicher und beabsichtigt, die Hauptfiguren zwar aus dem geschichtlichen Kontext zu entnehmen, sie aber dennoch ausschließlich über das Menschlich-Personenhafte darzustellen. Die Freiheit der Fantasie soll über die Geschichte gestellt werden. Trotzdem will Schiller sich an allem Brauchbarem aus der Geschichte bedienen:

„Ich fange schon jetzt an, bei der Ausführung, mich von der eigentlich tragischen Qualität meines Stoffs immer mehr zu überzeugen, und darunter gehört besonders, daß man die Catastrophe gleich in den ersten Scenen sieht, und indem die Handlung des Stücks sich davon wegzubewegen scheint, ihr immer näher und näher geführt wird. An der Furcht des Aristoteles fehlt es also nicht, und das Mitleid wird sich auch schon finden.
Meine Maria wird keine weiche Stimmung erregen, es ist meine Absicht nicht, ich will sie immer als ein physisches Wesen halten, und das pathetische muß mehr eine allgemeine tiefe Rührung als ein persönlich und individuelles Mitgefühl seyn. Sie empfindet und erregt keine Zärtlichkeit, ihr Schicksal ist nur, heftige Paßionen zu erfahren und zu entzünden. Bloß die Amme fühlt Zärtlichkeit für sie.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ELEMENTE POLITISCHEN HANDELNS IN DER FIGUR MARIA STUART

3. DIE BEDEUTUNG DES RELIGIÖSEN MOTIVS FÜR SCHILLERS MARIA STUART

4. DIE „SCHÖNE SEELE“ IN DER FIGUR DER MARIA STUART

5. WANDLUNG ALS ERWECKUNG STATT ALS ENTWICKLUNG

6. FAZIT

7. BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterentwicklung von Maria Stuart in Friedrich Schillers gleichnamigem Drama, wobei der Fokus auf dem Übergang der Figur zu einer sogenannten „schönen Seele“ sowie der politischen Dimension ihres Handelns liegt.

  • Analyse des politischen Handelns und der Rollenauffassung von Maria Stuart.
  • Untersuchung der religiösen Motivik und deren Bedeutung für die Charakterisierung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Ideal der „schönen Seele“ nach Schiller.
  • Prüfung, ob Marias Wandlung als sukzessive Entwicklung oder plötzliche Erweckung zu verstehen ist.
  • Einordnung des Dramas in den Kontext von Schillers ästhetischer Theorie.

Auszug aus dem Buch

4. Die „schöne Seele“ in der Figur der Maria Stuart

Um Maria zur Tragödienheldin zu machen, ist der Antagonismus von Leidenschaft und moralischer Selbstdisziplin notwendig. In Schillers dramentheoretischen Schriften sagt er, dass eine sittliche Freiheit des Individuums nicht ohne die sinnlichen Einflüsse möglich sei. Schiller definiert im Zusammenhang mit seinem klassischen Held den Begriff der „schönen Seele“. Dieses Ideal sollte demnach auch die Titelheldin in „Maria Stuart“ aufweisen. Schiller widmete sich dem Maria Stuart Stoff und den weiblichen Helden mit besonderem Interesse. In seinen ästhetischen Schriften formuliert Schiller seine Vorstellung von einer humanen Gesellschaft in der Verkörperung einer Gestalt der „schönen Seele “:

„Eine schöne Seele nennt man es, wenn sich das sittliche Gefühl aller Empfindungen des Menschen endlich bis zu dem Grad versichert hat, daß es dem Affekt die Leitung des Willens ohne Scheu überlassen darf und nie Gefahr läuft, mit den Entscheidungen desselben im Widerspruch zu stehen. Daher sind bei einer schönen Seele die einzelnen Handlungen eigentlich nicht sittlich, sondern der ganze Charakter ist es“

Der Charakter einer Figur ist es also, der sie zur schönen Seele macht. Ihre Harmonie von körperlichem und sprachlichem Ausdruck ist perfekt und äußerst anmutig. Charakter und äußere Schönheit sind verschmolzen:

„In einer schönen Seele ist es also, wo Sinnlichkeit und Vernunft, Pflicht und Neigung harmonieren, und Grazie ist ihr Ausdruck in der Erscheinung. “

Dieses Modell der schönen Seele sollte der zu Schillers Lebzeiten bestehenden Gesellschaft als ideologisches Ideal dienen. Bei Schiller sind es ausschliesslich Frauen, denen die Möglichkeit vorbehalten ist eine schöne Seele zu werden. Schiller projiziert seine Vorstellung eines idealen Menschen auf die Gestalt der Maria Stuart. Jedoch besitzt sie nicht gleich von Beginn an diese Ideale. Anfangs agiert sie eher

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Drama ein, erläutert Schillers Absicht, die historische Figur menschlich-personenhaft darzustellen, und formuliert die Leitfrage der Arbeit.

2. ELEMENTE POLITISCHEN HANDELNS IN DER FIGUR MARIA STUART: Dieses Kapitel analysiert das Scheitern Marias in ihrer Rolle als Königin sowie ihre Verstrickung in politische Interessen und die Rivalität zu Elisabeth.

3. DIE BEDEUTUNG DES RELIGIÖSEN MOTIVS FÜR SCHILLERS MARIA STUART: Hier wird untersucht, inwieweit das religiöse Motiv Marias Weltsicht prägt und als Medium für ihre Wandlung zur „schönen Seele“ dient.

4. DIE „SCHÖNE SEELE“ IN DER FIGUR DER MARIA STUART: Das Kapitel widmet sich der Definition des Ideals der „schönen Seele“ bei Schiller und dessen Anwendung auf die Entwicklung von Maria Stuart.

5. WANDLUNG ALS ERWECKUNG STATT ALS ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel beleuchtet den Zeitpunkt und die Art der Wandlung Marias und stellt die These auf, dass es sich um eine plötzliche Erweckung statt eine kontinuierliche Entwicklung handelt.

6. FAZIT: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und hält fest, dass keine eindeutigen Indizien für eine bewusste Läuterung vorliegen, sondern eine psychologische Uneinheitlichkeit besteht.

7. BIBLIOGRAPHIE: Das Verzeichnis listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Maria Stuart, Friedrich Schiller, schöne Seele, politische Handlung, Religionsmotiv, Märtyrertragödie, Elisabeth I., Rollenauffassung, Charakterentwicklung, Erweckung, Entwicklung, Dramentheorie, Affektregie, Leidenschaft, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Charakterwandlung Maria Stuarts in Schillers gleichnamigem Drama und hinterfragt dabei die psychologische Konsistenz der Figur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Verknüpfung von Politik und Religion, die ästhetische Theorie der „schönen Seele“ sowie die Art der Wandlung, die die Protagonistin im Laufe des Stückes vollzieht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob Marias Entwicklung zur „schönen Seele“ eine graduelle Läuterung darstellt oder ob es sich lediglich um einen plötzlichen, ereignisgesteuerten Durchbruch handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Schillers eigene dramentheoretische Schriften heranzieht, um die Figurenkonstellation und die dramaturgische Struktur des Werkes zu deuten.

Was wird primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politischen Rollenkonflikte, die Bedeutung der religiösen Symbolik sowie die theoretische Herleitung des Ideals der „schönen Seele“ und deren Anwendung auf Maria Stuart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Schillers Dramentheorie, Maria Stuart, schöne Seele, politische Rollenkonflikte und die Ästhetik der Tragödie beschreiben.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Religion und Politik in der Figur Maria Stuart?

Der Autor argumentiert, dass das religiöse Motiv bei Maria nicht von ihrem politischen Sendungsbewusstsein zu trennen ist und bis zum Schluss eine Spannung zwischen Weltlichem und Geistlichem bestehen bleibt.

Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass es sich um eine Erweckung statt eine Entwicklung handelt?

Aufgrund von Marias affektbestimmtem Verhalten, das bis kurz vor ihrem Tod anhält, weist der Text keine Hinweise auf einen allmählichen Läuterungsprozess auf, weshalb der Autor die „Erweckung“ als treffenderen Begriff für diesen plötzlichen Wandel wählt.

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Details

Title
Darstellung der Maria Stuart aus Schillers gleichnamigem Drama mit Bezug auf ihre Wandlung
College
University of Potsdam  (Germanistik)
Course
Schillers klassische Dramen
Grade
2,0
Author
Sophie Richter (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V151877
ISBN (eBook)
9783640635337
ISBN (Book)
9783640635610
Language
German
Tags
Darstellung Maria Stuart Schillers Drama Bezug Wandlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Richter (Author), 2009, Darstellung der Maria Stuart aus Schillers gleichnamigem Drama mit Bezug auf ihre Wandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151877
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