Diese qualitativ ausgerichtete Forschungsarbeit verfolgt das Ziel der Frage nachzugehen, inwiefern sich fach- respektive pseudo-fachsprachliche Elemente in französischsprachigen Werbeanzeigen kenntlich machen. Trotz umfangreicher Forschung zur Werbesprache existiert nach ausgiebiger Recherche noch keine Studie, welche die Thematik der Pseudo-Fachsprache in französischen Werbungen intensiv behandelt und zwei verschiedene Produktgattungen anhand eines strukturierten induktiven Kategoriensystems analysiert und vergleicht.
Die vorliegende diskursive Masterarbeit stellt einen Versuch dar, diese Forschungslücke zu schließen und den bestehenden Arbeiten zur Werbesprache eine neue Perspektive zu ergänzen. Es wird anvisiert, bereichernde Erkenntnisse in dem Bereich der Werbesprache zu gewinnen, indem eine kritische linguistische Analyse französischer Kosmetik- und Lebensmittelanzeigen durchgeführt wird. Für die Korpusanalyse wird unter anderem auf Produktnamen und -verpackungen, sowie auf Produktbeschreibungen in Zeitschriften, Katalogen oder Internetseiten zurückgegriffen. Es werden sprachwissenschaftliche Fragen behandelt, unter anderem: „Welche Rolle spielt die Pseudo-Wissenschaftlichkeit in Anzeigenwerbungen?“, „Lassen sich wissenschaftlich fundierte Informationen und Pseudo-Wissenschaftlichkeit in der werblichen Kommunikation voneinander unterscheiden?“ sowie „Inwiefern lassen sich fachsprachliche Elemente in der werblichen Kommunikation erkennen, und in welchen der entwickelten Kategorien treten diese (pseudo-)fachsprachlichen Elemente am häufigsten auf?“
Um die Fragestellung dieser Arbeit in der Tiefe ausarbeiten zu können, wird zunächst ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Thematik der Werbesprache verschafft. Anschließend wird zur Schaffung einer theoretischen Basis sowohl der Begriff der Werbesprache definiert als auch einige ihrer wichtigen Charakteristika beleuchtet. Hiernach wird die spezifische Bedeutung der Fachsprache und der Pseudo-Fachsprache in Werbungen sowie die Schwierigkeit ihrer Trennung erläutert. Ferner werden die verschiedenen Bestandteile der Werbung dargelegt und veranschaulicht, inwiefern dort pseudofachsprachliche Elemente vorkommen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Zur Werbesprache
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Charakteristika der Werbesprache
3.2.1 Lexik
3.2.2 Syntax
3.2.3 Rhetorik
4 Fachsprache und Pseudo-Fachsprache in Werbungen
4.1 Zur Fachsprache
4.2 Pseudo-Fachsprache in den einzelnen Werbebestandteilen
4.2.1 Schlagzeile
4.2.2 Slogan
4.2.3 Fließtext
4.2.4 Produktname
4.2.5 Bildelemente
5 Forschungsdesign
6 Produktkategorie Kosmetika
6.1 Terminologie
6.2 Wortbildungsstrategien
6.3 Verwendung von Zahlen
6.4 Textorganisation
6.5 ExpertInnenberufungen
6.6 Bildelemente
7 Produktkategorie Funktionelle Lebensmittel
7.1 Terminologie
7.2 Wortbildungsstrategien
7.3 Verwendung von Zahlen
7.4 Textorganisation
7.5 ExpertInnenberufungen
7.6 Bildelemente
8 Diskussion
9 Conclusio und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Rolle fachsprachlicher und pseudo-fachsprachlicher Elemente in französischsprachigen Werbeanzeigen zu untersuchen, um aufzudecken, wie diese zur wissenschaftlichen Inszenierung und Manipulation in der Kommunikation mit dem Konsumenten dienen.
- Identifikation und Kategorisierung fachsprachlicher vs. pseudo-fachsprachlicher Termini.
- Vergleich der Werbestrategien in den Produktkategorien Kosmetika und Funktionelle Lebensmittel.
- Analyse der sprachlichen Manipulationsstrategien wie der Einsatz von Schein-Wissenschaftlichkeit.
- Untersuchung des Zusammenwirkens von Text, Bildelementen und Zahlen für eine glaubwürdige Anmutung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Lexik
Die Lexik der Werbesprache zeichnet sich durch „Kreativität und Originalität in der Sprachwahl“ (Täuscher 2020: 25) aus. Häufig vorkommende Merkmale sind Wortneuschöpfungen, Fachtermini, Fremdwörter und die semantische Aufwertung der Lexik (vgl. ebd.). Die Steigerung positiver Assoziationen durch die „semantische Aufwertung“ (Römer 1968: 85) wird beispielsweise mithilfe von Wortzusammensetzungen wie etwa „Aktivstoff“ oder „Doppeleffekt“ realisiert (vgl. Wehner 1996: 46). Solche Nominalkomposita eignen sich vortrefflich als Mittel zur Sprachmanipulation, da ihre semantische Komplexität „die manipulative Verschleierung oder Beschönigung von Sachverhalten oder Begriffen erleichtert“ (Morgenroth 2000: 39).
In engem Zusammenhang mit der semantischen Aufwertung in der Reklame steht die Verwendung der Fachsprache. Nach Morgenroth (2000: 37) sind fachsprachliche Elemente „ein beliebtes Mittel, um Aussagen über Qualität und Effizienz eines Produktes aufzuwerten und so das Streben der Produzenten nach Glaubwürdigkeit zu unterstützen“.
In Werbeanzeigen werden zudem häufig zusammengesetzte Adjektive verwendet, um die Produkte fachsprachlich zu kennzeichnen. Dabei können sowohl Adjektive als auch das Partizip Präsens oder Perfekt als Grundwörter dienen. Beispiele für solche zusammengesetzten Adjektive wären „aromafrisch“ und „magenverträglich“ (vgl. Guèye 2004: 85).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie Werbung durch wissenschaftliche Begrifflichkeiten Glaubwürdigkeit konstruiert, und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Pseudo-Fachsprache.
2 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über historische und aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zur Werbesprache und deren sprachwissenschaftliche Relevanz.
3 Zur Werbesprache: Hier wird der Begriff der Werbesprache definiert und es werden deren zentrale Charakteristika in den Bereichen Lexik, Syntax und Rhetorik analysiert.
4 Fachsprache und Pseudo-Fachsprache in Werbungen: Dieses Kapitel differenziert zwischen echter Fachsprache und der in der Werbung eingesetzten Pseudo-Fachsprache zur persuasiven Manipulation in verschiedenen Werbekomponenten.
5 Forschungsdesign: Hier wird die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring erläutert und die methodische Vorgehensweise bei der Selektion des französischen Korpus dargelegt.
6 Produktkategorie Kosmetika: Dieses Kapitel prüft anhand verschiedener Marken und Anzeigen, wie fachsprachliche Elemente in Kosmetikwerbung gezielt eingesetzt werden.
7 Produktkategorie Funktionelle Lebensmittel: Das Kapitel analysiert die Anwendung fachsprachlicher Strategien im Bereich der Lebensmittelwerbung für eine gezielte wissenschaftliche Anmutung.
8 Diskussion: Die Diskussion fasst die Analyseergebnisse zusammen und interpretiert die Bedeutung fachsprachlicher Pseudo-Konstruktionen für die Werbequalität.
9 Conclusio und Ausblick: Das Fazit resümiert die Relevanz der Pseudo-Fachsprache für die französische Werbung und schlägt Ansätze für künftige semiotische Forschungen vor.
Schlüsselwörter
Werbesprache, Fachsprache, Pseudo-Fachsprache, Manipulation, Kosmetik, Funktionelle Lebensmittel, Inhaltsanalyse, Sprachwissenschaft, Persuasion, Wissenschaftlichkeit, Begriffsbestimmung, Marketingstrategien, Sprachgebrauch, Werbeanzeige, Korpusanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Werbetreibende in französischen Anzeigen für Kosmetik und funktionelle Lebensmittel gezielt auf Fachsprache oder pseudo-fachsprachliche Elemente zurückgreifen, um eine wissenschaftliche Autorität vorzutäuschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Terminologie, Wortbildungsstrategien, der Verwendung von Zahlen, der Textorganisation, dem Einsatz von ExpertInnen sowie speziellen Bildelementen als Manipulationsmittel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, aufzudecken, inwiefern sich fachsprachliche von pseudo-fachsprachlichen Elementen in französischer Werbekommunikation unterscheiden lassen und welche Rolle diese für die Wirkung der Werbung spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, um induktiv aus einem Korpus von 22 Kosmetik- und 10 Lebensmittelanzeigen ein Kategoriensystem abzuleiten.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Analyseteile zu Kosmetika und Funktionellen Lebensmitteln, in denen anhand konkreter Produktbeispiele die gewählten Kategorien detailliert und linguistisch untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Werbesprache, Fachsprache, Pseudo-Fachsprache, Manipulation, Wissenschaftlichkeit, Marketing, Persuasion und linguistische Analyse.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen echter Fachsprache und Pseudo-Fachsprache?
Bei echter Fachsprache besteht ein korrektes fachliches Denotat zu realen wissenschaftlichen Prozessen, während Pseudo-Fachsprache Begriffe lediglich nutzt, um durch deren Aura oder Klang eine vorgetäuschte Fachkompetenz zu vermitteln.
Welche Bedeutung haben Zahlen in der analysierten Werbung?
Zahlen dienen in der Regel nicht primär der sachlichen Information, sondern fungieren als „Eyecatcher“ oder „Aufblähung“ der Argumentation, um den Anschein empirischer Evidenz zu erwecken und den Konsumenten zum Kauf zu animieren.
- Arbeit zitieren
- Yousra Bourakbaoui (Autor:in), 2024, Fachsprache und Pseudo-Fachsprache: eine sprachwissenschaftliche Analyse der Werbesprache französischer Kosmetik- und Lebensmittelanzeigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1519233