Diese Arbeit untersucht den gewerblichen Einsatz von Exoskeletten als Präventionsmaßnahme zur Reduktion arbeitsbedingter Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) im postalischen Sektor, mit einem Fokus auf die Deutsche Post AG (DPAG). Ziel ist es, ein geeignetes Exoskelett für den Einsatz bei der DPAG zu identifizieren und dessen präventiven Nutzen im unfallversicherungsrechtlichen Sinne einzuordnen. Ein systematisches Literaturreview analysiert die Effekte von rückenunterstützenden Exoskeletten auf das Muskel-Skelett-System und bewertet deren Sinnhaftigkeit für Tätigkeiten der DPAG.
Der theoretische Teil klärt die Prävalenz von MSE, Ursachen und Folgen sowie den Begriff und die Kategorien technischer Exoskelette. Präventionsmaßnahmen werden gemäß der DGUV und dem Triadischen Strukturmodell eingeordnet. Die Ergebnisse des Literaturreviews werden im Hinblick auf Effizienz und Praxistauglichkeit kritisch diskutiert. Abschließend wird ein Fazit gezogen, das die Ergebnisse zusammenfasst und Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Exoskeletten bei der DPAG bietet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Zielsetzung
1.3 Inhaltlicher Aufbau der Arbeit
2 Methodisches Vorgehen
2.1 Auswahl der Forschungsmethode
2.2 Auswahl der Datenbank
2.3 Ein- und Auswahlkriterien für die Recherche
2.4 Bestimmung der Suchbegriffe
2.5 Flussdiagramm zur Beschreibung der Recherchephasen
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Muskel-Skelett-Erkrankung
3.1.1 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems nach ICD-10-GM
3.1.2 Arbeitsbedingte Ursachen für MSE
3.1.3 Medizinische Folgen von MSE
3.1.4 Prävalenz in Deutschland
3.2 Exoskelett
3.2.1 Begriffsbestimmung
3.2.2 Arten von Exoskeletten
3.2.3 Identifikation eines Exoskelettes für den Einsatz bei der DPAG
3.3 Prävention
3.3.1 Begriffsabgrenzung
3.3.2 Triadisches Strukturmodell der Prävention
3.3.3 Präventionsansätze in der gesetzlichen Unfallversicherung
3.3.3.1 Das T-O-P – Prinzip
3.3.3.2 Vision Zero
3.3.4 Präventionsmaßnahme: Exoskelett
4 Ergebnisse
4.1 Darstellung der einzelnen Studien
4.2 Zusammenfassung relevanter Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Methodendiskussion
5.2 Ergebnisdiskussion
5.3 Limitationen und Forschungsansätze
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht das Potenzial von rückenunterstützenden Exoskeletten als präventive Maßnahme gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) bei Beschäftigten der Deutschen Post AG (DPAG). Im Zentrum steht die wissenschaftliche Fundierung, ob und inwiefern der Einsatz solcher Exoskelette im postalischen Sektor zur Verringerung körperlicher Belastungen beitragen kann und somit eine sinnvolle Präventionsstrategie darstellt.
- Prävention von arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen
- technische Funktionsweise und Kategorisierung von Exoskeletten
- Analyse des Einsatzes von Exoskeletten bei der DPAG
- systematische Literaturrecherche zu biomechanischen Effekten
- Diskussion der Anwenderakzeptanz und ergonomischer Limitationen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Begriffsbestimmung
Ursprünglich stammt der Begriff Exoskelett aus der Tierwelt. Hier fungiert das biologische Exoskelett bei einzelnen Tierarten als eine äußere Stützstruktur des Organismus und dient zum Schutz vor äußeren Einflüssen.
Zunächst muss vorangebracht werden, dass es keine allgemeingültige Definition für das Exoskelett gibt. Vereinfacht können Exoskelette als am Körper getragene Assistenzsysteme mit mechanischer Einwirkung auf den Körper, bei bestimmten Bewegungsabläufen, definiert werden.
Der grundsätzliche Nutzen von körpergetragenen Assistenzsystemen besteht darin, die normalen Körperfunktionen zu unterstützen oder auszuführen. Einerseits mit präventivem Hintergrund, um Erkrankungen vorzubeugen und andererseits mit rehabilitativem Hintergrund zur Wiedererlangung verloren gegangener Funktionen des Bewegungsapparates.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik rückenbelastender Tätigkeiten bei der DPAG ein und definiert das Ziel, den Einsatz von Exoskeletten als Präventionsmaßnahme zu untersuchen.
2 Methodisches Vorgehen: Hier wird die Wahl eines systematischen Literaturreviews als Forschungsmethode begründet und der Prozess der Literaturrecherche über die Datenbank PubMed detailliert dargelegt.
3 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen zu Muskel-Skelett-Erkrankungen, die technischen Charakteristika von Exoskeletten sowie präventionsrechtliche Aspekte in der Unfallversicherung.
4 Ergebnisse: Hier werden sieben ausgewählte Studien zum Einsatz von Exoskeletten systematisch dargestellt und deren Ergebnisse bezüglich Muskelaktivität und Akzeptanz zusammengefasst.
5 Diskussion: Dieses Kapitel kritisiert die methodische Vorgehensweise, diskutiert die erzielten Ergebnisse im Kontext der DPAG und beleuchtet Limitationen der aktuellen Studienlage.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Exoskelette zwar Entlastungspotenzial bieten, ihr serientauglicher Einsatz bei der DPAG jedoch aufgrund aktueller physischer Einschränkungen und ungelöster Ergonomiefragen derzeit kritisch zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
Exoskelett, Prävention, Muskel-Skelett-Erkrankung, MSE, Deutsche Post AG, DPAG, Arbeitsschutz, Ergonomie, Lastenhandhabung, Unfallversicherung, DGUV, körperliche Belastung, Literaturreview, Primärprävention, Arbeitssicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den gewerblichen Einsatz von rückenunterstützenden Exoskeletten als Mittel zur Primärprävention von arbeitsbedingten Muskel-Skelett-Erkrankungen bei der Deutschen Post AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Thematisiert werden die Epidemiologie von Muskel-Skelett-Erkrankungen, die technische Klassifizierung von Exoskeletten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen der betrieblichen Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll geklärt werden, ob rückenunterstützende Exoskelette eine sinnvolle und effektive Präventionsmaßnahme für die spezifischen körperlichen Belastungen im postalischen Sektor darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Literaturreview, bei dem wissenschaftliche Publikationen und Studien zur Wirksamkeit von Exoskeletten ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, führt ein systematisches Literaturreview durch, diskutiert die Ergebnisse hinsichtlich Muskelentlastung und bewertet die Anwendbarkeit bei der DPAG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Exoskelett, Muskel-Skelett-Erkrankung (MSE), Primärprävention, Arbeitsschutz, Ergonomie und Lastenhandhabung.
Warum ist der Einsatz bei der Deutschen Post AG nach Ansicht des Autors derzeit noch kritisch?
Der Autor führt an, dass Exoskelette aufgrund ihrer aktuellen physischen Beschaffenheit, des Tragekomforts und der hohen Arbeitsdiversität (insbesondere in der Paketzustellung) derzeit noch keine sinnvolle Lösung für den flächendeckenden Einsatz bieten.
Was ist ein zentrales Ergebnis der analysierten Studien bezüglich der Muskelaktivität?
Die Studien belegen übereinstimmend eine Reduktion der Muskelaktivität im Bereich des Rückens und der Lendenwirbelsäule bei der Nutzung von Exoskeletten, wobei jedoch Variationen und Belastungen in anderen Körperregionen auftreten können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen durch den Einsatz von Exoskeletten bei Beschäftigten der Deutschen Post AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1519363