Thema der Unterrichtsstunde: Vielleicht ist Gott ja ganz anders (als erwartet)?
Lernziel der Unterrichtsstunde: Fachlich: Die Schülerinnen und Schüler explizieren, erweitern und ggf. modifizieren u. A. mithilfe des Symbolkoffers ihre eigene Gottesvorstellung / ihr eigenes Gottesbild und können dieses begründet ausdrücken. Weiterhin können die Lernenden die Metapher des brennenden Dornenbusches im Hinblick auf das hier (für jede Schülerin bzw. jeden Schüler) deutlich werdende Gottesbild deuten. Schließlich können die Lernenden im theologischen Gespräch die weitgehende Unzugänglichkeit allen Sprechens von Gott in seiner Unverfügbarkeit zum Ausdruck bringen.
Überfachlich: Die Schülerinnen und Schüler können ihre Gefühle, Bedürfnisse sowie die Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrnehmen, beschreiben und reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Darlegung der Kompetenzerwartungen - fachlich und überfachlich
2. Begründete Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
2.1. Übersicht über das Unterrichtsvorhaben im Prozessmodell
2.2. Begründete Darstellung
3. Didaktische Schwerpunktsetzung
3.1. Analyse der Lernbedingungen
3.2. Analyse der Lernvoraussetzungen
4. Geplanter Verlauf des Unterrichts
4.1. Verlaufsplan
4.2. Didaktisch-methodische Begründungszusammenhänge der Stunde
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, Schülern mittels der biblischen Geschichte vom brennenden Dornbusch einen Zugang zur Komplexität und Unverfügbarkeit des Gottesbegriffs zu ermöglichen, um eine individuelle, reflektierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Gottesbild zu fördern.
- Reflexion individueller Gottesvorstellungen
- Auseinandersetzung mit biblischen Texten und Metaphern
- Entwicklung theologischer Kompetenz im Dialog
- Erkenntnis der Ambivalenz christlicher Gottesbilder
- Förderung der Urteilsfähigkeit zu religiösen Fragen
Auszug aus dem Buch
2.2. Begründete Darstellung
Die geplante Unterrichtsstunde befindet sich im zweiten Handlungsfeld des Lehr-Lernzyklus „Lernwege eröffnen und gestalten“. Die Unterrichtseinheit „Spuren Gottes“ spielt sowohl in der biblisch-christlichen Tradition als auch in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler eine bedeutende Rolle. Auch wenn repräsentative Studien zum Gottesglauben von Kindern und Jugendlichen immer noch Mangelware sind, zeigen die vorhandenen Befunde eines deutlich: Die Frage nach Gott ist im Leben heutiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland durchaus präsent, wenn auch in sehr unterschiedlicher Intensität. Insgesamt gilt die Gottesfrage seit den 1980er-Jahren in Theologie und Religionspädagogik sowie in der öffentlichen Meinung zunehmend als das am christlichen Glauben Entscheidende, als Kern und Konzentrat von Religion schlechthin, was dem bildungstheoretischen Konzept der „Elementarisierung“ entspricht.
Dementsprechend spricht das Hessische Kerncurriculum für Evangelische Religion von „Gottesvorstellungen der Bibel in Erzählungen, Bildern, Symbolen“ oder davon, dass „Das Fragen nach ‚Gott‘ (...) eine Auseinandersetzung mit Gottesvorstellungen beinhaltet“. Wie in keinem Fach sonst erhalten die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht die Gelegenheit, über Gott nachzudenken und zu reden. Die angemessene Behandlung dieses einzigartigen „Unterrichtsgegenstandes“ ist für die Lernenden wie für die Lehrenden eine verantwortungsvolle Mitte des Faches.
Sukzessive konnte die Lehrkraft, im Sinne der Elementarisierung, die Interessen der Schülerinnen und Schüler bezogen auf die wesentlichen theologischen Inhalte herausfinden. Dabei äußerten die Lernenden explizit den Wunsch, sich näher mit Gott zu beschäftigen, was implizit am Korrelationsansatz geschult sein dürfte.
Die hier konzipierte Unterrichtseinheit soll die individuelle Reflexion des eigenen Gottesbildes der einzelnen Schülerinnen und Schüler herausfordern und fördern. Zudem sollen Deutungsangebote mit bestehenden Wissensstrukturen, Einstellungen und Haltungen vernetzt werden. In der konkreten Unterrichtsstunde hat sich die Verfasserin für Exodus 3, 1 - 15 entschieden, da die Perikope Möglichkeiten eröffnet, die Gotteserfahrungen in der Bibel mit den eigenen Gotteserfahrungen in Verbindung zu bringen und somit einen elementaren Zugang zur christlichen Gottesvorstellung bietet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Darlegung der Kompetenzerwartungen - fachlich und überfachlich: Dieses Kapitel erläutert die fachlichen und überfachlichen Lernziele, die darauf abzielen, Schülern ein reflektiertes Gottesverständnis durch die Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten zu vermitteln.
2. Begründete Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge: Hier wird der theoretische Rahmen der Einheit im Prozessmodell verankert und die Relevanz der Gottesfrage im modernen Religionsunterricht begründet.
3. Didaktische Schwerpunktsetzung: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Ausgangsbedingungen der Lerngruppe sowie deren Vorkenntnisse und Lernvoraussetzungen in Bezug auf das Thema.
4. Geplanter Verlauf des Unterrichts: Er enthält den detaillierten Verlaufsplan der Stunde sowie die fachdidaktische Begründung der gewählten methodischen Schritte und theologischen Schwerpunkte.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Gottesbilder, Exodus 3, brennender Dornbusch, Elementarisierung, theologische Kompetenz, Reflexion, Korrelationsansatz, biblische Erzählung, Gottesvorstellung, Dialogfähigkeit, religiöse Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema des Unterrichts?
Das Thema ist „Spuren Gottes“, wobei im Fokus der konkreten Stunde die Frage steht, ob Gott sich entzieht bzw. völlig anders ist als erwartet.
Was ist das primäre Ziel des Vorhabens?
Es geht darum, Schülern einen Zugang zur notwendigen Differenzierung und Reflexion ihrer eigenen Gottesvorstellungen zu ermöglichen sowie eine Auseinandersetzung mit der biblischen Tradition zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird auf das Konzept der Elementarisierung sowie den Korrelationsansatz zurückgegriffen, um eine Brücke zwischen den Lebenswelten der Schüler und biblischen Texten zu bauen.
Wie werden die Lernvoraussetzungen der Schüler charakterisiert?
Die Klasse wird als reflektiert, diskussionsbereit und offen für theologische Fragestellungen beschrieben, wenngleich eine heterogene Bindung an kirchliche Traditionen vorliegt.
Welcher biblischer Haupttext wird in der Stunde behandelt?
Die Perikope aus Exodus 3, 1–15, die Begegnung Mose mit dem brennenden Dornbusch und der Selbstoffenbarung Gottes.
Warum wird gerade der brennende Dornbusch als Zugang gewählt?
Der Text bietet eine dramaturgische Struktur, die kognitive Dissonanz erzeugt und das Thema der Unverfügbarkeit Gottes thematisiert.
Welche Bedeutung hat der Symbolkoffer in der Stunde?
Er fungiert als Instrument, das es den Schülern ermöglicht, durch konkrete Gegenstände eine Verbindung zwischen ihrem eigenen Gottesverständnis und biblischen Inhalten herzustellen.
Wie soll das Ziel der persönlichen Reflexion im Religionsunterricht erreicht werden?
Durch die aktive Einladung zur Perspektivübernahme, den Vergleich von Gottesbildern und das theologische Gespräch über die Ambivalenz des Gottesbegriffs.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Vielleicht ist Gott ja ganz anders (als erwartet)? (Unterrichtsentwurf, Fach: Evangelische Religion, Klasse 7, Gesamtschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1519449