Medienunterstützte Kommunikation bei Fernbeziehungen


Hausarbeit, 2006

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Inhaltsangabe

2.Einführung in die Thematik:

3.Einbettung in existierende Forschung

4.Zusammenfassung der verwendeten Literatur und Darstellung der dort dargestellten Befunde

5.Schlussfolgerung für die Thematik

6. Literaturverzeichnis

1.Inhaltsangabe

Der Schwerpunkt der vorliegenden Hausarbeit mit dem Titel „Medienunterstützte Kommunikation bei Fernbeziehungen“ liegt auf dem Medium Internet. Als Grundlage dienen vier unterschiedliche Textquellen. Diese wurden entweder aus Büchern entnommen (Jennifer Hirte „In weiter Ferne – so nah“ und Nicola Döring „Wie verändern sich soziale Beziehungen durch Mobilkommunikation? Eine Analyse von Paar-, Familien- und Freundschaftsbeziehungen) oder Magisterarbeiten (Anke Bahl „Zwischen On- und Offline“) und einem Ratgeberbuch für „Betroffene“ (Franziska Pfeiffer „Ich in Bremen, du in Zürich).

Jennifer Hirte interviewte vier Fernbeziehungs-Paare und stellte fest, dass oft die aktuellen Aufenthaltsorte der Beteiligten in der synchronen Telekommunikation thematisiert wurden ("Wo bist du gerade?"), um wechselseitig am Alltag teilzunehmen. Hirte ließ die vier Paare ihre Sichtweise der eigenen Fernbeziehungen schildern und hinterfragte Vor - und Nachteile des Lebens auf Distanz.

Nicola Döring hingegen stellte bei ihrer Analyse fest, dass „insbesondere Fernbeziehungen auf mediatisierte Kontakte angewiesen sind“.[1]

Hierbei untersuchte Döring das Mediennutzverhalten von Paaren, insbesondere jedoch die Bedeutung von Internet (dementsprechend auch Chat, Email, Foren usw.) und Mobilkommunikation (SMS, MMS, Telefonate)

Anke Bahl legte den Fokus ihrer Magisterarbeit auf die Selbstdarstellung von Individuen im Internet und untersuchte die Bedeutung von Netzidentitäten im Alltag.

Basierend auf ausführlichen Interviews mit jungen Menschen hinterfragte Anke Bahl dabei besonders die Identitätsbildung in der Nachmoderne.

Franziska Pfeiffer präsentierte im Gegensatz zu den anderen Textgrundlagen einen Ratgeber mit Tipps und Tricks wie man eine Fernbeziehung führen kann. Sie dokumentierte Erlebnisberichte von Paaren, deren Liebe aufgrund der Distanz scheiterte.

2.Einführung in die Thematik

In Zeiten auflösender Gesellschaften und hoher Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen von Seiten der Wirtschaft ist es für viele Paare nicht mehr selbstverständlich mit dem Partner den Alltag zu bestreiten. Franziska Pfeiffer wird in ihrem Ratgeberbuch „Ich in Bremen, du in Zürich“ konkret und benennt diese Beobachtungen mit Zahlen. Hierbei zitiert Pfeiffer eine Umfrage der Gesellschaft für rationale Psychologie im Auftrag der Frauenzeitschrift „Elle“. Laut dieser Befragung aus der Mitte der 90er Jahre haben 13% aller Lebensgemeinschaften getrennte Wohnsitze.[2] Ein Viertel aller Befragten nannte als Hauptgrund für das Leben auf Distanz Mobilitätsprobleme.[3] Auch die Partnerbörse „My Flirt- where People come together“ stellte an seine User die Frage ob Fernbeziehungen eine Chance haben.[4]

Rund 14.000 Mitglieder der Community voteten und es kam folgendes Ergebnis zustande: Zwar negierte die Mehrheit der User Fernbeziehungen, da ihrer Ansicht nach Spontaneität die Liebe erst ausmache. Dicht gefolgt auf diese Antwort kommen 2 kontroverse Meinungen. 39% der Befragten sieht Entfernung nicht als Hindernis für die Liebe und ca. 12% der User sehen sogar einen Reiz in der „Liebe auf Distanz“. Für ca. 5% ist es das Wichtigste überhaupt in einer Beziehung zu sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle : www.myflirt.de/single-vote21.html

Anhand dieser Zahlen sieht man eine recht hohe Akzeptanz für Fernbeziehungen und den Glauben an eine Liebe auf Distanz.

Auch das Webradio dasding.de präsentiert auf seiner Homepage Podcasts mit Befragungen von Paaren, die in einer Fernbeziehung leben und was diese daran am meisten störe.[5]

Die Antworten sind sehr weitreichend: während ein Interviewter auf seine extrem hohe Handyrechnungen verweist, klagt ein anderer über das unausgewogene Sexualleben, eine junge Frau beschwert sich über die geringe gemeinsame Zeit und weite Fahrten. Ein junger Mann betont den Vorteil, dass seine Freundin eine Flatrate besitze und somit die Kommunikation erleichtert sei. Diese Aussagen führen zu der Fragestellung, welche Bedeutung Medien bei der Kommunikation zweier Liebenden auf Distanz haben. Pauschal lässt sich sagen, dass Medien die Kommunikation erleichtern, nur in einigen Fällen Probleme auslösen können. Darauf werde ich im Folgenden genauer eingehen.

Jennifer Hirte beschreibt die Vorteile von mediengestützter Kommunikation folgendermaßen: „Denn durch Kommunikationsmedien ist es möglich, die räumliche Distanz zwischen ihnen (Anm.: den Paaren) zu überbrücken. Sie schreiben sich morgens eine Email, treffen sich tagsüber im Reality Chat (IRC) um dann abends noch zu telefonieren(…)“.[6] Vier Fernbeziehungs-Paare interviewte Jennifer Hirte und stellte fest, dass in der synchronen Telekommunikation die aktuellen Aufenthaltsorte der Beteiligten oft thematisiert wurden ("Wo bist du gerade?"), um wechselseitig am Alltag teilzunehmen (S.126). Darüber hinaus spielten aber Raum-Imaginationen eine große Rolle, bei denen auf direkten Realitätsbezug explizit keinen Wert gelegt wurde. Sich das Gegenüber während der Telekommunikation in einem konkreten räumlichen Kontext vorzustellen z.B.: am Ort des letzten realen Zusammentreffens, steigert offenbar die Wahrnehmung von Nähe.

Aber auch abstrakte Raumvorstellungen, die durch gleichzeitige Telepräsenz in einem schriftlichen Medium (z.B. Chat, SMS) oder durch gemeinsames Schweigen am Telefon entstehen, erzeugen Gefühle von Nähe, wie die 23jährige Informantin "Rachel" aus Birmingham beschreibt:

"The most emotionally satisfying thing about the telephone was the silence and not the speaking, which was quite weird. Just then you achieved a sort of – closeness, because you clear a space, with no words, and you just are together in a sense."[7]

[...]


[1] Döring, Nicola: Wie verändern sich soziale Beziehungen durch Mobilkommunikation? Eine Analyse von Paar-, Familien- und Freundschaftsbeziehungen , Seite 26

[2] Franziska Pfeiffer: Ich in Bremen, du in Zürich, Seite 9

[3] ebd.

[4] www.myflirt.de/single-vote21.html

[5] http://www.dasding.de/ddw/fernbeziehung/index_03.html

[6] Hirte, Jennifer: In weiter Ferne – so nah

[7] Hirte, Jennifer: In weiter Ferne- so nah, Seite 126

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Medienunterstützte Kommunikation bei Fernbeziehungen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie)
Veranstaltung
Übung: Empirische Methoden des Medialen
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V151980
ISBN (eBook)
9783640784578
ISBN (Buch)
9783640784493
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernbeziehungen, Beziehungen, Medienunterstützte Kommunikation
Arbeit zitieren
S.D. Rieger (Autor:in), 2006, Medienunterstützte Kommunikation bei Fernbeziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151980

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