Dieser Sammelband besteht aus vier Einzelpublikationen.
Ziel der ersten Arbeit ist es, die Leser für das Thema Arbeitssucht zu sensibilisieren und das Bewusstsein darüber, dass Arbeitssucht eine ernstzunehmende Krankheit ist, zu stärken. Außerdem soll eine Grundbasis zur Erkennung der Suchterkrankung geschaffen werden. Auch die Vorbeugung sowie Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten bei Betroffenen, speziell aus der Sicht der Unternehmen, soll im Vordergrund stehen.
Bei einer Stadtverwaltung soll ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt werden, denn die Beschäftigten klagen über verstärkte psychische Belastungen. Ein weiterer Aspekt sind die fehlenden ergonomische Lösungen und die Belastung von Lärm, welche herrschen, weil verschiedene Teile der Belegschaft in Ersatzgebäude verlegt wurden, da die Gebäude der Stadtverwaltung extreme Mängel aufweisen. Die zweite Ausarbeitung zeigt Umsetzungsmöglichkeiten des BGM auf und führt eine Mitarbeiterbefragung durch.
Das Ziel der dritten Arbeit ist es, herauszufinden, inwieweit KMU die Gesundheit Ihrer Beschäftigten erhält, fördert und in welchen gesundheitsrelevanten Themenfeldern noch Potentiale bestehen. Im Hinblick auf die steigenden Krankenstände, dem demografischen Wandel, dem stetig wachsenden Leistungsdruck und den sich ändernden Belastungsfaktoren macht ein betriebliches Gesundheitsmanagement auch bei KMU durchaus Sinn.
Die vierte Forschungsarbeit zeigt den Zusammenhang von Rauchen und Stress auf und diskutiert, wie die Arbeitsbedingungen durch das betriebliche Gesundheitsmanagement verbessert werden können. Immerhin stellen 53 % der Pflegekräfte einen Zusammenhang zwischen Beruf und Rauchen her. Rauchende Mitarbeitende verbringen im Schnitt eine Schicht pro Woche wegen des Rauchens vor der Tür – Zeit, die von den Kolleg:innen aufgefangen werden muss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffliche Abgrenzung
2 Arbeitssucht im Überblick
2.1 Symptome und Phasen der Arbeitssucht
2.2 Gefährdete Berufe und Menschen
2.3 Arbeitssucht im Krankenkassensystem
3 Arbeitssucht im betrieblichen Gesundheitsmanagement
3.1 Prävention
3.2 Maßnahmen nach Erkrankung eines Mitarbeiters
4 Schlussbetrachtung
1. Zusammenfassung der Analysebegriffe
1.1 Betriebliche und gesundheitliche Ausgangsituation
1.2 Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung
1.3 Gefährdungsbeurteilung nach Nohl
2. Ableitung von Handlungsschwerpunkte
2.1 Interventionsmaßnahmen „gesundes Führen“
2.2 Stärkung der Gesundheitskompetenz der Beschäftigten
2.3 Gesundheitsfördernde Gestaltung des Arbeitsplatzes
3. Erstellung einer Interventionsplanung zur Vorlage bei der Geschäftsleitung
3.1 Initiale Interventionsmaßnahmen
3.2 Projektplanung und Ressourcenplanung
4. Diskussion und Probleme der Evaluation
4.1 Möglichkeiten zur Evaluation
4.2 Probleme im Zusammenhang mit der Evaluation
1. Zielsetzung
2. Gegenwärtiger Kenntnisstand
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Führung, Unternehmenskultur und Gesundheit
2.3 Arbeit und Gesundheit
3. Methodik
3.1 Allgemeine Informationen zum Studiendesign Evaluation
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Untersuchungsdurchführung
3.4 Auffälligkeiten während der Befragung
4. Ergebnisse
4.1 Fragebogenergebnisse
4.2 Deskriptive Statistik
5. Diskussion
6. Zusammenfassung
1. Einleitung
1.1 Relevanz
1.2 Forschungsziel
1.3 Literaturdarlegung
2. Allgemeiner Forschungsstand
2.1 Rauchen als Sucht
2.2 Rauchen im Pflegeberuf
2.3 Stress im Arbeitsalltag
2.4 Stressbewältigung im Arbeitsalltag
2.5 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
2.6 Rauchentwöhnungsprogramm
3. Erläuterung zur Forschung
3.1 Fragestellung
3.2 Welches Grundlagen Design eignet sich
3.3 Welches Datenerhebungsmethode und welche Instrumente eignen sich
3.4 Wie erfolgt der Feldzugang/ welche Stichprobe/-größe
3.5 Welche Auswertungsmethode ist geplant/ weist die größte Sinnführung auf
3.6 Ethische Aspekte
3.7 ggf. Finanzierungsaspekte
4. Durchführung, Arbeits- und Zeitplan
5. Erstellen eines Finanzplans
6. Reflexion und Überprüfung der geplanten Forschung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Bewusstsein für Arbeitssucht als ernstzunehmende psychische Belastung zu schärfen und betriebliche Gesundheitsmanagementstrukturen zu entwickeln, die sowohl präventiv als auch unterstützend wirken.
- Sensibilisierung der Unternehmenskultur bezüglich Arbeitssucht und hoher Belastungsfaktoren.
- Entwicklung und Implementierung von Interventionsstrategien zur Förderung einer gesunden Arbeitsumgebung.
- Analyse und Optimierung von Gesundheitsmanagement-Prozessen in Stadtverwaltungen und KMUs.
- Förderung der Mitarbeitergesundheit durch gezielte Gesundheitskompetenzschulungen und präventive Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
„Ich bin ein Workaholic.“ Diesen Satz hat jeder schon einmal gehört, vielleicht sogar schon über sich selbst gesagt. Allerdings wird meistens nicht das damit gemeint, was es wirklich bedeutet, denn arbeitssüchtig zu sein, bedeutet nicht einfach nur, dass eine Person viel oder mit besonderer Leidenschaft arbeitet, sondern dass sie ernsthaft erkrankt ist. Nicht selten hat das Suchtverhalten Konzentrationsschwierigkeiten, Magengeschwüre oder Depressionen zur Folge und kann sogar bis zum Herzinfarkt oder Tod führen (Joho, 2017, o.S.).
Obwohl Arbeitssucht anderen Suchtverhalten ähnelt, wird diese nicht als klinisch relevante Krankheit anerkannt und oftmals nicht ernst genommen. Das kommt daher, dass überengagierte Mitarbeiter, die viel für ein Unternehmen tun und ihre gesamte Energie in ihre Arbeit stecken als besonders nützlich gelten. (Rademacher, 2015, S. 24)
Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) glauben viele Unternehmer und auch die Arbeitssüchtigen selbst, dass Arbeitszeit und Arbeitsoutput in einem linearen oder sogar exponentiellen Verhältnis zueinander stehen (bpb, 2004b, S.6). Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter, der viel arbeitet auch eine gute Leistung erbringt oder dass die Leistung sich bei erhöhter Arbeitszeit sogar steigert. Tatsächlich beweisen Studien, dass Arbeitssüchtige dem Unternehmen nicht nur keinen Mehrwert im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern liefern, sondern dem Unternehmen sogar schaden (Rademacher, 2015, S.24).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Arbeitssucht ein und verdeutlicht, warum sie oft unterschätzt wird.
2 Arbeitssucht im Überblick: Hier werden zentrale Symptome, Phasen der Erkrankung und die Problematik im Krankenkassensystem beleuchtet.
3 Arbeitssucht im betrieblichen Gesundheitsmanagement: Der Fokus liegt auf Präventionsmaßnahmen und dem Umgang mit bereits erkrankten Mitarbeitern.
4 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Notwendigkeit, Arbeitssucht als ernsthafte Krankheit in den betrieblichen Alltag zu integrieren.
Schlüsselwörter
Arbeitssucht, betriebliches Gesundheitsmanagement, Prävention, psychische Belastung, Unternehmenskultur, Workaholismus, Gesundheitsförderung, Stressbewältigung, Mitarbeitergesundheit, Interventionsplanung, Arbeitsfähigkeit, Suchterkrankung, Krankheitsprävention, Arbeitsumfeld, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesen Arbeiten grundsätzlich?
Die Arbeiten setzen sich mit den Auswirkungen von Arbeitssucht und psychischem Stress am Arbeitsplatz auseinander und entwickeln Konzepte für ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören Suchtprävention, die Bedeutung einer gesunden Unternehmenskultur, gesundes Führen sowie die Gestaltung förderlicher Arbeitsbedingungen in verschiedenen Sektoren wie der Verwaltung, KMUs und dem Krankenhausbereich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchungen?
Das Hauptziel ist die Förderung der Mitarbeitergesundheit durch die Implementierung nachhaltiger Präventionskonzepte und die Sensibilisierung von Führungskräften für gesundheitsrelevante Themen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Studien basieren auf Literaturanalysen, schriftlichen Mitarbeiterbefragungen sowie partizipativen Forschungsansätzen, um den Status quo und Bedarf in Organisationen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeiten behandelt?
Analysiert werden bestehende Belastungsfaktoren, Interventionsmöglichkeiten wie „gesundes Führen“, Projekt- und Ressourcenplanung sowie die Evaluation von Gesundheitsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeiten?
Begriffe wie Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Arbeitssucht, Prävention, Führungskompetenz, Belastungsfaktoren und Gesundheitsförderung stehen im Mittelpunkt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Arbeitszeit und Arbeitssucht relevant?
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine hohe Arbeitszeit nicht zwangsläufig bedeutet, dass Arbeitssucht vorliegt, da Leistung und Suchtverhalten unterschiedliche psychologische Ursprünge und körperliche Auswirkungen haben.
Welche Bedeutung hat die Unternehmenskultur bei der Gesundheitsförderung?
Sie gilt als Schlüsselvoraussetzung: Wenn Gesundheit in der Kultur und den Richtlinien verankert ist und Führungskräfte als Vorbilder agieren, werden präventive Angebote von den Mitarbeitern besser angenommen.
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- GRIN Verlag (Hrsg.) (General editor), Janina Henne (Author), Franziska Merath (Author), Linda Bödefeld (Author), 2024, Betriebliches Gesundheitsmanagement in KMU und Pflegeberufen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1520268