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Zur natürlichen Selbstorganisation - Vom Sein zum Werden

Title: Zur natürlichen Selbstorganisation - Vom Sein zum Werden

Thesis (M.A.) , 2008 , 93 Pages , Grade: 2,15

Autor:in: Friedrich Stadler (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Die Theorie der Selbstorganisation fällt unter das aktuell vorherrschende Paradigma der Evolutionstheorie. Der erste Teil des Textes ist eine Anwendung dessen auf das Denken der Vorsokratiker und das Denken generell. Zentrale Begriffe der Selbstorganisation sind im zweiten Teil schematisch dargestellt und liefern ein Begriffsgerüst. Der dritte Teil behandelt Kritik an der Selbstorganisation.
Für den ersten Teil werden Wolfgang Röd, Wolfgang Schadewaldt und Karl Popper als Interpreten der Vorsokratischen Philosophie gewählt. Textliche Grundlage sind die Fragmente der Vorsokratiker von Diels und Kranz. Im zweiten Teil werden Wort- und Inhaltsbedeutung der verwendeten Begriffe analysiert, auf der Grundlage der Begriffe aus Wikipedia. Im dritten Teil werden Theorien von Ilya Prigogine und Hans-Dieter Mutschler als Basis verwendet.
Denken wird als evolutiver Prozess verstanden, ähnlich wie die Entwicklung von Spezies. Das Denken des Einzelnen kann nicht ohne das Denken der Umgebung verstanden werden, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Daraus resultiert eine Prägung des europäischen Denkens bis in die heutige Zeit. Wie die Grundlagen des logischen Denkens und Argumentierens begonnen haben, katapultiert aus der Gegenwart in die graue Vorzeit und zurück.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Von Parmenides zu Heraklit: Vom Sein zum Werden

1.1 Vorbedingungen der Philosophie

1.2 Die Dichter

1.2.1 Homer

1.2.2 Hesiod

1.3 Die Denker

1.3.1 Thales von Milet

1.3.2 Anaximander

1.3.3 Anaximenes

1.4 Eine erste Synthese aus den Dichtern und Milesiern

1.5 Neue Richtungen des Denkens

1.5.1 Pythagoras

1.5.2 Xenophanes

1.5.3 Parmenides von Elea

1.5.3.1 Die Thesen des Parmenides

1.5.3.2 Die Meinungen bei Parmenides

1.5.3.3 Selbstorganisation und Parmenides

1.5.4 Heraklit

1.5.4.1 Thesen des Heraklit

1.5.4.2 Heraklits Lösung der Identität

1.5.5 Empedokles

1.6 Die Folgen aus Parmenides und Heraklit

1.6.1 Zenon von Elea

1.6.2 Anaxagoras

1.6.3 Leukipp und Demokrit

1.7 Zusammenfassung der Vorsokratiker

2 Begriffe in der Theorie der Selbstorganisation

2.1 Selbstorganisation

2.2 Mikro- und Makrokosmos

2.3 System

2.4 Offenes System

2.5 Materie

2.6 Komplexität

2.7 Chaos

2.8 Kausalität

2.9 Emergenz

2.10 Zusammenfassung der Begriffe

3 Kritik an der Theorie der Selbstorganisation

3.1 Ilya Prigogine

3.2 Die Kritik Mutschlers

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Theorie der natürlichen Selbstorganisation unter Rückgriff auf die vorsokratische Philosophie, um die ontologischen Grundlagen und deren Entwicklung vom Sein zum Werden zu beleuchten und kritisch in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen.

  • Wurzeln des Begriffs der Selbstorganisation in der antiken Naturphilosophie.
  • Evolution des Denkens von Parmenides (Sein) hin zu Heraklit (Werden).
  • Systematische Klärung zentraler Begriffe wie System, Komplexität, Chaos und Emergenz.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung dieser Theorien auf soziale und biologische Systeme.
  • Synthese zwischen philosophischem Ansatz und naturwissenschaftlicher Theoriebildung.

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Thales von Milet

Wie kommt man dazu Thales als Philosophen zu bezeichnen? Er unterscheidet sich zum damaligen üblichen Volk einerseits dadurch, dass er aus gehobenem Hause stammte. Wie die meisten Denker seiner Zeit, konnte er aufgrund seines Standes, sich erlauben über die Dinge nachzudenken. Er hatte die Zeit dazu, im Gegensatz zu den Sklaven oder anderen, die einer Arbeit nachgehen mussten, die sie völlig ausfüllte. Was andererseits bei Thales noch hinzu kommt ist der Ort in dem er gelebt hat: in Milet. Milet war zu seiner Zeit eine florierende Handelsstadt, zu vergleichen mit dem Königsberg eines Kant oder unserem heutigen New York, in der sich verschiedenste Kulturen vermischen und sich arrangieren.

Milet war eine Drehscheibe für den Handel, wodurch die Gegensätze der verschiedenen Kulturen aufeinander wirkten. Was Thales natürlich ebenfalls zukam, war ein sehr gutes Wahrnehmungsvermögen. Er stellte die Unterschiede der Kulturen fest und kam so über die Abstraktion der ihm eigenen Kultur zu neuen Erkenntnissen.

Was entscheidend ist für das Wahrnehmungsvermögen bei den Griechen, ist die Identifikation des Denkens damit. Derjenige, der eine gute Wahrnehmung hat, ist fähig gut zu denken. Dabei kommt dem Denken ein Wort zu, dass in unserer heutigen Sprache eher mit „Geist“ übersetzt wird: der nous. Bei Homer heißt es noch „schnaufen“, und im Näheren wird es als „sehr gute Wahrnehmung seiner Umwelt“ bezeichnet. Um den nous mit etwas zu vergleichen was wir heute noch den Tieren zuschreiben, wird es auch als „Witterungsvermögen“ übersetzt. Das, was bei Homer oft als „denken“ übersetzt wurde, bedeutet in seinem Kontext besser „spüren“ oder „bemerken“ (vgl. ebd. 71). An dieser Darstellung ist sehr interessant, dass ein Denken ohne die Wahrnehmung für die Griechen nicht zu denken ist. Denken und Wahrnehmung sind nicht nur miteinander gekoppelt, sondern das Denken wird nur auf der Basis der Wahrnehmung realisiert. Ein Denken über Abstraktes konnte sich unter dieser Voraussetzung noch nicht vollziehen, das Denken über etwas hatte immer einen Bezug auf ein real Gegebenes. Das Denken ist in diesem Kontext nur die Verlängerung der Wahrnehmung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt das Ziel, die Theorie der natürlichen Selbstorganisation jenseits gängiger Lebensratgeber zu beleuchten und ihre Ursprünge in der griechischen Naturphilosophie zu finden.

1 Von Parmenides zu Heraklit: Vom Sein zum Werden: Analysiert den historischen Grundstein des Denkens bei den Vorsokratikern und wie diese Konzepte das Verständnis von Sein und Werden prägten.

2 Begriffe in der Theorie der Selbstorganisation: Systematisiert wesentliche wissenschaftliche Termini wie Selbstorganisation, System, Komplexität und Emergenz innerhalb eines modernen Kontextes.

3 Kritik an der Theorie der Selbstorganisation: Erörtert die wissenschaftliche Kritik an der Übertragung physikalischer Selbstorganisationsmodelle auf andere Lebensbereiche, insbesondere anhand von Hans-Dieter Mutschler.

Schluss: Reflektiert die Notwendigkeit von Vertrauen in die wissenschaftliche Entwicklung und den Menschen als Teil eines komplexen Ganzen.

Schlüsselwörter

Selbstorganisation, Sein, Werden, Vorsokratiker, Parmenides, Heraklit, Komplexität, Emergenz, Systemtheorie, Naturphilosophie, Kausalität, Autopoiesis, Metaphysik, Ontologie, Chaostheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie der natürlichen Selbstorganisation. Sie geht der Frage nach, wie sich dieses komplexe Phänomen im Kontext der Naturphänomene und des menschlichen Erkenntnisvermögens beschreiben lässt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit verbindet klassische vorsokratische Naturphilosophie mit modernen wissenschaftlichen Ansätzen aus Bereichen wie der Chaostheorie, Systemtheorie und Komplexitätsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine philosophische Herleitung der Selbstorganisation zu liefern und zu zeigen, dass aktuelle wissenschaftliche Theorien ihre Wurzeln in antiken Überlegungen zum Verhältnis von Sein und Werden haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen analytisch-philosophischen Ansatz, der antike Texte und moderne wissenschaftstheoretische Diskurse kombiniert, um Begriffe zu klären und einen strukturierten Rahmen zu schaffen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Vorsokratiker, eine begriffliche Fundierung der Selbstorganisationstheorie und eine anschließende kritische Reflexion dieser Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Selbstorganisation, Sein und Werden, Komplexität, Emergenz sowie die Namen der antiken Denker Parmenides und Heraklit.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Parmenides und Heraklit in der Arbeit?

Die Arbeit stellt Parmenides' starres Sein dem prozesshaften Werden Heraklits gegenüber und zeigt, wie dieser Gegensatz als Ausgangspunkt für die abendländische Philosophie fungiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Populärwissenschaft?

Der Autor sieht in der Populärwissenschaft eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen hochspezialisierten Disziplinen, auch wenn er die methodische Exaktheit in populären Darstellungen kritisch hinterfragt.

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Details

Title
Zur natürlichen Selbstorganisation - Vom Sein zum Werden
College
Munich School of Philosophy
Grade
2,15
Author
Friedrich Stadler (Author)
Publication Year
2008
Pages
93
Catalog Number
V152057
ISBN (eBook)
9783640639892
ISBN (Book)
9783640640249
Language
German
Tags
Selbstorganisation Vorsokratiker Naturphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedrich Stadler (Author), 2008, Zur natürlichen Selbstorganisation - Vom Sein zum Werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152057
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