Ein Unternehmen steht einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber: Es soll auf wechselnde Markt- und Rahmenbedingungen reagieren können, gleichzeitig Risiken vermeiden und einen rechtssicheren Betrieb gewährleisten. Dabei darf das Unternehmen die Strategie nicht aus den Augen verlieren und muss gleichzeitig Gewinne erwirtschaften. Vor allem in Mikro und Kleinen Unternehmen (Unternehmen < 50 Mitarbeiter - nachfolgend MKU) hat sich in den vergangenen Jahren ein Wandel vollzogen. Herausforderungen wie Flexibilität, dynamische Märkte, steigender Kostendruck und zunehmende Globalisierung der Märkte, führten zu Veränderungen des Umfeldes, die eine immer schnellere Anpassung der Betriebsstruktur und Betriebsorganisation fordern. Um diese zu erreichen benötigt das Unternehmen klare Organisationsstrukturen sowie ein systematisches Vorgehen, das den Anforderungen gerecht wird und gleichzeitig die notwendigen Freiräume für flexibles Handeln lässt. Dafür wurde eine Vielzahl an Managementsystemen entwickelt. Zu den bekanntesten Managementsystemen gehören das Qualitätsmanagementsystem, das der Erfüllung steigender Qualitätsanforderungen dient und das Arbeitsschutzmanagement, welches das Wohl der Mitarbeiter berücksichtigt. Ebenso bekannt und verbreitet ist das Umweltmanagementsystem, das darauf ausgerichtet ist, die Umweltauswirkungen des Unternehmens zu verbessern und den Ressourcenverbrauch zu minimieren. Diese Managementsysteme wurden in Normen verankert und damit überprüfbar und zertifizierbar gemacht. Da mehrere themenspezifische Managementsysteme in einem Unternehmen die Gefahr in sich bergen, die ganzheitliche Blickrichtung zu verlieren, wurden verschiedene Ansätze zur Integration der Managementsysteme entwickelt. Die Integration der einzelnen Bereiche ist bei den Unternehmen sehr beliebt, da sie Doppelarbeit vermeidet die Transparenz erhöht und Zielkonflikte auflöst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Überblick über den Aufbau der Arbeit
1.3 Methodik
1.4 Ziel der Arbeit
2 Eigenschaften der MKU
2.1 Definition
2.2 Fakten
2.3 Besondere Merkmale
2.4 Bedürfnisse
2.5 Hilfestellungen für MKU
2.5.1 EU-Politik, Initiativen und Einrichtungen
2.5.2 Nationale Politik, Initiativen und Einrichtungen
3 Grundlagen der Managementsysteme
3.1 Definition
3.2 Übersicht der bedeutendsten Managementsysteme
3.2.1 Qualitätsmanagementsystem
3.2.2 Umweltmanagementsystem
3.2.3 Arbeitsschutzmanagementsystem
3.2.4 Risikomanagementsystem
3.2.5 Controlling
4 Integrierte Managementsysteme
4.1 Definition
4.2 Vor- und Nachteile
4.3 Darstellung der Integrationsansätze
4.3.1 Additive Integration
4.3.2 Partielle Integration
4.3.3 Systemübergreifende Integration
4.3.4 Prozessorientierte Integration
4.4 Bewertung und Auswahl der Integrationsansätze
4.4.1 Bewertung der Integrationsansätze
4.4.2 Auswahl eines Integrationskonzepts
4.5 Zertifizierung von Integrierten Managementsystemen
4.6 Integrierte Managementsysteme für KMU
5 Prozessmanagement
5.1 Definition Prozess
5.2 Identifikation der idealtypischen Prozesse in MKU
5.2.1 Idealtypische Unternehmensprozesse
5.2.2 Idealtypische Teilprozesse
6 Ausgewählte und angepasste Elemente des Integrierten Managementsystems
6.1 Planung
6.2 Management von Ressourcen
6.3 Organisationsstruktur und Zuständigkeiten
6.4 Produktrealisierung
6.5 Produkterbringung
6.6 Messung, Analyse und Verbesserung
7 Erweiterung des Integrierten Managementsystems
7.1 Ausgewählte Elemente des Risikomanagementsystems
7.1.1 Risikoidentifikation und Risikoinventur
7.1.2 Risikobewertung
7.1.3 Risikohandhabung
7.1.4 Risikoüberwachung und Frühwarnsystem
7.2 Ausgewählte Elemente des Controllings
7.2.1 Deckungsbeitragsrechnung
7.2.2 Finanzplanung
7.2.3 SWOT-Analyse
7.2.4 Portfolio-Analyse
8 Integration der Elemente in die Prozesse
8.1 Integration der Elemente in die Führungsprozesse
8.1.1 Strategisches Management
8.1.2 Operatives Management
8.1.3 Stabstellen
8.2 Integration der Elemente in die Kernprozesse
8.2.1 Produktentwicklung
8.2.2 Produkterstellung
8.2.3 Marketing/Vertrieb
8.2.4 Versand/Kundendienst
8.3 Integration der Elemente in die Unterstützenden Prozesse
8.3.1 Einkauf
8.3.2 Personal
8.3.3 Dokumentation/Rechnungswesen
8.3.4 Wartung/Instandhaltung
9 Fazit
9.1 Zusammenfassung
9.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, ein klassisches Integriertes Managementsystem (Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz) an die spezifischen Bedürfnisse von Mikro- und kleinen Unternehmen (MKU) anzupassen und um die Bereiche Risikomanagement und Controlling zu erweitern, um eine ganzheitliche und effiziente Betriebsführung zu ermöglichen.
- Besondere Merkmale und Anforderungen von Mikro- und kleinen Unternehmen (MKU)
- Grundlagen und Ansätze für Integrierte Managementsysteme (IMS)
- Prozessorientierte Integration als Strategie für MKU
- Integration von Risikomanagement und Controlling in die Unternehmensprozesse
- Strukturierung von Führung-, Kern- und Unterstützungsprozessen
Auszug aus dem Buch
8.2.2 Produkterstellung
Nachdem alle Ressourcen zur Verwirklichung des Produktionsplans beschafft sind, kann die Erstellung des Produkts beginnen. Der Auslöser für den Prozess ist die Bestätigung, dass alle benötigten Materialien und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Das Ergebnis des Prozesses ist ein kundenfähiges Endprodukt. Im Prozess Ressourcenplanung wird die Produkterstellung geplant. Dazu werden die Kapazitäten von Mitarbeitern und Maschinen geprüft und eine Übersicht über deren Einsatz erstellt. Für die eigentliche Produkterbringung müssen die folgenden Aspekte geprüft werden:
§ Wie wird gesteuert, dass alle benötigten Materialien und Mitarbeiter zum benötigten Zeitpunkt zur Verfügung stehen?
§ Wie wird geregelt, dass die zeitliche Abfolge der Herstellung geplant erfolgt?
§ Wie werden die Mitarbeiter darüber informiert, welche umweltschutzrelevanten Aspekte berücksichtigt werden?
§ Welche Ressourcen werden verbraucht, und wie hoch sind die Verbrauchsmengen?
§ Woher wissen die Mitarbeiter, wie sie sich vor Gefährdungen schützen können?
Um mögliche Fehler während der Produkterstellung feststellen zu können, müssen der Prozess und das Produkt regelmäßig überwacht und dokumentiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen für MKU in einem dynamischen Umfeld und definiert das Ziel der Arbeit, ein angepasstes Integriertes Managementsystem zu entwickeln.
2 Eigenschaften der MKU: Analysiert die Definition, Merkmale und Bedürfnisse von Mikro- und kleinen Unternehmen sowie bestehende politische Hilfestellungen.
3 Grundlagen der Managementsysteme: Bietet einen Überblick über die wichtigsten Managementsysteme wie Qualitäts-, Umwelt-, Arbeitsschutz- und Risikomanagement sowie Controlling.
4 Integrierte Managementsysteme: Erläutert die theoretischen Ansätze der Integration von Managementsystemen und bewertet ihre Eignung für MKU.
5 Prozessmanagement: Definiert das Prozessmanagement als Grundlage und identifiziert idealtypische Unternehmens- und Teilprozesse für MKU.
6 Ausgewählte und angepasste Elemente des Integrierten Managementsystems: Passt die klassischen IMS-Bestandteile an die spezifischen Bedürfnisse der MKU an.
7 Erweiterung des Integrierten Managementsystems: Erweitert das System um die für MKU essenziellen Bereiche Risikomanagement und Controlling.
8 Integration der Elemente in die Prozesse: Beschreibt die praktische Umsetzung der Integration in die Führung-, Kern- und Unterstützungsprozesse.
9 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung der Themen.
Schlüsselwörter
Integrierte Managementsysteme, MKU, Prozessmanagement, Risikomanagement, Controlling, Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Arbeitsschutzmanagement, Unternehmensführung, KMU, Prozessorientierte Integration, Organisationsstruktur, Unternehmensprozesse, Basel II, Zertifizierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines ganzheitlichen, auf die Bedürfnisse von Mikro- und kleinen Unternehmen (MKU) angepassten Integrierten Managementsystems (IMS).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Integration von Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsschutzmanagement sowie die Erweiterung um Risikomanagement und Controlling-Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Instrument zu schaffen, das MKU trotz begrenzter Ressourcen eine effiziente und rechtssichere Betriebsführung ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine prozessorientierte Integrationsmethode, bei der die Anforderungen verschiedener Managementsysteme in idealtypische Unternehmensprozesse eingebunden werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der MKU-Bedürfnisse, die Auswahl relevanter Managementelemente und deren methodische Integration in die operativen Prozesse des Unternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Integrierte Managementsysteme, MKU, Prozessmanagement, Risikomanagement, Controlling und Prozessorientierte Integration.
Warum ist das klassische IMS für MKU oft nicht geeignet?
Klassische Managementsysteme sind oft zu umfangreich, zu kostspielig und nicht auf die geringen personellen und finanziellen Kapazitäten von MKU zugeschnitten.
Warum spielt das Risikomanagement in der Arbeit eine so große Rolle?
Das Risikomanagement wird aufgrund der Relevanz von Basel II für die Kreditwürdigkeit und zur Sicherung der Unternehmensexistenz als unverzichtbarer Bestandteil für MKU hervorgehoben.
Welche Rolle spielt die prozessorientierte Integration?
Dieser Ansatz wird als am besten geeignet für MKU bewertet, da er flexibel ist und direkt an den realen Tätigkeiten im Unternehmen ansetzt, anstatt nur zusätzliche bürokratische Dokumentation zu erzeugen.
- Quote paper
- Mariana Klaudt (Author), 2009, Integrierte Managementsysteme für KMU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152060