Die Menschheit lebt in einer Zeit, in der immer häufiger die Rede von knappen Ressourcen ist. Damit ist nicht lediglich die begrenzte Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen gemeint, sondern es geht vielmehr um die optimale Gestaltung von Prozessen sowie um eine bestmögliche Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit um im globalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich tätig sein zu können. Ziel diese Buches ist es zu untersuchen, ob – unterstützt durch eine Führung mit Kennzahlen – die Prozessperformance durch eine erhöhte Eigenverantwortung der Mitarbeiter verbessert werden kann, indem diese mehr Verantwortung übernehmen und eine höhere Eigenständigkeit entwickeln.
Die Untersuchung sowie die Entwicklung eines Praxismodells erfolgen am Beispiel der Kreditorischen Rechnungsprüfung der BMW AG. Betrachtet werden zunächst die Aufgaben des Personalmanagements sowie Bereiche der Personalführung. Im weiteren Verlauf werden die Aufgaben und die Verantwortung in der Mitarbeiterführung erneut im Kontext mit Delegation von Verantwortung dargestellt. Anschließend wird konkret die Entwicklung eines Kennzahlensystems dargestellt, mit dessen Hilfe die Mitarbeiter und die Führungskräfte ihre Arbeitsprozesse effizienter gestalten können.
Der Autor kommt im Verlauf dieser Arbeit zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Eigenverantwortung in Verbindung mit der Führung durch Kennzahlen grundsätzlich möglich sein sollte. Dennoch sollten die Kennzahlen nicht als alleiniges Steuerungsinstrument dienen; vielmehr ist es erforderlich durch in diesem Zusammenhang einzuleitende Organisationsentwicklungsmaßnahmen eine weitgehende Partizipation der Mitarbeiter herzustellen, was letztlich auch den geänderten Rahmenbedingungen und den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht werden wird.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Ausgangssituation
1.4 Aufbau der Arbeit
2 PERSONALMANAGEMENT UND PERSONALFÜHRUNG
2.1 Personalmanagement
2.1.1 Prozessaufgaben
2.1.2 Entwicklungsaufgaben
2.2 Mitarbeiterführung
2.2.1 Führen mit Zielen / mit Auftrag
2.2.2 Zielvorgaben & Zielvereinbarung
2.2.3 Zielvereinbarungssysteme (BSC & EFQM)
2.2.4 Führungsdisziplin
2.2.5 Sich selbst führen
2.2.6 Mitarbeiterzufriedenheit
2.2.7 360°-Feedback
2.3 Leistungsförderung und Leistungskontrolle
2.3.1 Arbeitsmenge und Arbeitsqualität
2.3.2 Leistungsanpassung und Leistungsoptimierung
2.3.3 Leistungsziele und Kontrolle der Zielerreichung
2.4 Fazit und Vorschau
3 DELEGIERTE VERANTWORTUNG, TEAM- UND EIGENVERANTWORTUNG
3.1 Delegation von Verantwortung (im Unternehmen)
3.1.1 Partizipation und „Kollektivismus“
3.1.2 Praktizieren von geteilter Verantwortung
3.2 Teamverantwortung / Führen im Team
3.2.1 Wissen
3.2.2 Teamfähigkeit
3.2.3 Methoden Modell
3.2.4 In Systemen denken
3.3 Perspektiven der Eigenverantwortung
3.4 Eigenverantwortung in Unternehmen
3.5 Fazit und Vorschau
4 KENNZAHLEN (KEY PERFORMANCE INDICATORS)
4.1 Klassifikation und Funktionen von Kennzahlen
4.2 Leistungsmessung
4.3 Grenzen des Arbeitens mit Kennzahlen
4.4 Allgemeine Kennzahlensysteme
4.4.1 Balanced Scorecard
4.4.2 Six Sigma
4.4.3 EFQM
4.4.4 Management-Führungsinformationssystem
4.5 Prozesskennzahlen
4.6 Kennzahlen zur Personalführung
4.7 Führung mit "System"
4.7.1 Führung mit Kennzahlen und Kennzahlensystemen
4.7.2 Reflexionsorientiertes Controlling
4.7.3 Reaktanz im Kontext des Reflexionsorientierten Controlling
4.8 Fazit und Vorschau
5 ENTWICKLUNG EINES PRAXISMODELLS
5.1 Problemstellung
5.2 Prozesse der Kreditorischen Rechnungsprüfung
5.2.1 Frachtgutschriftverfahren
5.2.2 Rechnungsprüfung
5.2.3 Prozesspartner / Schnittstellen
5.3 Planungsphase
5.3.1 Analyse aktives Frachtgutschriftverfahren
5.3.2 Analyse Rechnungsprüfung
5.3.3 Auswahl des Pilot-Teams
5.3.4 Analyse des Volumens für das Pilot-Team
5.3.5 Auswahl der Mitarbeiter für das Pilot-Team
5.4 Entwicklung eines Kennzahlensystems für die Rechnungsprüfung
5.4.1 Auswahl einer Kennzahlensystembasis
5.4.2 Kennzahlen-Scorecard
5.4.3 Finanzielle Anforderungen
5.4.4 Prozessperspektive
5.4.5 Kunden- & Lieferantenanforderungen
5.4.6 Mitarbeiterperspektive
5.5 Erkenntnisse und Konsequenzen
5.5.1 Änderungsbedarf im Fachbereich
5.5.2 Umorganisation im Unternehmen
5.5.3 Planung einer neuen Funktion "Controlling"
5.5.4 Auswahl des Führungsstils
5.5.5 Erhöhung / Stärkung der Eigenverantwortung
5.5.6 Teambuilding
5.5.7 360°-Feedback
5.5.8 Möglicher Ablaufplan für das Projekt des Praxismodells
5.5.9 Erfolgsmessung und Ziele
5.6 Fazit und Vorschau
6 ANWENDUNGSEMPFEHLUNG
6.1 Validierung
6.2 Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit im Unternehmen
6.3 Lösungsansätze im Detail
6.4 Weitere Entwicklungspotenziale
6.5 Kritische Betrachtung
6.5.1 Interpretation der Ergebnisse
6.5.2 Verbesserungspotenziale
6.6 Fazit
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu untersuchen, ob durch eine Führung mit Kennzahlen die Prozessperformance und die Eigenverantwortung von Mitarbeitern innerhalb der kreditorischen Rechnungsprüfung nachhaltig verbessert werden kann. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwieweit ein geeignetes Kennzahlensystem in Kombination mit einem partizipativen Führungsstil die unternehmerische Entscheidungsfreiheit auf operativer Ebene fördern kann.
- Entwicklung und Implementierung von Kennzahlensystemen zur Steuerung administrativer Prozesse.
- Stärkung der Eigenverantwortung und Selbststeuerung in autonomen Teams.
- Analyse von Führungsstilen und Führungsdisziplinen im modernen Personalmanagement.
- Optimierung von Prozessabläufen (z.B. Frachtgutschriftverfahren) durch gezielte Leistungsmessung.
- Sicherstellung der Mitarbeiterzufriedenheit als strategischer Erfolgsfaktor (Human Capital).
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Im Produktionsbereich verschiedenster Branchen ist es üblich, die Leistung der Mitarbeiter, die Qualität der produzierten Güter und den Ist-Zustand der Produktion mit Hilfe von Kennzahlen zu messen und zu bewerten, um diese anschließend in Kennzahlensystemen darstellen zu können.
In den Fertigungsstätten der BMW AG gibt es unter anderen folgende Kennzahlen:
• Durchlaufzeit
• Termintreue
• Fehlerquote
• Stückzahl
Im Finanzbereich, speziell in der Rechnungsprüfung, sind diese Kennzahlen weitaus schwieriger darzustellen. Es stehen zwar Vorgangszahlen und Durchlaufzeiten zur Verfügung, jedoch stehen diese derzeit nicht im Zusammenhang mit der Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter und dienen derzeit auch nicht als Führungsinstrument. Die Kennzahlen müssten hierzu in einem sinnvollen Zusammenhang stehen, sich gegenseitig ergänzen und den aktuellen Soll- und Ist-Zustand widerspiegeln. Anhand des Ist-Zustands kann anschließend die Zielerreichung sowie die Entwicklung gemessen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert die Problemstellung der Arbeit im Kontext der BMW AG und legt das Ziel fest, ein Kennzahlensystem zur Stärkung der Eigenverantwortung zu entwickeln.
2 PERSONALMANAGEMENT UND PERSONALFÜHRUNG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Mitarbeiterführung, moderne Managementtechniken und die Bedeutung der Mitarbeiterzufriedenheit für den Unternehmenserfolg.
3 DELEGIERTE VERANTWORTUNG, TEAM- UND EIGENVERANTWORTUNG: Hier wird der Zusammenhang zwischen Delegation, Teamarbeit und Eigenverantwortung untersucht, wobei die Notwendigkeit einer unterstützenden Führungskultur hervorgehoben wird.
4 KENNZAHLEN (KEY PERFORMANCE INDICATORS): Dieses Kapitel gibt einen Überblick über gängige Kennzahlensysteme wie Balanced Scorecard, Six Sigma und EFQM und deren Anwendung zur Leistungsmessung.
5 ENTWICKLUNG EINES PRAXISMODELLS: Das Kapitel beschreibt konkret die Entwicklung eines Praxismodells für die kreditorische Rechnungsprüfung der BMW AG inklusive Pilot-Team-Ansatz und Kennzahlen-Scorecard.
6 ANWENDUNGSEMPFEHLUNG: Abschließend werden Empfehlungen zur Validierung und Implementierung sowie zur kritischen Erfolgsbetrachtung des Modells gegeben.
Schlüsselwörter
Eigenverantwortung, Führung mit Kennzahlen, Personalmanagement, Rechnungsprüfung, Prozessperformance, Balanced Scorecard, Six Sigma, EFQM, Mitarbeiterführung, Zielvereinbarung, Personalentwicklung, Delegation, Unternehmenskultur, Prozesskennzahlen, BMW AG.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz von Kennzahlen und eine gezielte Führungsmethode die Eigenverantwortung und Prozessperformance von Mitarbeitern gesteigert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Personalmanagement, Mitarbeiterführung, Teamverantwortung, den Einsatz von Kennzahlensystemen (KPIs) sowie Organisationsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Praxismodells für die kreditorische Rechnungsprüfung der BMW AG, das Effizienz steigert und die Mitarbeiterautonomie fördert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen zu Managementtheorien sowie eine praxisorientierte Untersuchung von Prozessen und Kennzahlen am Beispiel der BMW AG durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Führung und Kennzahlen sowie in einen konkreten Anwendungsteil, in dem ein Pilot-Modell für ein Team entwickelt wird.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Eigenverantwortung, Kennzahlen, Mitarbeiterzufriedenheit, Prozessoptimierung und Führungsdisziplin.
Wie unterscheidet sich das Modell von klassischen Führungsmethoden?
Durch die Kombination von quantitativen Kennzahlen mit qualitativen Führungsansätzen und der expliziten Einbindung der Mitarbeiter wird eine ganzheitliche Steuerung angestrebt.
Warum spielt das "360°-Feedback" eine wichtige Rolle im Kontext dieser Arbeit?
Es dient dazu, eine umfassende Einschätzung der Leistung zu ermöglichen und die interne Kommunikation sowie die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Teams zu verbessern.
Welchen Stellenwert nimmt die "Reaktanz" bei der Einführung des Modells ein?
Die Arbeit identifiziert Reaktanz als psychologische Ablehnungshaltung gegenüber Kontrollsystemen und betont die Notwendigkeit von Kommunikation, um diese als Unterstützung statt als Bedrohung wahrzunehmen.
- Citation du texte
- MSc Christian Bonack (Auteur), 2008, Aufbau eines Kennzahlensystems zur Führung und Entwicklung der Mitarbeiter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152082