Management im Wandel - Change Management

Ist aktiver Wandel für ein Unternehmen notwendig oder sogar essenziell, um nachhaltig konkurrenzfähig zu sein?


Studienarbeit, 2010
15 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

1. Einleitung

Dieses chinesische Sprichwort beschreibt die Anforderungen in der heutigen Zeit an die Wirtschaft sich ständig zu wandeln. In der Realität sind Fusionen, Pleiten, Neugrün­dungen und Entlassungen an der Tagesordnung. Diese Veränderungen haben sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren durch die Globalisierung von Märkten und den zunehmenden Wettbewerb sehr stark beschleunigt und wurden durch makroökonomische Einflüsse, wie technologischer Fortschritt, Integration internationaler Wirtschaft sowie die Sättigung industrieller Märkte in den Industrienationen, und durch soziale Kräfte, wie eine Hinwendung zum Kapitalismus und zur Privatisierung verstärkt. Da dieser Wandel permanent stattfindet, müssen sich Unternehmen ständig einer veränderten Umwelt anpassen. Die Wirtschaft und das betriebliche Management müssen sich daher verändern. Inwieweit ein Wandel notwendig ist, um nachhaltig konkurrenzfähig zu sein, wird im Folgenden erörtert.

Dafür wird im ersten Abschnitt das Thema „Management im Wandel“ näher betrachtet, indem zunächst auf die Begrifflichkeit eingegangen wird und danach Ursachen sowie Formen erläutert werden. Im Zweiten Abschnitt wird das Konzept Change Management des Managements im Wandel dargestellt. Dabei wird auf verschiedenen Modelle, Instrumente und Möglichkeiten der Durchführung eingegangen.

Das Tempo des Wandels unserer Wirtschaft hat sich und wird sich in absehbarer Zeit nicht verlangsamen. Zur Umstrukturierung werden Pläne und Strategien entwickelt, die bevor sie realisiert werden können, schon wieder überholt sind. Der Wandel bzw. die Veränderung kann in verschiedenen Formen und Intensitäten im Unternehmen auftreten.

2. Definition des Managements des Wandels und Veränderung

Der Begriff Wandel kommt in den verschiedensten Weisen in unserem Leben vor. Allgemein beschreibt er ein Geschehen, dass nicht vom Menschen ziel- und zweckorientiert in Gang gesetzt wird.[1] Im gleichen Zusammenhang wird auch häufig der Begriff Veränderung benutzt. Veränderung ist ein Synonym für Korrektur, Überarbeitung oder auch Umwandlung.[2] Der Begriff beschreibt also den Ablauf bzw. Verlauf einer Umwandlung in einer Zeiteinheit. Dabei wird aber nur auf Wandel oder Veränderung eingegangen. Doch was bedeutet Wandel des Managements? Darunter versteht man die gezielte Gestaltung und Lenkung des Veränderungsprozesses von Organisationen. Dieser Prozess wird von Individuen, Gruppen oder Organisationen als Ganzes getragen.[3]

In der Realität steht eine gut aufgestellte Firma unter einem „Zwang zu neuen Strategien“ denn sie muss weiter wachsen, um ihre Position in dem weiter wachsenden Wirtschaftsraum erhalten zu können. Dabei [gehen] „Unternehmen […] über Grenzen ins Unbekannte, Manager implementieren das Bekannte.“[4] „Wirtschaftsführer [fordern] heutzutage in einer Zeitspanne von 18 bis 38 Monaten die Produktivität um 20 bis 50 Prozent [zu] erhöhen, die Qualität um 30 bis 100 Prozent [zu] optimieren und die Produktionsentwicklungsphasen um 30 bis 80 Prozent [zu] senken.“[5] Die Wirtschaft und das betriebliche Management müssen sich daher verändern, heute unter anderen Voraussetzungen als noch vor wenigen Jahren.

2.1 Externe und interne Ursachen

Ein Wandel wird immer dann notwendig, wenn bestehende Strukturen und Prozesse nicht mehr den gewünschten Beitrag zur Erreichung von Unternehmensziele leisten. Wenn kein Wandel stattgefunden hat, dann wirkt sich der vorhandene Problemdruck negativ auf die Erfolgskennziffern, wie den Umsatz, Gewinn oder Kapitalrendite aus. Hinzu kommt, dass durch Preisverfall und schwindender Gewinnspanne immer weniger Geld zur Verfügung steht. Auch bei Zunahme der Komplexität der Aufgaben müssen eine schnelle Reaktionsfähigkeit der Geschäftsführung sowie hohe Flexibilität der Produktion gesichert werden.[6]

Generell gibt es zwei grundlegende Ursachenkomplexe: externe, der von außen auf Organisationen durch den Wandel der Unternehmensumwelt gerichteten Druck, und interne Ursachen, den von innen auf Organisationen durch den Wandel der Unternehmensinnenwelt gerichteten Druck.

Die Unternehmensumwelt wird vor allem durch externe Rahmenbedingungen, wie Konkurrenzverhältnisse, Globalisierung, der fortschreitende Wandel der gesellschaftlichen Werte oder die gesamtwirtschaftliche Situation beeinflusst. Zusätzlich haben technologischen Entwicklungen die Prozesse der Geschäftsführung ungeheuer beschleunigt. Für die Unternehmen nimmt der Druck des Marktes und des Wettbewerbes ständig zu. So verkürzen sich beispielsweise die Produktionszyklen oder es sinken die Absatzpreise. Ursachen dafür sind zum Einen verstärkte Globalisierungstendenzen und zum Anderen die zunehmende Liberalisierung des Welthandels. Zusätzlich verändern sich in hochentwickelten Industrienationen seit Ende der sechziger Jahre die gesellschaftlichen Werte.[7]

Interne Ursachen können erstens Fehlentscheidungen der Absatzpolitik, Fehlinvestitionen oder verspätete Entwicklung von neuen Produkten sein. Zweitens muss bei Neuformulierung der Unternehmensstrategie eine flexible Struktur zu ihrer Umsetzung vorhanden sein, da sich eine neue Strategie nur selten mit alten Strukturen umsetzen lässt.[8] Drittens führen neue Managementkonzepte, wie beispielsweise das Lean-Management oder das Business-Process-Reenginering zur Umstrukturierung der Organisation. Diese Konzepte sollten erkannte Schwachstellen, wie Entscheidungszentralisation oder ausgeprägtes Ressortdenken, verbessern und lösen. Zusätzlich sollen Führungsfehler oderMachtkämpfe von Organisationsmitgliedern fehlende Führungsqualitäten erkannt und behoben werden.

2.2 Geplanter und ungeplanter Wandel und seine Formen

Viele der Veränderungen sind nicht beabsichtigt, zufällig und bleiben lange Zeit unbemerkt. Dieser ungeplante Wandel ist permanent, nicht intendiert und vielmehr zufällig.[9]

Der geplante Wandel umfasst dagegen alle absichtlichen gesteuerten, organsierten und kontrollierten Veränderungen zur zielgerichteten und antizipativen Organisationsgestaltung.[10] Durch die aktive Entwicklung der Organisation soll die Effektivität und Effizienz des Unternehmens gesteigert werden. Demnach ist der geplante Wandel die bewusste Entscheidung der Organisation einen auf ihre Funktionsweise und das Verhalten der Organisationsmitglieder ausgerichteten Veränderungsprozess durchzuführen mit dem Ziel, das vorhandene Effizienzniveau der Organisation zu verbessern.[11] Beide Formen des Wandels können verschiedene Ausmaße annehmen, die in erster und zweiter Ordnung unterteilt werden.

Bei einem Wandel erster Ordnung (gradual Change) werden innerhalb des Systems Veränderungen, wie Entwicklung, Verbesserung oder auch Optimierung, vorgenommen. Es folgt eine Anpassung, welche hinsichtlich ihrer Komplexität und Intensität überschaubar ist. Es werden nur einzelne Einheiten oder Bereiche verändert, sodass sich die Angst und somit auch der Widerstand der Mitarbeiter in Grenzen halten. Der Wandel zweiter Ordnung (radical change ) führt zu einem Muster- und Identitätswechsel des Unternehmens, bei welchem grundlegende, komplexe und qualitative Veränderungen stattfinden. Dieser Wandel betrifft alle Organisationseinheiten, verläuft meist irrational und ist für Mitarbeiter oft nicht begreifbar. Die Angst der Betroffenen vor derartigen fundamentalen Prozessen und ihren Auswirkungen ist groß.[12]

Des Weiteren kann der Wandel aufgrund der verschiedenen Objekte in vier Formen unterteilt werden, bei denen im Folgenden die Intensität der Wirkung zunimmt.

Die erste Form ist die Restrukturierung oder auch Reorganisation. Das Ziel dieses Prozesses ist die Neugestaltung der aktuellen Geschäftsprozesse und betrieblichen Strukturen, um das Kosten-Nutzen-Ver­halten zu verbessern. So stehen laut der Studie von Capgemini Restrukturierungsmaßnahmen mit 50% an oberster Stelle.[13] Diese Maßnahmen haben nur kurzfristigen Erfolg, sodass sie oft wiederholt werden.

[...]


[1] Vgl. Horst Kremer

[2] Vgl. Duden 2002 - Veränderung

[3] Vgl. Kleingarten 1995 S.50

[4] Spenger, R. K.: Aufstand des Individuums: warum wir Führung komplett neu denken müssen. – Campus Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2000, S. 56

[5] Kotter J.P.: Chaos Wandel Führung –Leading Change. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf, 1996, S. 34.

[6] Vgl. Vahs 2009 S.309f

[7] Vgl Vahs 2009 S.311

[8] Vgl. ebda. S.314

[9] Bodenburg, I.: Führung im Wandel - Die Rolle der Führungskraft beim Change Management. VDM Verlag 2007. 47 Seiten, S. 3

[10] Vgl. Vahs 2009 S.276

[11] Bodenburg, I.: S. 3 ff.

[12] Vgl. Vahs S277

[13] Capgemini Change Management- Studie 2008. S. 14.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Management im Wandel - Change Management
Untertitel
Ist aktiver Wandel für ein Unternehmen notwendig oder sogar essenziell, um nachhaltig konkurrenzfähig zu sein?
Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,7
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V152093
ISBN (eBook)
9783640662777
ISBN (Buch)
9783640663002
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Change Management, Management im Wandel, Change, Management, Restrukturierung, Reorientierung, Revitalisierung, Remodellierung, Organisationsgestaltung, Organisation, Organisationsentwicklung, System Engineering, Drei-Phasen-Modell, Kurt Lewin, Unfreezing, Refreezing, Top-down, Business Reengineering, Projektmanagement, Projektorganisation
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Management im Wandel - Change Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152093

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