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Vorstellungen vom Alter

Konzeption eines Fragebogens zur explorativen Erforschung der Konzepte von gelingendem Altern bei türkischen Senioren im Rhein-Neckar-Kreis

Title: Vorstellungen vom Alter

Seminar Paper , 2008 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Ebinger (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Ausgehend von einem prototypisch deutschen und türkischen Verständnis von positivem Altern setzte sich unsere Arbeitsgruppe das Ziel, die Einstellungen und Wahrnehmungen der türkisch-deutschen Immigranten der ersten Generation im Hinblick auf das ‚Positive Altern‘ zu untersuchen und mit der mehrheitsdeutschen bzw. türkischen Wahrnehmung zu vergleichen. Zentral erschienen uns hierbei die Aspekte Enkulturation bzw. Retraditionalisierung. Die Auswahl der türkisch-deutschen Migranten erschien uns sinnvoll, weil sie sich als größte ethnische Gruppe in Deutschland mengenmäßig, wie auch verteilungstechnisch, gut für eine Erhebung eignen würde. Vom dargestellten Forschungsdesign mussten wir uns im Rahmen unserer Literatursichtung bald verabschieden. Weder erschloss sich uns eine prototypisch-deutsche oder -türkische Sichtweise von positivem Altern noch wäre es uns aufgrund der knappen Zeit möglich gewesen eine Erhebung zu konzipieren, die auf valide Weise vergleichbare Einstellungen und Konzepte bei türkischstämmigen Migranten in Deutschland zu Tage fördert. Die Idee eines Kulturvergleichs wurde somit zurückgestellt. Im Sinne der Machbarkeit und angesichts des fortgeschrittenen Projektplans entschieden wir uns dafür, unsere Forschung auf eine geeignete Voruntersuchung einzugrenzen. Ziel der nunmehr explorativen Studie sollte es sein, die Lebenssituation älterer türkischer Migranten im Rhein-Neckar-Gebiet anhand ausgewählter Lebensbereiche zu untersuchen und herauszufinden, welche Lebensaspekte in den Augen der Befragten die zentralen für ein gelingendes Altern sind. Die Literaturrecherche wurde auf das neue Forschungsthema ausgerichtet und konzentrierte sich auf ab diesem Zeitpunkt auf die Hintergründe und die Lebenswelt von türkischen Migranten der ersten Generation. Kapitel 1 stellt die Ergebnisse dieser Recherche dar. Nach einigen grundlegenden Informationen über türkische Migranten in Deutschland, werden die Lebenswelt und typische Problemlagen türkischer Senioren vorgestellt, die im Zuge einer Bewertung von Altern in Deutschland berücksichtigt werden müssen. Kapitel 2 stellt die wissenschaftliche Forschungsfrage dar. Kapitel 3 konkretisiert die Methode der Datenerhebung und das zu untersuchende Personenkollektiv. Kapitel 4 gibt eine Übersicht über die Themenbereiche der Untersuchung und erläutert den Fragebogen im Detail. Kapitel 5 widmet sich der kritischen Reflexion des Forschungsvorhabens, speziell der Forschungsprämissen sowie der Methodik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 | Vorwort & Themenfindung

0.1 | Autorenschaft

0.2 | Themenfindung

1 | Türkische Einwanderer in Deutschland

1.1 | ‚Gastarbeit‘ und der Mythos der Rückkehr

1.2 | Türkischstämmige Senioren in Deutschland

1.3 | Problematisches Altern in der Fremde

2 | Forschungsanliegen

2.1 | Forschungsfrage

2.2 | Zum Begriff ‚Gelingendes Altern‘

3 | Konzeption der Erhebung

3.1 | Forschungsmethode

3.2 | Zielgruppe

4 | Erläuterung des Fragebogens

4.1 | Inhaltliche Gliederung

4.2 | Einleitungstext

4.3 | Erläuterung der Auswahl von Fragen & Variablen

5. Kritische Zusammenschau:

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine explorative Voruntersuchung zur Lebenssituation älterer türkischer Migranten im Rhein-Neckar-Gebiet zu konzipieren, um herauszufinden, welche spezifischen Lebensaspekte von den Betroffenen als zentral für ein gelingendes Altern wahrgenommen werden.

  • Analyse der Lebenswelt und Problemlagen türkischer Migranten der ersten Generation.
  • Entwicklung eines strukturierten Fragebogens zur Erfassung subjektiver Perspektiven auf das Altern.
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Migration, familiärer Situation und Altersbildern.
  • Kritische Reflexion methodischer Herausforderungen in der interkulturellen Forschung.
  • Identifikation von Faktoren, die das "gelingende Altern" im Migrationskontext beeinflussen.

Auszug aus dem Buch

1.1 | ‚Gastarbeit‘ und der Mythos der Rückkehr

Die Türken sind mit rund 1,76 Mio. Personen heute mit großem Abstand vor den Italienern (548.000) und Serben/Montenegrinern (500.000) die bevölkerungsstärkste Gruppe an Ausländern in Deutschland (BAMF 2006:119). Rund 75% von ihnen leben seit über zehn Jahren in Deutschland (BAMF 2006:116), in Nordrheinwestfalen liegt die durchschnittliche Verweildauer türkischer Migranten inzwischen bei 24 Jahren (SAUER 2007:11). Die Migration liegt in den meisten Fällen Jahrzehnte zurück und ist im Wesentlichen auf Arbeitsmigration der sechziger und frühen siebziger Jahre zurückzuführen (ZEMAN 1995:24).

Im Rahmen der Anwerberverträge, die die Bundesrepublik aufgrund des starken wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem 2. Weltkrieg und des damit einhergehenden Arbeitskräftemangels ab 1955 mit verschiedenen europäischen Ländern schloss (darunter u.a. auch Italien, Spanien und Griechenland), kamen ab 1961 türkische ‚Gastarbeiter‘ nach Deutschland (ÖZAKIN 1993: 8). Wie im Begriff ‚Gastarbeiter‘ bereits anklingt, war die Bleibedauer der Zuwanderer ursprünglich nicht auf Dauer ausgelegt. Die ersten Einreisewilligen bekamen Zeitverträge über maximal zwei Jahre sowie eine zeitlich beschränkte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis (ebd.:19). Dies war im Regelfall im Sinne der ausländischen Arbeitskräfte (KLUGE 2003:64), welche bei der Einreise ‚kerngesund‘ sein mussten eine Altershöchstgrenze von maximal 40, später 35 Jahre nicht überschritten haben durften (ÖZAKIN 1993:11).

Auch sie sahen ihren Aufenthalt als temporär an. Vorrangiges Ziel war es, in möglichst kurzer Zeit ausreichend Geld für eine Existenzgründung in der heimatlichen Türkei zu verdienen und dann schnellstmöglich zurückzukehren (ROTHE 1992:57). Die Erreichung dieses ‚Schnell-Zieles‘ gelang oftmals jedoch nicht. Zentraler Hinderungsgrund war in den meisten Fällen, dass die angestrebte Menge an Finanzkapital in der anberaumten Zeit nicht erwirtschaftet worden war. Dies war Folge der schlechten Löhne, als auch der wesentlich teureren Lebenshaltungskosten in Deutschland (ÖZAKIN 1993:29).

Zusammenfassung der Kapitel

0 | Vorwort & Themenfindung: Einführung in den Entstehungskontext der Arbeit im Rahmen eines Seminars und Erläuterung der ursprünglichen sowie adaptierten Themenwahl.

1 | Türkische Einwanderer in Deutschland: Darstellung der historischen Hintergründe der Arbeitsmigration und Beschreibung der spezifischen Lebenswelt sowie Problemlagen türkischer Senioren.

2 | Forschungsanliegen: Präzisierung der explorativen Forschungsfrage und theoretische Annäherung an den Begriff des gelingenden Alterns im Migrationskontext.

3 | Konzeption der Erhebung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise und Kriterien zur Auswahl der Zielgruppe für die geplante Befragung.

4 | Erläuterung des Fragebogens: Detaillierte Vorstellung der inhaltlichen Dimensionen und der Auswahl der spezifischen Fragen zur demografischen und sozialen Situation.

5. Kritische Zusammenschau:: Reflektion über die Schwächen und Grenzen der gewählten Methode sowie Einordnung des Erkenntnisgewinns der Arbeit.

Schlüsselwörter

Türkische Migranten, Alter, Migration, Gelingendes Altern, Gastarbeit, Mythos der Rückkehr, Senioren, Soziale Isolation, Lebenszufriedenheit, Interkulturelle Forschung, Fragebogen, Integration, Familiennachzug, Demografie, Rhein-Neckar-Kreis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption einer explorativen Studie über die Lebenssituation und das Altersverständnis türkischer Migranten der ersten Generation in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf Familie, Gesundheit, finanzieller Situation, Heimatbezug, Integration sowie dem subjektiven Verständnis von gelingendem Altern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Lebensbereiche für die betroffenen Senioren ausschlaggebend für die Wahrnehmung eines "gelingenden Alterns" sind und wie diese Einstellungen explorativ erfasst werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird der Entwurf eines strukturierten Fragebogens präsentiert, der durch den Einsatz zweisprachiger Interviewer methodische Barrieren (wie Sprachdefizite oder Bildungsstand) überbrücken soll.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Migrationsgeschichte, die theoretische Herleitung des Begriffs "Altern" sowie die detaillierte Erläuterung und Begründung des entwickelten Fragebogen-Konzepts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Migration, gelingendes Altern, türkische Senioren, Lebenswelt, soziale Integration und methodische Erhebung.

Welchen Stellenwert nimmt das "Mythos der Rückkehr" ein?

Dieses Phänomen wird als zentraler Aspekt der migrantischen Lebenswirklichkeit identifiziert, da es bei älteren Migranten oft zu einer anhaltenden inneren Zerrissenheit zwischen Heimat und Verbleib führt.

Wie unterscheidet sich die Zielgruppe von der deutschen Mehrheitsbevölkerung?

Neben sozioökonomischen Unterschieden wird besonders die Erosion des traditionellen Senioritätsprinzips und die damit verbundene Entfremdung zwischen den Generationen als spezifische Belastung hervorgehoben.

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Details

Title
Vorstellungen vom Alter
Subtitle
Konzeption eines Fragebogens zur explorativen Erforschung der Konzepte von gelingendem Altern bei türkischen Senioren im Rhein-Neckar-Kreis
College
University of Heidelberg  (Institut für Ethnologie)
Course
Alter, Migration und Ethnizität
Grade
1,0
Author
Alexander Ebinger (Author)
Publication Year
2008
Pages
40
Catalog Number
V152139
ISBN (eBook)
9783640639649
ISBN (Book)
9783640639724
Language
German
Tags
Gerontoethnologie Altern Türken in Deutschland Senioren Türken Gelingendes Altern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Ebinger (Author), 2008, Vorstellungen vom Alter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152139
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