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Leitlinien der Medizinethik in der Debatte

quality-of-life vs. sanctity-of-life

Title: Leitlinien der Medizinethik in der Debatte

Essay , 2008 , 5 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marieke Jochimsen (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Durch medizinethischen Diskurs und aufklärungsphilosophische Gedanken hat sich das hierarchische paternalistische Arzt-Patienten Verhältnis früherer Zeiten gewandelt. Anstatt Entscheidungen über Maßnahmen, die das Wohl des Patienten betreffen, einzig der Urteilsgewalt des Arztes zu überlassen, wird nunmehr die Entscheidungsautonomie des Patienten betont. Der Arzt hat sich vor einer Behandlung den informed consent des Patienten einzuholen, d.h. seine freiwillige Zustimmung nach umgreifender Information über mögliche Folgen, Kosten, Chancen, Komplikationen und Alternativen der Behandlung. Der Arzt nimmt also im Idealfall die Rolle des beratenden Experten ein. Die Fürsorgepflicht des Arztes tritt nunmehr hinter dem Autonomie-Aspekt des Patienten zurück und ist somit nicht mehr oberstes Prinzip der Arztethik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Arzt-Patienten-Verhältnis und Selbstbestimmung

3. Konzepte der medizinischen Ethik

3.1 Lebensqualität als Kriterium

3.2 Heiligkeit des Lebens

4. Kritische Analyse und Menschenwürde

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Konzept der Lebensqualität und dem Prinzip der Heiligkeit des Lebens in der modernen Medizinethik, um daraus Leitlinien für ethisch begründete medizinische Entscheidungen in Grenzsituationen abzuleiten.

  • Wandel vom Paternalismus zur Patientenautonomie und informed consent.
  • Die ethische Problematik der Präimplantationsdiagnostik.
  • Gegenüberstellung von Lebensqualität und der Idee des intrinsischen Lebenswerts.
  • Die Unterscheidung zwischen Person- und Nichtpersonenstatus.
  • Die Rolle der Menschenwürde als verbindendes, zentrales Kriterium.

Auszug aus dem Buch

Kritische Auseinandersetzung mit Lebensqualität und Heiligkeit des Lebens

Kritiker argumentieren, dass menschliches Leben nicht in Wertkategorien eingeteilt werden kann und Lebensqualität keineswegs etwas Verallgemeinerbares ist. Denn die Auffassung von Lebensqualität hängt schließlich von eigenen Wertvorstellungen ab und ist letztendlich eine verkappte Frage nach der individuellen Auffassung von Glück. So stellt sich die Frage, ob das Leben an sich wertvoll sei, d.h. ihm ein „intrinsischer Wert“ zukomme, oder es erst durch bestimmte Faktoren unter die vor allem auch Gesundheit fällt, erst zu einem solchen gemacht wird. Ist das an sich neutrale Leben wertvoll aufgrund positiver Faktoren, die einen Ausschlag ins Positive bewirken, oder ist die bloße Tatsache am leben zu sein und Empfindungen zu haben schon positiv? Dahinter steckt wahrscheinlich auch immer eine individuelle Vorstellung von Glück, die mal Leiderfahrungen als wichtigen Bestandteil mit einbezieht und sich mal als eine maximale Lustgewinnung definiert.

Es ist in jedem Falle ethisch problematisch die Beurteilung von Lebensqualität als eine Begründung dafür zu verwenden, jemandem im wahrsten Sinne des Wortes das Leben zu „ersparen“. Als Beispiel hierfür, lässt sich das Problem eines bei einer Präimplantationsdiagnose mit einer Schwerstkrankheit diagnostizierten Embryos anführen. Kann man dieses Leben aufgrund seiner geringen „Lebensqualität“ verwerfen? Darf man überhaupt einen Embryo verwerfen?

Vertreter der Position der Heiligkeit des Lebens argumentieren, dass menschliches Leben absolut schützenswert ist unabhängig vom jeweiligen Bewusstseins- und Entwicklungsstand. Nach dieser Auffassung dürfe nicht nur die Fremdbeurteilung der Lebensqualität nicht als Grund für die Verwerfung des Embryos gelten, sondern die Verwerfung eines menschlichen Embryos an sich sei ethisch nicht gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Wandel vom paternalistischen Arztmodell hin zur Patientenautonomie ein und stellt die ethischen Dilemmata am Lebensanfang und Lebensende vor.

2. Arzt-Patienten-Verhältnis und Selbstbestimmung: Es wird die Bedeutung des informed consent sowie die Grenzen der Selbstbestimmung bei nicht entscheidungsfähigen Patienten thematisiert.

3. Konzepte der medizinischen Ethik: Dieses Kapitel analysiert die Konzepte der Lebensqualität und der Heiligkeit des Lebens als grundlegende Orientierungshilfen für medizinisches Handeln.

4. Kritische Analyse und Menschenwürde: Hier werden die Schwächen der beiden Konzepte beleuchtet und der Aspekt der Menschenwürde in den Fokus der Argumentation gerückt.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fordert eine Zusammenführung beider Konzepte unter strikter Berücksichtigung der Menschenwürde.

Schlüsselwörter

Medizinethik, Lebensqualität, Heiligkeit des Lebens, Patientenautonomie, informed consent, Paternalismus, Embryonenschutz, Präimplantationsdiagnostik, Sterbehilfe, Menschenwürde, Personstatus, Speziesismus, Lebensanfang, Lebensende, Bioethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ethischen Leitlinien in der Medizin, insbesondere dem Konflikt zwischen der Qualität des menschlichen Lebens und der grundsätzlichen Heiligkeit des Lebens.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel vom Arzt-Paternalismus zur Patientenautonomie, ethische Fragen bei der Präimplantationsdiagnostik und die Problematik der Sterbehilfe.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der beiden medizinethischen Hauptkonzepte aufzuzeigen und einen Ansatz zu finden, der sowohl Lebensqualität als auch die Menschenwürde integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Reflexion und ethische Analyse auf Basis von Fachliteratur, die normative Begründungszusammenhänge untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil setzt sich kritisch mit den Konzepten der Lebensqualität und der Heiligkeit des Lebens auseinander und prüft diese anhand von Fallbeispielen wie dem Lebensanfang und der Sterbehilfe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Lebensqualität, Heiligkeit des Lebens, Menschenwürde und Patientenautonomie charakterisiert.

Was bedeutet der Begriff des Speziesismus in diesem Kontext?

Der Autor verwendet den Begriff, um Kritik an der Unterscheidung zwischen Personen und Nichtpersonen zu üben, die dazu führen kann, dass nicht allen Menschen derselbe Schutzstatus zugesprochen wird.

Warum wird die Beurteilung der Lebensqualität als ethisch problematisch eingestuft?

Die Beurteilung gilt als problematisch, da Lebensqualität ein subjektiver Begriff ist und Fremdbeurteilungen Gefahr laufen, individuelle Lebensentwürfe und das Recht auf Selbstbestimmung zu verletzen.

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Details

Title
Leitlinien der Medizinethik in der Debatte
Subtitle
quality-of-life vs. sanctity-of-life
College
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Course
Einführung in die Medizinethik
Grade
1,7
Author
Marieke Jochimsen (Author)
Publication Year
2008
Pages
5
Catalog Number
V152153
ISBN (eBook)
9783640641550
ISBN (Book)
9783640642427
Language
German
Tags
quality-of-life sanctity of life medizinethik Paternalismus informed consent ethische Dilemmata Präimplantantionsdiagnostik intrinsischer Wert Speziesismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marieke Jochimsen (Author), 2008, Leitlinien der Medizinethik in der Debatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152153
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