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Wasserverfügbarkeit und agrarische Nutzung im Einzugsgebiet des Tarim

Aktuelle Problematik und Verbesserungsvorschläge

Título: Wasserverfügbarkeit und agrarische Nutzung im Einzugsgebiet des Tarim

Trabajo , 2009 , 29 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Riccarda Retsch (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Geografía física, geomorfología, estudios ambientales
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Das in Süd-Xinjiang gelegene Einzugsgebiet des Tarim hat innerhalb der letzten 50 Jahre eine enorme Entwicklung durchlaufen. Während es vor der Machtübernahme der Kommunistischen Partei Chinas 1949 und dem darauf folgenden Einzug der Volksbefreiungsarmee in Xinjiang ein ‒ abgesehen von vereinzelten Oasensiedlungen und kurzzeitig verweilenden Nomadenstämmen ‒ nahezu unbesiedeltes Gebiet darstellte, wurde die Siedlungsstruktur nach 1949 durch eine gezielte Ansiedlung von Han-Chinesen schlagartig geändert. Zur Nahrungsmittelversorgung der neuen, die Grenzregion kontrollierenden Siedler, aber auch, um die wirtschaftliche Entwicklung Xinjiangs voranzutreiben, wurde Ende der 50er Jahre ein ausgedehntes Landerschließungsprogramm und eine in Schüben folgende Agrarkolonisation durchgeführt. Von Produktions- und Aufbaukorps geführte Staatsfarmen, agrarische Landnutzungsflächen, Staudämme, Bewässerungssysteme und neue Straßen diktierten fortan neben der traditionellen uigurischen Oasenwirtschaft das Landschaftsbild.

Die exzessive Erschließung eines überschätzten Landnutzungspotentials am Rande der Taklimakan hatte neben politischen, ökonomischen und sozialen vor allem tief greifende ökologische Folgen, wie die starke Verringerung der Abflussmenge des Tarim, das Trockenfallen seiner Endseen und eines großen Teils seines Unterlaufs sowie die Absenkung des Grundwasserspiegels. Das veränderte Flussregime führte innerhalb der letzten Jahrzehnte zur Degradation des sog. „Grünen Korridors“, d. h. der Auenwälder entlang des Tarim sowie zur Zerstörung der umliegenden Wüstenvegetation und einer damit verbundenen Versandung. Durch die landwirtschaftlich bedingte Erhöhung des Mineralgehalts im Oberflächen- und Grundwasser kam es zudem zu einer starken Bodenversalzung sowie einer Wasserverschmutzung. Die Degradation von Weideflächen folgte ebenfalls.

Nach einer geographischen sowie naturräumlichen Einordnung des Gebietes beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der sich im Zeitverlauf verändernden Verfügbarkeit der Wasserressourcen und den ebenfalls mit der Zeit wechselnden Formen der Bodennutzung im Einzugsgebiet des Tarim sowie mit den daraus hervorgehenden Ursachen der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts. Im Anschluss darauf wird näher auf die sich daraus ergebenden Folgeerscheinungen eingegangen, bevor die Arbeit mögliche Lösungsansätze für die
derzeitige Situation diskutiert und mit einem Ausblick schließt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Einzugsgebiet des Tarim – eine Geographische Einordnung

3. Das Einzugsgebiet des Tarim – eine naturräumliche Einordnung

3.1 Klima

3.2 Hydrologie

3.3 Vegetation und Böden

4. Wasserressourcen und Landnutzung im Einzugsgebiet des Tarim

4.1 Wasserressourcen und Landnutzung vor 1949

4.1.1 Die Oasenwirtschaft

4.1.2 Nomadische Viehhaltung

4.2 Wasserressourcen und Landnutzung nach 1949

4.2.1 Die Gründung des Produktions- und Aufbaukorps (PAK)

4.2.2 Die Gründung der Staatsfarmen

4.2.3 Neulanderschließung entlang des Tarim

5. Ursachen der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts

6. Ökologische Folgen

6.1 Austrocknung der Endseen und des Unterlaufs des Tarim

6.2 Zerstörung der Auenwälder und der Wüstenvegetation

6.3 Versandung

6.4 Versalzung

6.5 Wasserverschmutzung

6.6 Degradation der Weideflächen

6.7 Auswirkungen der ökologischen Folgen auf die Landwirtschaft

7. Lösungsansätze und Gegenmaßnahmen

8. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden ökologischen Veränderungen im Einzugsgebiet des Tarim in Westchina, die durch die massive landwirtschaftliche Erschließung und den gezielten Umbau der Siedlungsstruktur seit 1949 induziert wurden, und diskutiert mögliche Lösungsansätze für ein nachhaltigeres Wassermanagement.

  • Historische Entwicklung der Landnutzung und Wasserverfügbarkeit seit 1949.
  • Analyse der ökologischen Folgen wie Desertifikation, Versalzung und Grundwasserabsenkung.
  • Untersuchung der anthropogenen Ursachen durch staatliche Landerschließungsprogramme.
  • Evaluierung bestehender Gegenmaßnahmen und des Ecological Water Conveyance Project (EWCP).

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Die Oasenwirtschaft

Die uigurische Agrarkultur zeichnet sich aufgrund der meeresfernen Lage und dem extrem ariden Klima durch eine Oasenwirtschaft und damit durch eine typische Form traditioneller Inwertsetzung von Trockengebietsböden aus.

Die Oasenwirtschaft, welche jenseits der agronomischen Trockengrenze durch zusätzliche Bewässerung betrieben wird, ist eine äußerst intensive Form der Landnutzung. Typisch für den Anbau sind der Stockwerkbau und die Pflanzenvielfalt.

Bei der uigurischen Oasenwirtschaft ist bis heute die kleinflächige Mischkultur als Anbaumethode vorherrschend. Diese optimal an die Standortbedingungen angepasste Art der Landnutzung zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

• ein temporäres Brachliegen des Bodens

• eine mehrstöckige Pflanzendecke, die für einen wirksamen Einstrahlungsschutz, eine Verhinderung von Bodenerhitzung und Schutz vor Verdunstung durch Luftbewegung sorgt sowie

• Kanalrand- und Feldrandbepflanzungen mit Bäumen, welche der Drainage von Sickerwasserverlusten aus Kanälen und von Feldern dienen.

Das bei dieser Anbaumethode verfolgte Prinzip liegt in der möglichst vollständigen Verarbeitung des aufgebrachten Bewässerungswassers oder des anstehenden Grundwassers durch Pflanzen und in der Zirkulation der entstehenden Biomasse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Einzugsgebiet des Tarim vor und beschreibt die radikale Transformation der Siedlungsstruktur sowie die daraus resultierenden ökologischen Probleme nach 1949.

2. Das Einzugsgebiet des Tarim – eine Geographische Einordnung: Vermittelt einen Überblick über die geographische Lage, die Ausdehnung und die Entwässerungssysteme des Tarim-Beckens.

3. Das Einzugsgebiet des Tarim – eine naturräumliche Einordnung: Analysiert die klimatischen Bedingungen, die Hydrologie sowie die Vegetation und Bodentypen der Region.

4. Wasserressourcen und Landnutzung im Einzugsgebiet des Tarim: Beschreibt den Wandel von der traditionellen uigurischen Oasenwirtschaft zur großflächigen Agrarkolonisation durch das Produktions- und Aufbaukorps.

5. Ursachen der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts: Identifiziert das Bevölkerungswachstum, unvorbereitete Erschließungsmaßnahmen und die Fokussierung auf wasserintensive Nutzpflanzen als Hauptursachen der ökologischen Instabilität.

6. Ökologische Folgen: Erläutert detailliert die Auswirkungen der Übernutzung, darunter die Austrocknung des Unterlaufs, Versalzung, Wasserverschmutzung und die Zerstörung natürlicher Vegetation.

7. Lösungsansätze und Gegenmaßnahmen: Diskutiert technische und organisatorische Lösungsansätze, wie das Ecological water conveyance project (EWCP), und analysiert deren Effektivität und Kritikpunkte.

8. Ausblick: Plädiert für einen umfassenden politisch-institutionellen Wandel, eine Reform der Wasserrechte und eine stärkere Sensibilisierung für den Wert des Wassers.

Schlüsselwörter

Tarim, Xinjiang, Oasenwirtschaft, Neulanderschließung, Wasserverfügbarkeit, Desertifikation, Bodenversalzung, Bewässerungsfeldbau, Auenwälder, Ökologisches Gleichgewicht, Landnutzung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Produktions- und Aufbaukorps, Wasserressourcenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der intensiven landwirtschaftlichen Landerschließung auf das Wasserregime und das ökologische Gleichgewicht im Tarim-Einzugsgebiet in Xinjiang.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Kontrast zwischen traditioneller Oasenwirtschaft und moderner Agrarkolonisation, die hydrologische Veränderung des Tarim-Flusses sowie die ökologischen Schäden wie Desertifikation und Versalzung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen der ökologischen Krise im Tarim-Becken zu identifizieren und die Effektivität aktueller Lösungsansätze und Gegenmaßnahmen kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung geographischer sowie hydrologischer Daten und Studien über den Untersuchungsraum.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine naturräumliche Einordnung, die historische Darstellung der Wasser- und Landnutzung, die Analyse der ökologischen Folgen sowie die Diskussion politischer und technischer Strategien zur Problemlösung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Wasserverfügbarkeit, agrarische Nutzung, Ökologische Folgen, Tarim-Becken und nachhaltiges Wassermanagement beschreiben.

Welche Rolle spielt das Produktions- und Aufbaukorps (PAK)?

Das PAK war maßgeblich für die Ansiedlung von Han-Chinesen und die forcierte Neulanderschließung in der Region verantwortlich, was die traditionellen Lebensweisen stark verdrängte und die ökologische Krise verschärfte.

Warum ist das Projekt zur Wasserüberleitung (EWCP) in der Kritik?

Das Projekt steht in der Kritik, da es lediglich das Wasser aus dem Bosten-See umverteilt, was lokal das Problem löst, aber langfristig durch die Entnahme das Risiko einer Grundwasserabsenkung birgt und den Fortschritt als nicht vollständig nachhaltig einstuft.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Wasserverfügbarkeit und agrarische Nutzung im Einzugsgebiet des Tarim
Subtítulo
Aktuelle Problematik und Verbesserungsvorschläge
Universidad
University of Heidelberg  (Geographisches Institut)
Curso
Hauptseminar: "Aktuelle Umweltprobleme in Xinjiang (Westchina)"
Calificación
2,0
Autor
Riccarda Retsch (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
29
No. de catálogo
V152234
ISBN (Ebook)
9783640645077
ISBN (Libro)
9783640645220
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tarim Wasserknappheit Landerschließung Versanung Versalzung Wasserverschmutzung Degradation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Riccarda Retsch (Autor), 2009, Wasserverfügbarkeit und agrarische Nutzung im Einzugsgebiet des Tarim , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152234
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