Neukolonialisierung Afrikas

Nexus zwischen Entwicklungs-, Energie- und Sicherheitspolitik der USA und Chinas – great game oder nachhaltige Entwicklung?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008
28 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Erbe des Kolonialismus
2.1 Afrikas Unterentwicklung – historischer Determinismus?
2.2 Exportorientierte Wirtschaft – Abhängigkeit oder Chance?

3. Das Erbe des Ost-West-Konflikts
3.1 Sicherung des Status quo als afrikanisches Regierungsprinzip
3.2 Politische Konditionalität – Nachhaltigkeit oder Nachsehen?

4. Neukolonialisierung Afrikas
4.1 Ressourcen – strategische Güter der Weltwirtschaft
4.2 Fluch oder Segen? – Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung
4.3 Der Nexus von Entwicklungs-, Energie- und Sicherheitspolitik
4.4 Afrika – Schauplatz eines great game zwischen den USA und China?

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der afrikanische Kontinent ist seit geraumer Zeit Austragungsort diverser globaler Konflikte. Ausgangspunkt ist der europäische Imperialismus, der im Zuge der Kolonialpolitik tiefe Gräben durch den Kontinent zog und diesen gravierend prägte. Mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, die den Kolonialmächten zum Teil deren Verhandlungsmacht und Finanzkraft raubten, wurde die Phase der Dekolonisation eingeläutet, die Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Entwicklung versprach. Neben den ideologischen Ost-West-Konflikt trat jedoch zunehmend der militärische. Diese Faktizität hatte zur Folge, dass Unabhängigkeitsbewegungen und Entwicklungshilfe nicht selten durch den Kalten Krieg überlagert und instrumentalisiert wurden. Mit dem offiziellen Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 sollte Afrika eine neue Chance der Entwicklung bekommen, da Entwicklungsprojekte nicht mehr ideologisch motiviert, sondern überwiegend ökonomisch orientiert waren. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass nicht selten ein Nexus zwischen Entwicklungs-, Energie- und Sicherheitspolitik besteht und somit nimmt es nicht wunder, dass aufgrund des Ressourcenreichtums Afrikas zwischen der USA und China ein neues great game heraufbeschworen wird. Die Kosten dieses „Spiels“ tragen die afrikanischen Länder respektive deren Bevölkerung, da die zum Teil umfangreiche Entwicklungshilfe von den Potentaten zweckentfremdet wird und eo ipso nicht den Bedürftigen zugute kommt.

Ausgehend von der Fragestellung dieser Arbeit, wonach im Zuge dieser Neukolonialisierung Afrikas eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents infrage gestellt wird, soll einerseits der Nexus zwischen Entwicklungs-, Energie- und Sicherheitspolitik der USA und Chinas und dessen Auswirkungen näher beleuchtet und andererseits auf die Perspektiven Afrikas hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung eingegangen werden. Ziel beider Staaten ist es, im Rahmen einer Diversifizierungsstrategie der Ölimporte einerseits die Energiesicherheit zu gewährleisten und die Abhängigkeit gegenüber den arabischen Staaten zu reduzieren. Andererseits geht Energiesicherheit mit sozialer Stabilität einher, weshalb nicht nur die Entwicklungspolitik als Stabilisierungsmaßnahme im jeweiligen Förderstaat respektive Entwicklungsland eine bedeutende Rolle spielt, sondern auch nationale Sicherheitsinteressen berücksichtigt werden müssen.

Aufgrund der Brisanz, die sich aus dem wachsenden Interesse zahlreicher Staaten und Organisationen für Afrika ergibt, hat sich im Zuge dieser breiten, kontroversen Diskussion ein Fundus an Literatur herausgebildet. Dieser lässt sich zwar nicht in dessen Gänze wiedergeben, mittels der diametral entgegenstehenden entwicklungspolitischen Auffassungen kann dem Leser jedoch ein Einblick in die thematische Komplexität gegeben werden. So sagt William Easterly zwar, dass es wachstumstechnisch und entwicklungspolitisch keine Rolle spielt, ob ein politisches System demokratisch oder autokratisch regiert wird (Vgl. Easterly 2001: 260f.). Das Problem hierbei ist jedoch einerseits, dass aufgrund des bedingungslosen chinesischen Staatskapitalismus die Standard-Postulate der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds nach weiterer Liberalisierung und Investitionsklima-Verbesserung größtenteils ins Leere laufen. Andererseits ist die Verantwortung für eine handels- und industriepolitische Antwort der neopatrimonialen afrikanischen Staaten unzureichend. Wirtschaften werden nicht diversifiziert, Mittelstände nicht gefördert, Agrarkulturen nicht entwickelt, Staatsbedienstete korrumpiert, Petrodollars veruntreut und nicht nachhaltig in Sozialprogramme oder Gesellschaftsfonds investiert, sondern vielmehr zum Bau von Prestigebauten respektive zum Erhalt des Status quo aufgewendet. Im Einklang mit Paul Collier kann letztlich gesagt werden, dass einerseits der Nutzen der Entwicklungshilfe nicht übertrieben und romantisiert und andererseits die Nachteile nicht übertrieben werden sollten. Denn zum einen sind Entwicklungsländer keine sozialistischen Pionierexperimente und zum anderen ist Entwicklungshilfe nicht per se Teil des Problems – eine Sozialhilfe an Schmarotzer und Gauner (Vgl. Collier 2008: 235f.).

Um die Diskrepanz zwischen der De-jure-Staatlichkeit im Rahmen internationaler Anerkennung und der zum Teil misslungenen De-facto-Staatlichkeit nach Georg Jellineks Trias aus Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt in Afrika zu verstehen, soll eingangs der Arbeit auf das Erbe des Kolonialismus eingegangen werden. Diesbezüglich spielt die Frage nach einem historischen Determinismus hinsichtlich der afrikanischen Unterentwicklung eine große Rolle. Mit Blick auf die exportorientierte Wirtschaft soll eine Form des Auswegs der scheinbar chronischen Unterentwicklung näher beleuchtet werden. Weiterhin soll das Erbe des Ost-West-Konfliktes berücksichtigt werden, um die Empfänglichkeit der afrikanischen Potentaten für die bedingungslose chinesische Budgethilfe besser zu verstehen. Darüber hinaus wird sich die Arbeit mit dem aktuellen, ressourcenbedingten Neukolonialismus der USA und Chinas auseinander setzen. So muss einerseits auf die Funktion der Ressourcen als materielle Basis des globalen Wirtschaftssystems näher eingegangen und andererseits nach den Folgen der amerikanischen Hegemonialpolitik und des chinesischen Pragmatismus auf die Nachhaltigkeit des generellen Entwicklungsprozesses gefragt werden.

2. Das Erbe des Kolonialismus

Der mit den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges offensichtlich gewordene Dekolonisationsprozess war weniger einer afrikanischen Befreiungspolitik oder der Rückzugsbereitschaft der Kolonialmächte geschuldet, sondern vielmehr ein Resultat des neuen internationalen Systems unter der Ägide der USA, die eine antiimperialistische und -koloniale Politik propagierte (Vgl. Ansprenger; Bechtold 1985: 299). Bis heute wird die britische Schwäche nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Dekolonisation jedoch altruistisch eingefärbt (Vgl. Darwin; Thomas 2007: 88). Die zunehmende Devolution und der damit einhergegangene Machttransfer vom Empire zu den Kolonien standen vielmehr im Zeichen des von den Vereinten Nationen und den USA ausgeübten Drucks, die alte imperialistische Kolonialpolitik zu überdenken und eo ipso die ökonomische Entwicklung und den sozialen Wohlstand zu fördern. Alte koloniale Strukturen sollten jedoch nicht aufgebrochen werden, was zur Folge hatte, dass die gegenseitige Abhängigkeit Bestand hatte. An die Stelle der paternalistischen Vormundschaft der Kolonialherren trat eine Führungsschicht, die qua Loyalität zum Empire nun die Geschicke des „unabhängigen“ Landes leiten durfte und die klassische Arbeitsteilung zwischen den rohstoffreichen Kolonien und industrialisierten Mutterländern aufrechterhielt. Es nahm somit nicht wunder, dass die Infrastruktur des jeweiligen Landes weiterhin nach den Erfordernissen des Außenhandels ausgerichtet und die Entwicklung der binnenländischen Infrastruktur vernachlässigt wurde (Vgl. Lachmann 2004: 231f.). Diesbezüglich muss erwähnt werden, dass zwar sowohl London als auch Paris sich das Recht vorbehielten, lokale Nationalisten und Eliten zu bestimmen und deren Handlungsspielräume zu definieren, Frankreich jedoch keine Selbstbestimmung und koloniale Evolution duldete, die auf Unabhängigkeit hinauslief. So lassen sich vier zentrale Distinktionsmerkmale vorteilhafter britischer Dekolonisationspolitik gegenüber den Franzosen herauskristallisieren, denn „their imperial traditions had given them a preference for ‘informal empire’ and had furnished them with an established procedure for the devolution of power; their close links with the United States let them view the changing world order with guarded optimism; their domestic political institutions demonstrated an ability to handle issues of this magnitude with relative dispatch; and, except for Suez [...] their use of force was restricted to situations where it could be realistically expected to ahieve reasonable ends“ (Smith; Thomas 2007: 33).

Der Kolonialismus hinterließ zwar funktionierende Administrationen, wie Erhard Eppler jedoch zu verstehen gibt, ging der Staat aus ordnungspolitischen Gründen der Nation voraus: „Diese Nationalstaaten, nach westlichem Vorbild [...] waren zusammengesetzt aus verschiedenen Sprachgruppen, Stämmen und Völkern, die im 19. Jahrhundert durch Kolonialgrenzen, [...], fremden Herren zugeschlagen worden waren. Meist musste also die Nation zum Staat erst geschaffen werden. Dabei hüteten sich in Afrika alle, die künstlichen Grenzen zu verändern. Wäre auch nur an einer Stelle zusammengekommen, was ursprünglich zusammengehörte, ganz Afrika wäre im Chaos versunken“ (Eppler; Janowski und Leuenberger 2008: 34). Auf diesem Wege wurden Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen, die denkbar schlechte Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit eines Staates und eo ipso für dessen Existenz hatten. Ökonomisch betrachtet waren diese Staaten entweder stark abhängig von dem Weltmarkt aufgrund der Rohstoff-Wirtschaft oder aber wegen der einerseits nachteiligen geographischen Verortung und andererseits der unzureichenden und maroden Infrastruktur stark isoliert. Politisch betrachtet mangelte es gehörig an einer bürgerlichen Kultur. Auch berücksichtigen die scheidenden Kolonialherren oftmals nicht die politische und religiöse Gespaltenheit des jeweiligen Landes und schürten im Zuge der einseitigen Unterstützung loyaler Eliten oftmals Rivalitäten und Konflikte.

2.1 Afrikas Unterentwicklung – historischer Determinismus?

Der afrikanische Kontinent im Allgemeinen und die sub-saharischen Staaten im Besonderen haben es bislang nicht geschafft, die Schwelle zum sozialen Wohlstand zu betreten. Der Absolutheitsanspruch entwicklungspolitischer Konzepte sollte zwar mit Vorsicht zu genießen sein, nichtsdestotrotz sollen Jeffrey D. Sachs’ acht Hauptkategorien eines ausbleibenden Wirtschaftswachstums kurz genannt und erläutert werden, da diese an Afrika adaptiert werden können. Erstens bedingt die armutsbedingte Mittellosigkeit eine Perspektivlosigkeit. Aufgrund dieser Armut ist demnach keine Kapitalakkumulation möglich, die Investitionen in die Zukunft zulässt. Zweitens ist die physikalische Geographie ausschlaggebend, denn ungünstige ökonomische Voraussetzungen wie chronischer Ressourcenmangel, hohe Transportkosten aufgrund der nachteiligen Binnenstaatlichkeit und klimabedingte landwirtschaftliche Unproduktivität machen zusätzliche öffentliche Investitionen notwendig. Drittens lässt sich die Steuerfalle anführen, denn der Armut der Bevölkerung wegen kann der Staat keine Steuern erheben und folglich keine Sozialprogramme auflegen oder aber Investitionen in die Infrastruktur tätigen. Viertens muss schlechte Regierungsführung genannt werden. Rechtsstaatlichkeit im Sinne von Eigentumsrecht und Vertragssicherheit muss gewährleistet sein, um ein gesundes Investitionsklima zu schaffen. Fünftens spielen kulturelle Schranken eine große Rolle. Regionale Traditionen oder spezifische Sozialisationen in Form von unzureichender Gleichberechtigung der Frauen können die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich schwächen. Sechstens kann im Rahmen der Geopolitik mit Handelsschranken und Embargos das Wirtschaftswachstum geschwächt werden. Siebtens hemmen die armutsbedingte geringe Kaufkraft und der – der unzureichenden Infrastruktur geschuldete – eingeschränkte Markt die Innovationsanreize, die Produktivitätssteigerungen bewirken könnten. Achtens lässt sich die demographische Falle anführen, denn der Rückgang der Geburtenraten hemmt erheblich den extensiven Wachstumsfaktor (Vgl. Sachs 2005: 75-87).

Es besteht zwar kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von Bürgerkriegen und Armut, nichtsdestotrotz kann angenommen werden, dass ein wachsender Wohlstand gewaltsame Konflikte eindämmen kann. Die von Sachs aufgeführten Kategorien eines ausbleibenden Wirtschaftswachstums können somit als Humus von Staatsversagen und Staatszerfallprozessen betrachtet werden, denn fragile Staatlichkeit ist Ausdruck mangelnder Kontroll-, Steuerungs- und Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen in zentralen Aufgabenbereichen, die Sicherheit, Wohlfahrt und Rechtsstaatlichkeit gewährleisten sollen (Vgl. Schneckener; Ferdowsi 2007: 369ff.).

Diese systemimmanenten Hemmnisse eines Entwicklungsprozesses gilt es für afrikanische Staaten mittelfristig zu reduzieren, damit ein wirtschaftliches Wachstum gewährleistet werden kann. Alle oben genannten Mängel ökonomischer Struktur, politischer Desorganisation und sozialer Heterogenität sind Ergebnis menschlichen Handelns, es ist also nicht nur möglich, sondern vielmehr auch nötig, diese durch verantwortungsvolles Handeln mittel- bis langfristig zu beseitigen. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre eine verstärkte exportorientierte Wirtschaft, die durch verantwortungsvolles Handeln der jeweiligen Regierenden Spill-over-Effekte auf die gesamtstaatliche Wirtschaft hervorrufen und einen historischen Determinismus hinsichtlich der Unterentwicklung Afrikas obsolet erscheinen lassen könnte.

2.2 Exportorientierte Wirtschaft – Abhängigkeit oder Chance?

Die Motive entwicklungspolitischer Entscheidungen resultieren oftmals aus historischen Beziehungen, außenwirtschaftlichen Interessen, kulturellen Bindungen und außen- und sicherheitspolitischen Erwägungen. Das französische Kolonialreich beispielsweise fungierte stets als Lieferant von Agrar- und Rohstoffprodukten und stellte gleichzeitig ein Absatzmarkt für Industrieerzeugnisse dar. Problematisch war die Ausrichtung des Exports auf die Bedürfnisse und Interessen des Mutterlandes, implizierte es doch ein ständiges Abhängigkeitsverhältnis (Vgl. Grupp; Bechtold 1985: 287f.). Auch nach der Dekolonisation machten sich die Franzosen ihre historischen Beziehungen zu den jeweiligen ehemaligen Kolonien zunutze und oktroyierten den Staaten Abhängigkeitsverhältnisse auf, indem französische Unternehmen in der Exportwirtschaft stark vertreten waren und Absatzgarantien und Festpreise für Agrarprodukte aushandelten oder sich Abbau- und Förderkonzessionen für Ressourcen erkauften und somit zum Nachteil des Landes eine strikte monokulturell geprägte Landwirtschaft förderten und eine weitere Diversifizierung der Wirtschaft verhinderten (Vgl. Mayer, Voget und Klatt; Gantzel 1976: 36f.). Der Zwang afrikanischer Länder sich solchen Verlockungen hinzugeben und sich zunächst auf die Primärgüterindustrie zu beschränken liegt nahe, denn eine industrielle Produktion ist nur als Massenproduktion rentabel. Die schwachen Binnenmärkte beschränken die afrikanische Wirtschaft quasi auf eine exportorientierte Primärgüterindustrie (Vgl. Elsenhans; Bechtold 1985: 341f.). Da auch die interne Besteuerung im Rahmen einer staatlichen Fiskalpolitik zur Erzeugung eines monetären Überschusses aufgrund der vorherrschenden Armut eher unwahrscheinlich erscheint, muss die ökonomische Modernisierung und Industrialisierung des Landes zwangsläufig im Bereich der Außenwirtschaftsbeziehungen erfolgen (Vgl. Elsenhans; Holtz 1997: 208). Positiv betrachtet kann eine exportorientierte Wirtschaft – unter der Prämisse, dass der Staat die physische und institutionelle Infrastruktur im eigenen Land bereitstellt und in den Nachbarstaaten fördert sowie monetäre Überschüsse im Rahmen von Investitionen in das Human- und Sozialkapital zur Verringerung der Einkommensunterschiede einsetzt – durchaus eine Chance darstellen.

Im Rahmen der Globalisierung werden die wirtschaftlichen Folgen für die afrikanischen Entwicklungsländer nur positiv zu beurteilen sein, wenn sie hinsichtlich des Güterverkehrs, der Kapitalströme und der Migration der jeweiligen Situation angemessene Regelungen treffen und institutionelle Fitness beweisen. Denn erstens können die Einkommensunterschiede und Agglomerationseffekte des Exports von Primärgütern nur durch ein verantwortungsbewusstes Handeln der zumeist verstaatlichten Unternehmen minimiert werden. Zweitens müssen die aus dem Export erzielten monetären Überschüsse so eingesetzt werden, dass der Kapitalabfluss vermieden wird, indem Anreizstrukturen und Investitionsmöglichkeiten für private Investoren geschaffen werden. Drittens muss der Aderlass hinsichtlich der gebildeten Bürger aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten im Ausland unterbunden werden, da ein begrenztes Fachkräftepotential die Chancen auf Reformen wiederum hemmt (Vgl. Collier 2008: 109-125).

Wie schwer es jedoch ist, bei den politisch Verantwortlichen in den jeweiligen Entwicklungsländern Afrikas ein Bewusstsein zu schaffen, dass sich von den historischen Fesseln des Kolonialismus und der ideologischen Instrumentalisierung ab Mitte des 20. Jahrhunderts befreit und Entwicklungsprojekte als Chance auffasst und nicht als die Manifestierung neuer Abhängigkeitsverhältnisse im Rahmen einer vom industrialisierten Westen verordneten zentralen Verwaltungswirtschaft, soll das nächste Kapitel aufzeigen, das sich mit den Folgen des Ost-West-Konfliktes auseinander setzt.

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Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Neukolonialisierung Afrikas
Untertitel
Nexus zwischen Entwicklungs-, Energie- und Sicherheitspolitik der USA und Chinas – great game oder nachhaltige Entwicklung?
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V152331
ISBN (eBook)
9783640641864
ISBN (Buch)
9783640642434
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neukolonialisierung, Afrika, USA, China, Erdöl, Rohstoffe
Arbeit zitieren
Alexis Demos (Autor), 2008, Neukolonialisierung Afrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152331

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