Diese Facharbeit untersucht, inwieweit die politische Annäherung zwischen der Volksrepublik China und der Republik China auf Taiwan - insbesondere die (semi-)offiziellen, bilateralen Verhandlungen seit Anfang der neunziger Jahre - Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans und dessen Verflechtung mit dem Festland hatten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung und methodische Vorgehensweise
1.2 Erläuterungen zum Taiwan-Konflikt
1.2.1 Das Ein-China-Prinzip
1.2.2 Rolle der USA
2. Wirtschaftliche Entwicklung und politische Annäherung
2.1 Taiwans Aufstieg zum „Tigerstaat“
2.2 Beginn des Cross-Strait Handels
2.3 Politische Annäherung seit 1987
2.3.1 Koo-Wang Gespräche
2.3.2 Chiang-Chen Gespräche
3. Die Verhandlungen und ihre wirtschaftspolitischen Implikationen
3.1 Erste Verhandlungsphase unter Li Deng-hui
3.1.1 Quantitative Beurteilung
3.1.2 Qualitative Beurteilung
3.2 Politische Isolation unter Chen Shui-bian
3.3 Wiederaufnahme der SEF-ARATS Gespräche unter Ma Ying-jiu
4. Ergebnisse und Ausblick
5. Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss bilateraler politischer Verhandlungen zwischen der Volksrepublik China und der Republik China auf Taiwan auf die wirtschaftliche Entwicklung und Integration beider Seiten seit den frühen 1990er Jahren bis zur Regierung unter Ma Ying-jiu ab 2008.
- Analyse des Taiwan-Konflikts und der Rolle internationaler Akteure
- Entwicklung des Cross-Strait Handels und wirtschaftlicher Aufstieg Taiwans
- Bewertung politischer Verhandlungsphasen (Koo-Wang, Chiang-Chen)
- Untersuchung von Deregulierung und wirtschaftlicher Integration
- Diskussion der Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen auf ökonomische Kennzahlen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Quantitative Beurteilung
Wie lässt sich dieser Einfluss der SEF-ARATS Gespräche auf die wirtschaftliche Entwicklung beurteilen? Betrachtet man die volkswirtschaftlichen Kennzahlen Taiwans in den neunziger Jahren, muss man feststellen, dass das durchschnittliche Wachstum zwischen 1990 und 1997 mit 6,7% deutlich moderater ausfiel als zwischen 1960 und 1980 mit über 9% (vgl. Dosanjh 2009: 20). Ursache dafür war u.a. die bereits untersuchte strukturbedingte Abwanderung arbeitsintensiver Industrien auf das Festland. Wu behauptet, dass Taiwans jährliche Wachstumsrate 1994 ohne den "mainland factor" unter die 5%-Marke gefallen wäre (vgl. Wu 1995: 64), tatsächlich lag sie bei 7,6% (Taiwan National Statistics 2010). Es lässt sich jedoch statistisch nicht belegen, welchen Anteil die Verhandlungen an diesem zusätzlichen Wachstum hatten. Zwar könnte man bei der Betrachtung der Wachstumsraten im Zeitablauf zu dem Schluss kommen, dass diese nach Lis USA-Besuch 1995 und dem Aussetzen der Verhandlungen merkbar nachließen. Eine solche Annahme wäre jedoch sehr pauschal und nicht belegbar, da sie weitere externe Einflüsse unberücksichtigt ließe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der Problemstellung sowie der methodischen Herangehensweise und eine Erläuterung der Grundlagen des Taiwan-Konflikts.
2. Wirtschaftliche Entwicklung und politische Annäherung: Darstellung des wirtschaftlichen Aufstiegs Taiwans, des Beginns des Cross-Strait Handels und der historischen politischen Annäherung.
3. Die Verhandlungen und ihre wirtschaftspolitischen Implikationen: Analyse der direkten und indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Verhandlungsphasen von Li Deng-hui bis Ma Ying-jiu.
4. Ergebnisse und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Renaissance der sino-taiwanischen Beziehungen und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen wie das geplante Freihandelsabkommen.
5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur, statistischen Quellen und offiziellen Dokumente.
Schlüsselwörter
Taiwan, Volksrepublik China, sino-taiwanische Beziehungen, Wirtschaftswachstum, Cross-Strait Handel, SEF, ARATS, Ma Ying-jiu, Li Deng-hui, Chen Shui-bian, Ein-China-Prinzip, Direktinvestitionen, wirtschaftliche Integration, Deregulierung, Freihandelsabkommen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen politischen Annäherungsprozessen und der wirtschaftlichen Integration zwischen der Volksrepublik China und Taiwan seit Anfang der 1990er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Taiwan-Konflikt, die Entwicklung des Cross-Strait Handels, die Rolle von SEF-ARATS Verhandlungen sowie die Auswirkungen auf Taiwans wirtschaftlichen Standort.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird analysiert, inwieweit politische Verhandlungen und Deregulierung direkte Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung Taiwans lieferten oder ob strukturelle Faktoren als primäre Treiber anzusehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung stützt sich auf eine Analyse statistischer Quellen, volkswirtschaftlicher Kennzahlen sowie eine Auswertung von Fachartikeln und Regierungsveröffentlichungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die chronologischen Phasen der Verhandlungen unter den verschiedenen Präsidenten, unterteilt in die Ären Li Deng-hui, Chen Shui-bian und Ma Ying-jiu, und bewertet deren Effekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Taiwan, Cross-Strait Handel, wirtschaftliche Integration, SEF, ARATS und Ein-China-Prinzip.
Wie wirkten sich die Koo-Wang Gespräche aus?
Sie verbesserten spürbar das Klima zwischen Peking und Taipeh und legten den Grundstein für weitere Gespräche, lieferten jedoch wirtschaftlich primär indirekte positive Impulse.
Welche Rolle spielte der Regierungswechsel 2008 für die Wirtschaft?
Unter Ma Ying-jiu wurden die offiziellen Gespräche wiederaufgenommen, was zur Unterzeichnung bedeutender Abkommen (z.B. direkte Flugverbindungen, Marktöffnung im Finanzsektor) führte.
Warum war die Ära Chen Shui-bian wirtschaftlich schwierig?
Aufgrund der Weigerung, das Ein-China-Prinzip anzuerkennen, blieben ernsthafte Verhandlungen aus, was zu einem politischen Stillstand und einem Abkühlen der Beziehungen führte.
Welche Bedeutung hat das geplante Freihandelsabkommen (ECFA)?
Es wird als möglicher nächster großer Schritt zur Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Taiwans im südostasiatischen Raum bewertet.
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- Marco Klapper (Autor), 2010, Wirtschaftspolitische Dynamisierung der sino-taiwanischen Beziehungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152338