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Reflexe von Unabhängigkeitsvorschriften in der Wirtschaftsprüfung auf einen "erweiterten Personenkreis"

Kritische Würdigung und Vergleich nationaler, nichtnationaler und supranationaler Normen aus deutscher Perspektive

Titre: Reflexe von Unabhängigkeitsvorschriften in der Wirtschaftsprüfung auf einen "erweiterten Personenkreis"

Thèse de Bachelor , 2010 , 78 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts (BA) Martin Loos (Auteur)

Gestion d'entreprise - Révision, Audit
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wirtschaftsprüfer unterliegen bei ihrer Berufsausübung u. a. strengen Anforderungen an die persönliche Unabhängigkeit. So wie ein Rechtsanwalt in der Rolle des Interessenvertreters seinem Mandanten nahe steht, ist es die Aufgabe des Wirtschaftsprüfers, eine Distanz zu seinem Mandanten aufrechtzuerhalten, um somit seine Unabhängigkeit zu wahren. Diese wird in § 2 Abs. 1 der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer mit "Freiheit von Bindungen, die die berufliche Entscheidungsfreiheit des WP beeinträchtigen oder beeinträchtigen könnten" definiert.

Eine Beeinträchtigung der Unabhängigkeit/Unparteilichkeit kann sich im Hinblick auf die Abschlussprüfung gemäß § 319 Abs. 3 Nr. 1 HGB z. B. dann ergeben, wenn der Abschlussprüfer Anteile (z.B. Aktien) von dem zu prüfenden Unternehmen hält, da sich daraus finanzielle Eigeninteressen ableiten könnten.

In Verbindung mit § 319 Abs. 3 S. 2 HGB kann nicht nur der Wirtschaftsprüfer selbst - in seiner Rolle als Abschlussprüfer - den Ausschlussgrund realisieren, sondern auch dessen Ehegatte oder Lebenspartner. Vergleichbare Regelungen für nahe stehende Personen finden sich in der Berufssatzung und insbesondere auch in supranationalen (IFAC Code of Ethics) und nichtnationalen Regelungen (US SEC Reg. S-X).

Die detaillierte Betrachtung dieses "erweiterten Personenkreises" und der einschlägigen Regelungen ist die zentrale Problemstellung dieser Arbeit.

Da im Umfeld internationaler Unternehmen neben deutschen auch supra- und nichtnationale Regelungen parallel Anwendung finden können und die einzelnen Regelungen zumindest im Detail voneinander abweichen, soll überprüft werden, ob eine einheitliche Regelung bzw. Definition für die Anforderungen an einen "erweiterten Personenkreis" gefunden werden kann. Bei diesem Personenkreis handelt es sich im Allgemeinen um Familienangehörige und sonstige nahestehende Personen, die von Normen des Berufsstandes erfasst werden, die im Hinblick auf Regelungen zur Unabhängigkeit relevant sind.

Der Bachelor-Thesis ist eine "erweiterte Zusammenfassung" der Ergebnisse in Form einer Präsentation beigefügt, in der die Erkenntnisse zum Teil weiter interpretiert und grafisch aufbereitet wurden. Die Präsentation enthält zudem Hinweise zur praktischen Umsetzung/Implementierung des geschaffenen Lösungsansatzes.
Der Autor ist im Risiko-Management einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig und verfügt über eine mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Ethik und Unabhängigkeit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung, persönliche Intention und Struktur

1.2 Hintergrund

1.3 Problemstellung

1.4 Zielsetzung und Nutzen

1.5 Gang der Untersuchung

2 Nationale Anforderungen

2.1 Verhältnis Berufsrecht/Handelsrecht

2.1.1 Wirtschaftsprüferordnung und Berufssatzung

2.1.2 Handels-/Bilanzrecht

2.1.3 Ergebnis

2.2 Berufsständische Regelungen

2.2.1 Gründe für die Besorgnis der Befangenheit

2.2.2 Regelungen zum "erweiterten Personenkreis"

2.2.3 Ergebnis

2.3 Handelsrechtliche Regelungen

2.3.1 Regelungen und der "erweiterte Personenkreis"

2.3.2 Gesetzgebungsverfahren § 319 HGB

2.3.3 Ergebnis

3 Nichtnationale und supranationale Anforderungen

3.1 Europäische Union

3.1.1 Einleitung

3.1.2 EU-Kommissionsempfehlungen zur Unabhängigkeit

3.1.3 Regelungen zum "erweiterten Personenkreis"

3.1.4 Ergebnis

3.2 IFAC

3.2.1 Einleitung

3.2.2 Regelungen zur Unabhängigkeit

3.2.3 Regelungen zum "erweiterten Personenkreis"

3.2.4 Ergebnis

3.3 SEC Rules & Regulations

3.3.1 Einleitung

3.3.2 Regelungen zur Unabhängigkeit

3.3.3 Regelungen zum "erweiterten Personenkreis"

3.3.4 Ergebnis

4 Nationale versus exterritoriale Anforderungen

4.1 Der "erweiterte Personenkreis"

4.1.1 Deutsche Rechtsnormen

4.1.2 EU-Vorgaben

4.1.3 IFAC und SEC

4.2 Regelungsbereiche

4.3 Übersicht

5 Erkenntnisse

5.1 Einleitung

5.2 Ausgangskriterien

5.2.1 Prinzipienorientierung versus Einzelfallregelung

5.2.2 Berücksichtigte Einzelaspekte

5.3 Gesamtlösungsansatz

5.4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die nationale und internationale Ausprägung von Unabhängigkeitsvorschriften im Berufsbild des Wirtschaftsprüfers mit besonderem Fokus auf den sogenannten "erweiterten Personenkreis". Das Ziel besteht darin, durch einen Vergleich der Rechtsnormen einen praktikablen Lösungsansatz zu entwickeln, der die unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen integriert und zur Vermeidung der Besorgnis der Befangenheit beiträgt.

  • Analyse nationaler (HGB, WPO) und internationaler (EU, IFAC, SEC) Unabhängigkeitsanforderungen
  • Definition und Abgrenzung des "erweiterten Personenkreises" (Familienangehörige, nahestehende Personen)
  • Gegenüberstellung von prinzipienorientierten versus einzelfallorientierten Regulierungsansätzen
  • Entwicklung eines praktikablen Gesamtlösungsansatzes zur Gewährleistung der Unabhängigkeit

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Regelungen zum "erweiterten Personenkreis"

Die Einzeltatbestände in § 210.2-01(c) ff. S-X enthalten jeweils Hinweise dazu, auf welche Personen eines "erweiterten Personenkreises" die einzelne Anforderung ausstrahlt. Der "erweiterte Personenkreis" wird dazu wie bei der IFAC (vgl. Kapitel 3.2) in eine Immediate und eine Close Family unterteilt. Zur Immediate Family gehören gem. § 210.2-01(f)(13) S-X Ehegatten und vergleichbare Personen sowie abhängige Personen. Der Close Family werden gem. § 210.2-01(f)(9) S-X zunächst die Personen der Immediate Family zugerechnet sowie zusätzlich Eltern, unabhängige Kinder und Geschwister.

Diese Definition wurde auf Grundlage des Vorschlags zur Überarbeitung der Unabhängigkeitsregeln im Jahr 2000 gefasst und ist im November 2000 in Kraft getreten (vgl. Kapitel 3.3.2). Aus dem Vorschlag (Proposed Rule: Release No. 34-42994) wird unter II. C. 1. ausgeführt, dass der Vorschlag, die bisherigen Regelungen zur Berücksichtigung des "erweiterten Personenkreises" (hier speziell in Bezug auf finanzielle Beziehungen) straffen soll, da die bisherigen Regelungen - im Hinblick auf die Veränderung traditioneller Familienverhältnisse - mittlerweile als zu weitgehend erschienen. So wird im selben Abschnitt auch konstatiert, dass die bisherige Position der SEC bzgl. der Relevanz von Familienmitgliedern im Hinblick auf bestehende Beschäftigungsverhältnisse (beim Mandanten) liberalisiert wurde und nunmehr nur noch bestimmte Positionen/Tätigkeiten der Close Family Berücksichtigung finden und nicht wie bisher auch anderer Familienmitglieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation und Problemstellung der Arbeit im Kontext international agierender Unternehmen und der Notwendigkeit einer klaren Definition des "erweiterten Personenkreises".

2 Nationale Anforderungen: Hier werden die berufsrechtlichen und handelsrechtlichen Vorgaben (WPO, BS WP/vBP, HGB) in Deutschland sowie deren Entwicklung und Auslegung hinsichtlich der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers analysiert.

3 Nichtnationale und supranationale Anforderungen: Dieses Kapitel betrachtet die Unabhängigkeitsregeln der EU, der IFAC und der US-amerikanischen SEC und deren extraterritoriale Wirkung auf Abschlussprüfer.

4 Nationale versus exterritoriale Anforderungen: Der Abschnitt führt einen detaillierten Vergleich der verschiedenen Normenkreise durch und identifiziert Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Ausgestaltung der betroffenen Personenkreise.

5 Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel diskutiert die Ergebnisse und präsentiert einen integrierten Gesamtlösungsansatz zur Handhabung des "erweiterten Personenkreises" in der Prüfungspraxis.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsprüfung, Unabhängigkeit, Abschlussprüfer, erweiterter Personenkreis, Befangenheit, HGB, SEC, IFAC, EU-Richtlinien, Berufsrecht, Compliance, Integrität, Qualitätssicherung, Familienangehörige, Unparteilichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers und der Frage, wie Regelungen zur Besorgnis der Befangenheit auf Personen außerhalb des unmittelbaren Berufsträgers – den sogenannten "erweiterten Personenkreis" – anzuwenden sind.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Felder sind nationale und internationale Unabhängigkeitsnormen, die Definition von verwandtschaftlichen und persönlichen Näheverhältnissen sowie deren Einfluss auf die berufliche Objektivität bei Abschlussprüfungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen nationalen, supranationalen und nichtnationalen Vorgaben zu analysieren und einen praktikablen, rechtskonformen Lösungsansatz für die Praxis zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Untersuchung von Sekundärdaten, insbesondere Gesetzestexten, Stellungnahmen der Regulatoren, Kommentaren und Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Rechtskreise (HGB, BS WP/vBP, EU, IFAC, SEC), deren Regelungen zu Unabhängigkeit und Personenkreisen sowie deren Vergleich untereinander.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unabhängigkeit, erweiterter Personenkreis, Abschlussprüfung, Besorgnis der Befangenheit und internationale Regulatorik geprägt.

Inwiefern unterscheidet sich die Definition des "erweiterten Personenkreises" zwischen dem HGB und der SEC?

Während das HGB eher auf eine Generalklausel und eine stärkere Einzelfallbetrachtung setzt, verwendet die SEC klare Kategorien wie "Immediate Family" und "Close Family" mit explizit definierten Personenkreisen.

Warum ist das Thema für die Praxis der Wirtschaftsprüfung so relevant?

Für international tätige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist es essenziell, die strengsten anwendbaren Vorschriften zu identifizieren, um bei grenzüberschreitenden Mandaten die Unabhängigkeit rechtssicher zu wahren und Reputationsrisiken zu vermeiden.

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Résumé des informations

Titre
Reflexe von Unabhängigkeitsvorschriften in der Wirtschaftsprüfung auf einen "erweiterten Personenkreis"
Sous-titre
Kritische Würdigung und Vergleich nationaler, nichtnationaler und supranationaler Normen aus deutscher Perspektive
Université
University of Cooperative Education
Note
1,3
Auteur
Bachelor of Arts (BA) Martin Loos (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
78
N° de catalogue
V152355
ISBN (ebook)
9783640645008
ISBN (Livre)
9783640644780
Langue
allemand
mots-clé
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfung Unabhängigkeit Unparteilichkeit Besorgnis der Befangenheit IFAC International Federation of Accountants SEC Securities Exchange Commission Abschlussprüferrichtlinie EU HGB Handelsgesetzbuch § 319 HGB § 319a HGB Berufssatzung der Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer BS WP/vBP Familienangehörige Ehegatten Lebenspartner erweiterter Personenkreis Reflexwirkung Reflexe Immediate Family Close Family Nahe Verwandte Eigeninteresse Berufsständische Unabhängigkeitsanforderungen Auswirkungen auf Dritte Absolute Ausschlussgründe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bachelor of Arts (BA) Martin Loos (Auteur), 2010, Reflexe von Unabhängigkeitsvorschriften in der Wirtschaftsprüfung auf einen "erweiterten Personenkreis", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152355
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Extrait de  78  pages
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