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Das Helper’s High Phänomen in der professionellen Pflege. Ein geschlechterspezifischer Fokus

Title: Das Helper’s High Phänomen in der professionellen Pflege. Ein geschlechterspezifischer Fokus

Bachelor Thesis , 2024 , 72 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Vanessa Schulte (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beleuchtet, wie die Motivation zum Helfen und die Empathie das Helper's High beeinflussen und insbesondere, wie diese Faktoren in der Pflegepraxis zum Tragen kommen. Dabei wird anhand einer quantitativen Querschnittsstudie der Frage nachgegangen, ob Pflegekräfte dieses Gefühl intensiver erleben als Menschen, die nicht in der Pflege tätig sind, und ob es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Um diesen beiden Fragen zu untersuchen, wurde eine selbsterstellte Online-Umfrage durchgeführt.
Kennen Sie das warme, befriedigende Gefühl, das aufkommt, wenn Sie jemandem helfen – sei es, einer älteren Dame über die Straße, wenn Sie ehrenamtlich tätig sind oder durch eine Weihnachtsspende? Diese Empfindung, oft als Helper's High bezeichnet, steht im Mittelpunkt dieser Bachelorarbeit. Eine systematische Literaturrecherche zeigt, dass das Helper's High nicht nur ein psychologisch-subjektives Gefühl persönlicher Zufriedenheit ist, sondern sich auch physiologische Korrelate, wie Endorphin- und Oxytocinausschüttung finden. Studien zeigen außerdem, dass Helfen sowohl die physische als auch psychische Gesundheit fördert.
Diese methodische Herangehensweise erlaubt es, ein tieferes Verständnis vom Helper's High zu entwickeln und seine Bedeutung in der Pflegepraxis zu beleuchten. Diese erstmalige Untersuchung des Helper’s High bei Pflegekräften hat
wichtige praktische Implikationen. Es könnte dazu beitragen, das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit von Pflegefachkräften zu verbessern, was wiederum die Qualität der Pflege und die Interaktionen mit Patient*innen positiv beeinflussen, Burn-outs reduzieren und so den Beruf wieder attraktiver gestalten könnte. Durch das Erkennen des Helper’s High können Pflegekräfte besser verstehen, wie ihre Arbeit nicht nur den Patient*innen, sondern auch ihnen selbst zugutekommt. Zudem könnte das Wissen um geschlechtsspezifische Unterschiede im Erleben des Helper's High zu gezielteren Unterstützungsangeboten und Schulungen führen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Pflegekräften zugeschnitten sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definition Helper´s High

2.2 Definition Helfen - Was bedeutet helfen eigentlich?

2.2.1 Prosoziales Verhalten

2.2.2 Der Biologische Ansatz

2.2.3 Der individualistische Ansatz

2.2.3.1 Stimmungszustände

2.2.3.2 Persönlichkeitsmerkmale

2.2.4 Die zwischenmenschliche Perspektive/ Interpersonaler Ansatz

2.2.5 Sozialsystemische Perspektive

2.3 Die Auswirkungen des Helper‘s High

2.4 Die Bedeutung des Helper´s High in der Pflege

2.5 Empathie

2.6 Emotionale Intelligenz

3 Motivation

3.1 Prosoziale Motivation

3.2 Wo ordnet sich Pflege ein?

4 Geschlechterrollen und -stereotype

5 Fragestellung und Hypothesen

6 Methodisches Vorgehen

6.1 Stichprobe

6.2 Forschungsdesign

6.3 Instrumente zur Datenerhebung

6.4 Statistische Datenanalyse

7 Ergebnisse

8 Ergebnisdiskussion/ Schlussfolgerung

9 Limitationen

10 Ausblick

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht das psychologische Phänomen des "Helper’s High" (ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit durch hilfreiches Handeln) im spezifischen Kontext der professionellen Pflege. Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Pflegekräfte diese emotionale Reaktion intensiver erleben als fachfremde Personen und ob dabei geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen.

  • Untersuchung des Helper's High bei Pflegekräften im Vergleich zu Nicht-Pflegekräften
  • Analyse des Einflusses von Motivation, Empathie und emotionaler Intelligenz
  • Betrachtung geschlechtsspezifischer Rollenbilder und deren Einfluss auf das Hilfeerleben
  • Evaluation der Auswirkungen von Arbeitsbelastung und Burn-out auf das Helper's High
  • Quantitative Querschnittsstudie mittels Online-Fragebogen

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition Helper´s High

Das Helper´s High oder auch Healthy Helping Syndrom bezeichnet ein Phänomen, bei dem Menschen ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit erleben, nachdem sie anderen geholfen oder eine gute Tat vollbracht haben. Das Helper’s High wird nach Allen Luks als ein zwei Phasen Phänomen definiert. Es beginnt mit einem Energieschub, einem körperlichen Hochgefühl und geht dann in ein länger anhaltendes, gesteigertes Gefühl der Ruhe und des emotionalen Wohlbefindens über. Vor allem die zweite Phase kann Stunden bis tagelang wiederkehren, alleine bei dem Gedanken an den helfenden Akt.

Luks beschreibt das Helper´s High als ein „powerful Antidote to life´s daily stresses“. Es wirkt als ein Gegengift, welches die Auswirkungen von schlechtem Stress, dem Distress, verringert und in der selben Zeit zu positivem Eustress führt.

Wenn eine Person einer anderen Person hilft, werden Hirnstrukturen aktiviert, die mit Belohnung assoziiert sind, im Zuge dessen der Körper u.a. Dopamin, Endorphine und Oxytocin ausschüttet. Diese werden populärwissenschaftlich als Glückshormone bezeichnet und lösen positive Gefühle aus, indem sie stimulierend, beruhigend und schmerzlindernd auf den menschlichen Organismus wirken. Luks behauptet, dass die Helfenden diese körperlichen Reaktionen und das damit verbundene Glücksgefühl auch erleben, obwohl sie oft mit schrecklichen Schicksalen konfrontiert werden.

Das Helper‘s High ist dabei eine affektive Reaktion und nicht zu verwechseln mit dem krankhaften Helfersyndrom, welches häufig in helfenden Berufen anzutreffen ist. Dies bezeichnet ein Syndrom, bei dem sich die helfende Person selber vernachlässigt, um anderen Menschen Unterstützung zukommen zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Phänomen des "Helper's High", Relevanz für das Wohlbefinden von Pflegekräften und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2 Theoretische Grundlagen: Definition des Helper's High sowie detaillierte Betrachtung von Motivation, Hilfeleistungskontexten, Empathie und emotionaler Intelligenz.

3 Motivation: Vertiefende Analyse der verschiedenen Motivationsformen wie Altruismus, egoistischem Verhalten sowie deren Relevanz im beruflichen Pflegekontext.

4 Geschlechterrollen und -stereotype: Diskurs darüber, wie soziale Rollenbilder und Männlichkeits-/Weiblichkeitsstereotype die Wahrnehmung des Helfens beeinflussen.

5 Fragestellung und Hypothesen: Formulierung der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich des Helper's High bei Pflegenden im Vergleich zu Nicht-Pflegenden sowie geschlechtsspezifischer Differenzen.

6 Methodisches Vorgehen: Beschreibung des Forschungsdesigns einer quantitativen Querschnittsstudie, der Stichprobengewinnung via Online-Umfrage und der statistischen Auswertung.

7 Ergebnisse: Präsentation der Datenanalyse, welche zeigt, dass das Helper's High bei Pflegekräften unerwartet niedriger ausfällt als bei Nicht-Pflegenden.

8 Ergebnisdiskussion/ Schlussfolgerung: Interpretation der Studienergebnisse vor dem Hintergrund von Arbeitsbelastung, Empathie-Erosion und den komplexen Einflüssen auf das Wohlbefinden.

9 Limitationen: Kritische Reflexion der methodischen Einschränkungen der Studie, wie die Nutzung einer Gelegenheitsstichprobe und die Verwendung eines selbstentwickelten Fragebogens.

10 Ausblick: Diskussion künftiger Forschungspotenziale und notwendiger Maßnahmen für die Pflegepraxis, um die Resilienz und Arbeitszufriedenheit zu steigern.

Schlüsselwörter

Helper's High, professionelle Pflege, Prosoziales Verhalten, Empathie, Motivation, Geschlechterrollen, Arbeitszufriedenheit, Stressbewältigung, Quantitative Studie, Gesundheitswesen, Arbeitsmotivation, Pflegemanagement, Burn-out, Mitgefühls-Müdigkeit (Compassion Fatigue), Altruismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem "Helper's High", einem Hochgefühl, das durch das Helfen anderer entsteht, und untersucht dessen Auswirkungen und Vorkommen im anspruchsvollen Arbeitsumfeld der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft psychologische Theorien zum prosozialen Verhalten mit dem alltäglichen Stress, der Empathieentwicklung im Pflegeberuf und der sozialen Bedeutung von Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll empirisch geklärt werden, ob Pflegende im Berufsalltag häufiger oder intensiver ein Helper's High erleben als Menschen in anderen Berufen, und ob es dabei Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin führte eine quantitative Querschnittsstudie durch, bei der 2.764 Teilnehmer mittels eines standardisierten Online-Fragebogens befragt wurden. Die Daten wurden anschließend mit varianzanalytischen Verfahren (ANOVA) statistisch ausgewertet.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen, Empathie, Motivation), eine Analyse geschlechtsspezifischer Stereotype sowie eine detaillierte Auswertung und Diskussion der erhobenen Forschungsdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Helper's High, professionelle Pflege, Empathie, Arbeitsmotivation und Geschlechterrollen.

Wie beeinflusst die Arbeitsbelastung in der Pflege das Helper's High?

Die Arbeit legt nahe, dass hoher Stress, administrative Überlastung und drohendes Burn-out oder Compassion Fatigue (Mitgefühls-Müdigkeit) die Fähigkeit der Pflegekräfte einschränken können, das Helper's High positiv zu erleben.

Widerlegen die Ergebnisse die aufgestellten Hypothesen?

Ja, die Ergebnisse zeigen überraschenderweise, dass Pflegekräfte insgesamt ein signifikant niedrigeres Helper's High aufweisen als Nicht-Pflegende und dass Männer in der Pflege geringere Werte erreichen als Frauen.

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Details

Title
Das Helper’s High Phänomen in der professionellen Pflege. Ein geschlechterspezifischer Fokus
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter
Grade
1,7
Author
Vanessa Schulte (Author)
Publication Year
2024
Pages
72
Catalog Number
V1523928
ISBN (PDF)
9783389095386
ISBN (Book)
9783389095393
Language
German
Tags
Helper's High Pflegewissenschaft Pflege Oxytocin Pflegekräfte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Schulte (Author), 2024, Das Helper’s High Phänomen in der professionellen Pflege. Ein geschlechterspezifischer Fokus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1523928
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