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Aufgaben und Herausforderungen der strategischen Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise

Título: Aufgaben und Herausforderungen der strategischen Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise

Tesis , 2009 , 78 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Cem Agirman (Autor)

Economía de las empresas - Negocios - General
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„Was wir in diesem Zeitalter des radikalen Wandels benötigen, ist der Gebrauch von Vorhersagen als einen Weg, um Zeit zu kaufen. Um die Gefahren aufzuspüren, bevor sie unhandhabbar werden und um die Gelegenheiten zu erfassen, bevor sie verloren sind.“ Ian Wilson, der frühere Leiter der strategischen Planung bei General Electric, schien mit dieser Aussage die aktuellen Entwicklungen des weltweiten Wirtschaftsgeschehens treffend zu beschreiben.
Das undurchschaubare Schattenreich der Finanzindustrie führte nach jahrelangem Unwissen zu einem endgültigen Platzen der Finanzblase. (...)
Unternehmenskrisen sind allgegenwärtige, komplexe und gravierende Phänomene, deren rechtzeitiges Erkennen eine existenzielle Notwendigkeit darstellt.
(...)
Die Forderung nach einer „Frühaufklärung“ wird in den aktuellen Zeiten komplexer, turbulenter, dynamischer und unsicherer Märkte immer lauter.
Eine verbesserte Planbarkeit von Umsatzentwicklungen oder Lebenszyklen sollte im Rahmen dieser Forderung für das strategische Management umsetzbar sein und den Insolvenzen, welche meistens durch mangelndes strategisches Control-ling begründet sind, gegensteuern. Die strategische Portfolio-Analyse als zweck-mäßiges Instrument zur langfristigen, kombinierten „Vorsteuerung“ von Erfolg und Liquidität scheint diesen und den Anforderungen von Ian Wilson, Gerecht zu werden. Die Portfolio-Analyse verfolgt als strategisches Planungsinstrument das Ziel, Chancen und Risiken des Umfelds mit Stärken und Schwächen des Gesamtunternehmens, welche aus mehreren strategischen Geschäftseinheiten besteht, in Einklang zu bringen.
Aufgrund dieser Tatsachen stellt sich die Frage, ob und inwiefern die strategische Portfolio-Analyse sich als Instrument zur Vermeidung und Bekämpfung von Unternehmenskrisen eignet. Die vorliegende Arbeit greift diese Problemstellung auf, indem sie zunächst Unternehmenskrisen klassifiziert, in Krisenphasen aufteilt und ihre Ursachen erarbeitet. Anschließend soll die Portfolio-Analyse als Instrument in das strategische Management eingeordnet und die Boston Consulting Matrix als repräsentatives Portfolio-Muster dargestellt werden. In Kapitel 5 wird darauf aufbauend eine kritische Untersuchung, inwiefern sich die Portfolio-Analyse in den Prozess der Unternehmenskrise eingliedert und welche Aufgaben es übernimmt, durchgeführt. Zuletzt erfolgt eine zusammenfassende Beurteilung des Krisenbe-kämpfungspotentials strategischer Portfolio-Muster.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsbestimmung und Themenabgrenzung

3 Klassifizierung von Unternehmenskrisen

3.1 Abgrenzung des Begriffs der Unternehmenskrise

3.2 Dimensionen von Krisensituationen

3.3 Ursachen der Unternehmenskrise

3.3.1 Komplexität der Krisenursachen

3.3.2 Quantitative Krisenursachenforschung

3.3.3 Qualitative Krisenursachenforschung

3.3.3.1 Endogene Krisenursachen

3.3.3.2 Exogene Krisenursachen

4 Portfolio-Analyse als Instrument des strategischen Managements

4.1 Definition und Entstehung

4.2 Voraussetzungen für die Anwendung der Portfolio-Technik

4.2.1 Abgrenzung von strategischen Geschäftsfeldern

4.2.1.1 Kriterien der Marktaufgabe

4.2.1.2 Kriterien der Eigenständigkeit

4.2.1.3 Kriterium des Erfolgspotentialbeitrages

4.2.2 Ermittlung von strategischen Erfolgsfaktoren

4.2.2.1 Die Annahme des Produktlebenszykluskonzepts

4.2.2.2 Die Erfahrungskurve

4.2.2.3 Die PIMS-Untersuchungen

4.3 Ausgewählte Portfolio-Konzepte im Überblick

4.3.1 Gestaltung der Portfolio-Matrix

4.3.2 Der Ansatz der Boston Consulting Group

5 Strategische Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise

5.1 Erfolgreiche Krisenbewältigung

5.1.1 Wirkungen von Unternehmenskrisen

5.1.2 Krisenerkennung als Grundlage für die Krisenbewältigung

5.2 Aufbau und Funktionsweisen von Frühwarnsystemen

5.3 Aufgaben der Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise

5.3.1 Anforderungen an Indikatoren im Rahmen der Früherkennung

5.3.2 Fixierung des Portfolio-Gleichgewichts

5.3.3 Bestimmung von Portfolio-Ungleichgewichten

5.4 Früherkennung von Krisen im Hinblick auf Krisenphasen

5.4.1 Früherkennung strategischer Krisen anhand von Portfolio Mustern

5.4.2 Früherkennung von Erfolgskrisen anhand von Portfolio Mustern

5.4.3 Früherkennung von Liquiditätskrisen anhand von Portfolio Mustern

5.4.4 Grenzen der strategischen Portfolio-Analyse im Rahmen von Unternehmenskrisen

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern die strategische Portfolio-Analyse als Instrument zur Früherkennung, Vermeidung und Bewältigung von Unternehmenskrisen eingesetzt werden kann, um eine nachhaltige Existenzsicherung zu gewährleisten.

  • Klassifizierung und Phasenmodellierung von Unternehmenskrisen
  • Grundlagen und methodische Anforderungen der Portfolio-Analyse
  • Integration der Portfolio-Technik in Krisenfrüherkennungssysteme
  • Analyse von Portfolio-Mustern als Indikatoren für Krisensymptome

Auszug aus dem Buch

4.3.2 Der Ansatz der Boston Consulting Group

Die Marktwachstum-Marktanteil-Matrix ist die bekannteste Form der Portfolio-Analyse und wurde von der amerikanischen Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) entworfen. Daher hat sich bis heute der Name „BCG-Matrix“ durchgesetzt. Die BCG-Matrix basiert auf zwei der früher beschriebenen strategischen Erfolgsfaktoren, dem Produktlebenszyklus-Konzept und der Erfahrungskurve. Diese sind einer Quantifizierung im Sinne der kardinalen Skalierung zugänglich.

Die Umweltdimension (Abszisse) verkörpert in diesen Überlegungen das zukünftige reale Marktwachstum, welches die marktliche Entwicklungschance – aufbauend auf dem Konzept des Produktlebenszyklus - einer strategischen Geschäftseinheit abbildet. Das Marktwachstum wird dabei als Zunahme des Umsatzes einer Geschäftseinheit auf einem bestimmten Markt innerhalb eines festgelegten Zeitpunktes (i.d.R. ein Jahr) quantifiziert. Das Konzept der Erfahrungskurve bildet die Grundlage für die Darstellung der Unternehmensdimension (Ordinate). Als strategischer Erfolgsfaktor wird der relative Marktanteil gewählt, der den Marktanteil der eigenen Produkt-Markt-Kombination im Verhältnis zum Marktanteil des größten Konkurrenten ausdrückt. Folglich wird an den Ausführungen aus 4.2.2.2 angeknüpft, in dem ein Unternehmen mit höheren Absätzen durch die Gewinnung an Erfahrung Kostendegressionen erwirtschaftet und somit sein Marktrisiko senkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf Unternehmen sowie die Notwendigkeit einer strategischen Portfolio-Analyse zur Krisenfrüherkennung.

2 Begriffsbestimmung und Themenabgrenzung: Dieses Kapitel legt die methodischen Grundlagen fest, definiert den Untersuchungsrahmen für autonom existenzfähige Unternehmen und führt die für die Arbeit zentralen Kennzahlen ein.

3 Klassifizierung von Unternehmenskrisen: Das Kapitel systematisierte die verschiedenen Krisenarten, deren Ursachen sowie den Prozessverlauf von einer strategischen Krise bis hin zur Insolvenz.

4 Portfolio-Analyse als Instrument des strategischen Managements: Es werden die theoretischen Grundlagen der Portfolio-Technik, ihre Voraussetzungen und die wesentlichen Konzepte wie Produktlebenszyklus und Erfahrungskurve erläutert.

5 Strategische Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise: Der Hauptteil verknüpft Portfolio-Konzepte mit Krisenfrüherkennung, operationalisiert Warnmechanismen anhand von Portfolio-Mustern und untersucht deren Eignung als Frühindikatoren.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die die Eignung der Portfolio-Analyse zur Krisenfrüherkennung bestätigt und die Bedeutung der frühzeitigen Identifikation „schwacher Signale“ unterstreicht.

Schlüsselwörter

Unternehmenskrise, Portfolio-Analyse, Strategisches Management, Krisenfrüherkennung, BCG-Matrix, Produktlebenszyklus, Erfahrungskurve, PIMS-Studie, Frühwarnsystem, Marktwachstum, Marktanteil, Liquiditätskrise, Erfolgskrise, Strategische Krise, Existenzsicherung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Ziel dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die strategische Portfolio-Analyse als wirksames Instrument zur Früherkennung und Bewältigung von Unternehmenskrisen dienen kann.

Welche Krisenphasen werden in der Arbeit unterschieden?

Es wird zwischen der Strategiekrise, der Erfolgskrise, der Liquiditätskrise und der Insolvenz differenziert.

Welches wissenschaftliche Modell steht im Fokus der Analyse?

Im Zentrum steht das Marktwachstums-Marktanteil-Portfolio der Boston Consulting Group (BCG-Matrix).

Was sind zentrale Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Systematisierung von Krisenursachen, die methodischen Voraussetzungen für Portfolio-Analysen und die Ableitung von Frühwarnsignalen aus Portfolio-Mustern.

Welche Rolle spielen „schwache Signale“ in dieser Arbeit?

Sie dienen als vorauseilende Indikatoren, um strategische Diskontinuitäten frühzeitig zu erkennen, noch bevor sich diese in messbaren finanziellen Verlusten widerspiegeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie die Portfolio-Analyse in den Prozess der Unternehmensführung integriert werden kann, um durch Sollwert-Fixierung und Toleranzbereiche krisenhafte Entwicklungen rechtzeitig zu signalisieren.

Wie unterscheidet sich aktives von reaktivem Krisenmanagement laut dieser Arbeit?

Aktives Krisenmanagement setzt bereits in frühen Stadien (Strategie- oder Erfolgskrise) an, während reaktives Krisenmanagement erst bei akuten Problemen wie der Liquiditätskrise interveniert.

Warum ist die Abgrenzung von strategischen Geschäftsfeldern für die Portfolio-Analyse so wichtig?

Da die Portfolio-Analyse auf der Zerlegung eines Unternehmens in unabhängige, eigenständig agierende Einheiten basiert, ist deren präzise Definition die unabdingbare Voraussetzung für eine korrekte Analyse.

Was sagt die Arbeit über die Aussagekraft von ungleichgewichtigen Portfolio-Mustern aus?

Ungleichgewichtige Muster, wie etwa eine „Linkslastigkeit“ (geringe Marktanteile) oder eine „Tieflastigkeit“ (geringe Marktanteile in stagnierenden Märkten), können als „schwaches Signal“ für drohende strategische Krisen interpretiert werden.

Final del extracto de 78 páginas  - subir

Detalles

Título
Aufgaben und Herausforderungen der strategischen Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Calificación
2.0
Autor
Cem Agirman (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
78
No. de catálogo
V152392
ISBN (Ebook)
9783640641932
ISBN (Libro)
9783640642496
Idioma
Alemán
Etiqueta
Portfolio-Analyse Unternehmenskrisen BCG BCG Matrix Portfolio Krise Frühwarnsysteme Portfolio-Matrix Krisenursachen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Cem Agirman (Autor), 2009, Aufgaben und Herausforderungen der strategischen Portfolio-Analyse im Rahmen einer Unternehmenskrise, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152392
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