1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Social Communties1 eine zukünftige
Möglichkeit für die Musikdistribution in Deutschland darstellen können. Als
Musikdistribution wird in dieser Arbeit hauptsächlich das kommerzielle Downloaden, also
der digitale Vertrieb von Musiktiteln, behandelt. Die Arbeit versucht gemeinsame Merkmale
von Nutzern kommerzieller Downloads sowie von Nutzern sozialer Netzwerke aufzuzeigen
und abzugleichen, um eine geeignete Community für die Distribution von Musik
identifizieren zu können.
Um eine Bewertung der Ausgangsfrage vornehmen zu können, wird zunächst einmal auf die
aktuelle wirtschaftliche Situation des digitalen Musikmarktes in Deutschland eingegangen
(Abschnitt 2). Im Anschluss daran wird der durchschnittliche Musik-Downloader typisiert
(Abschnitt 3). Danach wird die Entwicklung der Social Communities kurz beleuchtet und die
sechs größten sozialen Netzwerke in Deutschland vorgestellt und hinsichtlich ihrer
Musikaffinität untersucht (Abschnitt 4). In Abschnitt 5 wird dann versucht unter
Berücksichtigung einiger Merkmale, wie der Zahlungsbereitschaft der User oder der
demographischen Zielgruppenverteilung die sozialen Netzwerke untereinander und mit dem
in Abschnitt 3 typisierten Musikdownloader zu vergleichen. In Abschnitt 6 werden danach
die Problemfelder der wissenschaftlichen Datenauswertungen aufgezeigt, die sich nach
Evaluierung der verschiedenen Studien und Daten ergeben haben. Zum Schluss wird
letztendlich ein Fazit gezogen, neue Fragen aufgeworfen und eine Handlungsempfehlung für
die Netzwerke formuliert (Abschnitt 7).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der digitale Musikmarkt – Ein kurzer Überblick
3. Die Zielgruppe kommerzieller Musikdownloads
4. Social Communities – Ein Überblick
4.1. Facebook
4.2. Wer-kennt-Wen
4.3. Die VZ-Gruppe
4.4. MySpace
5. Allgemeine Analyse der sozialen Netzwerke
5.1. Die Nutzungsintensität
5.1.1. Durchschnittliche Verweildauer
5.1.2. Brutto-Kontakt-Summe
5.2. Die Zielgruppenstruktur
5.3. Zahlungsbereitschaft
5.4. Nutzertypen
6. Probleme der Datenauswertung und deren Bewertung
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob soziale Netzwerke in Deutschland eine tragfähige Plattform für die Musikdistribution darstellen können. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern sich die Nutzerstrukturen von Musikdownloadern mit denen der großen sozialen Netzwerke decken und welche Netzwerke sich für eine Distribution von Musik eignen.
- Analyse des digitalen Musikmarktes in Deutschland
- Typisierung des digitalen Musikkäufers
- Vorstellung und Bewertung der sechs größten sozialen Netzwerke in Deutschland
- Vergleich der Zielgruppenstrukturen von Social Communities und Musikkäufern
- Evaluation der Zahlungsbereitschaft für Online-Angebote
Auszug aus dem Buch
4. Social Communities – Ein Überblick
Soziale Netzwerke existieren im Internet seit Mitte der 1990er Jahre. Eines der ersten Netzwerke war die Schulfreunde-Community „Classmates.com“, die 1995 gegründet wurde. Bis zum Jahr 2004 blieben derartige Communities jedoch Randerscheinungen.
Den Startpunkt der Erfolgsgeschichte von Social Communities kann man in der Entwicklung des WEB 2.0 sehen. Dieser Begriff wurde 2004 erstmals vom Futuristen Tim O’Reilly geprägt und bezeichnet u.a. die technischen Vereinfachungen des Internets, die es jedem User ermöglichen eigenen Content ins Web zu stellen und somit das Netz individuell mitzugestalten, ohne dafür eine Programmiersprache beherrschen zu müssen.
Aber warum erfreuen sich Social Communities aller Arten und Zielgruppen wie Facebook, LinkedIn, Xing, Wer kennt Wen, Vz-Gruppe, etc. so großer Beliebtheit? Schon Aristoteles bezeichnete den Menschen im antiken Griechenland als „Zoon Politikon“. Diese Wesensbestimmung definiert den Menschen als ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Lebewesen. Und genau das ist der Mensch auch noch heute: Menschen gehen im realen Leben Partnerschaften ein, versammeln sich in Vereinen, Parteien oder Freundeskreisen. Und was machen sie im digitalen Leben? Sie sammeln sich in sozialen Netzwerken, in denen sie Kontakte knüpfen, Freundschaften pflegen, Videos anschauen oder über Musik diskutieren. Und diese Auflistung ließe sich natürlich beliebig fortführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Forschungsfrage, ob soziale Netzwerke die zukünftigen Musikdistributoren sein können, und beschreibt das methodische Vorgehen.
2. Der digitale Musikmarkt – Ein kurzer Überblick: Dieses Kapitel skizziert die aktuelle wirtschaftliche Situation des digitalen Musikmarktes und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen der Entwicklung in den USA und Deutschland.
3. Die Zielgruppe kommerzieller Musikdownloads: Hier wird der typische Musikkäufer analysiert, um Merkmale für den späteren Vergleich mit den Nutzern sozialer Netzwerke zu gewinnen.
4. Social Communities – Ein Überblick: Das Kapitel bietet eine Einführung in das Phänomen der Social Communities und stellt die sechs größten deutschen Netzwerke sowie deren Musikaffinität vor.
5. Allgemeine Analyse der sozialen Netzwerke: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Nutzungsintensität, Zielgruppenstruktur und Zahlungsbereitschaft innerhalb der Netzwerke sowie deren Abgleich mit dem Musikdownloader.
6. Probleme der Datenauswertung und deren Bewertung: Das Kapitel kritisiert die Schwierigkeiten bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten zu sozialen Netzwerken und deren mangelnde Vergleichbarkeit.
7. Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert, dass die Forschungsfrage nicht eindeutig beantwortet werden kann, und empfiehlt den Netzwerken, ihr Portfolio im Bereich Musik zu erweitern.
Schlüsselwörter
Soziale Netzwerke, Musikdistribution, digitaler Musikmarkt, Musicload, Social Communities, Nutzeranalyse, Zielgruppe, Zahlungsbereitschaft, Web 2.0, Musikstreaming, Datenauswertung, Facebook, Wer-kennt-Wen, MySpace, VZ-Gruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Semesterarbeit primär?
Die Arbeit untersucht, ob soziale Netzwerke das Potenzial besitzen, als zukünftige Distributoren für Musikdownloads in Deutschland zu fungieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung digitaler Musikmärkte, die Nutzerstrukturen von Social Communities und den Abgleich dieser Nutzer mit den Käuferprofilen digitaler Musik.
Was ist die Kern-Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob soziale Netzwerke eine zukünftige Möglichkeit für die Musikdistribution in Deutschland darstellen können.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es wurde eine Sekundäranalyse wissenschaftlicher Studien und statistischer Daten verschiedener Marktforschungsinstitute sowie branchenüblicher Quellen durchgeführt.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die größten sozialen Netzwerke (Facebook, WKW, VZ-Gruppe, MySpace) hinsichtlich ihrer Nutzerzahlen, Demografie und ihrer spezifischen Angebote zur Musikintegration.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Musikdistribution, Social Communities, Zielgruppenabgleich, Unique User und Musikaffinität bilden die inhaltliche Basis.
Warum ist die Vergleichbarkeit der Daten ein kritisches Thema?
Aufgrund fehlender einheitlicher Standards bei der Datenerhebung durch verschiedene Institute (wie AGOF oder Nielsen) und teilweise intransparenter Methoden ist ein direkter Vergleich oft nicht möglich.
Was ist das zentrale Ergebnis der Arbeit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Ausgangsfrage nicht definitiv beantwortet werden kann, da die Datenlage zu unsicher ist, dennoch aber ein klares Potenzial für Musikintegration besteht.
Welche Rolle spielt die VZ-Gruppe bei der Musikdistribution?
Der Autor konstatiert, dass die VZ-Gruppe bisher wenig Musikaffinität zeigt und ihr Portfolio dringend erweitern sollte, um gegenüber anderen Anbietern wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von „Virtual Goods“?
Virtual Goods werden als wichtige Komponente für den Umsatz in sozialen Netzwerken betrachtet, wobei jedoch im deutschen Raum die Zahlungsmethoden (z.B. Kreditkartenreichweite) eine Hürde darstellen können.
- Arbeit zitieren
- bastian christ (Autor:in), 2010, Social Communities - Die Musikdistributoren der Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152421