Innerhalb der vom Lehrplan vorgegebenen übergeordneten Einheit Die Frage nach Gott (Themenbereich 3: Existiert Gott?) stellt diese Stunde einen Einstieg in diese Thematik, insbesondere die Theodizee dar. In den folgenden Stunden werden die SuS verschiedene Theorien zur Existenz Gottes erarbeiten und Herangehensweisen großer Systematiker wie Anselm von Canterbury, Augustin, Bonhoeffer u.a. kennenlernen.
Der Film Signs des Regisseurs M. Night Shyamalans handelt vordergründig bloß von einer Invasion der Außerirdischen auf unseren Planeten und wie eine Familie sie siegreich überlebt. Doch in diesem Film verbirgt sich viel mehr!
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Inhaltsverzeichnis
1. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
2. Vorstellung des Unterrichtsgegenstandes
3. Didaktische Überlegungen
4. Methodische Überlegungen
5. Stundenraster
Lernziele
Arbeitsblatt: Das Theodizee-Problem nach Leibnitz
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Einführung in die Thematik der Gotteslehre und die Auseinandersetzung mit der Theodizee-Frage (Warum lässt Gott Leid zu?), indem der Film "Signs" als moderner, lebensnaher Anknüpfungspunkt genutzt wird, um abstrakte theologische Konzepte für Schüler der 11. Jahrgangsstufe greifbar zu machen.
- Filmanalyse unter theologischen Gesichtspunkten
- Die Theodizee-Problematik in Theorie und Praxis
- Gottesbild und Vorherbestimmung (Prädestination)
- Entwicklungspsychologische Aspekte religiöser Urteilsbildung
- Methodische Kompetenzförderung durch Text- und Medienanalyse
Auszug aus dem Buch
3. Didaktische Überlegungen
Gottesbeweise und Theodizee ist ein recht anspruchsvolles Thema für SchülerInnen des 11. Jahrgangs. Ich wähle als Einstieg in diese Thematik einen aktuellen Film, der sicherlich einem Großteil der Schüler bekannt ist, um zu zeigen wie aktuell und nah am Leben die Frage nach Gott ist. Das Gefühl von Verlust und Trauer kennen wahrscheinlich einige der SuS und auch die, mit dem Verlust eines lieben Menschen einhergehende „Warum“-Frage. Es ist naheliegend, dass gläubige Menschen fragen, wie Gott dies zulassen konnte.
Diese Frage ist so alt wie der Glaube selbst und wurde von vielen Theologen und Philosophen bereits gestellt. Jede Antwort auf eine solche Frage ist selbstverständlich nur Theorie, doch können Aussagen wie die von Boëthius, dass alles Schlechte Teil eines göttlichen Plans ist und somit dem Guten dient, tröstlich sein. Der „göttliche Plan“ kann von den Menschen allerdings (noch) nicht verstanden werden, was die tröstende Wirkung dieser Aussage wiederum mindert.
Der Film „Signs“ zeigt genau diesen göttlichen Plan: Alles Geschehene ergibt einen Sinn, der dem Guten, nämlich der Rettung der Familie dient. Graham Hess erkennt es am Ende des Films und findet sein Vertrauen zu Gott wieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert den kognitiven und religiösen Entwicklungsstand von Schülern der 11. Jahrgangsstufe nach Piaget, Oser/Gmünder und Fowler.
2. Vorstellung des Unterrichtsgegenstandes: Hier wird der Film "Signs" als Beispiel für eine narrative Auseinandersetzung mit der Theodizee-Frage in den Lehrplankontext der Gotteslehre eingeordnet.
3. Didaktische Überlegungen: Die didaktische Begründung für den Einsatz des Films als motivierender und lebensnaher Einstieg in die komplexe Theodizee-Thematik wird dargelegt.
4. Methodische Überlegungen: Es werden die geplanten Unterrichtsschritte zur Filmanalyse sowie die Förderung von Sach- und Methodenkompetenzen bei den Schülern beschrieben.
5. Stundenraster: Ein detaillierter Zeitplan mit den Phasen, Lehrer- und Schüleraktivitäten sowie den gewählten Sozialformen und Medien für die Unterrichtsstunde.
Lernziele: Die angestrebten Lernfortschritte in den Bereichen Sach-, Methoden- und Selbstkompetenz werden explizit aufgeführt.
Arbeitsblatt: Das Theodizee-Problem nach Leibnitz: Ein Fachtext, der die Position von Leibniz zum Bösen in der Welt erläutert und als Grundlage für die Erarbeitung theoretischer Gotteslehre dient.
Schlüsselwörter
Religion im Kino, Theodizee, Gotteslehre, M. Night Shyamalan, Signs, Glaubensentwicklung, Gottesbeweis, Leibniz, Malum morale, Malum physicum, Malum metaphysicum, Unterrichtsentwurf, Religionspädagogik, Vorherbestimmung, Perfectibilitas
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf?
Es geht um eine geplante Unterrichtseinheit für die 11. Jahrgangsstufe, in der anhand des Films „Signs“ die theologische Theodizee-Frage, also die Frage nach der Vereinbarkeit von Gottes Güte und dem Leid in der Welt, behandelt wird.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themenfelder sind die Gotteslehre, die Analyse filmischer Narrationsmuster im religiösen Kontext sowie die philosophische Auseinandersetzung mit der "beste aller möglichen Welten"-Theorie nach Leibniz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülern die Relevanz der Gottesfrage nahezubringen und die Komplexität der Theodizee anhand einer lebensnahen Filmanalyse verstehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Filmanalyse mit anschließender hermeneutischer Erschließung eines philosophischen Quellentextes (Leibniz) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die entwicklungspsychologische Einordnung der Zielgruppe, die inhaltliche Vorstellung der Filmhandlung und die didaktisch-methodische Planung der Unterrichtssequenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Theodizee, Leibniz, Gotteslehre, Filmanalyse, Religionspädagogik und Glaubensentwicklung.
Wie genau spiegelt der Film „Signs“ die Theodizee-Frage wider?
Der Film dient als exemplarisches Modell, in dem das scheinbar sinnlose Leid der Familie Hess am Ende in einen göttlichen Plan integriert wird, was dem Protagonisten zur Rückgewinnung seines Glaubens verhilft.
Welche Rolle spielt die "perfectibilitas" in dem beigefügten Arbeitsblatt?
Die "perfectibilitas" beschreibt das Konzept, dass die Welt zwar unvollkommen ist (malum metaphysicum), diese Unvollkommenheit aber notwendig ist, um dem Menschen moralisches Streben und die ständige Verbesserung der Welt zu ermöglichen.
Warum wird der Film in drei Unterrichtsstunden bearbeitet?
Zwei Stunden sind rein für das Anschauen des Films vorgesehen, da die Analyse der Handlungsstränge und Charakterentwicklungen eine fundierte Kenntnis der filmischen Ereignisse voraussetzt.
- Arbeit zitieren
- Julika F. (Autor:in), 2009, Stundenentwurf Religion: Die Theologie in M. Night Shyamalans Film "Signs", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152502