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Gesellschaftliche Ausgrenzung durch Namen - Wie jüdische Namen zur Markierung wurden

Funktion und Bedeutung von Namen - Der Name als Stigma

Titre: Gesellschaftliche Ausgrenzung durch Namen - Wie jüdische Namen zur Markierung wurden

Dossier / Travail de Séminaire , 2005 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ron Klug (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem gesellschaftlichen Ausgrenzungspotential von Namen, welches letztlich speziell bei der jüdischen Volksgruppe zu einer verhängnisvollen Markierung führte. Im folgenden Kapitel wird deshalb auf Ursprung und Wirkung von ethnischen Schimpfnamen eingegangen. Das Verständnis ethnischer Schimpfnamen bildet die theoretische Grundlage für die anschließenden Kapitel. Gegenstand des dritten Kapitels
ist die Markierung jüdischer Namen. Im vierten Kapitel wird ein Überblick über die gesellschaftliche Wirkung der Namensmarkierung von Juden erfolgen. Eine Schlussbetrachtung erfolgt im fünften Kapitel.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ethnische Schimpfnamen

2.1 Zum Begriff „Schimpfname“

2.2 Ursprung ethnischer Schimpfnamen

2.3 Entwicklung ethnischer Schimpfnamen

2.4 Wirkung ethnischer Schimpfnamen

3 Die Markierung jüdischer Namen

3.1 Systematik jüdischer Namen

3.2 Historische Grundlage jüdischer Namensmarkierung

3.3 Markierungstabelle jüdischer Vor- und Nachnamen

4 Wirkung der Namensmarkierung

4.1 Gesellschaftliche Folgen

4.2 Vom Namen zur Nummer

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das gesellschaftliche Ausgrenzungspotenzial von Namen und analysiert, wie diese Funktion im Kontext der jüdischen Bevölkerungsgruppe zu einer verhängnisvollen, systematischen Markierung führte. Die Forschungsfrage widmet sich der sprachlichen Diskriminierung als Wegbereiter für soziale Isolation und physische Gewalt.

  • Psychologische und soziale Funktionen von Namen
  • Mechanismen ethnischer Schimpfnamen und Diskriminierung
  • Historische Entwicklung der jüdischen Namensmarkierung in Deutschland
  • Empirische Auswertung von Markierungstabellen für Vor- und Nachnamen
  • Die Eskalation von der Namensstigmatisierung bis zur Entmenschlichung

Auszug aus dem Buch

3.1 Systematik jüdischer Namen

Die Juden sind ein monotheistisches Volk aus dem vorderen Orient. Nach der Zerstörung ihres Tempels um 70 n. Chr. waren sie bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 ohne politisches Vaterland. Sie lebten deshalb in der Diaspora, also in religiösen Minderheitsgruppen über die ganze Welt verstreut. In den verschiedenen Kulturen und Ländern waren ihnen somit gleichermaßen „Assimilation- und Selbstbewahrungsleistungen“ abverlangt (vgl. BERING 1996, S. 1302).

Sie passten sich an die jeweilige Sprache ihres Gastlandes an. Dies hatte immer auch Einfluss auf die Namensgebung. Im römischen Westreich sprachen die Juden Latein, im Ostreich Griechisch, im mittelalterlichen Westeuropa Französisch und nach dem 12. Jahrhundert im Deutschen Reich Deutsch. Im Rahmen der Judenvertreibung nach der Pestwelle wanderten die Juden aus dem „Land Kanaan“ (Bezeichnung für die Region Sachsen, Böhmen, Mähren und Niederösterreich) im 14. Jahrhundert verstärkt nach Osteuropa ein. Dort vermischte sich ihr Deutsch mit den lokalen slawischen Sprachen zu Jiddisch. Das unter „aschkenasischen“ Juden weit verbreitete Jiddisch ist ein „altertümliches Deutsch“, das die Lautveränderungen vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen nur unvollständig vollzogen hat (vgl. GUGGENHEIMER u. GUGGENHEIMER 1996, S. xiii, xxii).

Aufgrund dieser wechselvollen, assimilatorischen Sprachgeschichte ist es nicht immer möglich, eine eindeutige Grenze zwischen jüdischen und nichtjüdischen Namen zu ziehen (ebd. S. ix). BRECHENMACHER klassifiziert die Vornamen deutscher Juden nach orthodox-jüdischen, Diaspora-jüdischen und zionistischen Vornamen. Die orthodox-jüdischen Vornamen bilden die größte Gruppe. Sie tragen meist „explizit religiöse Konnotation“ und entstammen dem Alten Testament und dem Talmud (z. B.: Abraham, Benjamin, Moses, David, Isaak, Ruth, Lea, Miriam, Baruch, Nathan, Pinkus). Die Klasse der Diaspora-jüdischen Vornamen hat ihren Ursprung in der europäisch-jüdischen Diaspora. Dabei „mutierten“ einige Familiennamen zu Vornamen (z. B.: Hirsch, Wolf, Meyer, Herz). Zionistische Vornamen gibt es verstärkt seit der aufkommenden jüdischen Nationalbewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Meist handelt es sich dabei um „hebräische Neologismen“ mit kämpferischer Symbolik (z. B.: Arje – Löwe; Dovon – Bär; Jariv – Gegner; Zion – Felsen), (vgl. BRECHENMACHER 2001, S. 37).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung etabliert den Namen als zentrales Identitätsmerkmal und stellt die These auf, dass Namen als Instrumente der Ausgrenzung und sozialen Markierung dienen können.

2 Ethnische Schimpfnamen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Schimpfnamens und analysiert, wie diese verbalen Konstruktionen zur Abgrenzung von Fremdgruppen und zur Stabilisierung der eigenen Identität beitragen.

3 Die Markierung jüdischer Namen: Das Kapitel untersucht die Systematik jüdischer Namen und zeichnet die historische Entwicklung nach, in der durch staatliche Erlasse und sozialen Druck eine gezielte Markierung jüdischer Namen forciert wurde.

4 Wirkung der Namensmarkierung: Hier werden die gesellschaftlichen Konsequenzen, wie soziale Isolation, Behinderung der beruflichen Teilhabe und die letztendliche Entmenschlichung durch die Ersetzung von Namen durch Nummern, dargelegt.

5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Verwendung ethnischer Schimpfnamen ein Prozess ist, der über verschiedene Stadien von verbaler Ablehnung bis hin zu physischer Gewalt führen kann.

Schlüsselwörter

Namensstigma, Antisemitismus, Ethnische Schimpfnamen, Soziale Ausgrenzung, Jüdische Namen, Namensmarkierung, Identität, Assimilation, Diskriminierung, Onomastik, Sprachgeschichte, Judenverfolgung, Identitätsverlust, Preußisches Emanzipationsgesetz, Stigmatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Namen, Identität und gesellschaftlicher Ausgrenzung, mit einem spezifischen Fokus auf die systematische Markierung jüdischer Namen in der deutschen Geschichte.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentrale Themen sind die Psychologie der Namensgebung, die Entstehung und Wirkung ethnischer Schimpfnamen sowie die historische Entwicklung der administrativen und sozialen Diskriminierung von Juden durch ihre Namen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Namen als „Frühwarnsysteme“ oder Stigmatisierungsinstrumente genutzt wurden, um eine gesellschaftliche Abgrenzung zwischen einer Mehrheitsgruppe und jüdischen Minderheiten zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der Auswertung historischer Quellen und Namensstatistiken (insbesondere Markierungstabellen), um soziolinguistische und geschichtswissenschaftliche Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung ethnischer Schimpfnamen, die Analyse der Namensmarkierung bei Juden sowie die Darstellung der daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen, bis hin zur totalen Entmenschlichung im Nationalsozialismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Namensstigma, Onomastik, Antisemitismus, Diskriminierung, soziale Isolation und das Konzept der In-group-Out-group-Konstellation.

Warum galten manche Namen als „jüdischer“ als andere?

Durch die systematische Verknüpfung von Namen mit religiösen Traditionen und den bewussten Versuch antisemitischer Gesellschaftsteile, durch Namenspolemik und Gesetze eine Trennung zu erzwingen, wurden bestimmte Namen als stigmatisiert markiert.

Was passierte mit der Funktion des Namens unter dem Nationalsozialismus?

Unter dem Nationalsozialismus verlor der Name seine Funktion als „menscheneigene Qualität“ vollends, da Juden durch den Zwang zur Führung der Namen „Israel“ oder „Sara“ sowie später durch Nummern in Konzentrationslagern zu namenlosen Objekten degradiert wurden.

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Résumé des informations

Titre
Gesellschaftliche Ausgrenzung durch Namen - Wie jüdische Namen zur Markierung wurden
Sous-titre
Funktion und Bedeutung von Namen - Der Name als Stigma
Université
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Cours
Funktion und Bedeutung von Namen
Note
1,0
Auteur
Ron Klug (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
19
N° de catalogue
V152549
ISBN (ebook)
9783640642861
ISBN (Livre)
9783640642892
Langue
allemand
mots-clé
Sprache Namen Schimpfnamen Rassismus Stigma Ausgrenzung sprachlich Jude Judentum jüdisch ethnisch Markierung Holocaust
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ron Klug (Auteur), 2005, Gesellschaftliche Ausgrenzung durch Namen - Wie jüdische Namen zur Markierung wurden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152549
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Extrait de  19  pages
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