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Figuren Handeln und Konzeption in Thomas Manns "Zauberberg"

Eine Analyse der Hauptfiguren und ihre Bedeutung für den Protagonisten Hans Castorp

Title: Figuren Handeln und Konzeption in Thomas Manns "Zauberberg"

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Kathleen Bärs (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

A. Einleitung

Thomas Mann schrieb in einem seiner Briefe an den Wiener Philologen Paul Amann: Ich
hatte vor dem Kriege eine grössere Erzählung begonnen, […], worin ein junger Mensch sich
mit der verführerischsten Macht, dem Tode, auseinanderzusetzen hat und auf komischschauerliche
Art durch die Gegensätze von Humanität und Romantik, Fortschritt und
Reaktion, Gesundheit und Krankheit geführt wird, aber mehr orientierend und der
Wissenschaft halber als entscheidend. Dieser junge Mensch – Hans Castorp – begibt sich
unbeabsichtigt auf eine Bildungsreise, die sieben Jahre seines Lebens dauern wird. Unterwegs
begegnet er Menschen, die ihn mit Politik, Philosophie, aber auch mit Liebe, Krankheit und
Tod konfrontieren. Castorp durchläuft einen Reifeprozess, aus dem er am Ende `gesteigert´
hervorgeht.
Der Erzähler bezeichnete Hans Castorp einmal als `unser unheldischer Held´ (814) – im
Verlaufe dieser Arbeit wird deutlich, dass der Protagonist zwar kein typischer Held ist, jedoch
Aspekte des heldischen durchaus erkennbar sind, die sich in Castorps Ausspruch Mit mir
aber ist es was anderes (804) auf den Punkt bringen lassen. Bis es soweit ist, muss er sich dem
Einfluss von Joachim Ziemßen, Hofrat Behrens, Madame Chauchat, Lodovico Settemrini,
Leo Naphta und Mynheer Peeperkorn stellen, die als Hauptfiguren im Mittelpunkt der
Untersuchungen stehen sollen.
Betrachtet werden sie hinsichtlich ihrer Konstituierung, Konturierung und
Funktionalisierung. Wie werden die Figuren eingeführt? Wann und Wie erfährt der Leser
über sie? Wie sind sie gezeichnet? In welcher Beziehung stehen sie zum Protagonisten? –
Diese Fragestellungen stecken den theoretischen Rahmen ab. Dem Punkt Funktionalisierung
(Welchen Einfluss haben die Hauptfiguren auf den Protagonisten? Auf welche Weise sind sie
für ihn bedeutsam?) kommt dabei eine besondere Wichtigkeit zu, beinhaltet er doch die
`Steigerung´ Castorps.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

1. Hans Castorp: `Ein einfacher junger Mensch´ erreicht den Zauberberg

2. Joachim Ziemßen – eine geistig unbedrohte Natur

3. Hofrat Behrens

4. Madame Chauchat – die russische Kirke

5. Zur Konzeption der zentralen Erzieherfiguren

5.1. Settembrini – der italienische Drehorgelmann

5.2. Der hässliche Naphta

5.3. Mynheer Peeperkorn – der königliche Stammler

C. Conclusion: Hans Castorp verlässt `gesteigert´ den Zauberberg

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Konstituierung, Konturierung und Funktionalisierung der Hauptfiguren in Thomas Manns „Der Zauberberg“. Dabei wird untersucht, wie diese Figuren den Reifeprozess und die „Steigerung“ des Protagonisten Hans Castorp beeinflussen, indem sie gegensätzliche Lebensentwürfe und philosophische Positionen verkörpern.

  • Die Rolle von Hans Castorp als Protagonist und „unheldischer Held“.
  • Die Analyse der zentralen Erzieherfiguren (Settembrini, Naphta, Peeperkorn).
  • Gegenüberstellung von Lebens- und Todeskonzepten sowie den Prinzipien von „Form“ und „Unform“.
  • Untersuchung der Widersprüchlichkeit und Ambiguität der Romanfiguren.
  • Die Bedeutung von Krankheit und Liebe für Castorps Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

3. Hofrat Behrens

Die Einführung von Hofrat Behrens ist dem Erzähler – anders als zum Beispiel bei Peeperkorn - kein Kommentar wert. Diesen Part überlässt er Joachim Ziemßen, der ihn im ersten Kapitel mit den Worten vorstellt: `Übrigens kann es wohl sein, daß man zynisch wird hier bei uns. Behrens selbst ist auch so ein alter Zyniker – ein famoses Huhn nebenbei, alter Korpsstudent und glänzender Operateur […].´ (19)

Die Bezeichnung `Huhn´ wird dem leitenden Arzt des Bergsanatoriums allerdings nicht gerecht. Der Name `Behrens´ gehört zum ahd. Eigennamen bero – Bär. Und tatsächlich ist Behrens von großer, eindrucksvoller Gestalt. Er war ein knochiger Mann, wohl drei Köpfe höher als Dr. Krokowski, schon ganz weiß auf dem Kopf, mit heraustretendem Genick, großen, vorquellenden und blutunterlaufenden blauen Augen […]. (68) Er hatte ein paar kolossale Füße. (68) Außerdem sprach er stark niedersächsisch, breit und kauend. (67) Hans Castorp lernt ihn nach seinem ersten Frühstück auf dem Zauberberg kennen. Behrens bescheinigt ihm sogleich total anämisch (69) zu sein und einen brauchbaren Patienten (68) abzugeben, denn dazu gehöre Talent (68), was Hans Castorp unzweifelhaft besäße, da er so was Ziviles, so was Komfortables (68) an sich hätte, ganz im Gegenteil zu seinem Vetter.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bildungsreise von Hans Castorp ein und definiert den theoretischen Rahmen sowie die zentralen Fragestellungen der Figurenanalyse.

B. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht detailliert die verschiedenen Hauptfiguren und ihre spezifischen Funktionen für die Entwicklung des Protagonisten.

1. Hans Castorp: `Ein einfacher junger Mensch´ erreicht den Zauberberg: Dieses Kapitel zeichnet die Wandlung Castorps vom „einfachen jungen Mann“ zum „Sorgenkind des Lebens“ nach und beschreibt seine Entfremdung vom Flachland.

2. Joachim Ziemßen – eine geistig unbedrohte Natur: Es wird die soldatische Natur des Vetters Joachim beleuchtet, die als Kontrast zu Castorps Wissbegier und seinem Hang zur Morbidität fungiert.

3. Hofrat Behrens: Die Analyse konzentriert sich auf die ambivalente Figur des Sanatoriumsarztes, der als Repräsentant zwischen „oberer Welt“ und „Unterwelt“ fungiert.

4. Madame Chauchat – die russische Kirke: Dieses Kapitel behandelt die erotische Verführung durch Madame Chauchat und ihre Bedeutung als Vertreterin des „asiatischen Prinzips“ oder der „Unform“.

5. Zur Konzeption der zentralen Erzieherfiguren: Hier wird der theoretische Rahmen für die statischen Eckfiguren der Erziehung Castorps gesetzt.

5.1. Settembrini – der italienische Drehorgelmann: Fokus auf den humanistischen Erzieher, der das „europäische Prinzip“ und die „Form“ gegen den Tod verteidigt.

5.2. Der hässliche Naphta: Porträt des jesuitischen Antagonisten, der für Terror, Absolutheit und eine radikale Todesphilosophie steht.

5.3. Mynheer Peeperkorn – der königliche Stammler: Betrachtung des „Kaffeekönigs“ als Repräsentant des Vitalismus und der wuchtigen Persönlichkeit, die Castorps Intellektualismus neutralisiert.

C. Conclusion: Hans Castorp verlässt `gesteigert´ den Zauberberg: Die Zusammenfassung verdeutlicht, wie Castorp durch die Auseinandersetzung mit seinen Erziehern und dem Tod seine „Steigerung“ erfährt und die Ambivalenz des Lebens anerkennt.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Der Zauberberg, Hans Castorp, Joachim Ziemßen, Settembrini, Naphta, Peeperkorn, Madame Chauchat, Bildungsroman, Steigerung, Humanismus, Krankheit, Tod, Form, Unform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Charakterisierung und der erzieherischen Funktion der Hauptfiguren in Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“ und deren Einfluss auf den Reifeprozess von Hans Castorp.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Prozess der „Steigerung“ des Protagonisten, das Spannungsfeld zwischen „Form“ und „Unform“ sowie die philosophische Auseinandersetzung mit Leben, Tod und Krankheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die verschiedenen Hauptfiguren Castorps Weltsicht prägen und warum er trotz unterschiedlicher pädagogischer Einflüsse am Ende eine eigene Position findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Erzähltextanalyse, um die Konstituierung, Konturierung und Funktionalisierung der Figuren innerhalb der Romanstruktur zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Protagonist Hans Castorp sowie die einzelnen Erzieherfiguren – Settembrini, Naphta und Peeperkorn – einzeln auf ihre Charakteristika und ihre Wirkung auf den Reifeprozess analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Bildungsroman, Steigerung, Humanismus, Widersprüchlichkeit, Ambiguität und die Gegenüberstellung von europäischen und asiatischen Prinzipien.

Wie unterscheidet sich Joachim Ziemßen von Hans Castorp?

Während Castorp der suchende „Zivilist“ ist, der sich auf dem Zauberberg verändert, bleibt Joachim Ziemßen eine in ihren Grundhaltungen statische, soldatische Natur, die letztlich an ihrer Unfähigkeit zur Veränderung scheitert.

Warum spielt Hofrat Behrens eine ambivalente Rolle?

Behrens verkörpert ein Paradoxon: Er ist Arzt, aber selbst „krank“, und pendelt in seiner Funktion zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich des Todes, ohne dass der Leser eindeutig zuordnen kann, welchem Prinzip er dient.

Welchen Einfluss hat Mynheer Peeperkorn auf die anderen Erzieher?

Peeperkorn wird als eine Art „Kraftfeld“ beschrieben, das den intellektuellen Disput zwischen Settembrini und Naphta neutralisiert, da er durch seine bloße vitale Präsenz ihre rhetorischen Debatten „verzwergen“ lässt.

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Details

Title
Figuren Handeln und Konzeption in Thomas Manns "Zauberberg"
Subtitle
Eine Analyse der Hauptfiguren und ihre Bedeutung für den Protagonisten Hans Castorp
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Literatur der Weimarer Republik
Grade
2,0
Author
M.A. Kathleen Bärs (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V152576
ISBN (eBook)
9783640646586
ISBN (Book)
9783640646906
Language
German
Tags
Zauberberg Thomas Mann Figurenhandeln Hans Castorp Protagonist
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Kathleen Bärs (Author), 2008, Figuren Handeln und Konzeption in Thomas Manns "Zauberberg", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152576
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