Autowerbung und hübsche Frauen gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Die wichtigste weltweite Autoausstellung findet alljährlich im März in Genf statt. Es gehört zum guten Bild, dass sich der Autobauer sein Prestigeobjekt mit einer attraktiv gekleideten Dame ziert. Man kann aufgrund der Emanzipation sehen, dass sich die Frau in der Werbung mittlerweile meistens nicht nur mehr leicht bekleidet sich auf der Motorhaube räkelt, sondern dass die Frau als Beifahrerin eine beneidenswerte „Begleitung“ abgibt (vgl. http://www.lespress.de/052004/texte052004/frauenundautos052004.html, 10.01.2005).
Inhaltsverzeichnis
1.1 Einleitung
1.2 Anfänge der Autowerbung
1.3. Auto sucht Begleitung
1.4. Frauen fungieren als Werbebotschaft
1.5. Neue Form der Autowerbung
1.6.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und aktuelle Rolle der Frau in der Autowerbung. Dabei wird analysiert, inwiefern Frauen als dekorative Elemente oder Werbebotschafterinnen instrumentalisiert werden und wie sich die Rezeption dieser Werbung durch weibliche Konsumentinnen im Zeitverlauf verändert hat.
- Historische Entwicklung der Frau als „Aufputz“ in der frühen Automobilbranche
- Psychologische Wirkungsmechanismen emotionaler Reize in der Autowerbung
- Veränderung des Frauenbildes durch gestiegene ökonomische Eigenständigkeit
- Unterschiede in der Wahrnehmung von Frauenstereotypen zwischen den Geschlechtern
- Die kritische Haltung von Frauen gegenüber idealisierten Werbefiguren
Auszug aus dem Buch
1.3. Auto sucht Begleitung
„Am 6.2. 1898 konstituierte sich der Automobilclub von Österreich, der Vorläufer des ÖAMTC. Der Name wurde am 20. März 1898 in Österreichischer Automobil-Club geändert. Frauen durften dem Österreichischen Automobil Club im Unterschied zur Radfahrsektion , dem Touring Club, wie in der außerordentlichen Generalversammlung vom 20.März 1898 festgelegt wurde, nur als „außergewöhnliche Mitglieder“ beitreten. Durch die Hausordnung wurde ihr Wirkungskreis noch weiter eingeschränkt. Damen haben in die Clublokalitäten keinen Zutritt, doch kann ihnen das Präsidium von Fall zu Fall denselben ausnahmsweise gestatten. Der ÖAC erhielt 1898 von der Nesselsdorfer Waggonbau Fabrik (Tatra) zwei Übungsautomobile geschenkt. Damen konnten die Benutzung dieser Fahrzeuge „nur in Begleitung eines fahrkundigen Mietgliedes oder Club-Maschinisten gestattet werden“ (zit.Sandgruber, Frauensachen-Männerdinge Teil 8, S.12).
Es lassen sich um das Jahr 1920 folgende Tendenzen erkennen. Die Frauen dienten als Aufputzobjekte des sportlich-eleganten Herrensfahrens einhergehend mit einem sportlich, chromblitzenden Automobil, anderseits wollten immer mehr Frauen das Steuer selbst in die Hand nehmen. Doch da zu dieser Zeit Autos als sehr teuer galten, und ein Luxusgut darstellten, war die nur Damen der großbürgerlichen Gesellschaft vorbehalten (vgl. Sandgruber, Frauensachen-Männerdinge, Teil 8, S.13).
Zu dieser Zeit muss noch vermerkt werden, dass im April 1922 der ÖAC einen „Concours d`Elegance im Park des Schloss Belvedere injizierten. In der Zwischenkriegszeit wurde diese Veranstaltung dann regelmäßig durchgeführt. Die Damen waren zu diesem Event zugelassen, doch dienten sich auch hier, rein dem Aufputz des Autos. In jedem Wagen musste neben dem Lenker mindestens eine Dame im Sportkostüm oder Sommertoilette das Gesamtbild des Wagens aufhellen. Auch zu jener Zeit waren Mannequins der Modefirmen sehr begehrt und diese durften natürlich bei diesem Großereignis im Jahre 1922 nicht fehlen (vgl. Sandgruber, Frauensachen-Männerdinge, Teil 8, S. 13ff.)
Zusammenfassung der Kapitel
1.1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die traditionelle Verbindung zwischen hübschen Frauen und Autos als Prestigeobjekten in der Werbeindustrie.
1.2 Anfänge der Autowerbung: Dieses Kapitel zeigt auf, dass Frauen bereits in den 1920er Jahren als schmückendes Beiwerk zur Bewerbung des Luxusgutes Automobil genutzt wurden.
1.3. Auto sucht Begleitung: Es wird die restriktive Rolle der Frau in frühen Automobilclubs und bei repräsentativen Veranstaltungen wie dem Concours d’Elegance thematisiert.
1.4. Frauen fungieren als Werbebotschaft: Hier werden die psychologischen Effekte von emotionalen Reizen in der Werbung und die gezielte Ansprache moderner, selbstbewusster Frauen erläutert.
1.5. Neue Form der Autowerbung: Das Kapitel behandelt die Herausforderungen für die Werbeindustrie, wenn das traditionelle Hausfrauen-Stereotyp nicht mehr zeitgemäß ist und kritische Konsumentinnen angesprochen werden sollen.
1.6.Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Frauen heute zwar als Käuferinnen relevant sind, aber die ständige Präsentation idealisierter Frauenfiguren in der Werbung oft Ablehnung hervorruft.
Schlüsselwörter
Autowerbung, Frauenbild, Geschlechterrollen, Konsumverhalten, Sozialgeschichte, Gender Studies, Werbepsychologie, Luxusgut, Emanzipation, Stereotype, Automobilclub, Werbebotschaft, Marketingstrategie, Rezeptionsforschung, Konsumentinnen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Praxis der Darstellung von Frauen in der Autowerbung sowie deren Wirkung auf die Konsumenten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Autowerbung, den psychologischen Effekten emotionaler Werbereize und der veränderten Wahrnehmung durch die Zielgruppe der Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frauen als Werkzeug der Werbung eingesetzt werden und warum diese Strategien bei heutigen, emanzipierten Konsumentinnen zunehmend kritisch gesehen werden.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer sozialhistorischen Analyse und wertet Literatur zu Konsumverhalten, Gender Studies und Werbestrategien aus.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil spannt den Bogen von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart und analysiert den Wandel von der „reinen Dekoration“ hin zur Ansprache der selbstbewussten Konsumentin.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen gehören Autowerbung, Gender Studies, Sozialgeschichte, Konsumverhalten und Stereotypisierung.
Welche Rolle spielte der Concours d'Elegance im Jahr 1922?
Diese Veranstaltung im Schlosspark Belvedere diente dazu, das Prestige des Automobils durch den Einsatz von Mannequins und elegant gekleideten Damen visuell aufzuwerten.
Warum reagieren Frauen laut Autor oft widerwillig auf die Autowerbung?
Der Autor argumentiert, dass Frauen sich mit den übermäßig idealisierten Phantasiegestalten der Werbung vergleichen, was zu einer ablehnenden Haltung gegenüber der Werbeperson und dem beworbenen Produkt führt.
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- Markus Santner (Autor), 2005, Autowerbung und Frauen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152635