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Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273

Title: Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hermann Sievers (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König am 1. Oktober 1273 beendete die Jahre des Interregnums – aus heutiger Perspektive gibt es daran keinen Zweifel. Doch wie sahen es seine Zeitgenossen? Vielen musste die Erhebung Rudolfs – der nicht einmal dem Reichsfürstenstand angehörte – überraschend erschienen sein, und die Zeit musste es erst mit sich bringen, ob dieser neue König in der Lage war, die Wirren, die durch den Untergang der Stauferdynastie entstanden waren, zu überwinden. In der Tat, Rudolf von Habsburg konnte sich behaupten. Er setzte sich sowohl politisch als auch militärisch gegen seinen größten Widersacher, den böhmischen König Ottokar II. Přemysl, erfolgreich durch. Das deutsche Königtum erhielt wieder Konstanz – nicht zuletzt auch durch das herausgebildete Wahlgremium der sieben Kurfürsten.
Diese Arbeit wird die verschiedenen, ineinander greifenden Aspekte rund um die Wahl Rudolfs von Habsburg thematisieren. Beleuchtet werden die Kandidaten und die strukturellen Bedingungen der Wahl, die Absichten und Motivationen der beteiligten Personen, die Zusammenarbeit der Kurfürsten und die Haltung des Papstes sowie die Krönung selbst und der sich anschließende Kampf um die Konsolidierung des Königtums Rudolfs. In dieser Arbeit wird die folgende These in den Mittelpunkt der Darstellung gerückt:
Die Königswahl von 1273 war dominiert durch den Einmütigkeitsgedanken der Kurfürsten. Die Probleme, die sich aus den vorausgegangenen Wahlen, aber vor allem aus der Doppelwahl von 1256/57 ergaben, lösten einen Prozess des Umdenkens aus. Es galt eine Spaltung der Kurfürsten in verschiedene Lager und eine sich daraus möglicherweise ergebende, erneute Doppelwahl um jeden Preis zu verhindern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil – Die Wahl Rudolfs von Habsburg

II.1 Strukturelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Wahl von 1273

II.2 Kandidaten, Wahlverhandlungen, Wahl und Krönung

II.3 Nach der Wahl – Die Absicherung der Wahlentscheidung

III. Abschließende Betrachtung der Wahl von 1273

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die komplexen politischen und strukturellen Hintergründe der Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273. Das primäre Ziel ist es, die These zu belegen, dass diese Wahl maßgeblich durch einen bewussten Einmütigkeitsgedanken der Kurfürsten geprägt war, um zukünftige Doppelwahlen und eine Spaltung des Reiches zu verhindern.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen und die Entwicklung des Kurfürstenkollegiums.
  • Analyse der verschiedenen Thronkandidaten und ihrer jeweiligen Erfolgsaussichten.
  • Die Rolle der Kurfürsten und die Bedeutung diplomatischer Einigungsprozesse.
  • Die politische Absicherung der Wahl durch Heiratspolitik und päpstliche Anerkennung.
  • Die Überwindung des Interregnums durch die Wahl Rudolfs von Habsburg.

Auszug aus dem Buch

II. 1 Strukturelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Wahl von 1273

Was waren die strukturellen Voraussetzungen, die im Zusammenhang mit der Wahl von 1273 von Bedeutung waren?

Erstens: Das römisch-deutsche Reich war – im Unterschied zu den westeuropäischen Monarchien – kein Erbkönigtum, sondern eine Art „Wahlmonarchie.“ Es hatte eine andere Entwicklung genommen. Noch im Hochmittelalter beruhte im Reich die Königsnachfolge auf der Kombination zweier konkurrierender Prinzipien: Auf der einen Seite gab es das Geblütsrecht, auf der Anderen den Wahlgedanken. Es kam zu einer Synthese zwischen diesen beiden Prinzipien, sodass der König zwar durch eine Wahl bestimmt wurde, der Kreis der wählbaren Kandidaten jedoch stets auf die jeweilige Königsfamilie beschränkt blieb. Im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert setzte dann eine Veränderung dieses Gleichgewichts ein. Es fand eine Verlagerung hin zu einem „freien Wahlrecht“ statt – ohne Rücksicht auf geblütsrechtliche Bindungen. Die Gründe hierfür waren vielfältig. Ebenso wie vor allem konkrete politische Tatbestände, bspw. das Scheitern des „Erbreichplanes“ Kaiser Heinrichs VI. und sein früher Tod (1197), die beschriebene Entwicklung förderten, trugen auch die Doppelwahl des Jahres 1198, sowie der aus ihr resultierende Thronstreit ihren entscheidenden Teil dazu bei. Dass sich in dieser Zeit der Wahlgedanke gegenüber dem Erbrecht durchgesetzt hatte, spiegelt u. a. eine Formulierung aus dem so genannten Sachsenspiegel Eikes von Repkow aus den zwanziger Jahren des 13. Jahrhunderts wider.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Wahl Rudolfs von Habsburg als Ende des Interregnums ein und stellt die zentrale These der Arbeit vor.

II. Hauptteil – Die Wahl Rudolfs von Habsburg: Dieser Abschnitt analysiert die strukturellen Voraussetzungen, die verschiedenen Kandidaten und den diplomatischen Prozess, der zur einmütigen Wahl Rudolfs führte.

II.1 Strukturelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen der Wahl von 1273: Das Kapitel erläutert die Entwicklung von einer staufisch geprägten Erb- und Wahlmonarchie hin zu einem freien Wahlrecht und die Entstehung des Kurfürstenkollegiums.

II.2 Kandidaten, Wahlverhandlungen, Wahl und Krönung: Hier werden die Ambitionen rivalisierender Kandidaten wie Ottokar II. von Böhmen untersucht und die entscheidenden Phasen der Verhandlungen sowie der Wahlvorgang selbst dargestellt.

II.3 Nach der Wahl – Die Absicherung der Wahlentscheidung: Dieses Kapitel behandelt die Maßnahmen Rudolfs zur Festigung seiner Macht durch Heiratspolitik und die Sicherung der päpstlichen Approbation.

III. Abschließende Betrachtung der Wahl von 1273: Das Fazit fasst die Bedeutung der Wahl als Ausdruck des politischen Einheitswillens zusammen und ordnet sie in den Kontext der spätmittelalterlichen deutschen Geschichte ein.

Schlüsselwörter

Rudolf von Habsburg, Interregnum, Königswahl, Kurfürstenkollegium, WahImonarchie, Einmütigkeit, Ottokar II. von Böhmen, Papst, Approbation, Staufer, Reichspolitik, Sachsenspiegel, Wahlrecht, Revindikation, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Königswahl von 1273, bei der Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König gewählt wurde, und ordnet dieses Ereignis in den politischen Kontext der Überwindung des Interregnums ein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kurfürstenkollegiums, der Wandel des Wahlrechts von geblütsrechtlichen hin zu freien Wahlprinzipien sowie die Konsolidierung der königlichen Macht nach der Wahl.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel?

Das Hauptziel ist der Nachweis, dass die Wahl von 1273 gezielt durch einen Einmütigkeitsgedanken der Kurfürsten dominiert war, um Spaltungen im Reich und Doppelwahlen konsequent zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende historische Analyse von Primärquellen, wie Wahldekreten und zeitgenössischen Chroniken, sowie auf die wissenschaftliche Auswertung einschlägiger mediävistischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der strukturellen Voraussetzungen, die Vorstellung der Thronkandidaten, den diplomatischen Ablauf der Wahlverhandlungen und die Strategien zur machtpolitischen Absicherung des neuen Königtums.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Interregnum, Kurfürstenkollegium, Approbationsrecht des Papstes, die Person Rudolf von Habsburg sowie der Gegensatz zur staufischen Tradition.

Warum wurde Rudolf von Habsburg trotz seiner im Vergleich geringen Machtbasis gewählt?

Rudolf galt als einsetzbarer Kompromisskandidat, der über die militärischen Mittel zur Durchsetzung gegenüber Rivalen wie Ottokar II. verfügte und als treuer Anhänger des Stauferhauses bei den Kurfürsten Akzeptanz fand.

Welche Rolle spielte der Papst bei der Wahl?

Der Papst besaß ein Approbationsrecht, durch das er die Wahl bestätigen oder ablehnen konnte. Die Kurfürsten versuchten daher, die Interessen der Kurie in den Wahlprozess einzubinden, um die Anerkennung ihres Kandidaten zu sichern.

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Details

Title
Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar: Erbrecht, Wahlrecht, Gottesgnadentum - Die Königserhebungen im Mittelalter (8. Jh.-1519)
Grade
1,7
Author
Hermann Sievers (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V152676
ISBN (eBook)
9783640648153
ISBN (Book)
9783640647767
Language
German
Tags
Wahl Rudolfs Habsburg König Jahr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hermann Sievers (Author), 2008, Die Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152676
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