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Dialoge im Alltag und in der Radiowerbung

Eine vergleichende Analyse

Title: Dialoge im Alltag und in der Radiowerbung

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne Jahr (Author)

German Studies - Linguistics
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Bereits seit den 1990er Jahren konstatiert man eine Zunahme dialogischer Darstellungsformen in Funk und Fernsehen–ein Trend der sich auch in der Werbung widerspiegelt. Werbedialoge sind zweifelsfrei eine inszenierte Form von Kommunikation, die angesichts knapper Ressourcen immer auf Ergiebigkeit hinauslaufen muss. Nichtsdestotrotz kann man davon ausgehen, dass „Werbe- und Alltagssprache eng miteinander verwoben sind insofern, als Werbesprache auf der Alltagssprache basiert und deren Trends aufzugreifen oder zwecks Aufmerksamkeitserregung die Regeln der Standardsprache zu verletzen versucht, während umgekehrt auch die Alltagssprache immer wieder durch die Werbung geprägte Ausdrücke und Tendenzen übernimmt.“ Dennoch müssen „Fragen wie die nach dem Informationsgehalt, der Verständlichkeit oder dem Einsatz von Dialekt, Fachsprache oder Jugendsprache […] berücksichtigen, dass Werbung ganz anderen kommunikativen Gesetzen folgt als Sach- oder Fachtexte oder Alltagsgespräche.“ Es soll daher hervorgehoben werden, dass, obwohl alltägliche, reale Dialogmuster als Hauptquelle für Werbetexte dienen, gleichwohl nur ein beschränktes
Bild von Alltagssprache wiedergeben wird. D.h. es geht nicht darum zu zeigen, dass Werbedialoge fiktiv sind, sondern wie Alltagsgespräche in der Werbung dargestellt werden. Gleichzeitig liefert die Medienkommunikation auch „einen deutlichen Kontrast,
vor dem sich Formen und Funktionen von Alltagsgesprächen genauer bestimmen lassen.“

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alltagsgespräche

2.1 Analyse des Gesprächs „Unterhaltung beim Kaffeetrinken“

2.1.1 Soziale Rahmenbedingungen des Gesprächs

2.1.2 Materialanalyse

2.2 Zusammenfassung der Ergebnisse

3. Dialoge in der Radiowerbung

3.1 Flensburger Bier

3.2 Diebels

3.3 Vodafone All-Inclusive-Paket

3.4 Deichmann

3.5 Zwischenfazit

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen und kommunikativen Unterschiede zwischen realen, spontanen Alltagsgesprächen und inszenierten Werbedialogen im Radio. Ziel ist es, die Merkmale authentischer Konversationen aufzuzeigen und zu analysieren, inwieweit Werbedialoge diese Strukturen übernehmen, imitieren oder verfremden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

  • Analyse der sequenziellen Organisation und Dialogstruktur von Alltagsgesprächen.
  • Untersuchung von Sprecherwechseln, Überlappungen und typischen Gesprächssignalen.
  • Vergleichende Analyse von vier ausgewählten Radio-Werbespots.
  • Herausarbeitung von Verfremdungsstrategien in werblichen Inszenierungen.
  • Gegenüberstellung von Authentizität und zweckgebundener, künstlicher Konstruktion.

Auszug aus dem Buch

3.1 Flensburger Bier

Der Werbespot ist in zwei Teile gegliedert, einen dialogischen mit Sprecherwechsel zwischen den beiden männlichen Gesprächspartnern, die sich über das Bier Flensburger unterhalten, und einen monologischen Teil, der von einem Off-Sprecher übernommen wird. Der Dialog ist so konzipiert, dass das Produkt und dessen Eigenschaften im Mittelpunkt stehen. Nach einem kurzen einleitenden Musikjingle, der charakteristisch für das Produkt ist und Kennern bekannt sein dürfte, setzt der Dialog ohne Eröffnungsphase direkt im thematischen Geschehen ein. Lediglich die formelhafte Wendung „du sa mal“ kann „in initialer Position das Vorliegen eines Themenwechsels suggerieren“.

Die drei Sprecherwechsel erfolgen reibungslos und ohne Pausen, Überlappungen, Simultansprechen oder redekommentierende Mitteln. Sprecher S1 stellt eine Frage, die Sprecher S2 eindeutig mit „ja“ beantwortet und seinerseits wieder eine Frage stellt, die viel überraschender zu sein scheint, was an der Intonation zu erkennen ist (vgl. emphatische Betonung von „für“ (TZ 05)). Darauf antwortet S1 mit der rhetorischen Frage „was das nich alles gibt, ne?“, was von S2 affirmativ mit „ja“ kommentiert wird.

Als für die gesprochene Sprache typisches Phänomen steht hier die Verwendung einer überregionalen Variante des friesischen Dialekts. Generell werden solche soziolinguistischen Varietäten nur bedingt eingesetzt, um die allgemeine Verständlichkeit nicht zu gefährden und ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Doch bereits die norddeutsch gefärbte Redensweise, die noch durch außersprachliche Hintergrundgeräusche (Meeresrauschen, Möwenschreie) unterstrichen wird, schafft einen authentischen Situationskontext. Der umgangssprachliche Sprachstil äußert sich auch in Wendungen wie „was das nich alles gibt“ und in der Gesprächspartikel „ne“ (TZ 06).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, reale Alltagsgespräche mit inszenierten Werbedialogen zu vergleichen, um Merkmale von Authentizität und deren Verwendung in der Werbung zu bestimmen.

2. Alltagsgespräche: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von Alltagsgesprächen und analysiert anhand eines Transkripts aus dem Freiburger Korpus die spezifischen Strukturen und Merkmale wie Sprecherwechsel und Gesprächssignale.

2.1 Analyse des Gesprächs „Unterhaltung beim Kaffeetrinken“: Hier erfolgt die konkrete Detailanalyse eines privaten Gesprächs unter drei Frauen hinsichtlich der sozialen Rahmenbedingungen und des Gesprächsverlaufs.

2.1.1 Soziale Rahmenbedingungen des Gesprächs: Dieser Unterpunkt beschreibt die beteiligten Personen, ihre Rollenbeziehung, den Ort und die allgemeine Gesprächssituation des ausgewählten Transkripts.

2.1.2 Materialanalyse: Hier werden spezifische Merkmale wie Pausen, Überlappungen, Selbstkorrekturen und die sequenzielle Organisation des Gesprächs eingehend untersucht.

2.2 Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieser Abschnitt fasst die wesentlichen Erkenntnisse aus der Analyse der Alltagsgespräche zusammen, insbesondere hinsichtlich der Dialogizität und Interaktivität.

3. Dialoge in der Radiowerbung: Dieses Kapitel befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Werbedialogen im Radio als künstliche, inszenierte Kommunikation, die Alltagssprache nachahmt.

3.1 Flensburger Bier: Analyse eines Werbespots, der durch regionale Dialektfärbung und eine scheinbar spontane Dialogstruktur versucht, Authentizität zu erzeugen.

3.2 Diebels: Untersuchung eines Werbespots, bei dem die anfängliche Alltagsstruktur einem Off-Sprecher-Kommentar weicht, was die Künstlichkeit der Werbebotschaft unterstreicht.

3.3 Vodafone All-Inclusive-Paket: Dieser Spot wird hinsichtlich seiner bewussten Regelbrüche gegenüber der normalen Gesprächsstruktur analysiert, um Aufmerksamkeit zu erzielen.

3.4 Deichmann: Analyse eines Spots, der durch den Einsatz von Kosenamen und überspitzte Szenarien die Konstruiertheit und Parodie von Authentizität verdeutlicht.

3.5 Zwischenfazit: Zusammenführung der Beobachtungen aus den vier Werbespots, die aufzeigt, wie unterschiedlich stark sich die Werbedialoge von natürlichen Interaktionen entfernen.

4. Resümee: Das Schlusskapitel zieht ein Fazit über die gravierenden Unterschiede in Wirkung und Struktur zwischen realen Alltagsgesprächen und der Simulation von Vertrautheit in der Werbung.

Schlüsselwörter

Alltagsgespräche, Werbedialoge, Gesprächsanalyse, Radiowerbung, Authentizität, Kommunikation, Sprecherwechsel, Dialogstruktur, Interaktion, Gesprächsführung, Medienlinguistik, Sprachliche Varietäten, Inszenierung, Pragmatik, Verbale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Unterschied zwischen natürlichen Alltagsgesprächen und künstlich inszenierten Dialogen, wie sie häufig in der Radio-Werbung vorkommen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Linguistik der gesprochenen Sprache, die Gesprächsanalyse sowie die spezifischen Kommunikationsstrategien von Werbeformaten im Radio.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, welche Merkmale eine natürliche Unterhaltung ausmachen und wie Werbedialoge diese Merkmale verfremden oder nutzen, um Konsumenten gezielt anzusprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine gesprächsanalytische Untersuchung von Transkripten, um reale Gesprächsverläufe mit den Strukturen von Radiospots zu vergleichen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse eines Alltagsgesprächs aus dem Freiburger Korpus sowie die anschließende Untersuchung von vier spezifischen Radio-Werbespots.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Gesprächsanalyse, Authentizität, Dialogstruktur, Radiowerbung und die Abgrenzung von privater zu öffentlicher, zweckgebundener Kommunikation.

Wie unterscheidet sich laut Autor die Kommunikation in der Werbung von der im Alltag?

Die Werbung nutzt zwar alltagssprachliche Versatzstücke, ist jedoch stets auf ein Ziel hin konstruiert und unterliegt künstlichen Regeln, während echte Alltagsgespräche spontan und interaktiv sind.

Welche Rolle spielen die untersuchten Werbespots für das Gesamtergebnis?

Sie dienen als empirisches Material, um zu belegen, dass Werbung selbst dann, wenn sie sehr „natürlich“ wirkt, ein hochgradig artifizielles und zweckbestimmtes Produkt bleibt.

Warum wird im Beispiel „Flensburger Bier“ eine regionale Dialektfärbung verwendet?

Die Dialektfärbung dient dazu, einen authentischen Situationskontext zu schaffen und durch die Nähe zur Lebenswelt der Hörer die Überzeugungskraft der Werbebotschaft zu steigern.

Was verdeutlicht das Beispiel „Deichmann“ in Bezug auf die Werbesprache?

Das Beispiel Deichmann zeigt durch die Verwendung von Kosenamen und überspitzten Alltagssituationen besonders deutlich die Künstlichkeit und den teilweise parodistischen Charakter der Werbe-Inszenierung.

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Details

Title
Dialoge im Alltag und in der Radiowerbung
Subtitle
Eine vergleichende Analyse
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Anne Jahr (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V152719
ISBN (eBook)
9783640648191
ISBN (Book)
9783640647941
Language
German
Tags
Gesprächsanalyse Linguistik Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Jahr (Author), 2009, Dialoge im Alltag und in der Radiowerbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152719
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