Methodisch wird in dieser Arbeit so vorgegangen, dass zunächst zwei verschiedene moderne Definitionen von Rassismus dargestellt und diskutiert werden. Anschließend werden diese Definitionen auf Beispiele aus der (erstens) griechischen und (zweitens) römischen Literatur angewandt. Als Quellen der Untersuchung dienen hierbei vor allem Werke der antiken Ethnographie und Historiographie. Aufgrund der Vielzahl antiker Autoren, die sich in der Beschreibung von „Fremdvölkern“ betätigt haben, und aufgrund des engen Rahmens eines Essays wird die Auswahl der Autoren auf die bedeutendsten beschränkt und auch aus ihren Werken nur wenige Auszüge bearbeitet. So vertritt Aristoteles die griechische und Tacitus die lateinische Literatur. Was den großen Rest an ethnographischen Äußerungen betrifft, so wird dieser anhand von allgemeinen Erkenntnissen der Forschung in die Betrachtung einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definitionen des Rassismus
- Aristoteles und die Klimazonentheorie
- Tacitus Ethnographie der Germanen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Präsenz von Rassismus in der griechisch-römischen Antike und geht der Frage nach, ob es in dieser Epoche Rassismus gab, inwiefern dieser mit dem modernen Verständnis von Rassismus übereinstimmt und welche Rolle die Antike als Ideengeber für den „wissenschaftlichen“ Rassismus des 18. Jahrhunderts und dessen Auswirkungen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts spielte.
- Definition von Rassismus in der Antike
- Analyse von Beispielen aus der griechischen und römischen Literatur
- Die Rolle der Klimazonentheorie in der antiken Vorstellung von „Rassen“
- Die Ethnographie der Germanen bei Tacitus
- Die Antike als Ideengeber für den modernen Rassismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und den methodischen Ansatz der Arbeit vor. Das zweite Kapitel behandelt zwei verschiedene Definitionen von Rassismus und diskutiert deren Anwendbarkeit auf die Antike. Das dritte Kapitel analysiert die Klimazonentheorie bei Aristoteles und ihre Bedeutung für die antike Vorstellung von „Rassen“. Das vierte Kapitel untersucht die Ethnographie der Germanen bei Tacitus und beleuchtet die darin enthaltenen rassistischen Elemente.
Schlüsselwörter
Rassismus, Antike, Griechenland, Rom, Ethnographie, Klimazonentheorie, Aristoteles, Tacitus, Germanen, biologistische Definitionen, Kultur, Religion, Hierarchisierung, Exklusion.
Häufig gestellte Fragen
Gab es Rassismus bereits in der griechisch-römischen Antike?
Die Arbeit untersucht diese Frage, indem sie moderne Rassismusdefinitionen auf antike Texte anwendet und prüft, inwieweit damalige Vorstellungen von "Fremdvölkern" rassistische Züge trugen.
Was besagt die antike Klimazonentheorie?
Aristoteles vertrat die Theorie, dass das Klima den Charakter und die Fähigkeiten von Völkern bestimmt, was oft zur Rechtfertigung der Überlegenheit der Griechen genutzt wurde.
Wie stellt Tacitus die Germanen in seiner Ethnographie dar?
Tacitus beschreibt die Germanen als "unvermischt" und eigenständig, wobei seine Darstellung sowohl Bewunderung als auch rassistisch anmutende Hierarchisierungen enthält.
Diente die Antike als Vorbild für den modernen Rassismus?
Die Untersuchung zeigt auf, dass Denker des 18. Jahrhunderts antike Konzepte (wie die Klimazonenlehre) aufgriffen, um "wissenschaftliche" Rassentheorien zu begründen.
Welche Rolle spielten Kultur und Religion in der antiken Ausgrenzung?
Neben biologischen Aspekten waren vor allem kulturelle Unterschiede und die Religionszugehörigkeit entscheidende Kriterien für die Abgrenzung von "Barbaren".
Welche Autoren werden in der Arbeit primär analysiert?
Die Analyse konzentriert sich auf die Werke von Aristoteles als Vertreter der griechischen und Tacitus als Vertreter der lateinischen Literatur.
- Citar trabajo
- Timo Castens (Autor), 2010, Rassismus in der griechisch-römischen Antike, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152726