Das Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman 'Berlin Alexanderplatz'


Seminararbeit, 2007
13 Seiten, Note: 1,9

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Zielsetzung der Hausarbeit zu dem Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz

1 Definition und Funktion von Motiven in der Literatur mit Herstellung des Bezuges auf das Motiv der "rutschenden Dächer" in A. Döblins Berlin Alexanderplatz

2 Einordnung des Motivs der "rutschenden Dächer" in den textualen Gesamtzusammenhang
2.1 Erläuterung der unterschiedlichen Darstellung des Motivs der "rutschenden Dächer

3 Zusammenfassung: Aufgabe und Funktion des Motivs der "rutschenden Dächer" in A. Döblins Berlin Alexanderplatz

Literaturverzeichnis

0. Zielsetzung der Hausarbeit zu dem Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz

Gegenstand und Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz zu beleuchten und es von verschiedenen Blickpunkten aus, darzustellen.

Um sich am Ende der Arbeit unter 3. der Funktion des Motivs anzunähern, sollen zuerst Themen bearbeitet werden, die zu dieser Funktionsfindung beitragen und im einzelnen aufeinander aufbauen und verweisen.

Dazu beschäftigt sich diese Hausarbeit zunächst damit, die theoretische Funktion von Motiven im Allgemeinen, also in der Literatur und dieses Ergebnis in Bezug auf das Motiv der "rutschenden Dächer" in Berlin Alexanderplatz darzustellen.

Unter diesen Voraussetzungen kann mit der Einordnung des Motivs der "rutschenden Dächer" in den Gesamtzusammenhang der Handlung vorangeschritten werden.

Nach der Einordnung des Motivs in den Gesamtzusammenhang des Romans wird deutlich werden, das zwei verschiedene Arten von Textstellen des Motivs der "rutschenden Dächer" existieren. Diese soll im Anschluss an die Einordnung genauer dargestellt und erläutert werden.

Unter Gliederungspunkt 4. findet dann die Zusammenfassung der im Verlauf der Hausarbeit festgestellten Ergebnisse statt. Hier soll die Aufgabe und Funktion des Motivs in Berlin Alexanderplatz nochmals zusammenfassend dargestellt werden.

1 Definition und Funktion von Motiven in der Literatur mit Herstellung des Bezuges auf das Motiv der "rutschenden Dächer" in A. Döblins Berlin Alexanderplatz

Das 'Motiv' leitet sich von dem französischen 'motif' ab, was Beweggrund oder Antrieb bedeutet. Somit sind Motive sich wiederholende strukturelle Einheit[1], welche die Thematik der Handlung eines Textes mit ihrem Wiederkehren vorantreiben.

Leitmotiven kommen ebenfalls die genannten Eigenschaften zu. Diese zeichnen sich aber zusätzlich dadurch aus, das sie den Text oder die Handlung durch ihr Auftauchen strukturieren. Diese Strukturierung, nimmt der Leser meist in seinem Kopf vor. Denn tritt ein Motiv/Leitmotiv mehrere Male in einer bestimmten textualen Umgebung auf, verbindet der Leser mit dem Motiv eine bestimmte Bedeutung, welche bei Vorkommen des Motivs wieder in sein Gedächtnis gerufen wird. So kann es u.a. warnenden, informierenden und auch erheiternden Charakter besitzen. Die Funktion eines Leitmotivs wäre damit Folgende: "Das Leitmotiv fungiert häufig als Leitfaden, der sich durch eine komplette Erzählung zieht. Es weist oft bei gleichbleibendem Grundbestand gewisse Abwandlungen auf, und repräsentiert somit die Veränderung der Protagonisten in der Handlung."[2].

Doch wie sind nun diese theoretischen Grundlagen auf die Funktion des Motivs der "rutschenden Dächer" in Döblins Berlin Alexanderplatz anzuwenden?

Auch das Motiv der "rutschenden Dächer" taucht innerhalb der Handlung immer wieder auf. Ihm muss also eine Bedeutung oder Aufgabe zukommen, welche der Leser durch das Auftauchen mit der Handlung in Verbindung bringt oder gar Hinweise darauf gibt, wie die Handlung wohl weiter verlaufen könnte.

Dieser speziellen Funktion oder Aufgabe gilt es am Ende dieser Hausarbeit näher gekommen zu sein.

Aber das Motiv der "rutschenden Dächer" taucht nicht nur immer wieder innerhalb der Handlung auf, es ist so gar eines der ersten Motive, das mit dem Leser in Verbindung tritt. Es ist also mit der Entlassung Franzens aus der Haftanstalt Tegel sofort für den Leser präsent:

"Und Dächer waren auf den Häusern, die schwebten auf den Häusern, seine Augen irrten nach oben: wenn die Dächer nur nicht abrutschten, aber die Häuser standen gerade."[3].

Aber der Autor schließt die Handlung auch mit dem Motiv ab. Als Franz zum Ende des Romans erneut entlassen wird, diesmal aus einer Irrenanstalt, entlässt dieses Motiv den Leser auch quasi wieder aus der Handlung.

Durch sein häufiges Auftreten innerhalb des Textes, könnte man dem Motiv eine leitende Funktion zuteil werden lassen, es also auch als Leitmotiv bezeichnen.

Wie wir im folgenden Teil der Hausarbeit feststellen werden, weißt das Motiv tatsächlich einen gleichbleibenden Grundbestand auf, der sich also mit der Veränderung der Hauptperson, also Franz, ebenfalls verändert. Diese Veränderung sei unter 2.1. dargestellt.

2 Einordnung des Motivs der "rutschenden Dächer" in den textualen Gesamtzusammenhang

Die erste Textstelle zu dem Motiv der "rutschenden Dächer" begegnet dem Leser gleich zu Beginn im ersten Buch auf Seite 17. Franz wurde nach vier Jahren aus der Haft entlassen und macht sich nun gegen seinen Willen auf in die Stadt. Die Freiheit ist ihm fremd geworden und somit erscheint ihm als Strafe, was ihm eigentlich Freude bereiten müsste. Denn die Freiheit steht hier im Gegensatz zu dem Gefängnisalltag, an welchen Franz sich die letzten vier Jahre gewöhnt hatte. Vieles hat sich verändert und ist neu, dadurch wirkt die Stadt, welche Freiheit verkörpert, bedrohlich:

"Und Dächer waren auf den Häusern, die schwebten auf den Häusern, seine Augen irrten nach oben: wenn die Dächer nur nicht abrutschten, aber die Häuser standen gerade.".[4]

Trotz der Flucht vor der städtischen Betriebsamkeit[5] in einen Hinterhof bleibt er scheinbar verfolgt. In dem er an das Gefängnis zurückdenkt, fühlt er sich sicher.[6]

Er fühlt sich in seinem alten Leben fremd, weshalb es ihm schwer fällt sich zurechtzufinden.[7] Der Leser bekommt den Eindruck, Franz sein in eine fremde Welt ausgesetzt worden, welcher er sich nicht gewachsen fühlt.[8]

[...]


[1] Wilpert, von Gero: Sachwörterbuch der Literatur. Stuttgart. 1964, S. 441; Eintrag: Motiv

[2] www.wikipedia.de

[3] Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte von Franz Biberkopf. München. 2005

S.17 Zeile, Zeile 4-6

[4] Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte von Franz Biberkopf. München. 2005

S.17

[5] Siepmann Thomas: Lektürenhilfen Alfred Döblin "Berlin Alexanderplatz". Stuttgart;

Düsseldorf, Leipzig. 1999, S. 8

[6] Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte von Franz Biberkopf. München. 2005

S.17

[7] Siepmann Thomas: Lektürenhilfen Alfred Döblin "Berlin Alexanderplatz". Stuttgart;

Düsseldorf, Leipzig. 1999, S. 8

[8] Siepmann Thomas: Lektürenhilfen Alfred Döblin "Berlin Alexanderplatz". Stuttgart;

Düsseldorf, Leipzig. 1999, S. 9

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman 'Berlin Alexanderplatz'
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Alfred Döblin's Berlin Alexanderplatz
Note
1,9
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V152839
ISBN (eBook)
9783640646760
ISBN (Buch)
9783640646234
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motiv, Dächer, Alfred, Döblins, Roman, Berlin, Alexanderplatz
Arbeit zitieren
Janine Jung (Autor), 2007, Das Motiv der "rutschenden Dächer" in Alfred Döblins Roman 'Berlin Alexanderplatz', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152839

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