Eine Darstellung der gegensätzlichen Protagonisten Tonka und "Er" aus Robert Musils gleichnamiger Novelle 'Tonka'


Seminararbeit, 2007

10 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Zielsetzung der Arbeit

1 Wesenszüge Tonkas – Die Irrationalistin

2 Wesenszüge des namenlosen Protagonisten "Er" – Der Rationalist

3 Rationalismus vs. Irrationalismus

4 Glauben vs. Wissen – Der Protagonist auf der Suche nach der Wahrheit

5 Die Protagonistin Tonka als 'andere' Seite des namenlosen Protagonisten "Er"

6 Bibliographie

0. Zielsetzung der Arbeit

Gegenstand und Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Bild der weiblichen Protagonistin Tonka und das des namenlosen Protagonisten "Er" zu betrachten und unter verschiedenen Blickpunkten miteinander zu vergleichen, um letztendlich deren Gegensätzlichkeit darzustellen.

Um sich am Ende der Arbeit unter Gliederungspunkt 6. der Frage anzunähern, ob Tonka die unterentwickelte 'andere' Seite des Protagonisten darstellt, sollen zuerst Themen bearbeitet werden die zu dieser Lösungsfindung beitragen und im einzelnen aufeinander aufbauen und verweisen.

Da die Person der Protagonistin Tonka fast ausschließlich durch Erzählungen des namenlosen Protagonisten "Er" reflektiert und charakterisiert wird, soll zusätzlich zur Darstellung Tonkas unter Gliederungspunkt eins, unter dem 3. Gliederungspunkt die "Wesenszüge des namenlosen Protagonisten "Er"" dargestellt werden.

Im Folgenden nehmen die Gliederungspunkte "Rationalismus vs. Irrationalismus" sowie "Glauben vs. Wissen – Der Protagonist auf der Suche nach der Wahrheit" Bezug auf die Wesensdarstellungen der Protagonisten Tonka und "Er".

Das Ergebnis der vorliegenden Arbeit soll darin liegen, sich dem letzten bereits genannten Gliederungspunkt durch die vorangegangenen anzunähern.

Die der Arbeit zugrunde liegende Forschungs- und Sekundarliteratur von Bernhard Grossmann und Weiteren, befindet sich aufgelistet in der Bibliographie. Diese trugen dazu bei, die von meiner Person gestellten Thesen aufzubereiten und zu untermauern.

1 Wesenszüge Tonkas – Die Irrationalistin

Die Person der weiblichen Protagonistin Tonkas ist wie bereits in der "Zielsetzung der Arbeit" genannt, fast ausschließlich durch den Erzählvorgang des Protagonisten dargestellt, welcher die Handlung als eine Art Verarbeitungsvorgang des damals Erlebten erzählt[1].

Der Kurzname Tonka ist zurückzuführen ein deutsch-tschechisches Gemisch der Umgebung in der sie aufwuchs, sie "war deutsch getauft auf den Namen Antonie, während Tonka die Abkürzung der tschechischen Koseform Toninka bildet"[2]. Tonka wächst in einem zwielichtigem Viertel mit ihrer Tante, deren unehelichem Sohn und der gemeinsamen Großmutter, in dem Haus einer Kupplerin auf[3]. Schon hier beginnt die Handlung für den Leser unklar zu werden, denn Tokas Tante war eigentlich ihre viel ältere Cousine und auch die Großmutter mit der Tonka aufwächst, ist nicht ihre direkte Großmutter, sondern lediglich die Schwester ihrer Großmutter[4]. Ihre "Herkunft bleibt im Dunkeln, kein Vater und keine Mutter bürgen für ihre Existenz."[5]. Und auch die Frage nach Tonkas leiblichen Eltern bleibt gleich zu Beginn der Novelle offen. Bereits jetzt zeigt sich "die Undurchsichtigkeit in ihrem Geiste"[6], die sich später in Tonkas Wesen widerspiegelt.

Von Beginn an zeigt sich dem Leser Tonkas "Aura"[7] von der sie umgeben ist. Diese "ist jenseits von interlektueller Bildung und gesellschaftlichem Ansehen."[8]. Aber auch "bürgerliche Normvorstellungen"[9] scheinen ihr aufgrund ihrer Herkunft fremd. Somit scheinen auch ihre "Schlichtheit"[10] und "Bescheidenheit"[11] auf ihre Herkunft zurückzuführen zu sein.

Da die Protagonistin mit einer Art 'Gassensprache' aufwächst, liegt es nahe zu glauben, dass dieses "seltsame(s) Gemisch zweier Sprachen", das dort gesprochen wurde, möglicherweise verantwortlich für ihr stummes fast sprachloses Wesen ist. Um sich mitteilen zu können äußert sie sich meist über "irgendeine Sprache des Ganzen"[12]. "Das hier (in Robert Musils Novelle Tonka) sogar zweimal auftauchende Singen deutet darauf hin, dass später der Gesang zum entscheidenden Kennzeichen Tonkas wird, der auf [...] die "Sprache des Ganzen"[13] verweist."[14].

[...]


[1] Grossmann, Bernhard: Robert Musil "Drei Frauen" Interpretation, München 1993. S. 80/81

[2] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 260

[3] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 260

[4] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S.260

[5] Meisel, Gerhard: Liebe im Zeitalter der Wissenschaften vom Menschen – Das Prosawerk Robert

Musils, Opladen 1991. S. 107

[6] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 262

[7] Grossmann, Bernhard: Robert Musil "Drei Frauen" Interpretation, München 1993. S. 84

[8] Grossmann, Bernhard: Robert Musil "Drei Frauen" Interpretation, München 1993. S. 84

[9] Grossmann, Bernhard: Robert Musil "Drei Frauen" Interpretation, München 1993. S. 84

[10] Grossmann, Bernhard: Robert Musil "Drei Frauen" Interpretation, München 1993. S. 84

[11] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 272

[12] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 265

[13] Musil, Robert: Sämtliche Erzählungen, Hamburg 1957. S. 265

[14] Pekar, Thomas: Robert Musil zur Einführung, Hamburg 1997. S. 90

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Eine Darstellung der gegensätzlichen Protagonisten Tonka und "Er" aus Robert Musils gleichnamiger Novelle 'Tonka'
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Robert Musil: Erzählungen
Note
2,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V152914
ISBN (eBook)
9783640648498
ISBN (Buch)
9783640648566
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Darstellung, Protagonisten, Tonka, Robert, Musils, Novelle
Arbeit zitieren
Janine Jung (Autor), 2007, Eine Darstellung der gegensätzlichen Protagonisten Tonka und "Er" aus Robert Musils gleichnamiger Novelle 'Tonka', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152914

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