Wissensvermittlung durch Massenkommunikation

Der Einfluss von Massenmedien auf Wissensvermittlung


Hausarbeit, 2010

21 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Massenkommunikation und Wissensvermittlung
2.1 Entwicklung der Massenkommunikation
2.3 Das Konzept „Wissen“

3 Medienwirkungsforschung - das Problem der Medienwirkungen
3.1 Begriff
3.2 Theorien
3.3 Dimensionen

4 Mediennutzung, Wissen und Bildung
4.1 Medienrezeption
4.2 Medien als Ressource

5 Praktische Relevanz für die Bildungswissenschaft
5.1 Medienpädagogische Perspektiven
5.2 Bildungswissenschaftliche Perspektiven

6 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Tägliche Mediennutzung 2009 nach Selbsteinschätzung

Tabelle 2: Nutzungsgründe der Onliner für ein bestimmtes Medium 2009.

Tabelle 3: Haushaltsausstattung der Onliner und Offliner mit technischen Geräten 2009

Tabelle 4: Medienunabhängiges Interesse an ausgewählten Themenfel- dern

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Dimensionen der Medienwirkung

1 Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung stellt die Relevanz von Wirkungsvermutungen von Medien für medienpädagogische und bildungswissenschaftliche Überlegungen dar. Kommunikations- und bildungswissenschaftliche Theorien und Modelle bil- den den Rahmen, um die leitende Forschungsfrage „Wie sieht der Einfluss von Massenkommunikation auf Wissensvermittlung aus?“ zu untersuchen. Wesent- lich für die Darstellung der Relevanz ist die Auseinandersetzung mit Konzepten und Ansätzen der Medienwirkungsforschung und den daraus resultierenden Mög- lichkeiten, Wissensvermittlung über Massenmedien zu steuern. Neben den theore- tischen Ausführungen werden mögliche Perspektiven für die Bildungswissenschaft aufgezeigt.

Die im Text verwendeten männlichen Formulierungen (z.B. Rezipienten, Bil- dungswissenschaftler) verstehen sich nicht als wertend geschlechtsspezifisch, son- dern als neutrale Formulierungen, die im Sinne einer vereinfachten Lesbarkeit verwendet werden.

2 Massenkommunikation und Wissensvermittlung

Man kann davon ausgehen, dass die Menschen in Deutschland täglich zwischen sechs und acht Stunden Massenmedien nutzen, wie aus Tabelle 1 mit Daten der ARD/ZDF Studie aus dem Jahr 2009 hervorgeht.

Tabelle 1: Tägliche Mediennutzung 2009 nach Selbsteinschätzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Durchschnitte auf Basis der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren unabhängig davon, ob sie das Medium nutzen oder nicht.

**nur bei Onlinern abgefragt

Aus: ARD/ZDF(2009): ARD/ZDF-Online-/Offlinestudie 2009

Unter dem Begriff „Massenmedien“ werden mediale Kommunikationsprodukte subsumiert, die eine bestimmte Zahl an Rezipienten erreichen und dadurch spezifi- sche gesellschaftliche Effekte auslösen können. Geordnet nach ihrer Entstehungs- geschichte zählen dazu Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen und Internet (Erler 2009, S. 03-2). Erst bei Restriktionen im Zugang zu Medien, der Beein- trächtigung ihrer Funktionalität oder wenn sie zum Beispiel ganz ausfallen wür- den, wird deutlich, wie sehr sich Massenmedien im Alltag in der Produktion und Verteilung von Information sowie als Orientierungs- und Entscheidungshilfe etab- liert haben (Erler 2009, S. 03-3). Menschen erfahren und lernen viel durch die Nutzung von Massenmedien (Bonfadelli 2004, S. 249). Diese Annahme setzt je- doch voraus, dass Medien überhaupt Wirkungen auf Menschen haben, welche nach Schulz (1982) „in einem weiten Sinn alle Veränderungen (bezeichnen), die - wenn auch nur partiell oder in Interaktion mit anderen Faktoren - auf Medien zu- rückgeführt werden können.“

Im Folgenden wird ein kurzer historischer Abriss zur Entwicklung der Massenkommunikation gegeben und abschließend soll auf die Komplexität des Wissensbegriffs eingegangen werden.

2.1 Entwicklung der Massenkommunikation

Noch im 18. Jahrhundert fand bürgerliche öffentliche Meinungsbildung in Salons, Kaffeehäusern und Versammlungen statt. Medial vermittelte Kommunikation er- setzte im 19. und frühen 20. Jahrhundert diesen persönlichen Austausch (Erler 2009, S. 03-3). Die Loslösung von Zeit und Ort ließ die Medienöffentlichkeit eine „massenhaftere“ Menge an Menschen erreichen, was erst durch die Alphabetisie- rung der Bevölkerung ermöglicht wurde. Mit dem Vordringen der Massenmedien und einer Industrialisierung der Erlebnisproduktion entstand nach Schulze (2005, S. 461f) das individualisierte Publikum, welches sich vom lokalen, örtlich gebun- denen, homogenen Personenkreis der früheren Zeit abhebt und unvermeidlich zur Kumulation von Publikumszugehörigkeiten führt. Bei dem steigenden Interesse am politischen Gebrauch von Massenmedien, der Ausweitung und Perfektionie- rung kommerzieller Werbung, der Ausweitung des Medienapparates war es nur plausibel, dass die Notwendigkeit erkannt wurde, sich mit den neuen Massenme- dien wissenschaftlich auseinander zu setzen (Berg/Kiefer 1978, S.12).

2.3 Das Konzept „Wissen“

In der Auseinandersetzung mit Massenmedien und Wissensvermittlung ist es not- wendig den Begriff des Wissens zu erfassen. Das Konzept „Wissen“ nimmt einen zentralen Stellenwert ein. Es ist sehr wichtig zu berücksichtigen, dass dieser Beg- riff einer sorgfältigen Differenzierung bedarf. Wissen bezeichnet nach Schraub/Zenke (2005, S. 594) „die im Gedächtnis einer Person gespeicherten und reproduzierbaren Beobachtungen, Erfahrungen, Kenntnisse und Einsichten über vielfältige Wirklichkeitsbereiche, die einerseits oft die Folge unbeabsichtigter Lernprozesse sind, andererseits aber auch die Voraussetzung für bewusste Lern-, Denk- und Problemlösungsprozesse, von denen aus ein Individuum die Welt inter- pretiert und auf sie verändernd einwirkt.“ Auf der Basis der Komplexität des Beg- riffes „Wissen“ wurden unterschiedliche Differenzierungen entwickelt, in denen einerseits nach Wissensbereichen, z.B. Alltags-, Praxis- oder Wissenschaftswissen und andererseits nach Wissenstypen, wie z.B. im Sinne von „Wissen über“ oder Fakten und Struktur- v oder Hintergrundwissen differenziert werden muss (Bon- fadelli 2004, S. 258). Die qualitative Vielfalt mit der der Wissensbegriff belegt ist, macht ebenfalls deutlich wie schwierig es ist, Wissen zu messen. Andererseits weist diese Problematik auf die Notwendigkeit hin, Untersuchungen die mit dem Konzept „Wissen“ arbeiten, differenziert zu betrachten und bewerten.

3 Medienwirkungsforschung - das Problem der Medienwirkungen

Medienwirkungsforschung ist Teil der Rezeptionsforschung und hat das Ziel sys- tematisch zu beschreiben, zu erklären und zu prognostizieren welche Folgen es hat, wenn bestimmte mediale Angebote von bestimmten Anbietern bestimmte Per- sonen erreichen. Ronneberger (1971) stellte fest, dass die Wirkung von Massen- medien systematisiert werden können und die Möglichkeit der Differenzierung allgemeiner Wirkungen voneinander besteht. Er bezweifelte jedoch, ob das Zu- sammenspiel von unterschiedlichen Faktoren im Kommunikationsprozess der Massenmedien dazu führt, dass kausal nachweisbare Veränderungen beim Rezi- pienten steuerbar zu implementieren wären.

Diese Grundüberlegungen bieten einen Aufriss der Problematik. Vor diesem Hin- tergrund soll nun das Forschungsgebiet der Medienwirkungsforschung genauer beleuchtet werden. Am Anfang steht eine Begriffserklärung. Die Darstellung einer Auswahl von Theorien und die Darstellung der Dimensionen von Medienwirkun- gen vervollständigen den Einblick. Die Auswahl der Modelle soll sowohl einen zeitlichen Abriss, als auch eine Auflistung der Hauptforschungsrichtungen der Medienwirkungsforschung bieten.

3.1 Begriff

Der Begriff der Medienwirkungen nach Schulz (1982) „… umfasst in einem wei- ten Sinn alle Veränderungen, die - wenn auch nur partiell oder in Interaktion mit anderen Faktoren - auf Medien zurückgeführt werden können. Diese Veränderun- gen können sowohl direkt die Eigenschaften von Individuen, Aggregaten, Syste- men, Institutionen betreffen, wie auch den auf andere Weise induzierten Wandel dieser Eigenschaften.“ Als zentrale Punkte dieser Definition sind an erster Stelle die Veränderungen von Eigenschaften hervorzuheben, die Individuen, Gruppen (Aggregaten), gesellschaftliche Systemen (wie z.B. Sport, Politik usw.) oder Insti- tutionen (Parteien, Behörden, Unternehmen usw.) treffen. Die Veränderungen können direkt und/oder „auf andere Weise“ induziert werden.

3.2 Theorien

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Massenmedien als allmächtige Manipula- tionsinstrumente gesehen. In der Stimulus-Response-Theorie ging man davon aus, dass ein medial bewusst konstruierter Stimulus jeden Rezipienten auf die glei- che Weise erreicht, von jedem auf die gleiche Weise wahrgenommen und auch identisch darauf reagiert wird. Der Inhalt der Botschaft und die Richtung des Ef- fektes wurden gleichgesetzt (Schenk 2002, S. 24ff), der Rezipient als passives We- sen betrachtet. Die später entwickelte Theorie der Kognitiven Dissonanz und selektiven Wahrnehmung argumentiert, dass der Rezipient durch die Wahrneh- mung eines medialen Stimulus in einen mentalen Spannungszustand (kognitive Dissonanz) gerät und diesen Zustand aufheben möchte. Dies kann durch unter- schiedlichste Wirkungsweisen geschehen. Der Rezipient könnte eine abge- schwächte Wirkung zeigen, da er die für ihn unangenehme Botschaft, bewusst oder unbewusst, selektiv wahrnimmt. Dies führt zu einer Verringerung der kogni- tiven Spannung. Daraus lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass Rezipienten Medieninhalte nicht nur unterschiedlich intensiv wahrnehmen, sondern auch ganz unterschiedlich interpretieren (Burkart 2003, S.6).

[...]

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Details

Titel
Wissensvermittlung durch Massenkommunikation
Untertitel
Der Einfluss von Massenmedien auf Wissensvermittlung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V153042
ISBN (eBook)
9783640650934
ISBN (Buch)
9783640651160
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediale Bildung und Medienkommunikation, Medienwirkungsforschung, Theorien der Medienwirkungsforschung, Massenkommunikation, Probleme der Wissensvermittlung, Aufgaben der Bildungswissenschaft, Didaktik, Pädagogik, Dimensionen der Medienwirkung, Medienrezeption, Praktische Relevanz der Bildungswissenschaft, Medienpädagogische Perspektiven, Bildungswissenschaftliche Theorien, Das Problem der Medienwirkungen, Mediennutzung, Wissensvermittlung, Bildungswissenschaftliche Perspektiven, Bildungswissenschaftliche Aufgaben
Arbeit zitieren
Ute Lüger (Autor), 2010, Wissensvermittlung durch Massenkommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153042

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