Die vorliegende Ausarbeitung stellt die Relevanz von Wirkungsvermutungen von Medien für medienpädagogische und bildungswissenschaftliche Überlegungen dar. Kommunikations- und bildungswissenschaftliche Theorien und Modelle bilden den Rahmen, um die leitende Forschungsfrage „Wie sieht der Einfluss von
Massenkommunikation auf Wissensvermittlung aus?“ zu untersuchen. Wesentlich für die Darstellung der Relevanz ist die Auseinandersetzung mit Konzepten und Ansätzen der Medienwirkungsforschung und den daraus resultierenden Möglichkeiten, Wissensvermittlung über Massenmedien zu steuern. Neben den theoretischen Ausführungen werden mögliche Perspektiven für die Bildungswissenschaft aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Massenkommunikation und Wissensvermittlung
2.1 Entwicklung der Massenkommunikation
2.3 Das Konzept „Wissen“
3 Medienwirkungsforschung - das Problem der Medienwirkungen
3.1 Begriff
3.2 Theorien
3.3 Dimensionen
4 Mediennutzung, Wissen und Bildung
4.1 Medienrezeption
4.2 Medien als Ressource
5 Praktische Relevanz für die Bildungswissenschaft
5.1 Medienpädagogische Perspektiven
5.2 Bildungswissenschaftliche Perspektiven
6 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Massenkommunikation auf die Wissensvermittlung und beleuchtet die Relevanz von Wirkungsvermutungen für medienpädagogische und bildungswissenschaftliche Kontexte, um Möglichkeiten zur gezielten Steuerung von Lernprozessen über Massenmedien aufzuzeigen.
- Grundlagen der Massenkommunikation und des Wissensbegriffs
- Konzepte und Theorien der Medienwirkungsforschung
- Zusammenhänge zwischen Mediennutzung, Wissenserwerb und Bildung
- Medienpädagogische und bildungswissenschaftliche Handlungsfelder
- Potenziale und Herausforderungen medienbasierter Wissensvermittlung
Auszug aus dem Buch
3.2 Theorien
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Massenmedien als allmächtige Manipulationsinstrumente gesehen. In der Stimulus-Response-Theorie ging man davon aus, dass ein medial bewusst konstruierter Stimulus jeden Rezipienten auf die gleiche Weise erreicht, von jedem auf die gleiche Weise wahrgenommen und auch identisch darauf reagiert wird. Der Inhalt der Botschaft und die Richtung des Effektes wurden gleichgesetzt (Schenk 2002, S. 24ff), der Rezipient als passives Wesen betrachtet. Die später entwickelte Theorie der Kognitiven Dissonanz und selektiven Wahrnehmung argumentiert, dass der Rezipient durch die Wahrnehmung eines medialen Stimulus in einen mentalen Spannungszustand (kognitive Dissonanz) gerät und diesen Zustand aufheben möchte. Dies kann durch unterschiedlichste Wirkungsweisen geschehen. Der Rezipient könnte eine abgeschwächte Wirkung zeigen, da er die für ihn unangenehme Botschaft, bewusst oder unbewusst, selektiv wahrnimmt. Dies führt zu einer Verringerung der kognitiven Spannung. Daraus lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass Rezipienten Medieninhalte nicht nur unterschiedlich intensiv wahrnehmen, sondern auch ganz unterschiedlich interpretieren (Burkart 2003, S.6).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Wirkungsvermutungen ein und formuliert die Forschungsfrage zur Untersuchung des Einflusses von Massenkommunikation auf die Wissensvermittlung.
2 Massenkommunikation und Wissensvermittlung: Dieses Kapitel behandelt den Stellenwert der Massenmedien im Alltag sowie eine historische Einordnung und definiert den komplexen Begriff des Wissens.
3 Medienwirkungsforschung - das Problem der Medienwirkungen: Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorien und Dimensionen, um die Dynamik und Komplexität der Medienwirkung zu verdeutlichen.
4 Mediennutzung, Wissen und Bildung: Dieser Abschnitt analysiert den Lernprozess bei der Medienrezeption und betrachtet Medien als Ressource für Bildungsangebote.
5 Praktische Relevanz für die Bildungswissenschaft: Hier werden medienpädagogische und bildungswissenschaftliche Perspektiven aufgezeigt, um den Herausforderungen durch moderne Medienkompetenzen zu begegnen.
6 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Möglichkeiten der Demokratisierung von Bildungszugängen durch Medienverbundsysteme.
Schlüsselwörter
Massenkommunikation, Wissensvermittlung, Medienwirkungsforschung, Medienrezeption, Medienpädagogik, Bildungswissenschaft, Agenda-Setting, Medienkompetenz, Digital Divide, Wissenskluft-Hypothese, Medien-Dependenz, Lernen, Informationsstand, Medientechnologie, Medienverbundsysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss, den Massenmedien auf die Vermittlung von Wissen haben, und wie dies bildungswissenschaftlich einzuordnen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Feldern gehören die Theorien der Medienwirkungsforschung, die Dynamik der Mediennutzung, der Bildungsbegriff im Kontext digitaler Medien sowie die Bedeutung der Medienpädagogik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu ergründen, wie der Einfluss von Massenkommunikation auf die Wissensvermittlung aussieht und wie Bildungsprozesse in diesem Rahmen gestaltet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die durch eine Literaturanalyse medien- und kommunikationswissenschaftlicher Modelle sowie die Auswertung empirischer Daten (z.B. ARD/ZDF-Studien) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Medienwirkungsforschung, die Analyse der Medienrezeption und die Diskussion der praktischen Relevanz für die Bildungswissenschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Massenkommunikation, Wissensvermittlung, Medienwirkungsforschung, Medienpädagogik und Medienkompetenz.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Nutzers?
Der Rezipient wird als aktives Individuum verstanden, das Medieninhalte nicht nur passiv aufnimmt, sondern subjektiv interpretiert und verarbeitet.
Welche Rolle spielt die "Wissenskluft-Hypothese"?
Sie wird angeführt, um zu erklären, wie soziale Disparitäten beim Wissenserwerb durch den Zugang zu Online-Kommunikation und anderen Medien verstärkt werden können.
- Citation du texte
- Ute Lüger (Auteur), 2010, Wissensvermittlung durch Massenkommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153042