Dieses Werk stellt eine Übersicht über die wichtigsten Bewertungsverfahren, die in der Unternehmensbewertung verwendet werden dar. Einige grundlegende Bewertungen wie das Liquiditäts- und das Substanzwertverfahren werden kurz vorgestellt. Danach folgt das Ertragswertverfahren, dass neben den DCF-Methoden starke Verbreitung aufweist.
Um eine Vorstellung von der Unternehmensbewertung zu entwickeln, werden als Erstes verschiedenen Due Diligence Prüfungen vorgestellt. Dadurch bekommt man einen Eindruck, welche Vorarbeit notwendig ist, um später Modelle wie ein Ertragswertverfahren oder Discounted Cashflow Verfahren einsetzen zu können.
Im Rahmen der Unternehmensbewertung spielen steuerliche Aspekte eine große Rolle. Um zu verstehen, wie das deutsche Steuersystem funktioniert und wie es Investitionsentscheidungen beeinflussen kann, wird nach den Due Diligence Prüfungen in verkürzter Weise auf die wichtigsten Steuerarten eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Unternehmensbewertung - Verfahren und Due Diligence
2.1 Überblick über verschiedene Bewertungsverfahren
2.2 Verschiedene Due Diligence Prüfungen im Überblick
2.2.1 Legal Due Diligence
2.2.2 Financial Due Diligence
2.2.3 Commercial bzw. Market Due Diligence
2.2.4 Tax Due Diligence
2.2.5 Human (Ressource) Due Diligence
2.2.6 Environmental Due Diligence
2.2.7 Technical Due Diligence
2.2.8 Intelectual Property Due Diligence
3 Steuern in der Unternehmensbewertung
3.1 Einführung das deutsche Steuersystem
3.2 Gewerbesteuer
3.2.1 Gewerbebetrieb, Gewinn und Gewerbeertrag
3.2.2 Steuermesszahl, Hebesatz und Gewerbesteuersatz
3.2.3 Ein Beispiel zur Gewerbesteuer
3.3 Körperschaftsteuer
3.3.1 Grundlagen zur Körperschaftsteuer
3.3.2 Beispiel zur Körperschaftsteuer
3.4 Einkommensteuer auf Einkünfte aus Kapitalgesellschaften
3.5 Gewerbliche Einkünfte von Einzelunternehmen und Personengesellschaften
3.6 Nettoertrag bei Berücksichtigung der Gewerbe-, Körperschaft- und Einkommensteuer
3.6.1 Nettoertrag bei einer Kapitalgesellschaft
3.6.2 Nettoertrag bei Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften
3.7 Rechenbeispiel zum Unternehmenswert einer Kapitalgesellschaft inklusive Steuern
3.8 Rechenbeispiel zum Unternehmenswert eines Einzelunternehmens inklusive Steuern
4 Einzelbewertungsverfahren
4.1 Das Liquidationswertverfahren
4.2 Substanzwertverfahren
4.2.1 Originärer und derivativer Firmenwert
4.2.2 Fazit
5 Gesamtbewertungsverfahren
5.1 Das Ertragswertverfahren
5.2 Discounted Cashflow Verfahren (DCF)
5.2.1 Übersicht über die verschiedenen DCF-Verfahren
5.2.2 Der Free Cashflow
5.2.3 Das WACC-Verfahren
5.2.3.1 Unternehmenswert auf Basis des WACC-Ansatzes
5.2.3.2 Zirkularitätsproblem
5.2.4 Adjusted Present Value (APV)
5.2.5 Total Cashflow Konzept (TCF)
5.2.6 Flow to Equity (FTE)
6 Kritik und Fazit
6.1 WACC-Ansatz
6.2 APV-Ansatz
6.3 TCF-Ansatz
6.4 Flow to Equity Ansatz
6.5 Ertragswertmethode
6.6 Substanzwertmethode
6.7 Liquidationswertverfahren
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die strukturierte Übersicht und Erläuterung gängiger Verfahren zur Unternehmensbewertung. Es wird untersucht, wie unterschiedliche Bewertungsansätze – insbesondere Discounted Cashflow-Methoden (DCF) – funktionieren, welche Rolle steuerliche Aspekte bei der Wertermittlung spielen und wie eine Due Diligence als notwendige Datengrundlage den Bewertungsprozess unterstützt.
- Grundlagen der Unternehmensbewertung (historische Entwicklung und Methoden)
- Durchführung und Bedeutung verschiedener Due Diligence Prüfungen
- Einfluss des deutschen Steuersystems (Gewerbe-, Körperschaft- und Einkommensteuer) auf die Unternehmensbewertung
- Detaillierte Analyse von Einzel- und Gesamtbewertungsverfahren (Liquidations-, Substanz-, Ertragswert- und DCF-Verfahren)
- Kritische Würdigung der Ansätze (WACC, APV, TCF, FTE) und ihre Anwendbarkeit in der Praxis
Auszug aus dem Buch
5.2.2 Der Free Cashflow
Die Discounted Cashflow Verfahren benötigen als Input verschiedene Cashflow Größen. Als Cashflow bezeichnet man einen Zahlungsmittelfluss, der nach Abzug und Hinzurechnung bestimmter Größen übrig bleibt. Es gibt verschiedene Arten von Cashflows. Zwei sehr wichtige sind die Free Cashflows und der Total Cashflow. Beide spielen im Zusammenhang mit den DCF-Verfahren eine bedeutende Rolle.
Um den Free Cashflow zu ermitteln, wird das Unternehmen in einen Leistungs- und Finanzbereich unterteilt (vgl. Hommel und Dehmel (2009), S. 246). Zahlungen aus dem Finanzbereich fließen nicht in den Free Cashflow ein. Es wird nur der Leistungsbereich betrachtet. Der Free Cashflow ermittelt einen Wert an Zahlungsmitteln, der den Eigen- und Fremdkapitalgebern in einer Periode zufließen kann (vgl. Matschke und Brösel (2006), S. 565). Er beschreibt die erwirtschafteten Mittel aus dem operativen Geschäft, die nach Berücksichtigung der geplanten Investitionen und der Erhöhungen des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) übrig bleiben (vgl. Faust (2002), S. 59). Der Betrag, der durch den Free Cashflow abgebildet wird, soll einen möglichen entnahmefähigen Zahlungsmittelüberschuss darstellen (vgl. Schierenbeck und Lister (2002), S. 90).
Auch der Total Cashflow, der im gleichnamigen Total Cashflow Verfahren (siehe Kapitel 5.2.5) Verwendung findet, legt den Free Cashflow zugrunde und baut auf diesen auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Unternehmensbewertung von der objektiven über die subjektive zur funktionalen Sichtweise.
2 Unternehmensbewertung - Verfahren und Due Diligence: Hier werden gängige Bewertungsverfahren sowie die Bedeutung und Durchführung verschiedener Due Diligence Prüfungen für die Informationsbeschaffung dargestellt.
3 Steuern in der Unternehmensbewertung: Das Kapitel erläutert die Auswirkungen der wichtigsten Steuerarten (Gewerbe-, Körperschaft- und Einkommensteuer) auf den Unternehmenswert und zeigt die Unterschiede zwischen Rechtsformen auf.
4 Einzelbewertungsverfahren: Fokus liegt auf dem Liquidations- und Substanzwertverfahren, die primär als Hilfsfunktionen oder zur Bestimmung von Untergrenzen dienen.
5 Gesamtbewertungsverfahren: Detaillierte Darstellung des Ertragswertverfahrens und der DCF-Verfahren, einschließlich WACC, APV, TCF und FTE sowie deren methodischer Grundlagen.
6 Kritik und Fazit: Eine abschließende kritische Betrachtung der WACC-, APV-, TCF- und FTE-Ansätze sowie der Ertragswert- und Substanzwertmethoden hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Schwachstellen.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Due Diligence, Discounted Cashflow, WACC-Verfahren, Ertragswertverfahren, Substanzwertverfahren, Liquidationswert, Steuern, Kapitalkosten, Free Cashflow, APV-Ansatz, TCF-Konzept, Flow to Equity, Unternehmenswert, Finanzplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundsätzlich?
Das Dokument bietet einen umfassenden Überblick über die gängigen Methoden der Unternehmensbewertung, inklusive der notwendigen Vorarbeiten wie der Due Diligence und der Berücksichtigung steuerlicher Einflüsse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Bewertungsverfahren (Einzel- und Gesamtbewertung), die Bedeutung von steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die Analyse von Cashflow-basierten Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, dem Leser ein fundiertes Verständnis für die verschiedenen Ansätze zur Ermittlung eines Unternehmenswertes zu vermitteln, insbesondere durch die Darstellung von DCF-Methoden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und vergleicht verschiedene betriebswirtschaftliche Bewertungsverfahren anhand mathematischer Formeln und Rechenbeispiele.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit steuerlichen Aspekten der Bewertung, stellt Einzelbewertungsverfahren wie das Substanzwertverfahren vor und analysiert tiefgehend die verschiedenen DCF-Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, Due Diligence, DCF-Verfahren, Kapitalkosten, Free Cashflow und steuerliche Auswirkungen auf den Unternehmenswert.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei einer Kapitalgesellschaft gegenüber einem Einzelunternehmen steuerlich?
Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich maßgeblich durch die Körperschaftsteuerpflicht von Kapitalgesellschaften gegenüber der direkten Einkommensteuerbelastung bei Einzelunternehmen, wobei insbesondere Freibeträge und Anrechnungsmöglichkeiten eine Rolle spielen.
Was ist das Zirkularitätsproblem bei der WACC-Methode?
Das Zirkularitätsproblem besteht darin, dass zur Ermittlung des Kapitalkostensatzes (WACC) der Marktwert des Eigenkapitals benötigt wird, dieser Wert jedoch erst durch die Diskontierung mit dem WACC selbst berechnet werden kann.
Warum spielt der Liquidationswert in der Praxis oft eine untergeordnete Rolle?
Der Liquidationswert dient meist nur als Preisuntergrenze. Da bei gesunden Unternehmen die Fortführung (Going-Concern) angestrebt wird, spiegeln die Cashflows aus der operativen Tätigkeit in der Regel einen höheren Wert wider als die Summe der einzelnen Vermögensgegenstände bei Auflösung.