Hintergrund: Kinder, die mit einer Hörstörung geboren werden, haben bei unzureichender Diagnostik und Indikationsstellung weit schlechtere Voraussetzungen, eine adäquate Hör-, Sprach- und Kommunikationskompetenz zu entwickeln als Normalhörende. Um Hörstörungen zu erkennen, werden in einigen Krankenhäusern Österreichs Früherkennungsuntersuchungen angeboten.
Ziel der Arbeit ist es, zu eruieren, wie verbreitet diese Hörtests im Neugeborenenalter sind bzw. wie die Vorgehensweise bei auffälligen Befunden aussieht. Ein weiteres Bestreben ist, herauszufinden, ob bei frühkindlichen Hörstörungen interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Abklärung, Versorgung und Förderung betrieben wird.
Methode: Es wurden an großen Kliniken Österreichs sechs Interviews geführt, bei denen allgemeine Fragen zum Neugeborenen-Hörscreening (z.B.: Art der Testung, Zeitpunkt des Screenings, Dokumentation der Ergebnisse, Vor- und Nachteile) bzw. zur Kooperation mit anderen Berufsgruppen gestellt und miteinander verglichen worden sind.
Ergebnisse: An fünf von sechs befragten Kliniken werden Hörtests in den ersten Lebenstagen durchgeführt, wobei die Daten nicht in allen Kliniken elektronisch gespeichert werden. Weiters gibt es eine Kooperation mit anderen Disziplinen, die jedoch unterschiedlich aussieht.
Schlussfolgerungen: Zur Verbesserung der Situation ist dringend die Einführung eines gesetzlich vorgeschriebenen Neugeborenen-Hörscreenings zu fordern. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sollte in Zukunft noch forciert werden, um eine bestmögliche Entwicklung hörgeschädigter Kinder zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE DES OHRES.
- 2.1 Äußeres Ohr
- 2.1.1 Anatomischer Aufbau und Funktion.
- 2.2 Mittelohr
- 2.2.1 Anatomischer Aufbau und Funktion
- 2.3 Innenohr
- 2.3.1 Anatomischer Aufbau und Funktion
- 2.4 Hörnerv und zentrales Hörsystem
- 2.4.1 Anatomischer Aufbau und Funktion.
- 2.5 Entwicklung und Reifung des Hörorgans.
- 2.6 Frühkindliche Hörentwicklung
- 3 KINDLICHE HÖRSTÖRUNGEN
- 3.1 Epidemiologie kindlicher Hörstörungen.
- 3.2 Formen von Hörstörungen.
- 3.3 Grade von Hörstörungen
- 3.4 Folgen kindlicher Hörstörungen.
- 4 MUTTER-KIND-PASS-UNTERSUCHUNG
- 4.1 Allgemeine Informationen.
- 4.2 Untersuchungsumfang
- 4.3 Wer führt die Untersuchung durch?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, die Verbreitung von Hörtests im Neugeborenenalter in österreichischen Krankenhäusern zu erforschen und die Vorgehensweise bei auffälligen Befunden zu untersuchen. Ein weiterer Fokus liegt auf der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Abklärung, Versorgung und Förderung von frühkindlichen Hörstörungen.
- Verbreitung von Hörtests im Neugeborenenalter
- Vorgehensweise bei auffälligen Befunden
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei frühkindlichen Hörstörungen
- Bedeutung eines gesetzlichen Neugeborenen-Hörscreenings
- Förderung der Entwicklung hörgeschädigter Kinder
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in die Thematik des Neugeborenen-Hörscreenings und beleuchtet die Bedeutung der Früherkennung von Hörstörungen für die Entwicklung von Kindern. Im zweiten Kapitel werden Anatomie und Physiologie des Ohres ausführlich dargestellt, wobei der Aufbau und die Funktion der einzelnen Teile des Ohres beschrieben werden. Das dritte Kapitel behandelt kindliche Hörstörungen und geht auf die Epidemiologie, Formen, Grade und Folgen von Hörstörungen ein. Im vierten Kapitel wird die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung vorgestellt, wobei allgemeine Informationen, der Untersuchungsumfang und die durchführenden Personen erläutert werden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf das Neugeborenen-Hörscreening als Chance zur Früherkennung von Hörstörungen. Sie untersucht die Bedeutung von interdisziplinärer Zusammenarbeit und die Förderung der Entwicklung hörgeschädigter Kinder. Weitere zentrale Begriffe sind Hörschädigung, Hörentwicklung, Frühkindliche Hörentwicklung, Mutter-Kind-Pass-Untersuchung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachgruppen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel des Neugeborenen-Hörscreenings?
Das Ziel ist die Früherfassung von Hörstörungen, um Kindern eine normale Hör-, Sprach- und Kommunikationsentwicklung zu ermöglichen.
Wie ist der aktuelle Stand in österreichischen Kliniken?
Fünf von sechs befragten Kliniken führen Hörtests durch, jedoch variiert die elektronische Speicherung und die Art der Kooperation stark.
Welche Folgen haben unentdeckte Hörstörungen bei Säuglingen?
Sie führen zu erheblichen Defiziten in der Sprachentwicklung und der allgemeinen sozialen Kompetenz im Vergleich zu normalhörenden Kindern.
Wird ein gesetzliches Screening gefordert?
Ja, die Arbeit schließt mit der Forderung nach einem gesetzlich vorgeschriebenen Neugeborenen-Hörscreening in Österreich.
Wer arbeitet bei der Abklärung zusammen?
Es findet eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geburtsstationen, HNO-Fachärzten und Logopäden statt.
- Citar trabajo
- Sibylle Mayer-Rieckh (Autor), 2010, Das Neugeborenen-Hörscreening als Chance zur Früherfassung und Herausforderung für die interdisziplinären Fachgruppen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153351