Die erdölexportierenden Länder und ihr Einfluss auf das Leistungsbilanzdefizit der USA und auf das globale Ungleichgewicht


Hausarbeit, 2010

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Außenwirtschaftliche Grundlagen
2.1 Zahlungsbilanz
2.1.1 Teilbilanzen der Zahlungsbilanz
2.2 Wechselkurssysteme
2.2.1 Flexible Wechselkurse
2.2.2 Feste Wechselkurse
2.2.3 Nominaler Wechselkurs
2.2.4 Realer Wechselkurs
2.3 Auswirkungen der Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz
2.3.1 . . .bei festen Wechselkursen
2.3.1.1 Leistungsbilanzüberschuss
2.3.1.2 Leistungsbilanzdefizit
2.3.2 auf flexible Wechselkurse

3 Erdölexportierende Länder
3.1 Die OPEC
3.2 Russland und Norwegen
3.3 Wirtschaftliche Eckdaten
3.3.1 Außenhandel
3.3.2 Wechselkurssysteme erdölexportierender Länder..
3.3.3 Inflationsrate in den erdölexportierenden Ländern
3.4 Zusammenfassung

4 Die USA
4.1 Leistungsbilanzdefizit
4.2 Ursachen für das Handelsbilanzdefizit
4.3 Zusammenfassung

5 Das globale Ungleichgewicht
5.1 Ursachen für das globale Ungleichgewicht
5.2 Verlauf des globalen Ungleichgewichtes

6 Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Chefökonom einer deutschen Großbank behauptet, dass der Einfluss erdölexportierender Länder auf das amerikanische Defizit in der Leistungsbilanz größer sei, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde.

Diese Arbeit versucht dieser Aussage auf den Grund zu gehen und die Relevanz dieser Aussage zu prüfen.

Einflüsse auf Leistungsbilanzdefizite können sehr komplex sein und deshalb gestaltet sich die Ursachenforschung eher schwierig. Im Falle der USA können aber einige Hauptfaktoren ausfindig gemacht werden, die hier aufgezeigt und analysiert werden sollen. Auch die Wechselkurspolitik der erdölexportierenden Länder spielt hier eine Rolle.

Außerdem soll aufgezeigt werden, inwieweit die erdölexportierenden Länder am globalen Ungleichgewicht beteiligt sin. Auch hier gibt es vielschichtige Ursachen und Gründe für das Ungleichgewicht. Diese Arbeit konzentriert sich deshalb nur auf den Einfluss der erdölexportierenden Länder.

Dazu werden zunächst außenwirtschaftliche Grundlagen gelegt. Danach wird eingegrenzt, wer die erdölexportierenden Länder sind um dann die Lage der USA zu analysieren.

Da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, alle Grundlagen und Ausführungen bis ins kleinste Detail zu erörtern, sei an dieser Stelle auf das Literaturverzeichnis und die Vermerke im Text hingewiesen, um einen tieferen Einblick in das Themengebiet zu bekommen.

2 Außenwirtschaftliche Grundlagen

2.1 Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz eines Staates gibt Auskunft über das Ausmaß der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Darüber hinaus kann man an ihr ablesen, wie sehr die nationale Volkswirtschaft mit anderen Volkwirtschaften verflochten ist.

Neben der Auskunftsfunktion besitzt die Zahlungsbilanz eine Kontroll- funktion, wenn die Zahlungsfähigkeit einer Volkswirtschaft beurteilt werden soll.[1]

Die Zahlungsbilanz erfasst alle Transaktionen, die innerhalb eines Jahres[2] zwischen Inländern und Ausländern getätigt werden. Sie ist stets ausgeglichen, obwohl ihre Teilbilanzen nie ausgeglichen sind.[3]

Man kann die Zahlungsbilanz in Aktiva und Passiva unterteilen. Auf der Aktiv-Seite werden alle Zahlungen, die zu Einnahmen in Inland führen, aufgegliedert. Hier stehen die beiden Teilbilanzen Leistungsbilanz und Bilanz der Vermögensübertragung. Auf der Passiv-Seite werden alle Zahlungen aufgeführt, die eine Ausgabe für das Inland bedeuten. Die Passiv-Seite umfasst die Teilbilanzen Kapitalbilanz, welche die Devisenbilanz beinhaltet und den Restposten.

Die Abb. 1 zeigt den schematischen Aufbau einer Zahlungsbilanz.

Abb. 1 Zahlungsbilanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.1 Teilbilanzen der Zahlungsbilanz

Die Leistungsbilanz auf der Aktivseite beinhaltet

- die Handelsbilanz, welche die Importe und Exporte von Waren enthält,
- die Dienstleistungsbilanz, die den Import und Export von Serviceleistungen anzeigt (z.B. Reiseverkehr),
- die Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen, welche über die Grenzgänger-Einkommen[4]informiert,
- und die Bilanz der laufenden Übertragungen, die wiederkehrende Zahlungen anzeigt, für die es keine Gegenleistung gibt (z.B. Zahlungen an die EU)

In der Bilanz der Vermögensübertragung werden einmalige Transaktionen geführt, für die es keine Gegenleistung gibt (z.B. Schul­denerlasse für andere Staaten).

Die Passivseite umfasst folgende Bilanzen:

Die Kapitalbilanz erfasst alle Transaktionen, die grenzüberschreitend Kapital bewegen. Dabei werden in der Devisenbilanz, als Teil der Kapitalbilanz, Veränderungen der Währungsreserven einer Zentralbank erfasst.

Im Restposten werden unter anderem alle nicht geklärten Transaktionen erfasst. Außerdem werden Ungleichgewichte in der Zahlungsbilanz durch ihn ausgeglichen.[5]

Wenn man von Ungleichgewichten spricht, meint man Überschüsse oder Defizite in der Leistungsbilanz. Diese werden durch Kapitalzufluss vom Ausland, bzw. durch Kapitalabfluss ins Ausland ausgeglichen (welcher sich in der Kapitalbilanz niederschlägt). Dieser Kapitalfluss hat Auswirkungen auf den Wechselkurs eines Staates, der wiederum Auswirkungen auf das Ungleichgewicht haben kann (siehe Kapitel 2.4).

2.2 Wechselkurssysteme

Ein Wechselkurs drückt das Wertverhältnis einer Währung zu einer anderen aus. Dabei unterscheidet man zwischen Preisnotierung - Wert der inländischen Währung im Vergleich zu einer Einheit ausländischer Währung - und Mengennotierung - Wert der ausländischen Währung im Vergleich zu einer Einheit inländischer Währung.[6]

Grundsätzlich kann man Wechselkurse zum einen in feste und flexible Wechselkurse einteilen. Zum anderen unterscheidet man reale und nominelle Wechselkurse.

2.2.1 Flexible Wechselkurse

Bei flexiblen Wechselkursen unterscheidet man zwischen Floating und Managed Floating.

Beim Floating kann der Wechselkurs sich aus Angebot und Nachfrage frei auf dem Markt bilden; es gibt keine staatlichen Eingriffe.[7]

Beim Managed Floating (auch Dirty Floating engl. für „Schmutziges“ Floating) bildet sich der Wechselkurs aus Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt, wird aber durch Eingriffe der Notenbank - Ankauf oder Verkauf von Devisen - beeinflusst. Dies hat wirtschaftliche Grün­de, um den Wechselkurs in eine Richtung zu lenken, oder um ein Wechselkursziel zu erreichen.[8]

2.2.2 Feste Wechselkurse

Feste Wechselkurse sind nicht dem Marktmechanismus ausgesetzt, sondern werden festgesetzt. Als Fixpunkte können zum Beispiel der Goldpreis oder eine andere Währung (Ankerwährung) dienen. Hier wird unterschieden, ob ein Staat den Kurs komplett festsetzt oder ob der Kurs in einer bestimmten Bandbreite um die Ankerwährung schwanken kann.[9]

2.2.3 Nominaler Wechselkurs

Der nominale Wechselkurs gibt an, in welcher Relation man inländische Währung gegen ausländische Währung tauschen kann. Man unter­scheidet die Kaufkraftparität und die Zinsparität als Theorien zur Bestimmung des nominalen Wechselkurses.

Die Kaufkraftparität zeigt das unterschiedliche Preisniveau (gemessen an der Inflationsrate) zweier Länder an, das sich im Wechselkurs niederschlägt.[10]

Die Zinsparität zeigt dementsprechend den unterschiedlichen Zinssatz zweier Staaten an, der sich im Wechselkurs widerspiegelt.[11]

2.2.4 Realer Wechselkurs

Der reale Wechselkurs gibt an, in welcher Relation man inländische Waren und Dienstleistungen gegen ausländische Waren und Dienstleistungen tauschen kann.[12]

2.3. Auswirkungen der Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz . . .

Ungleichgewichte können nur Auswirkungen haben, wenn diese über eine längere Periode in dieselbe Richtung tendieren.[13] Das heißt, die Leistungsbilanz weist entweder ein ständigen Überschuss oder ein ständiges Defizit auf.

2.3.1 . . .bei festen Wechselkursen

2.3.1.1 Leistungsbilanzüberschuss

Durch den fortwährenden Überschuss in der Leistungsbilanz fließen Währungsreserven und Devisen in den Staat ein. Dieses Überangebot an Devisen übersteigt die inländische Nachfrage, das Preisniveau steigt und Inflation ist die Folge. Außerdem nehmen die Währungsreserven eines Staates zu.

2.3.2.2 Leistungsbilanzdefizit

Weißt die Leistungsbilanz fortwährend ein Defizit auf, fließen Devisen und Währungsreserven aus dem Staat aus, um dieses Defizit auszugleichen (zu bezahlen). Dadurch wird die inländische Geldmenge verkleinert und die Währungsreserven nehmen ab. Die Nachfrage an Devisen übersteigt das Angebot, eine Deflation kann die Folge sein.

2.3.2 auf flexible Wechselkurse

Flexible Wechselkurse werden durch Angebot und Nachfrage gebildet. Bei der Kaufkraftparität zeigt der Wechselkurs an, wie viele Einheiten inländische Währung gebraucht werden um dieselben Waren in ausländischer Währung erwerben zu können.

Verschiebt sich die Kaufkraftparität so, dass inländische Waren für Ausländer billiger werden, nehmen die Exporte zu und die Importe ab. Es kommt zu einem Leistungsbilanzüberschuss.

Das Angebot an ausländischen Devisen nimmt auf dem Markt zu und die Nachfrage bleibt entweder gleich oder nimmt ab. Darauf sinkt der inländische Kurs gegenüber der ausländischen Währung.

Inländische Waren werden für Ausländer teurer, der Export nimmt ab und die Importe nehmen zu. Es entsteht ein Leistungsbilanzdefizit. Ausländische Devisen werden auf den Märkten knapper, die Nachfrage steigt. Der inländische Kurs steigt im Vergleich zur ausländischen Währung.

Da nicht allein das Angebot und die Nachfrage von Waren und Dienstleistungen diesen Zyklus bestimmen, sondern auch in einem großen Maß der Kapitalverkehr, kommt es gewöhnlich nicht zu kurzfristigen großen Kursschwankungen.[14]

3. Erdölexportierende Länder

In diesem Kapitel werden zunächst die erdölexportierenden Ländern vorgestellt um dann ihre wirtschaftliche Situation zu erfassen und zu beurteilen. Dabei wird besonders auf ihre Wechselkurssysteme, Infla­tionsraten und Leistungsbilanzungleichgewichte eingegangen.

3.1 Die OPEC

Die OPEC ist die Organisation erdölexportierender Länder (engl. Organization of Petroleum Exporting Countries). Sie wurde 1960 in Bagdad gegründet mit dem Ziel einen monopolistischen Ölmarkt zu gründen um dadurch die Interessen der Mitgliedstaaten zu schützen und für stabile Preise auf dem Weltmarkt zu sorgen:

The principal aim of the Organization shall be the coordination and unification of the petroleum policies of Member Countries and the determination of the best means for safeguarding their interests, individually and collectively}5

Der OPEC gehören 12 Staaten an:[15][16]

- Iran,
- Irak,
- Kuwait,
- Saudi Arabien und
- Venezuela

sind die Gründungsmitglieder der OPEC.

[...]


[1]vgl. Meyers Großes Taschenlexikon (2006)

[2]vgl. Rolf Dubs (1998)

[3] vgl. www.bpb.de ; zuletzt besucht am 20.06.2010

[4] Grenzgänger-Einkommen bedeutet Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit, das Inländern aus dem Ausland und Ausländern aus dem Inland zufließt(vgl. Meyers Großes Taschenlexikon (2006) und www.wirtschaftslexikon24.net; zuletzt besucht am 20.06.2010

[5]Duden Wirtschaft A-Z (2009)

[6]vgl. www.wirtschaftslexikon.gabler.de; zuletzt besucht am 08.06.2010

[7]Floating (eng.) = schwimmend, fließend

[8]vgl. Rolf Dubs (1998)

[9]vgl. Rolf Dubs (1998)

[10]vgl. www.wirtschaftslexikon24.net; zuletzt besucht am 20.06.2010

[11]vgl. Artur Woll (2000)

[12]vgl. www.wirtschaftslexikon.gabler.de; zuletzt besucht am 08.06.2010

[13]vgl. Rolf Dubs (1998)

[14]vgl. Rolf Dubs (1998)

[15]vgl. OPEC Statue; Art. 2 (2008)

[16]vgl. www.opec.com; zuletzt besucht am 20.06.2010

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die erdölexportierenden Länder und ihr Einfluss auf das Leistungsbilanzdefizit der USA und auf das globale Ungleichgewicht
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
28
Katalognummer
V153474
ISBN (eBook)
9783640686599
ISBN (Buch)
9783640686889
Dateigröße
791 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wechselkurssysteme, OPEC, globales Ungleichgewicht;, amerikanisches Defizit, Ölpreis, Dollerkurs, Dollarization
Arbeit zitieren
René Müller (Autor), 2010, Die erdölexportierenden Länder und ihr Einfluss auf das Leistungsbilanzdefizit der USA und auf das globale Ungleichgewicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153474

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