Mit welchen Aufgaben und Herausforderungen befasst sich die hospizliche Soziale Arbeit im Berufsfeld Palliative Care?

Gesundheit, Krankheit und Behinderung


Seminararbeit, 2009
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung zur Hausarbeit

1. )Einleitung
1.1. ) Themenwahl

2. ) Palliative Care und Hospizarbeit
2.1. ) Begriffklärung „Palliative Care“
2.2. ) Mit welchen Aufgaben beschäftigt sich die Palliative Hilfe?
2.3. ) Welche Unterschiede gibt es zwischen Palliativarbeit und Hospizarbeit?

3. ) Soziale Arbeit im Bereich „Palliative Care“
3.1. ) Welchen Aufgaben stellen sich Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern im genannten Berufsfeld?
3.2. ) Welche Probleme können auftreten und die Arbeit beeinflussen und wie kann man Vorsorge leisten?

4. ) Die Arbeit mit dem sterbenden bzw. unheilbar, kranken Menschen
4.1. ) Die Phasen des Sterbens
4.2. ) Bedürfnisse und Wünsche von Sterbenden

Abschluss

5. ) Zusammenfassendes Fazit

6. ) Quellenverzeichnis
6.1. ) Literaturangaben
6.2. ) Internetquellen

1. Einleitung

1.1. Themenwahl:

In Deutschland lebten im Jahr 2008 82Mio Einwohner [1], die Todesrate betrug zu dieser Zeit 10,8 Sterbefälle auf 1000 Einwohner [2].

Jeder Mensch hat die Vorstellung einmal schnell und ohne Schmerzen aus dem Leben zu treten. Betrachtet man allerdings die Fakten, so sieht die Realität anders aus.

Die häufigsten Todesursachen sind pflegebedürftige Krankheiten, deren Behandlung professioneller Hilfe bedürfen.

Krankheitsverläufe werden zunehmend schwerer und länger und Familienangehörige, deren Aufgabe, die Pflege, früher als traditionelle Rolle, war, können diese schwere Bürde zum Teil nicht mehr allein, bzw ohne fachlich, geschulte Hilfe bewältigen. Das Aufgabenfeld der Palliativen Hilfe bietet somit eine zukunftsorientierte und wichtige Arbeitsmarktschance für Mitarbeiter u.a. aus dem Sozialarbeiterischem Bereich.

Die Angebotenen Hilfeleistungen, seien sie aus den und oft fehlt die Kompetenz. Hier kann die Soziale Arbeit eine wichtige Hilfe leisten. Die nachstehende Hausarbeit soll sich diesem Themenkomplex widmen.

2. Palliative Care und Hospizarbeit

2.1. ) Begriffsklärung „Palliative Care“

Der Begriff „Palliativ“ leitet sich vom Lateinischen palliare/pallium ab, was soviel wie umhüllen oder ummanteln bedeutet. Zum Ausdruck gebracht werden soll damit, dass man die sterbende Klientin/den Klient mit Wärme und Fürsorge umsorgt. [4]

Lag bisher das Hauptaugenmerk auf der medizinisch Tätigkeit, das Leiden Sterbender zu lindern, oder die Gesundheit wieder herzustellen so hat sich daraus ein weit größererAufgabenbereich herausgebildet.

Palliative Care widmet sich nicht nur denen, welche im Sterben liegen, sondern bietet umfangreiche, ganzheitliche Hilfe in Betreuung und Beratung auch Patientinnen/Patienten, welche lindernde Maßnahmen benötigen und unheilbar krank sind, welche sich aber noch nicht im Sterbeprozessbefinden. Das Ziel ist also ein pflegerisches Angebot für schwerkranke, unheilbare Patientinnen und Patienten.

Einige Leiden unter denen der schwer erkrankte Mench leiden kann sind, Schmerz (83% von 100 Menschen), Appetitverlust (71%), Schlaflosigkeit (51%), Erbrechen (51%) und Atemnot (48%). Dazu kommen mitunter Obstipation, Depression und Verwirrung. [5]

2.2. Mit welchen Aufgaben beschäftigt sich die Palliative Hilfe?

Die erste Aufgabe der Palliativen Hilfe ist zweifellos die unmittelbare Versorgungsaufgabe, die Linderung, die Pflege und die Therapie der Klientinnen/Klienten, sowie die psychosoziale Betreuung. [6] Der Tod als solcher soll weder beschleunigt, noch herausgezögert werden.

Aus der Situation heraus sind allerdings neue Handlungsnotwendigkeiten aufgetreten. So wird das erlangte Wissen nunmehr auch anderen Berufsgruppen zur Verfügung gestellt und in Forschungsprojekten stetig erweitert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beratung und Einbeziehung der Familienangehörigen und die Vernetzung mit anderen mitwirkenden Pflegeeinrichtungen um alle wichtigen Ressourcen zu nutzen um der Patient/in die Nötige Sicherheit zu geben und beratend zur Seite zu stehen. Dazu gehört auch die psychologische und spirituelle Versorgung der/s Betroffenen, sowie deren/dessen Angehörigen. So wird den Familienangehörigen mitunter Trauerbegleitung und Hilfe in der Aufarbeitung der Erfahrungen angeboten.

Man versucht die Lebensqualität zu erhöhen, nicht zuletzt um den Krankheitsverlauf so positiv , wie möglich zu gestalten. [7]

Auf einer Palliativstation befinden sich darüber hinaus Vetreter unterschiedlicher Berufsfelder, wie Mediziner, Seelsorger, Pfleger, Sozialarbeiter, Psychologen, Ernährungsberater, Physiotherapeuten etc. dies hat zum vorteil dass viele Möglichkeiten zur Steigerung des Wohlbefindens der betroffenen Person zeitnah ausgeschöpft werden können.

2.3. Welche Unterschiede gibt es zwischen Palliativarbeit und Hospizarbeit?

In Deutschland gibt es ein 2 Säulen- Modell zur Behandlung von Menschen mit nicht- heilbaren Krankheiten entwickelt, welches die selben Wurzeln, dass heißt die ganzheitliche symptom-orientierte Behandlung beinhaltet, sich aber in den praktischen Handlungszielen unterscheidet . In beiden Formen steht die Patientin/ der Patient und deren Angehörige im Mittelpunkt.[8]

Ziel der Palliativarbeit ist es, die Gesamtsituation der Patientin, des Patienten stabil zu erhalten um ihm ein normales, aktives Leben zu ermöglichen. Teilweise können diese auch nach ausreichender System- Kontrolle vorerst nach Hause entlassen werden.[9]

Palliativstationen sind meist Krankenhausstationen unter ärztlicher Leitung, welche Symptome, wie Schmerzen und psychische Belastungen im Auge behalten.

Die Behandlung im Hospiz widmet sich der Patientinnen/Patientenbehandlung ausschließlich in der letzten Phase des Lebens, in welcher die Krankheit bereits fortgeschritten und eine Behandlung im Krankenhaus nicht nötig und zu Hause nicht mehr möglich ist . Ein Hospiz ist im Gegensatz zur Palliativstation,eine unabhängige Einrichtung, welche nicht dem Krankenhaus untersteht(9)

Beide Formen der Betreuung lehnen aktive Sterbehilfe ab!

Unterschiede in der Hospizlichen Betreuung und der Palliativ-Versorgung liegen in der Dauer, der Therapiefprm, der Notsituation, Aufenthalt und Unterbringung, der Ärztlichen Versorgung und dem Ziel des Aufenthalts.

Die Versorgung innerhalb eines Hospizes wird in der letzten Lebensphase der Patientin bwz. des Patienten angestrebt, wohingegen der Aufenthalt im Palliativsektor Monate und Jahrelang andauern kann.

Der Patient im Hospiz wird Befunde befund- orientiert behandelt. Der/die Patientin auf der Palliativ Station wird symptomatisch therapiert.

in Notsituationen innerhalb eines Hospizes sind Reanimations- oder gar Heilungsversuche versuche nicht vorgesehen. Die Behandlung eines Palliativpatienten wird bei Bedarf interveniert.

Ziel eines Hospizaufenthaltes ist das Würdevolle Sterben. Patienten der Palliativstationen hingegen sollen möglichst in eine häusliche Umgebung entlassen werden. [10]

Eine Unterscheidung in beide Säulen ist unumgänglich, da die Dauer der unheilbaren Krankheit mittlerweile längere Zeiträume überdauern und eine Betreuung über 24 Stunden meist gar nicht notwendig ist, oder finanziell nicht möglich wäre.

3. Soziale Arbeit im Bereich „Palliative Care“

3.1. ) Welchen Aufgaben stellen sich Sozialarbeiter/innen im genannten Berufsfeld?

Die Aufgabe der Sozialarbeiterin/ des Sozialarbeiters unterscheiden sich, je nach Einrichtung und deren Organisationsform, sowie der jeweiligen Sterbephase der Patientin bzw. des Patienten. So kann eine Sozialarbeiterin/ Sozialarbeiter mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun haben, wie zum Beispiel der Sterbenden/ dem Sterbendem , dessen Familienangehörigen und dem Betreuungspersonal (Ärzte, Pfleger, Freiwillige etc.) ein wichtiger Aspekt in der Bewältigung der gestellten Aufgaben ist Kontinuität in der Beziehung zur Klientin/ zum Klienten, um Belastungen zu wechselnden Bezugspersonen zu vermeiden.

Die Tätigkeitsbereiche können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden [11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. ) Welche Probleme können auftreten und die Arbeit beeinflussen und wie kann man Vorsorge leisten?

Die Arbeit mit Sterbenden beschäftigt Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter, wie auch alle anderen Involvierten mit Grenzsituationen. Oftmals geht mit dieser Arbeit eine große körperliche, aber hauptsächlich auch eine große psychische Belastung einher, welche nicht ignoriert werden sollte.

Eine Studie der Universität Leipzig beschäftigte sich im Jahre 2007 mit diesem Thema. Dabei äußerten sich Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter u.a. mehrerer Palliativstationen, welche mit dem Sterbeprozess, bzw. den Verläufen von unheilbaren Krankheiten tag täglich konfrontiert sind, mittels eines Fragebogens.

Sie bewerteten unter anderem positiv, dass sie weniger Zeitdruck und Störungen während ihrer Arbeitsabläufe erfuhren, dass die Arbeit abwechslungsreich ist und man eine hohe Entscheidungsfreiheit hat.

Dem gegenüber wurden negativ, erfahrene Aspekte der Fachkräfte gestellt.

So zum Beispiel, die wenige oder unzureichende Fürsorge um das Wohlergehen der Mitarbeiter, wie zum Beispiel ein ausreichendes Supervisionsangebot. Viele Einrichtungen können aus Kostengründen keine Beratungen zahlen, obwohl eine Reflektion und Aufarbeitung des Erfahrenen für die beteiligten Beschäftigten eine notwendige Möglichkeit ist um psychischen Belastungen vorzubeugen.

Ein großer Teil des Personals klagt über körperliche Beschwerden, wie Müdigkeit, Verspannungen, Nervosität, oder Muskelbeschwerden. Die Studie der Universität gab aber demgegenüber relativ geringe Fälle von Burn- Out- Syndromen bei den Beschäftigten an.[12]

Vorbeugend ist es also notwendig und wichtig eine intensive Psychohygiene zu betreiben um körperlichen und seelischem Stress entgegen zu wirken.

So werden zum Beispiel Hospizschulkurse angeboten, in welchen diese Problematiken angesprochen werden.

[...]


[1] http://www.indexmundi.com

[2] http://www.destatis.de

[4] http://www.hospizfoerderverein.de

[5] http://www.gesundheit.de

[6] Student, J.-C., Mülhum,A., Student, U.: SozialeArbeit in Hospiz und Palliative Care, Seite 37-39

[7] http://www.ndz-pflege.de

[8] http://www.lukas-hospiz.de/index.php?id=14

[9] http://www.lukas-hospiz.de/index.php?id=14

[10] http://www.hospiz-bayreuth.de

[11] aus A. Behr: Palliative Sozialarbeit- ein Überblick, Seite 45-46

[12] http://www.uni-leipzig.de

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Mit welchen Aufgaben und Herausforderungen befasst sich die hospizliche Soziale Arbeit im Berufsfeld Palliative Care?
Untertitel
Gesundheit, Krankheit und Behinderung
Hochschule
Fachhochschule Erfurt  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Modul 2.5. Gesundheit, Krankheit und Behinderung
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V153476
ISBN (eBook)
9783640657421
ISBN (Buch)
9783640657902
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Seminarprüfungsarbeit wurde im 2.Semester eingereicht.
Schlagworte
Hospiz, Palliativ Care, Soziale Arbeit, Palliativ
Arbeit zitieren
Janin Seifert (Autor), 2009, Mit welchen Aufgaben und Herausforderungen befasst sich die hospizliche Soziale Arbeit im Berufsfeld Palliative Care?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153476

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