Entstehung und Gestaltung von Dokumentationen über Länder des Südens im Rahmen des Bildungsauftrags des Österreichischen Fernsehens


Diplomarbeit, 2010
157 Seiten, Note: gut

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DIE ENTWICKLUNGSARBEIT
2.1. Entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit
2.2. Der Nord/Süd-Konflikt
2.3. Der Süden über sich
2.4. Grundlagen der Nord-Süd- Berichterstattung
2.4.1. Der Zugang des ORF zur Nord/Süd und West/Ost-Berichterstattung ...
2.4.2. Neue Dokumentationsfilme in Österreich über fremde Kulturen

3. DER DOKUMENTATIONSFILM
3.1. Authentizitätsstrategien
3.1.1. Die öffentliche Meinung
3.1.2. Das „Ich" des Gestalter
3.2. Dokumentarfilm und Fernsehen
3.2.1. Feature und Dokumentationen
3.2.2. Der Realitätsgehalt von Dokumentarfilmen
3.2.3. Spielfilm versus Dokumentarfilm
3.2.4. Medial aufbereitete Wirklichkeiten
3.2.5. Die filmische Realitätsvermittlung
3.2.6. Featured Documentary
3.3. Die „Software“ des Dokumentarfilms
3.3.1. In Bildern erzählen
3.3.2. Bildgestaltung
3.3.3. Storytelling
3.3.4. Wie kommt das Thema in eine Sendung?
3.3.5. Emotionale Herausforderungen an den Dokumentarfilmer
3.4. Arbeitsbedingungen
3.5. Die Phasen zum fertigen Dokumentationsfilm
3.6. Finanzierung eines Projektes „Dokumentarfilm“

4. DIE PLATZIERUNG VON DOKUMENTARFILMEN IM ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHEN
4.1. Der öffentlich-rechtliche Auftrag
4.2. Die Säulen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
4.3. Politikvermittlung im Fernsehen
4.5. Infotainment und die Bedeutung für das Fernsehen
4.6. Die soziale Verantwortung der Fernsehjournalisten
4.7. Die neuen Herausforderungen für die Journalisten
4.7.1. Journalismus im Bereich der Entwicklungspolitik
4.7.2. Campaigning
4.7.3. Licht ins Dunkel
4.7.4. „Nachbar in Not“

5. REDAKTIONEN DES ÖSTERREICHISCHEN FERNSEHENS
5.1. Die Bildungskooperationen des ORF
5.1.1. 3SAT
5.1.2. ARTE
5.1.3. BR-alpha und Alpha Österreich

6. BILDUNGSSENDUNGEN ÖFFENTLICH-RECHTLICH VERSUS PRIVATFERNSEHEN

7. SENDEANALYSEN
7.1. Die ARD und ZDF im Vergleich
7.2. Sendungsanalyse im ORF
7.3. Redaktionen für Dokumentationen
7.3.1. Weltjournal
7.3.2. Vergleich der internationalen Magazine ORF - ARD - ZDF
7.4. Projektarbeit auf einem Spartenkanal
7.5. Orientierung und Kreuz &Quer im Sendeprofil und in der Analyse
7.6. Analyse im aktuellen Dienst
7.7. Weitere Analysen des öffentlich-rechtlichen Österreichischen Fernsehens

8. RESÜMEE

9. LITERATURVERZEICHNIS
9.1. Bücher
9.2. Zeitschriften, Gesetze
9.3. Internet

10. Abbildungsverzeichnis

ANHANG
Pius Strobl
Teddy Podgorski
Dr. Peter Dusek
Eva Pölzl
Mathilde Schwabeneder
Leo Gabriel
Franz Kössler
Gisela Hopfmüller
Dr. Hugo Portisch
Gerhard Weiss
Dr. Klaus Unterberger
Fritz Wendl
Gerd Bacher
Dr. Alexander Wrabetz
Jürgen Kratky
Marion Mayer-Hohdahl
Eigendefinition von IOM

1. Einleitung

Dokumentationen sind ein wesentlicher Bestandteil für einen besseren Informationsstand, vor allem das Fernsehen, als das Massemedium schlechthin spielt hier eine wichtige Rolle. Welche Rolle spielen aber Dokumentationen für das Fernsehen? Und hier speziell für das Österreichische Fernsehen, das ja noch dazu mit einem klaren öffentlich-rechtlichen Auftrag ausgestattet ist, der sich vom reinen Unterhaltungsauftrag wesentlich unterscheidet, denn durch die allgemeine Gebührenfinanzierung wurde der ORF geradezu beauftragt, Sendungen zu bringen bzw. zu produzieren, die über das Angebot privater Stationen hinausgehen.

Die Bildungs- und Bewusstseinsarbeit der verschiedenen entwicklungspolitisch engagierten Organisationen hat in ganz Österreich Früchte getragen. Dank der großen Anstrengungen eines breiten Spektrums von Nichtregierungsorganisationen ist es gelungen, die Öffentlichkeitsarbeit zum integrierenden Bestandteil einer staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungspolitik zu machen. Die Einordnung in die Berichterstattung sowie die Entstehung von Dokumentationen standen im Mittelpunkt der Arbeit.

Was ist der Programmauftrag und der darin implizierte Bildungsauftrag des Österreichischen Fernsehens (wobei sich die Ausgangslage auf den April 2009 bezieht, da sich jederzeit im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Grundlegendes ändern kann). Wie entstehen Dokumentationen, vor allem über Länder der südlichen Hemisphäre, was wird von Filmschaffenden dabei speziell erwartet, welche Maßstäbe legen diese an sich selbst an? Welche Sendungen machen durch eine spezifische Berichterstattung einerseits im Nord-/Süd- Verhältnis und andererseits durch Informationen zur Entwicklungspolitik und - Zusammenarbeit generell auf sich und diese Problematik aufmerksam? Und inwieweit liegt dies überhaupt im Interesse des konsumierenden TV-Publikums? Wichtig in diesem Untersuchungszusammenhang ist auch die Frage, welche Sendeplätze solche Art von Sendungen zugeteilt bekommen, bzw. in welchen

Formaten diese überhaupt Vorkommen. Lässt sich zum Beispiel die Berichterstattung auf Konflikte, Bürgerkriege oder Katastrophen reduzieren oder wird auch hier im Sinne eines Bildungsauftrags eine weiter- und tiefergehende Information gewährleistet? Vor allem aber, wie schaut das Verhältnis in der Berichterstattung über einzelne Länder und Regionen aus? In die Betrachtung wurden auch Sparten- und special-interest-Kanäle des ORF einbezogen. Ausgegangen wurde Vom Programmauftrag des Österreichischen Fernsehen, das ja durch seine Gebührenfinanzierung andere Interessen zu haben hat, als die priVaten Sender.

Die Ergebnisse der Literaturrecherche sind grob auf die folgenden forschungsleitenden Fragen ausgerichtet: Was ist besonders bei der Getsaltung von Dokumentationen zu beachten? Wodurch unterscheiden sich die Filmmachart Von anderen Produktionen? Wie sind Dokumentationen über die „Dritte Welt" im österreichischen Fernsehen konstruiert und welche Auswirkungen haben diese auf den Wissensstand und das Weltbild der Fernsehkonsumenten? Gibt es eine defizitäre Berichterstattung über die so genannte „Dritte Welt"? Und welche Möglichkeiten und Strategien gibt es für die Behebung dieser Defizite bzw. nach welchen Kriterien müsste der Journalismus umgestaltet werden, um die soziale Realität in den Ländern der Dritten Welt besser zu erfassen? Dabei werden die zentralen Kritikpunkte an der gegenwärtigen Berichterstattung zusammengefasst und kategorisiert, um an späterer Stelle Raum für Verbesserungsvorschläge und Lösungsansätze zu machen. Es wird argumentiert werden, dass ein direkter Zusammenhang besteht zwischen der „Dritte Welt" - Berichterstattung der Massenmedien, staatlicher Entwicklungshilfe und politischer Einstellung der Bevölkerung zu den Themen Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungshilfe. In einer Aufschlüsselung beschäftigt sich diese Arbeit auch mit einzelnen Redaktionen des ORF sowie Kooperationen in Bezug auf die Berichterstattung, wobei versucht wird, dies in Schaubildern auch im Vergleich mit anderen Sendern zu veranschaulichen. In einem abschließenden Conclusio werden die wichtigsten Erkenntnisse der Beschäftigung mit der „Dritte Welt"- Berichterstattung der Massenmedien in komprimierter Weise aufbereitet und ausgewertet. Die Analyse- und Recherchearbeit selbst wurde für den Zeitraum 1.1. - 31.7.2008 auch vorort beim ORF durchgeführt, zudem wurde die APA- Media-Research um Weitergabe ihrer Ergebnisse ersucht, wobei dem auch nachgekommen wurde. Dazu standen einige Persönlichkeiten aus dem ORF für dem anerkannten österreichischen Dokumentarfilmen, wie Marion Mayer- Hohdal, Curd Faudon, der in New York lebt und wirkt, und anderen runden die Arbeit ab.

Darüberhinaus bezieht sich diese Arbeit auch auf eine Dissertation desselben Autors im Fach Geschichte mit dem Titel „Das Österreichische Fernsehen - Der demokratische Bildungsauftrag oder Quote" aus dem Jahr 2009, aus der zitierte Passagen übernommen wurden und worauf sich auch die Interviews beziehen, die eben einmal für beide Themen mit den betreffenden Personen geführt wurden. Die Interviews sind jeweils als solche angeführt. Im Anhang sind die befragten Personen im selben Text wie in der anderen Arbeit beschrieben, wobei in dieser eben auch andere Menschen in die Auswahl einbezogen wurden.

Die vorliegende Arbeit erläutert auch die Bedeutung der Massenmedien für die Entwicklungspolitik, die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Österreich, und seinen Bildungs- und Programmauftrag. Die Berichterstattung über die Fragen des Nord/Süd-Konfliktes ist zwar ein Teil der Bildungsarbeit, inwiefern dieser Bildungsauftrag überhaupt existiert, beschreibt der Generaldirektor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz so:

„Es gibt im Gesetz keinen expliziten "Bildungsauftrag", wohl aber umfasst der Programmauftrag diverse Aspekte, die ohne Zweifel mit der - insbesondere politischen - Bildung zu tun haben. So z.B die Verpflichtung, für "umfassende Information der Allgemeinheit über alle wichtigen politischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Fragen" und für "die Förderung des Verständnisses für alle Fragen des demokratischen Zusammenlebens"[1] zu sorgen.[2]

2. Die Entwicklungsarbeit

„Viele Erkenntnisse und Aussagen der Studie „Ethik der Entwicklungspolitik" von Thomas Kesselring kommen einem bekannt vor. Doch der an der Universität Bern lehrende Philosoph unternimmt den anregenden Versuch, philosophische Perspektiven auf Gerechtigkeit und praktische Fragen von Entwicklungspolitik zusammen zu führen, in der Hoffnung, einen Beitrag zur Diskussion über eine brennende Frage des globalen Zeitalters zu leisten: Wie kann Entwicklungszusammenarbeit das Miteinander der Menschen und Völker gerechter, nachhaltiger gestalten?‘[3]

Die Definition des Begriffs „Entwicklung“ und auch die Bestimmung, was ein Entwicklungsland eigentlich ist, wirkt manchmal etwas unscharf. Im „Lexikon der Dritten Welt“ definiert Dieter Nohlen, dass „Entwicklung ein normativer Begriff ist, dessen Richtung bestimmt wird von kollektiven und individuellen Wertvorstellungen“.[4]

Helmuth Hartmeyer definiert „Entwicklung" als Leitidee in der

Nachkriegsgeschichte, an der sich die Nationen orientierten wie an einem Leuchtturm, der den Weg zur rettenden Küste weist.[5] Er meint aber auch, dass sechs Jahrzehnte nach der Erfindung der Unterentwicklung die geschichtlichen Voraussetzungen, unter denen die Entwicklungspolitik gestanden ist, weitgehend verschwunden seien. Entwicklung sei zu einem nichtssagenden und gestaltlosen Begriff geworden.[6]

Entwicklung steht für Veränderung, für das Aufeinanderfolgen von Formen und Zuständen - wie sie gesehen wird, ist von der Sichtweise des Beobachters abhängig.[7] Daher unterscheidet sich der jetzige Entwicklungsbegriff vom Zustand der „Gründung". Zu Beginn der Entwicklungshilfe dienten die Industrieländer und deren hoher Industrialisierungsgrad als Vorbild für die Entwicklung in den Entwicklungsländern. Trotz formaler Unabhängigkeit von den ehemaligen Kolonialmächten sahen und sehen sich die Entwicklungsländer weiterhin abhängig von Exportmärkten, ausländischem Kapital und ausländischer Technologie, eine Abhängigkeit, die sich Zeiten einer Wirtschaftskrise (wie sie zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Arbeit besteht, Anm. d. Verf.), noch fataler auswirkt. Neben dem Hauptziel der Entwicklungshilfe seit den 70-er Jahren, der Bekämpfung der Armut, sollte auch die ökonomische Unabhängigkeit als wichtiges Entwicklungsziel hinzukommen.[8] „Sustainable Developement" ist das Schlagwort, das eine nachhaltige Entwicklung über Generationen hinweg sichern soll. Die Entwicklungspolitik Österreichs ist ein untrennbares Element einer Gesamtpolitik.[9] Wie Hartmeyer betont, schmücken sich förmlich die verschiedensten Organisationen mit dem Begriff „Entwicklung": [..]der Internationale Währungsfond, der Vatikan, Revolutionäre Streitkräfte oder das Management in Industrie und Handel...[10] Der Begriff selber habe aber keinen Inhalt mehr, erfülle jedoch den Zweck, jeden Eingriff zu rechtfertigen und die Zukunft für sich zu beanspruchen.[11] In Hartmeyers Buch „Die Welt in Erfahrung bringen" zitiert er Annette Scheunpflug, Pädagogin an der Universität Erlangen, die meint „Entwicklung hat kein Subjekt mehr, [...]ist intentional nicht steuerbar, [...] hat keine Vernunft, [...] kann nicht vorhergesehen werden[...] und hat keine Zeit und Grenzen mehr“[12] Daher hat die entwicklungspolitische Bildung und sohin auch die dokumentarische Filmarbeit Abschied zu nehmen von einer Moralisierung der Verhältnisse und sollte anstatt Bewusstsein zu bilden, Kommunikation strukturieren.[13] Ziel dieser Kommunikation sollte ein Besinnungswandel des Zusammenlebens auf der Erde anstatt eines Gesinnungswandels der Individuen sein.

Für die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit konkret spielen schon auch Einstellungen und Verhalten aller Beteiligten bei der Wahrnehmung und Verarbeitung der Differenzen eine entscheidende Rolle.[14] Vorerst wurde ein hoher rhetorischer Aufwand betrieben, um Sinn und Zweck eines marginalen Politikbereichs, wie ihn die Entwicklungshilfe darstellte, zu argumentieren.[15] Die Begründung erforderte mehr intellektuelle Energie als die Formulierung von konkreten Konzepten und Zielen.[16] Die modernen Kommunikationsmittel wurden erst langsam entdeckt, sodass die Bevölkerung mehr auf Zeitungen angewiesen war, im Fernsehen dominierten internationale Berichte, die von diversen Agenturen übernommen wurden. Ein Korrespondentennetz, geschweige denn Dokumentationssendungen gab es damals noch nicht, sodass sich die Berichterstattung hauptsächlich auf Berichte über Konflikte und Bürgerkriege konzentrierte. Die Auseinandersetzung mit Entwicklungspolitik ist oft getragen vom Anspruch, das Rezept von der endgültig verbesserten Welt in Händen zu haben oder in die Hände zu bekommen.[17] Viele merken dann erst durch die Berichterstattung, vor allem durch die Bilder, dass das Weltbild, das sich so mancher zurechtgemacht hat, so nicht mehr stimmt. Und suggeriert sich der Betrachter, dass nicht die entwickelten Länder, also das „Wir" schuld seien, sondern „die anderen" unfähig sind, mit der Hilfe etwas Positives zu machen. Es sind einfach die Informationsdefizite, die es nötig machen, über die tatsächliche Problemstellung in Entwicklungsländer zu berichten.[18] Den Medien kommt eine sehr verantwortungsvolle Rolle zu, die in Österreich hauptsächlich der ORF im Sinne eines objektiven, öffentlichen Bildungsauftrages zu erfüllen hat. „...Medien werden in Umfragen am häufigsten als Informationsquelle für entwicklungsrelevante Themen genannt“.[19]

Ende der 50-er Jahre begann sich die Rolle Österreichs zu verändern, das Empfängerland wurde zum Geberland.[20] Sonst war Entwicklungspolitik und - Zusammenarbeit in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vertreten. Hingegen war der Ost/West-Konflikt ständig präsent.[21] Das änderte sich auch nach dem Fall der Grenzen nicht, denn Osteuropa war auch für eine mögliche Osterweiterung der EU wichtiger, als das „dahindarbende Afrika".[22] Nunmehr, nach einigen Jahren der Akzeptanz internationaler Einsätze steht die Präsenz des österreichischen Bundesheeres im Tschad in medialem Interesse. Das Fernsehen trägt dazu nur durch Berichte über den Besuch des Verteidigungsministers in der Krisenregion bei, Aufklärungsarbeit gibt es so gut wie keine.

2.1. Entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit

Die Berichterstattung über die Entwicklungsländer bzw. über Länder des Südens ist stark abhängig von Ereignissen, wie Erdbeben, Hurrikans, Bürger- oder andere Kriege. Richtige Aufklärungs- und Informationskampagnen finden nur in Teilbereichen der öffentlichen Berichterstattung statt, wie zum Beispiel in Fachzeitschriften oder Spartenkanälen von Rundfunk und Fernsehen.

„Die Berichterstattung über Entwicklungsländer konzentriert sich vor allem auf Katastrophen, Staatsbesuche, kriegerische Auseinandersetzungen, Großkonflikte und 'Exotisches', auf jeden Fall aber auf Spektakuläres. Friedliche Länder haben kaum eine Chance, in die Berichterstattung zu gelangen. Die Folge dieses „Katastrophenjournalismus ist ein Spendenjournalismus, dessen Gesetze ein kritische Auseinandersetzung mit den globalen Ursachen der Armut größtenteils verhindert."[23]

Entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit sollte sich an folgenden Kriterien orientieren[24]:

- Das Wecken von Aufmerksamkeit für entwicklungspolitische Fragestellungen
- Das Angebot von Informationen über die Zusammenhänge zwischen Nord und Süd
- Das Erreichen einer Erinnerung bzw. Akzeptanz der Botschaft
- Das Erzielen von Einstellungsbildung, - Veränderung bzw. - beibehaltung
- Das Erwirken von Verhaltensänderung und - beibehaltung

Bei Dokumentationen geht es in erster Linie um die Bewusstseinsbildung und auch um interkulturelle Lernprozesse, teils auch um das Bemühen, die Einstellungen zu verändern, bei anderen Methoden der Medienarbeit steht des öfteren erhöhtes Spendenaufkommen im Vordergrund, wobei dies dann auch für die Medien-Eigen-p.r. verwendet wird. Hartmeyer spricht aber auch von einem Mythos, der noch immer die entwicklungspolitische Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit beherrsche;

„Immer mehr und immer raschere Information bringt immer bessere Entwicklung‘[25]

Demnach finden derzeit „Global Studies" statt, jedoch sei „Global Education" die Aufgabe. Verunstaltete Wiedergabe von Fremdwissen sei das Resultat, Angelerntes verhindere Einsicht und Weisheit.[26] Wozu also etwas „erfahren", etwas beobachten, wenn ohnehin die Welt zumeist frei Haus geliefert wird? Die Aufgabe von Medien ist auch darauf zu richten, dass sie nicht nur Informationslieferant werden, sondern auch die Neugier ankurbeln, zum Hinterfragen anregen. Gerade den „lebenden Bildern" kommt eine umso größere Bedeutung zu, da sie mehr als alle anderen die Realität abbilden können, jedoch auch die Fiktionale fördern können.

2.2. Der Nord/Süd-Konflikt

Der Begriff „Nord/Süd" entwickelte sich aus dem Ausdruck der „Dritten Welt" hervor. Denn der Sammelbegriff „3. Welt" ist heute viel zu undifferenziert, als dass er auf so unterschiedliche Länder wie Burundi, China oder Peru angewandt werden kann.[27] Andrea Komlosy schreibt in „Das Werden der 3. Welt", dass „die Enzyklopädie nahe legt, Dritte Welt und Nord/Süd-Beziehungen als Fragen anzusehen, die erst nach dem 2. Weltkrieg relevant wurden. [...] eine Herangehensweise an das Werden der 3. Welt, die einen längeren Zeitraum berücksichtigt“[28].

Wobei heute bereits auch der Begriff des entwickelten Nordens und des unterentwickelten Südens sehr differenziert zu betrachten ist. Denn gerade durch das ökonomische Wachstum gewisser Regionen, die einst als „unterentwickelt" eingestuft wurden, zeigt die Notwendigkeit des Umdenkens. So zum Beispiel gehören den sogenannten G 20, den wirtschaftlich stärksten Nationen der Welt, Länder wie China, Indien, Brasilien und Südafrika an, die noch vor wenigen Jahren eine andere Kategorie repräsentierten. Es zeigt sich vor aus historischer Betrachtung, dass Indien oder China vor Jahrhunderten schon an ein Fernhandelsnetz angebunden waren, das hauptsächlich von arabischen Händlern getragen wurde und erst durch die Ankunft der Europäer einer Zäsur unterworfen wurde[29].

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler sieht im Verhältnis Nord/Süd eine Gerechtigkeitslücke und er meint dazu:

„Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit unserer Welt am Schicksal Afrikas"[30]

Köhler erhebt immer wieder seine Stimme als einer der wenigen Staatsmänner für ein besseres Verständnis der afrikanischen Länder, prangert hie wie dort politische Missstände an, kritisiert korrupte Eliten, ermutigt die Zivilgesellschaft, allen voran die Frauen, ohne deren Beitrag zu Familie - nach Köhlers Meinung - der Kontinent noch tiefer im Elend versinken würde und wirbt um Verständnis in Europa.[31]

Eine Nord/Süd-Kampagne, die Anfang der 80-er Jahre gestartet wurde, um auch die Bewusstseinsbildung innerhalb Europas zu stärken, fand mit der Verabschiedung des Madrider Appells 1989 ihren Abschluss. Er fordert Europa auf, seine besondere Verantwortung gegenüber der Dritten Welt wahrzunehmen und in Partnerschaften mit dem Süden zu einer dauerhaften, sozial-und umweltverträglichen Entwicklung auf unserem Globus beizutragen.[32] Bei aller Öffentlichkeitsarbeit ist vor allem wichtig, dass der Provinzialismus überwunden werden muss, ein Provinzialismus, der sich in Österreich immer schon breit gemacht hat.

2.3. Der Süden über sich

Immer stärkere Beachtung finden Produktionen von Autorinnen und Autoren aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. In der Veranstaltungsreihe "Der Süden über sich", die einmal im Jahr stattfindet, stehen diese Filme im Mittelpunkt. Ziel ist es, aktuelle Themen als Südsichten zu reflektieren. Filme werden verstärkt in ihrer kulturellen Dimension betrachtet und als wichtiger Beitrag zum interkulturellen Dialog gewertet. Die erste Veranstaltung der Reihe "Der Süden über sich" war die Sichtung der "Developing Stories", Filme die auf Initiative der "One World Group of Broadcasters" von Filmschaffenden aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas produziert wurden. Diese Filme stellten den Bezug zu den Themen der UN-Konferenz "Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro her und waren die jeweils spezielle Betrachtung globaler Probleme.[33] Auch die Schwerpunkte der vergangenen Jahre orientierten sich an Aktualität und darüber hinaus Offenheit gegenüber anderen Sichtweisen. So wurden Themen wie "Migrationsgeschichten", "Der Islam in der Moderne", "China-Bilder" und "Die Macht der Gefühle - vom Wandel der Beziehungen und Verhältnisse" filmisch erfahrbar. 2000 stand das "Internationale Jahr der Kultur des Friedens" und die Umsetzung in Filmen im Mittelpunkt einer Seminarveranstaltung.

2.4. Grundlagen der Nord-Süd- Berichterstattung

„Die soziale Realität in den Ländern der „Dritten Welt“ ist für den Großteil der „westlichen“ Bevölkerung medial vermittelte Realität, die zumeist nicht mit Erfahrungen erster Hand korrespondiert. Sofern Länder des Südens überhaupt Eingang in die massenmediale Berichterstattung finden, wird ein Bild von ihnen gezeichnet, das von Stereotypen und Klischees geprägt ist, und sich in einer Mischung aus viel Krieg und Katastrophen, etwas Mitleid, einem Schuss Exotik und wenig Hintergrundinformation konstituiert."[34]

Die „Dritte Welt"- Berichterstattung in den Massenmedien wird seit Jahren gleichermaßen von Journalisten, Kommunikationswissenschaftlern und Entwicklungsarbeitern wegen ihrer verzerrenden Darstellung sozialer Realität in den Entwicklungsländern kritisiert. In den 70er und 80er Jahren, nach dem Aufkommen der Nord-Süd-Konfliktes und im Rahmen der Debatte um eine Neue Weltinformationsordnung, erfreute sich der Gegenstand der medialen Inszenierung der „Dritten Welt", nicht zuletzt aufgrund des großen Engagements der Vertreter der zu weiten Teilen gerade unabhängig gewordenen Ländern, sehr großer Beliebtheit in der Scientific Community und fand in dieser oder ähnlicher Form Eingang in zahlreiche Forschungsarbeiten bzw. öffentliche Diskurse.[35] Obwohl der Gegenstand heute, 25 Jahre nach dem Aufkommen der verstärkten Kritik an der Wirklichkeitskonstruktion der Entwicklungsländer in der massenmedialen Berichterstattung, längst nicht mehr zu den Mainstream­Themen der Kommunikationswissenschaft gehört, hat sich an den grundsätzlichen Anklagepunkten gegen den Journalismus, der zwar den Verwertungsgesetzen des westlichen Informationsmarktes und den Berufspraktiken hiesiger Korrespondenten entspricht, jedoch nicht der sozialen Realität in den Ländern der „Dritten Welt", nicht viel geändert.[36]

Niklas Luhmann hat in seinem Buch „Die Realität der Massenmedien" eine zentrale Behauptung aufgestellt: „Alles, was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir aus den Massenmedien"[37]. Das klingt für Österreich heute beinahe wie eine Bedrohung der Berichterstattung über die, den meisten Konsumenten, fremde Länder, denn es ist notwendig, sich mit kleinformatigen oder Gratisblättern auseinander zu setzen, ehe man dann auf die Fernsehberichterstattung kommt. Der Erfolg dieser Blätter liegt nicht in ihrer unwahrscheinlichen Informationsleistung[38], sondern in der Emotionalisierung.

„Es wird das Extreme und Aufregende zusammengetragen und schillernd beschrieben, die Leser in eine 'Gemeinde der Gefühle" eingeführt. Das gilt für Adabei, Tier oder Oben-ohne Geschichten, für den Kampagnenjournalismus ebenso wie für die Katastrophen und Schilderung von Einzelschicksalen, in denen das Motto 'Gott sei Dank hat mich nichts erwischt" durchschimmert.[39]

Der nach Wasser suchende Löwe ist wichtiger als der an Verdurstung zugrunde gehende Massai. Der Spendenjournalismus - oder ist es der „Voyeurismus" - kommt gerade recht, denn hier kann man sich ein „gutes Gefühl, etwas getan zu haben" erkaufen. Die Leser werden zu barmherzigen Samaritern, die den „Armen dort unten" ein bisserl was zustecken. Gleichzeitig bestärken diese Medien, an vorderster Front in Österreich die „Kronenzeitung", mehr als alle anderen, die Vorurteile und Ängste unter den weniger gut Gebildeten und den sozial Schwachen mit dem latent und teilweise offen vorhandenen Potential an xenophoben Einstellung.[40] Das Fernsehen versucht hier teils gegenzusteuern, lässt sich jedoch auch durch den aufkeimenden Kampagnenjournalismus mitreißen. Die Vorstellung über die so genannte „Dritte Welt" war und ist durch die Bilder des Hungers, der Bürgerkriege, der Korruption und „gelegentlicher Genozide"[41] geprägt, Fortschritte wurden kaum dokumentiert[42], Fernsehen ist geprägt durch häufige Themenwechseln und Informationsstücke in mundgerechter Form, um auch schnell noch bei ZiB-Flash einen Satz unter zu bringen, falls unbedingt nötig. Ein Desinteresse an den Entwicklungsländern ist nicht nur bei der Bevölkerung zu erkennen, sondern auch bei den Medienschaffenden, die wichtige Zusammenhänge einer breiten Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis bringen. Die Situation des ORF ist jedoch, wie oben ausgeführt, dass dieser das einzige Medium ist, das einerseits einen klaren Programmauftrag hat und andererseits mit Gebühren finanziert wird. Es fehlt manchmal die eigene Courage und der Mut zur Lücke, Themen zur Diskussion zu stellen, die die Dauerberieselten vor den Schirmen nicht interessiert und die sich dann via Printmedien über das Fernsehen beschweren, wobei hier oft Leserbriefe ein probates Mittel darstellen (genauso wie bei der Verbreitung xenophober Auswüchse). Die Realität durch diese fehlende Berichterstattung ist, dass es ,,[...]in der nördlichen Hemisphäre es viele Leute gibt, die glauben, dass in Afrika ein unerträglich heißes Klima herrsche, die Menschen dort die meiste Zeit nichts zu essen hätten und die Verhältnisse seien überhaupt kreuzverkehrt. Einen solchen bestialischen Kontinent gibt es nicht, was es gibt, ist ein grenzenloser Kontinent, der Wunden nicht nur schlägt, sondern auch heilt, der seine Millionen Flüchtlinge nicht nur hervorbringt, sondern auch beherbergt, und der über einen in Europa ganz unbekannten Fundus an Toleranz verfügt."[43]

Afrika wurde einem Großteil der Fernsehkonsumenten durch Frank Elstner und seiner Sendung „Wetten, dass " bewusst, als dort 1981 Karlheinz Böhm eingeladen wurde und wetten durfte, dass "nicht jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für Menschen für die Sahelzone spendet". Damals kamen insgesamt 1,4 Millionen Mark (= ca. € 700.00.--) zusammen und von da an wurden die Wege Böhms durch Äthiopien verfolgt. Um es sarkastisch zu formulieren, wurde jeder Traktor; der in der äthiopischen Wüste sein trauriges Dasein darbt, bei der Sandtaufe gefilmt. Diese Bilder will jedoch der Blut- und Tränenkonsument sehen. Und danach richten sich auch unsere Fernsehverantwortlichen. Um diese Art des Journalismus richtig einordnen zu können, bedarf es einer Analyse der Fernsehmedien in ihrem gesamtgesellschaftlichen Bezugsrahmen, die die Integration einer Vielzahl von theoretischen Konzeptionen unerlässlich macht und an denen sich der Aufbau der vorliegenden Arbeit orientiert. Was sind die Ursachen für die defizitäre „Dritte Welt"- Fernsehberichterstattung? Welche Möglichkeiten und Strategien gibt es für die Behebung dieser Defizite bzw. nach welchen Kriterien müsste gerade der Fernsehjournalismus umgestaltet werden, um die soziale Realität in den Ländern der Dritten Welt besser zu erfassen?[44]

2.4.1. Der Zugang des ORF zur Nord/Süd und West/Ost­Berichterstattung

Die West/Ost Berichterstattung ist in diesen Zeiten eher rasch abgehandelt, jedoch erscheint ein Blick auf die 60-er Jahre als wichtig. Damals wurde wirkliche europäische, wenn nicht weltweite Fernsehgeschichte geschrieben, als 1968 anlässlich des Einmarsches der UdSSR samt Brüderstaaten umfassende Berichte gemacht wurden, unter anderem durch die international anerkannten Stadtgespräche von Helmut Zilk:

„Mit Spannung hören Österreicher, Tschechen und Slowaken (in den grenznahen Orten und jene, die auf der Heimreise von ihrem ersten Adria-Urlaub nach Österreich sind) über das Radio, was geschehen ist. Die ersten Berichte des ORF gehen in die Welt, berichten vom Unfassbaren, das im Nachbarland vor sich geht: Seit der Nacht walzen Panzer der Warschauer Pakt-Staaten Polen, Ungarn, Bulgarien und der Sowjetunion den "Prager Frühling" nieder. Alexander Dubcek, die Symbolfigur des "Prager Frühlings" ist verschwunden, verhaftet.

Mit bloßen Händen wehren sich Tschechen und Slowaken gegen die sowjetischen Panzer. "Iwan, geh’ nach Hauset' Wir sind für Dubcek, Svoboda und Smrkovsky!" Was sich den Panzern in den Weg stellt, wird zermalmt, Autos, Straßenbahnen, ja selbst vor Auslagen von Geschäften wird nicht Halt gemacht. Warum der Einmarsch? "Wir wollten doch nur ein wenig Medien- und Reisefreiheit und eine bessere Versorgung", schrieb Jana Patsch kürzlich im "Kurier". Die entscheidende Anklage des Kreml lautete freilich: "Konterrevolution" - und das seit dem Dresdner Treffen der KP- Führer Ende März 1968. Jeder Österreicher erinnerte sich an die Kommentare von Hugo Portisch und auch Alfons Dalma, die mit großem Fingerspitzengefühl die sich zuspitzende Lage beschrieben. Oder an die "Stadtgespräche Wien-Prag" unter Leitung von Helmut Zilk und Jirf Pelikan, die erste politische TV- Live-Diskussionssendung im "Ostblock", durchgesetzt auch von ORF-Chef Gerd Bacher. Nie zuvor hatten Tschechen und Slowaken derart hohe Sympathiewerte bei den Österreichern!“[45]

Der Mauerfall in Berlin - ein einzigartiges Ereignis - war natürlich auch dem ORF Sonderberichte wert. In neuester Zeit stand dann der Georgien-Konflikt im Blickpunkt des Interesses, kleine Scharmützel wie zwischen Armenien und Azerbeidschan wegen der Region Berg-Karabach entging einer größeren Breitenwirkung. Obwohl es ein so genanntes Schwerpunktland ist, die Information über den Konflikt zwischen Armenien und der Türkei. Hier hat Österreich in Franz Werfel einen hervorragenden Schriftsteller, der sich in einem, in Armenien noch immer vielbeachteten Roman, mit dem Genozid an den Armeniern auseinandersetzt, die Bildungsarbeit diesbezüglich in Österreich fehlt allerdings, auch unter der türkischstämmigen Bevölkerung, die sich kaum mit diesen Themen auseinader gesetzt fühlt. . Vielen ist es sicherlich unverständlich, warum sich hunderte Armenier jedes Jahr zum Todestag Werfels an dessen Grab begeben, um ihm zu gedenken. Der ORF jedenfalls war bei diesem bildungsgeschichtlichen Ereignis noch nie dabei.

Die heutigen Berichte über Russland sind hauptsächlich von Vorsicht geprägt, da stand schon die Meldung „Medwedew: Saakashwili ist eine politische Leiche" an vorderster Informationsfront. Flugzeugabstürze oder die geplante Übernahme der AUA durch die sibirische Fluglinie S7 prägen derzeit das Russland-Bild. Die Zeiten, in denen Russland in den Tschetschenien oder Afghanistan involviert war, sind schon weit weg, außerdem war Russland damals in einer schwachen globalpolitischen Position. Interessanterweise machte die Wirtschaftsredaktion des ORF auch um den Zusammenbruch der Börse Moskau eher einen Bogen und unterschied sich dadurch von den deutschen Sendern. Wenn jedoch ein russisches Ehepaar am Kohlmarkt von einem Juwelier zum anderen flaniert, steht die Seitenblicke-Redaktion „Kamera im Anschlag" bereit.

Der Platz, der dem Not leidenden Teil der Welt zugewiesen ist, scheint vor allem von „Universum" mit seinen Naturreportagen aus exotischen Gegenden zugewiesen zu sein. Fundierte politische Berichte werden äußerst selten angeboten und erreichen auch dank ihrer Platzierung zu spätnächtlicher Stunden bzw. der durch andere Sender und Sendungen konkurrenzierte Schienen nur eine interessierte Minderheit. Die Themen der aktuellen Berichterstattung über die Länder des Südens lassen sich in einige Kategorien zusammenfassen, wie schon Ralf Leonhard bei seiner kurzen Untersuchung entwicklungspolitischer Sendungen im ORF gemeinsam mit Leo Gabriel 2001 anführte[46]:

- Krieg
- Bürgerkrieg
- Kalter Krieg (bzw. dessen Relikte, wie in Kuba oder Korea)
- Regierungskrisen
- Katastrophe
- Geiselnahmen
- Sport

Entwicklungspolitisch interessante Themen wie z.B. das Antreten des „forbidden Teams", der Fußballnationalmannschaft Tibets in Wien, war nur den Seitenblicken einen Bericht wert, auch wenn die interviewten Personen interessante Informationen über die Situation in Tibet vermitteln wollten. Jedoch hängt die Gestaltung eines solchen Beitrages vom Fingerspitzengefühl des Redakteurs/in und dem anzusprechenden Publikum ab. Der ORF gestaltet Berichte nach dem Motto „Das Bild macht die Nachricht" (Anm. d. Verf.). Der ORF hat aufgrund seines Programmauftrags die Verpflichtung, dem Informationsbedürfnis Rechnung zu tragen.. Das Österreichische Fernsehen jedoch liefert kaum wirklich interessante Bilder, mit Ausnahme des „Weltjournals", um diesem Informationserfordernis nach zu kommen. Je mehr Österreicher involviert (z.B. in Krisenzonen) sind, umso interessanter das Thema, wobei die Involvierung nicht im „Dabei sein" bestehen muss, sondern in der Kenntnis des Umfeldes, in dem ein Ereignis stattgefunden hat. Ein Erdbeben in Thailand oder die bürgerkriegsähnliche Situation im beliebten Urlaubsland Sri Lanka sind allemal interessanter als ein Bericht über die kontinentale Großmacht Brasilien, die vor allem im Fasching mit dem Karneval in Rio und bei Fußballweltmeisterschaften vorkommt.

Würde vom ORF nur ein Bruchteil des Geldes, das für diverse Eigenproduktionen bzw. Zukäufe im Sportbereich aufgewendet wird für entwicklungspolitische Aufklärungsarbeit ausgegeben werden, wäre hier eine umfassende Informationsarbeit geleistet. Aber auch hinsichtlich der Sendeplätze stellt sich die Frage, ob es wirklich erstrebenswert ist, mehr als 4 Stunden (inklusive Warm-Up) für die Formel 1 zu verwenden und internationale Dokumentationen zu nachtschlafender Zeit zu spielen.

2.4.2. Neue Dokumentationsfilme in Österreich über fremde Kulturen

In Österreich ist es schwierig, wirklich gute Dokumentationsfilme zu produzieren und dafür auch eine Startförderung zu erhalten. „Zumeist sind es Kinofilme, die dann irgendwann einmal den Zugang auch ins Fernsehen finden", beschreibt Ixy- Nova Noever die derzeitige Situation.[47] Dokumentationen über fremde Kulturen entstehen, indem der Produzent vorerst versucht, über das Bundeskanzleramt eine Förderung zu erhalten. Dazu ist es notwendig, ein umfassendes Drehbuch einzureichen, erst dann gibt es auch die Möglichkeit über das Filmförderungsinstitut[48] und den ORF weitere Zuschüsse zu erhalten.[49] Allerdings bleibt noch immer die Frage offen, wann der ORF einen Sendeplatz findet, um den einmal geförderten Film einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Sicher ist - und das zeigt sich auch in den jüngsten Debatten rund um den ORF und dessen prekäre finanzielle Situation - dass es ohne Filmförderung keine weiteren dokumentarischen Filme mehr geben würde.[50] Darüber hinaus gibt es auch in jedem Bundesland Förderungsmöglichkeiten. Als wichtigste Dokumentarfilmer der österreichischen Gegenwart haben sich Arash Riahi[51], Niki Geyerhalter, Sudabeh Mortezai oder Georg Misch herauskristallisiert. Geyrhalter zum Besipiel zeigt mit seinem Film „7951 km" (Von Paris nach Dakar) die westafrikanische Lebensweise und die Kulturunterschiede auf und will „versöhnlich" wirken.[52] Georg Misch wiederum ist zwar österreichischer Filmemacher, arbeitet aber vornehmlich für die BBC, Channell4 und Arte. Sein 2008 erschienener Film „Die Reise nach Mekka" zeigt „Die Reise des Muhammad Asad folgt dem Lebensweg von Leopold Weiß alias Muhammad Asad, von den Randgebieten der ehemaligen Donaumonarchie bis nach Israel, Palästina, Saudi-Arabien, Pakistan und New York. Er besichtigt die Orte, an welchen er sich einst aufgehalten hat. Parallel entblättert sich ein vielschichtiges Bild des Islams"[53]

Die nationalen und internationalen Kritiken für diesen Film waren ausgezeichnet, was für die Qualität des österreichischen Dokumentarfilms spricht.

Sudabeh Mortezai[54] beschäftigte sich mit der Situation im Iran. Es ist ein Film über die Jugend im Iran:

„Ich war ursprünglich sehr stark am Ritual selbst interessiert, ich wollte ergründen, was für Einzelpersonen stehen hinter dem, was diese Masse ausmacht, was treibt sie an. Dass es auch ein Film über Jugend geworden ist, hat sich von alleine aufgedrängt. Die iranische Gesellschaft ist extrem jung, sie bestimmen das Straßenbild, sie haben ihre eigene Kultur und Bedürfnisse. Da drängt sich die Frage einfach auf, was bedeutet für diese Jugendlichen Religion und Tradition. Tatsächlich gelebte Religion zu zeigen wurde im Laufe der Arbeit ein wesentlicher Bestandteil"[55]

Um sich international positionieren zu können, ist auch die Überarbeitung der Filmförderung nötig, wobei hier sicherlich Bundeskanzleramt, Unterrichtsministerium und der ORF gefordert sind. Denn nur dadurch kann es auch in Hinkunft die Auszeichnungen geben, die gerade in den letzten Jahren über den österreichischen Film gekommen sind (Beispiel Stefan Ruzowitzky mit dem Oskar 2008) und die für die internationale Beachtung nötig sind. Gerhard Schedl, 23 Jahre Direktor des Filminstituts meint, dass nicht nur der ORF mit seinen Förderungen nachlässt, sondern dass sich naturgemäß die privaten Fernsehanstalten an diesen gar nicht beteiligen.[56] Warum auch, fragt sich der Verfassern dieser Arbeit, denn im Gegensatz zum ORF haben die Privaten keinen durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag.

3. Der Dokumentationsfilm

Ein Dokumentationsfilm sollte stets möglichst objektiv und sachlich informieren. Ein journalistisch gebauter Dokumentationsfilm ist ein gebautes Arrangement, das sich in Wirklichkeit durch die Recherche anderer überprüfen lassen muss. Darin unterscheidet er sich vom Spielfilm oder einer Spielserie. Aber auch ein Dokumentationsfilm erfordert eine Art Inszenierung, um die Zuschauer an politische, wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Vorgänge heranzuführen, die ihnen aus eigener Erfahrung nicht unmittelbar zugänglich sind. Eine Dokumentation ist eine journalistische Filmform, die bei größtmöglicher Rücknahme subjektiver Stellungnahme und flimgestalterischer Qualitäten Bild- und Tonaufnahmen für sich selbst sprechen lässt.[57] Sie ist synthetisch-induktiv angelegt, da aus besonderen Einzelaspekten heraus eine allgemein gültige thematische Aussage entwickelt und in einen größeren Zusammenhang gestellt wird. Zu beachten ist jedoch immer wieder die subjektive Herangehensweise an Dokumentationen.

„Der Dokumentarfilm [..] ist eine noch individuellere und stärker an der gesellschaftlichen Wirklichkeit interessierte Form, bei der die filmische Gestaltung im Vordergrund steht. Häufig hat er einen kritischen Ansatz. Der Autor rückt meistens eher in den Hintergrund und überlässt es den Bildern und gefilmten Personen, für sich zu sprechen. Die Drehzeit für einen Dokumentarfilm ist meist deutlich länger als bei einer Reportage, ebenso die weiteren Arbeitsbereiche wie Schnitt, Vertonung und Mischung“[58]

„Über den Dokumentationsfilm zu sprechen muss auch heißen, über die Wirklichkeit zu sprechen, die er zeigt".[59] Es geht bei Dokumentationen über Länder des Südens dieser Welt (in einleitender Begründung sind es die Länder Afrikas, Teile Asines und Lateinamerikas) auch um die Vorstellung, dass „fremde Kulturen" in einer Weise verstanden werden können, die den eigenen Wissensstand nicht nur erweitert, sondern auch zur Definition des eigenen Selbst in Auseinandersetzung und auch Abgrenzung mit eben dieser Kulturen bzw. deren Menschen beiträgt.[60]

Gerade bei Dokumentarfilmen gibt es verschiedene Auffassungen, wobei dieses Filmgenre auch durch herausragende Persönlichkeiten geprägt ist. Signifikant ist die Frage der Gleichsetzung zwischen Film und Wirklichkeit.

Beinahe ein Jahrhundert lang haben Glaubenskriege zwischen unterschiedlichen Lagern über die Wahrhaftigkeit getobt.[61]

Wirklichkeit als solche, vor allem bei TV-Dokumentationen über die angesprochenen Länder, kann nicht fassbar werden, vor allem nicht für den Beobachter, da jeder seine subjektiven Empfindungen hat. Dokumentarfilme unterscheiden sich von Spielfilmen, dass sie Sachverhalte abbilden, die unabhängig von der Vorstellung ihrer Autoren existieren.[62] Genauso wie fernsehjournalistische Filme sind auch Dokumentarfilme nicht-fiktionale Filme. Die Filmer verstehen sich kaum als journalistische Berichterstatter, sie haben den Anspruch, sich mit der vorgefundenen Wirklichkeit künstlerisch kreativ auseinanderzusetzen. „Manchmal sind vorher reglerechte Crash-Kurse notwendig, um sich in die Situation der dort herrschenden Wirklichkeit hineinversetzen zu können", meint etwa Gert Baldauf über seine Beiträge zum Thema Papua-Neuguinea, die er als extrem schwierige Herausforderung ansieht.[63] Der Dokumentarfilm geht davon aus, dass es eine Wirklichkeit nicht gibt, schon gar nicht die angenommene Wirklichkeit, sondern er vermittelt zwischen den verschiedenen Realitäten. Eva Hohenberger gliedert diese Realitäten nach ihren Bedeutungsgehalt für den Dokumentarfilm. Speziell für diesen ist zwischen nichtfilmischer und vorfilmischer Realität, der Realität Film, die filmische und nachfilmische Realität zu unterscheiden.[64] Für den Dokumentationsfilm essentiell ist primär die filmische Realität, also die Struktur des jeweiligen, filmischen Textes, in zweiter Linie die nachfilmische Realität und die Rezeptionssituation des jeweiligen Dokumentationsfilms. Unter nichtfilmischer Realität ist nach Hohenberger die „Realität, auf die der Produzent als mögliche Rezeptionsrealität intendiert, auf die er hinarbeitet“,[65] zu verstehen. Problematisch hierbei ist der Umstand, dass die nichtfilmische Realität auf Seiten des Rezipienten zunehmend über die filmische Realität konsumiert wird, was insbesondere bei Dokumentarfilmen über die Nord/Süd-Problematik besonders heikel wird. „War einst das Reale Garant dafür, dass es ein Bild geben konnte, so bestätigt heute das Bild, dass das Reale überhaupt noch existiert. Wo keine Kamera steht, ereignet sich auch nichts mehr“[66] - zumindest nach Auffassung der Konsumenten. Die vermutete Realität aber ist niemals völlig deckungsgleich mit der nichtfilmischen Realität. Sie wird vom Rezipienten aufgrund der Erzählweise des Filmes erschlossen und hängt von Faktoren wie Vorwissen, Wissen um den filmischen Prozess, den Erwartungen ab. In der Rezeption von Dokumentarfilmen geht es um das, was als „authentisch“ anerkannt wird. Dies ist vor allem bei der Gestaltung von Dokumentationsfilmen über fremde Realitäten wichtig bzw. über solche Realitäten, die der Rezipient anders wahrgenommen hat und wahrnimmt. Die Berichterstattung über das „Fremde“ geht auch einher mit der Annahme von Stereotypen, die oftmals filmisch untermauert werden. Es geht, wie Dürbeck in ihrem Bericht über „Stereotypen und Darstellungsmuster des Fremden“ festhält, ausschließlich um die besondere Art der Darstellung des fremden Landes und seiner Bewohner, die von bestimmten Konventionen und tradierten Denkformen vorgeprägt ist[67]. „Dokumentarfilmer gehen eine Gratwanderung, dass einerseits das gezeigt wird, was gerade noch erträglich ist und andererseits auch die Erwartungshaltung der Seher erfüllt wird", so Leo Gabriel.[68]

Besonders beliebt waren bei den Dokumentationsfilmen vor allem Naturfilme, wobei hier sicherlich Bernhard Grzimeks „Die Serengeti darf nicht sterben"[69] herausragende Bedeutung im Bewusstsein der Zuseher hat.

3.1. Authentizitätsstrategien

Ein wesentliches Kriterium für die Bestimmung eines Dokumentarfilmes über Entwicklung, Entwicklungszusammenarbeit, fremde Kulturen als solche ist die Frage der Authenzität, der Glaubwürdigkeit. Ist eine dokumentarische Aufnahme das, wofür sie sich ausgibt? „Bei den Aufnahmen über die Genitalverstümmelungen in West- und Nordafrika war es wichtig, das Leid der Frauen so authentisch wie möglich und so objektiv wie nötig darzustellen,"[70] meint Dokumentarfilmerin Marion Mayer-Hohdahl[71], die in Ländern wie Äthiopien, Togo, Sudan und Nigeria jahrelang diese erschreckende und unsagbar schmerzliche Praxis an Frauen filmisch dokumentierte und dann für mehrere Sender wie ORF, 3 SAT, ZDF produzierte. Gerade diese Authentizität geht oft an die Grenzen der Gestalter, die sich im Sinne der Objektivität nur selten mit ihrer Meinung tatsächlich äußern dürfen, ohne vorbestimmend zu wirken. Die authentische Wirkung von Dokumentarfilmen liegt nicht in der Sache selbst begründet, sondern in der formalen Gestaltung des Films. Zu fragen ist also: Wie realisiert die dokumentarische Aufnahme die authentische Wirkung, die sie anstrebt? Letztere ist keine absolute Qualität, sondern ein spezifischer Wirkungseffekt, den bestimmte Fernsehbilder beim Zuschauer auslösen.[72] Ob also ein Film Authentizität hat, ist weniger von einer bestimmbaren „Wahrheit", als vielmehr von der Kategorie der Glaubwürdigkeit abhängig. Die Frage der Authentizität ist an fünf Bedingungen geknüpft[73]

1. Die Echtheit des Ereignisses oder der Sache, auf die sich die Kommunikation bezieht
2. Die Glaubwürdigkeit des Autors bzw. des Moderators. Hier spiegelt sich auch die Praxis wieder, dass bekannte Moderatoren eine höhere Glaubwürdigkeit und daher auch Authentizität aufwiesen, wie zum Beispiel Filme von Antonia Rados, Dieter Kronzucker oder Produktionen von Guido Knopp (im historischen Dokumentarfilm)
3. Die Glaubwürdigkeit der Vermittlung, also der Gestaltung des Kommunikats
4. Die Akzeptanz oder Wirkung beim Rezipienten
5. Die Rezeptionsbedingungen, den Kontext, in dem ein Film wahrgenommen wird

Julius Kratky, Leiter von Alpha Österreich, legt gerade auf die Authentizität von Dokumentationen viel Wert: „Der Seher ist neugierig auf die Menschen anderer Länder, ja ferner Welten, auf deren Träume und Ziele. Außerdem will man wissen, welche Visionen Menschen in diesen Welten haben":[74] In diesem Streben nach Authentizität wird eine Projektion anderer Welten auf die unsere durchgeführt und durch den Film dokumentiert. Dies ergibt einen Rückgriff zum Rousseauschen Gedanken des „Zurück zur Natur", der auch auf der Suche nach dem „Authentischen" im Menschen und den Kulturen ist.[75] Dokumentarische Filme behaupten einen Mehrwert an Authentizität und referentiellen Bezügen, der sich über ästhetische Verfahren realisiert, nicht über visuelle Inhalte.[76] Authentizitätskriterien für dokumentarische Inhalte sind eine glaubwürdige, überzeugende Vermittlung der gewählten Anordnung, die nicht zufällig erscheinen darf. Dies betrifft alle Aspekte filmischer Schritte, von der Wahl des Beobachtungsstandpunktes bis zur Endmontage. „Eine Dokumentation ist sehr oft eine reine One-Man-Show", meint Gert Baldauf[77], der bei seinen Produktionen auf die Vorgaben von NGO's angewiesen war und daher auch sehr Kosten sparend und alleine zu arbeiten hatte. Von der Vorbereitung bis zum Schnitt und der Endabnahme lag beispielsweise die Dokumentation über Papua-Neuguinea alles in seiner Hand, auch Kamera und Interviewer gleichzeitig zu sein, nötigt ein besonderes Maß an Engagement ab. Leo Gabriel konnte sich bei seinen Filmen über Lateinamerika hingegen auf ein selbstfinanziertes kleines Team mit einem Büro in Managua beziehen, das aber ganz nach seinen Intentionen arbeitete. „Dabei ist es wichtig, dass sich einer auf den anderen immer verlassen kann."[78]

Bei allem ist es aber besonders wichtig, dass die Nachprüfbarkeit, die beim Rezipienten eine meist spontane, mentale ist - beim Auftraggeber hingegen eine formale - die das Bild auf Widersprüchlichkeiten abklopft und filmisch vermittelte Ereignisse mit dem eigenen, inneren Bild vergleicht[79]. Und dabei will der Rezipient auch seine Sehnsüchte befriedigt sehen, die durch eine andere, fremde Welt geboten wird. Zu unterscheiden ist jedoch ganz eindeutig zwischen dem „echten", politischen oder entwicklungspolitischen Dokumentationsfilm, einem Spielfilm und einer Reisedokumentation. Authentizität heißt auch, dass sich die Hektik einer so genannten modernen Gesellschaft filmisch in der Magie des Unbekannten auflöst. Dies macht die Spannung und Qualität eines gelungenen Produktes aus.

3.1.1. Die öffentliche Meinung

Dokumentationen sind dazu da, die öffentliche Meinung in positiver Weise zu beeinflussen. Elisabeth Noelle-Neumann spricht in diesem Zusammenhang, dass „die Massenmedien nicht so sehr beeinflussen, was wir denken sollen, sondern eher bestimmen, worüber wir nachzudenken haben"[80], verwiesen wird aber auch darauf, dass die Annahme, Medien alleine würden Themenstrukturen setzen, nicht haltbar wäre. Immerhin würden sehr viele gesellschaftliche Akteure sowie Öffentlichkeitsarbeiter Einfluss nehmen.[81] Gerade bei den so genannten Ländern der Dritten Welt ist ein erhebliches Maß an Lobbying nötig, um eine Berichterstattung überhaupt zu gewährleisten, das Problem dabei ist, dass die Vertretungen dieser Länder teils die wahren Situationen in ihren Ländern nicht beim Namen nennen wollen (dürfen?) und sehr auf eine positive Berichterstattung fokussiert sind. Wenn beispielsweise der Tourismus für manche Länder eine bedeutende Rolle spielt, darf dieses Bild durch die filmische Aufbereitung dessen, was „sich dahinter abspielt“ (Anm. d. Verf.) nicht getrübt werden. Medien erzeugen oder konstruieren Wirklichkeit[82] und daher auch öffentliche Meinung. Das aber passiert in unterschiedlichen Varianten, wobei die Dokumentation die glaubwürdigste ist. Gestaltende Redakteure sind jedoch auch nur Menschen und haben teils ein eingeengtes Verhältnis, weil subjektives, Verständnis der Realität und sind dazu noch formellen Zwängen unterlegen, zum Beispiel im filmischen Bereich dem Faktor Zeit, dem Layout und sogar durch die musikalische Untermalung.

3.1.2. Das „Ich“ des Gestalters

Wie auch an anderer Stelle noch gezeigt wird, ist der Gestalter immer auch eine spezifische Persönlichkeit.

„Das Ich ist ganz anders geartet als der eigentliche physiologische Organismus. Es besitzt eine Entwicklung: es ist nicht nur von Geburt vorhanden, sondern entsteht aus dem Prozess sozialer Erfahrung und sozialen Handelns, das heißt, es entwickelt sich im betreffenden Individuum als Ergebnis seiner Beziehungen zum sozialen Prozess [...]‘[83]

Jeder Mensch sammelt im Laufe seiner Sozialisation eine Vielzahl an Erfahrungen, die es zu verarbeiten gilt. Produzenten und Gestalter von Dokumentationsfilmen gehen auch mit einer subjektiven Sicht an eine Aufgabe heran. Es ist sicherlich schwer, dahingehend objektiv zu sein, wie es der Betrachter eigentlich erwartet. Jedoch nimmt sich der Zuseher sehr wohl das Recht heraus, Objektivität anders zu bewerten, vor allem dann, wenn seine Meinung nicht derjenigen entspricht, wie es dokumentiert wird. Es ist schwierig zu beurteilen, wie weit sich die Persönlichkeit des Gestalter, das Ich des Erzählers, in die Geschichte eingehen dürfe. Es bestehen zwei Gruppen im „New Journalism"[84]: Während die eine objektiv und ethnografisch vorgeht, sieht die andere die Geschehnisse durch interpretierende, eigen Augen und bringt sich selbst stark ein. Neben der reinen Faktenlage einer Botschaft besteht eine gewisse Stimmung, die ebenso besteht und das Ergebnis beeinflusst.[85] Die Schwierigkeit ist nur, dass diese Stimmung schwer fassbar und vermittelbar sowie gefühlbetont ist und bei jedem Zuseher anders empfunden wird und deshalb nicht als repräsentativ dargestellt werden kann. Eine Objektivität alleine wird es daher nicht geben, sondern eine Vielzahl an Sichtweisen, vor allem bei der filmischen Aufbereitung von fremden, unbekannten Situationen. Eine besonders personenbezogene Art, das journalistische „Ich" mehr als gewöhnlich hervorzukehren, ist die des investigativen Journalismus, hier gibt es eine direkte Verbindung zur klassischen Sozialdokumentation bzw. -reportage. Berühmtheit dabei hat Günter Wallraff erlangt, als „Hans Esser - Der Mann bei der Bildzeitung". Er selbst bezeichnet diese Zeit als die größte Schmutzarbeit, die er jemals leistete.[86] Investigativer Journalismus im Bereich von Dokumentationen ist jedoch ein gefährliches Unterfangen, weil die Gestalter sehr schnell zwischen die Fronten geraten können, damit sind nicht nur militärische, sondern vor allem auch ethnische und eben soziale Fronten gemeint.

3.2. Dokumentarfilm und Fernsehen

Genauso wie fernsehjournalistische Filme sind auch Dokumentarfilme nicht- fiktionale Filme. Der fiktionale Film filmt eine Welt, die er selbst konstruiert, die er für seine Zwecke erfindet, während der dokumentarische Film eine Welt filmt, die bereits existiert, der er vielleicht einrichtet, die er transformiert, die ihm aber auf jeden Fall vorausgeht.[87] Das führt zunächst auch zu einer Unterscheidung zwischen dem dokumentarischen Kino und dem dokumentarischen Film.[88] Das Kino ist dokumentarisch durch eine Haltung, durch ein ethisches und ästhetisches Ziel, durch die Art, die Bilder wahrzunehmen, die Beziehung zwischen der Welt - der fremden Welt - und den Bildern dieser Welt zu denken.[89] Dokumentarische Filme hingegen bilden eine Klasse, sie reagieren mit ihrem Sujet, ihren Aufnahmemethoden, ihrer Produktionsweise, ihrem Vertrieb und ihrer Inanspruchnahme sowohl auf eigene Anforderungen als auch auf Anforderungen sozialer, kultureller, politischer Instanzen, die in der Mehrzahl der Fälle letztendlich ihre Konzeption bestimmen. Der Inhalt des Dokumentarfilms wird zwar nicht von den Auftraggebern vorgegeben, jedoch knüpfen diese eine bestimmte Erwartungshaltung daran, so z.B. für „Leben mit Behinderung in Papua-Neuguinea" war es die Aktion „Licht für diese Welt", die als Auftraggeber fungierte. Anders bei manchen Dokumentarfilmen, die aus Selbstinteresse und - Engagement zustande kamen und dadurch schon authentisch wirken, da viel von der Persönlichkeit des/der Produzenten mit einfließt, wie z.B. bei der Filmreihe über die Genitalverstümmelungen. Hier stand vorweg die Betroffenheit Mayer- Hohdahls, dann die Aufnahmen und die Produktion und letztlich auch die Suche nach Abnehmern in Form von Sendern, die oftmals quotentechnischen Anforderungen oder politischen Rücksichtnahmen unterliegen.

3.2.1. Feature und Dokumentationen

Feature und Dokumentation sind als Sammelbegriff für große Formate eine im Fernsehalltag übliche Bezeichnung. Je nach Sendeanstalt wird jeder längere Film, der kein Magazinbeitrag ist, sondern selbstständig im Programm erscheint, als Feature oder Dokumentation bezeichnet. Egal ob es sich dabei um eine Dokumentation, eine Reportage oder ein Feature im engeren Sinn handelt. Unter dieser ist ein meist 30 - 45 Minuten langer Film zu verstehen, der sich mit seinem Thema argumentierend auseinandersetzt.[90] Ein Feature ist eine Problemdarstellung, die einen Sachverhalt umfassend analysiert. Ein markantes Merkmal ist die These, die der Autor aufgrund seiner Recherchen entwickelt hat. Dagegen geht eine Dokumentation ein Thema wie eine Beschreibung oder einen Bericht auf eine deskriptive Weise an. Sie dokumentiert einen Sachverhalt in seinen Einzelheiten und ordnet ihn in größere Zusammenhänge ein. Dabei versucht sie, objektiv zu sein und objektiv zu informieren. Um bei obigem Beispiel zu bleiben, lautet die Aufgabenstellung: „Pakistan ist aufgrund seiner religiösen und geografischen Gegebenheiten ein ideales Rückzugs- und Ausbildungsgebiet für mögliche al-Quaida-Terroristen". Typisch für Dokumentationen ist auch die Berichterstattung über historische Ereignisse und auch Portraits von Personen, Städten oder Regionen. Dieses Format setzt dabei auch die Form des Kulturfilms fort. Eine Reportage hingegen möchte die Zuseher am tatsächlichen Geschehen teilhaben lassen und hat meist einen latenten aktuellen Hintergrund. Sie will nichts beweisen, sondern nur aus der subjektiven Sicht eines Reporters zeigen, was er gerade vor Ort erlebt, z.B. CNN live aus Bagdad oder nun Al-Jazeera live aus dem Gaza-Streifen. Die große Kunst dabei ist, nicht alles blind zu filmen, was gerade vor das Objektiv kommt, sondern dem auch noch den richtigen Stellenwert zu geben.[91] Entscheidend ist hier, das erlebte Geschehen zu verstehen und es so wiederzugeben, dass die Wirklichkeit an den Tag tritt, die sich dahinter verbirgt. Die Unterschiede dieser Darstellungsformen liegen also vor allem darin, wie sie sich mit ihrem Themen auseinander setzen, wobei sie recht ähnliche Gestaltungsmöglickeiten wählen, nur bei der Betrachtung liegt auf der Hand, dass bestenfalls Features- und Dokumentationsfilmer Gemeinsamens haben, der Reportagefilme jedoch unterschiedlich handelt und auch handeln muss. Eine Dokumentation kann auch noch später gesendet werden, ist also zeitunabhängig, während Reportagen aktuell sind und bestenfalls zur Untermauerung bei Dokumentationen eingesetzt werden können.

Die Fortführung des (durch den Autor gewählten) Beispiels kann dies verdeutlichen:

„Von Pakistan agieren die meisten al-Quaida-Terroristen“als Feature

„Pakistan ist aufgrund seiner religiösen und geografischen Gegebenheiten ein ideales Rückzugs- und Ausbildungsgebiet für mögliche al-Quaida-Terroristen“ als Dokumentation

„ Was junge Rekruten in den Lager im Hochland Pakistans lernen“ als Reportage

3.2.2. Der Realitätsgehalt von Dokumentarfilmen

Wichtig bei der Betrachtung von Dokumentarfilmen ist die Erkenntnis, dass dieser das Reale nicht bedeutet, sondern er ist der Eindruck von dem, was das Reale dem Bild antut, wenn es - das Bild des Realen - verfügbar ist[92] Es wird in einem Dokumentarfilm oft auch der Betrachtung des Rezipienten überlassen, wie dessen Interpretation des Realen aussieht. Dokumentarfilme erfordern vom Zuschauer ein höheres Maß an Aufmerksamkeit als andere filmische Produktionen, denn sie bringen in kurzer Zeit eine Reihe von Informationen hinüber, die fremd, teils abartig sind und müssen auch in eine Glaubwürdigkeit übersetzt werden. Denn der Zuschauer neigt dazu, mit dem ihm eigenen Realen zu vergleichen, mit dem Bild, das er sich selbst „ausmalt“, mit Erfahrungen, die er glaubt, schon einmal mit einer anderen Kultur gemacht zu haben. Aufgrund seiner offensichtlichen Beziehung zur Realität sozialer Existenz setzt der Dokumentarfilm die Widerstandsmechanismen des Ichs in Gang und verlangt nach den Operationen wachen Denkens, kontrollierten Argumentierens und Urteilens.[93] Daher muss ein guter Dokumentationsfilm, der auch angenommen werden, mit Spannungselementen durchsetzt sein. Die Fachliteratur spricht hier von Dokutainement, einer Wortkombination zwischen Dokumentation und Entertainment. Dies wird dadurch erschwert, dass bei einem Dokumentationsfilm auf Schauspieler und Objekten verzichtet wird, ja, verzichtet werden muss, denn sonst kommt es zu einer Verfälschung des realen Bildes, das alleine die Betroffenheit wecken muss. Seine Wirkung wird durch die Abwesenheit des Zuschauers vom Ort des Geschehens verstärkt. Der Konsument merkt schnell, wenn ein Dokumentationsfilm Situationen stellt, ohne dass von den Filmemachern speziell darauf hingewiesen wird. Der Film verliert dadurch beinahe vollkommen an seiner Glaubwürdigkeit, die ohnehin schon schwer zu überprüfen ist. Hier bedarf es eben engagierter Filmemacher, Regisseure und Redakteure, die sich, wie Gert Baldauf angeführt hat, sich in ein Thema regelrecht hineinlesen und verbeißen müssen. „Die Dokumentation über die soziale Situation von 'Frauen in West-Bengalen' wäre ohne entsprechende Vorarbeit nie in dieser Form möglich gewesen."[94] Der Dokumentarfilm weist einige Charakteristika auf, die auch der Fotografie zugeschrieben werden. Denn wie dort wird er nicht als Illusion erfahren, das heißt, er ruft im Zuschauer nicht den Eindruck des Da-Seins der Dinge hervor, er soll im Zuschauer den Eindruck des Hier-gewesen-Seins erwecken.[95] Oder es kann auch der Wunsch entstehen, dass man an der Linderung von Notsituationen beispielsweise mithelfen will. Der Zuschauer wird mit dem Dokumentarfilm an den Ort des Films hineinversetzt. Sicher ist, dass ein schlechter Dokumentationsfilm durch Langeweile und Nicht­Betroffenheit geprägt ist, wobei ganz genau unterschieden werden muss in Konsumenten, die erreicht werden sollen, also der bis dahin unbeteiligte Fernsehzuschauer und in diejenigen, die die Situationen kennen und sich dann andere Bilder wünschen. Oftmals zeichnen sich gerade zweitere durch eine geringe Sensibilität für die Aufnahmefähigkeit der Zuschauer aus.

[...]


[1] Vgl .ORF-Gesetz § 4. Abs 1

[2] Vgl. Wrabetz, Alexander Dr., Mail vom 29.8. 2008 an den Verfasser, zitiert auch in Naderhirn Hannes „Das Österreichische Fernsehen - Der demokratische Bildungsauftrag oder Quote", Wien 2009, S 27

[3] Vgl. Eckert Andreas, Nothilfe - philosophisch, in: DIE ZEIT 09.10.2003 Nr.42

[4] Vgl. Nohlen Dieter, Lexikon der Dritten Welt. Länder, Organisationen, Personen und Begriff. Hamburg 2002, S 216

[5] Vgl. Hartmeyer, Helmut, Globales: Lernen, Entwicklung in Erfahrung bringen, (erschienen in den Schriften der Pädagogischen Akademie des Bundes in Oberösterreich 2004) , S 3

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. Fink Helene, Der Erfolg von Pressemitteilungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, Wien 2004, S 19

[8] Lachmann Werner, Entwicklungspolitik. Band 1, Grundlagen, München/Wien, 1994, in: Fink, Der Erfolg von Pressemitteilungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, Wien 2004, S 20

[9] Vgl. Fink, w.o., S 23

[10] Vgl. Hartmeyer w.o.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. Hartmeyer Helmut, Die Welt in Erfahrung bringen, Frankfurt - London 2007, S 123f

[13] Vgl. ebd. S 124

[14] Vgl. Gomes, Bea de Abreu Filhao, Entwicklungszusammenarbeit, in: Gomes Bea de Abreu Filhao, Hanak Irmi, Schicho Walter, Die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit, Wien 2003, S 23

[15] Vgl. Hödl, Gerald, Die Anfänge - vom Empfänger- zum Geberland, in: Gomes, Hanak, Schicho, Die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit, , S 36

[16] Vgl. ebd., S 37

[17] Vgl. Helmuth Hartmeyer

[18] Vgl. Hannak Irmi, Entwicklung kommunizieren: Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in: Die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit, S 93

[19] Vgl. ebd. S 97

[20] Vgl. Hödl, ebd. S 28

[21] Interview Franz Kössler, Leiter des Weltjournals, am 28.2.2008

[22] Vgl. Kurier vom 27.11.2006, Kurier-Archiv, S 12

[23] Vgl. Luger Kurt: Vom kritischen Bewusstsein zum solidarischen Handeln. Über den Zusammenhang von Öffentlichkeitsarbeit und entwicklungspolitischer Strategie, in: Dorer Johanna/ Lojka Klaus( Hg.): Öffentlichkeitsarbeit. Theoretische Ansätze, empirische Befunde und Berufspraxis der Public Relations, Wien, 1996, S 84

[24] Vgl. dazu Fink, w.o. S 51

[25] Vgl. Hartmeyer S 7

[26] Vgl. ebd. S 8

[27] Vgl. Fischer Karin, Hödl Gerald, Parnreiter Christof, Entwicklung - eine Karotte, wie viel Esel? In: Fischer Karin, Hödl Gerald, Panreiter Christof, Entwicklung und Unterentwicklung, Wien 2004, S 27

[28] Vgl. Komlosy Andrea, Das Werden der 3. Welt, in: Fischer Karin, Irmi Hannak, Hödl Gerald, Parnreiter Christof, Entwicklung und Unterwicklung, Wien 2004, S 62

[29] Vgl. ebd. S 63

[30] Vgl. Nass, Matthias, Blues im Bellevue, in: Die Zeit, Nr. 17, vom 16. April 2009, S 2

[31] Vgl. ebd.

[32] -o 9 Vgl. epd-Entwicklungspolitik: Nord-Süd-Kampagne. Materialien 11/89, Frankfurt 1989, S 123 - 129, in: Hartmeyer, Frankfurt - London 2007, S 130

[33] Vgl. Grill, Bartholomäus, in Die Zeit vom 22.8. 2007, S 34

[34] Vgl. Fritzsch Anna, Im Süden nichts Neues - Der Blick der Massenmedien auf die 3. Welt, Wien, 2006, S 8

[35] Vgl. Luger, Kurt: Dritte Welt-Berichterstattung: eine einzige Katastrophe? Die Konstruktion von Wirklichkeit in Theorie und Praxis, in: Luger (Hrsg.): Die Dritte Welt in den Massenmedien, Arbeitsberichte des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, Salzburg, 1985, S. 5 in: Fritzsche, Im Süden nichts Neues, w.o.

[36] Vgl. Fritzsche, w.o.

[37] Vgl. Fritzsche, w.o.

[38] Anm. d. Verf.: Die Kronenzeitung verzeichnet noch immer auf internationale Agenturmeldungen, mit Ausnahme der internationalen Society-Stories

[39] Vgl. Luger, wie oben, S 296

[40] Vgl. Fessel/GfK-Institut: Ausländerangst als parteien- und medienpolitisches Problem, Wien 1998

[41] Anm. d. Verf.: Dieser in Ruanda vonstatten gegangene war für das österreichische Fernsehen erst in Spielfilmform ein Thema

[42] Vgl. Steinbauer, Heribert; Der Standort der Entwicklungspolitik in den 90-er Jahren, in: Liebmann, Dimensionen 2000, w.o., S 286f

[43] Vgl. Brunhold, Georg, Afrika gibt es nicht. Korrespondenzen aus drei Dutzend Länder, Frankfurt 1994, S 9

[44] Vgl. Fritsche, Anna, "Im Süden nichts Neues" - Der Blick der Massenmedien auf die Dritte Welt, Wien 2006

[45] Vgl. Karner, Stefan, Der kurze Augenblick der Freiheit, in: Wiener Zeitung vom 16. August 2008

[46] Vgl. Leonhard, Ralf, Entwicklungspolitik im ORF - Untersuchungsbroschüre, Wien 2001, S 10

[47] Vgl. Gespräch mit Ixy-Nova Noever am 12. Mai 2009, 13 Uhr, im Cafe Westend. Noever beschäftigt sich auch beruflich als Lektorin am Institut für Kultur-und Sozialanthropologie der Universität Wien mit der Darstellung fremder Kulturen im Film und wird noch ausreichend in dieser Arbeit zitiert

[48] Wichtigstes Instrument der Filmförderung in Österreich ist das 1981 eingerichtete Österreichische Filminstitut (bis 1993 "Österreichischer Filmförderungsfonds"). Danach kann jedem professionell konzipierten, selbstproduzierten österreichischen Kino- oder Fernsehfilm eine Filmförderung gewährt werden.

[49] Vgl. ebd.

[50] Als wichtigster Ansprechpartner gilt hier die Kunstsektion des Bundeskanzleramtes (BKA)

[51] Arash Riahi ist gebürtiger Iraner und kam durch die Flucht gemeinsam mit seinen Eltern nach Wien. Seine wichtigsten Filme sind: 2006 Exile Family Movie, Kinodokumentarfilm, 94 Min. 2008 Ein Augenblick Freiheit (For a moment, freedom), Kinospielfilm, 110 Min.

[52] Vgl. Blickpunkt Film, Das Filmland Österreich, Oktober 2006, www.blickpunktfilm.de, Zugriff am 16. Mai 2009

[53] Vgl. http://www.mischief-films.com/sub2.php?ID=104&S=D&ID_hauptprojekt=3, Zugriff am 12. Mai 2009

[54] Sudabeh Mortezai über sich in einem Interview mit Karin Schiefer von der Constantin Film: „..Als ich zwölf war, ist meine Familie nach Österreich emigriert und seit ich erwachsen bin, reise ich immer wieder in den Iran. Ich fühle mich wirklich als Teil beider Kulturen. Ich bin in eine persische Volksschule und dann in ein zweisprachiges Gymnasium gegangen“, vgl. dazu http://www.afc.at/, Zugriff am 16. Mai 2009

[55] Vgl. ebd.

[56] Vgl. Schedl Georg in „Blickpunkt Film, w.o.

[57] Vgl. Schneider Norbert, Musikdramaturgie im Deutschen Film, München 1989, S 79

[58] Vgl. http://www.movie-college.de/filmschule/filmtheorie/dokumentarfilm.htm, Zugriff am 17. Juli 2009

[59] Vgl. Hohenberger Eva, Die Wirklichkeit des Films. Dokumentarfilm. Ethnografischer Film., Hildesheim 1988, S 5

[60] Obrecht, Andreas, Die Suche nach dem Authentischen in den Kulturen, in: Baumhackl Herbert, Habinger Gabriele, Luger Kurt, u.a. (Hrsg.), Tourismus in der Dritten Welt, Wien 2006, S 77

[61] Vgl. www.movie-college.de, Zugriff am 17. Juli 2009

[62] Vgl. Schult Gerhard, Buchholz Axel (Hrsg.), Fernsehjournalismus, Berlin 2006, S 232

[63] Vgl. Gespräch mit Gert Baldauf am 21. November 2008 im Cafe Raimund

[64] Vgl. Hohenberger, S 28

[65] Vgl. ebd. S 30

[66] Vgl. Hattendorf Manfred, Dokumentarfilm und Authentizität. Schriften aus dem Haus des Dokumentarfilms. Europäisches Medienforum Stuttgart, Hsg. Ertel Dieter, u.a., Bd. 4, Konstanz 1994,S 46f

[67] Vgl. Dürbeck Gabriele, Stereotypen und Darstellungsmuster des Fremden, in: Baumhackl Herbert, Luger Kurt (Hrsg.), Tourismus in der „Dritten Welt“, Wien 2006, S 43

[68] Vgl. Gespräch mit Leo Gabriel, w.o.

[69] Diese Dokumentation ist legendär und entstand 1959, Anm. d. Verf, vgl dazu auch www.serengeti.org/deutsch_neu/fzs_fm.htm, Zugriff am 18. August 2009

[70] Vgl. Gespräch mit Marion Mayer-Hohdahl am 19. Oktober 2008 in den Satel-Filmstudios

[71] Vgl. Gespräch mit Marion Mayer-Hohdahl

[72] Vgl. Heller Heinz B., Vergangenheit im filmischen Präsens, Anmerkungen zum Verhältnis von Dokumentarfilm und Geschichte, in: Hickethier Knut, u.a. (Hrsg.), Der Film in der Geschichte, Berlin 1997, S 220

[73] Vgl. Hattendorf, Dokumentarfilm, S 19ff

[74] Vgl. Gespräch mit Julius Kratky, w.o.

[75] Vgl. Baumhackl, u.a., S 93

[76] Vgl. Prinz Josef, Geschichte oder Geschichten, Master-Thesis, Krems 2003, S 28

[77] Vgl. Gespräch mit Gert Baldauf, w.o.

[78] Vgl. Gespräch mit Gerd Baldauf

[79] Vgl. Hattendorf, S 105

[80] Vgl. Noelle-Neumann Elisabeth, Öffentliche Meinung, Frankfurt/Berlin 1991, S 340

[81] Vgl. Burkert Roland, Kommunikationswissenschaften. Grundlagen und Problemfelder. Wien/Köln 1998, S 252f

[82] Vgl. Bidner, S 20

[83] Vgl. ebd.

[84] Vgl. Haas Hannes, Empirischer Journalismus, Verfahren zur Erkundung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Wien, 1999, S 349

[85] Vgl. Wallisch Gian-Luca, New Journalism als journalistisches Genre mit literarischem Anspruch, Wien 1990, S 138

[86] Vgl. Wallraff Günter, in: Die Zeit vom 30. Juli 2009, S 20

[87] Vgl. Scheinfeigel, Maxime, Abzeitige Bilder, in: Hohenberger Eva, Bilder des Wirklichen, Köln 1998, S 235

[88] Vgl. Metz Christian, Sprache und Film, Frankfurt 1973, S 153

[89] Vgl. Scheinfeigel, ebd. S 236

[90] Vgl. Schult Gerhard, Fernsehjournalismus, Berlin 2006, S 224f

[91] Vgl. ebd. S 225

[92] Vgl. Scheinfeigel, w.o. S 238

[93] Vgl. Guynn William Howard, Der Dokumentarfilm und sein Zuschauer, in: Hohenberger, Bilder des Wirklichen, S 275

[94] Vgl. Baldauf, w..

[95] Vgl. Guynn, S 277

Ende der Leseprobe aus 157 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Gestaltung von Dokumentationen über Länder des Südens im Rahmen des Bildungsauftrags des Österreichischen Fernsehens
Hochschule
Universität Wien
Note
gut
Autor
Jahr
2010
Seiten
157
Katalognummer
V153482
ISBN (eBook)
9783640669769
ISBN (Buch)
9783640670277
Dateigröße
1266 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ORF, Dokumentationen, Filarbeiten, Förderungen, Fernsehen, Redaktionen, Länder des Südens Entwicklungsarbeit, Entwicklungshilfe, Bildungsauftrag
Arbeit zitieren
Mag. Hannes Naderhirn (Autor), 2010, Entstehung und Gestaltung von Dokumentationen über Länder des Südens im Rahmen des Bildungsauftrags des Österreichischen Fernsehens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153482

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