Hildesheim – eine Stadt und Region mit Ideen für Europa

Preisgekrönte Arbeiten von Schülern des Goethegymnasiums Hildesheim beim 56. Europäischen Schulwettbewerb 2009 „ΗΥΡΗΚΑ – Ideen für Europa“ zum Thema Kulturhauptstadt/-region auf Bundes- und Landesebene


Projektarbeit, 2009
33 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teresa Kleimenhagen
Hildesheim – Stadt der Rose

Anna Lena Notka
Hildesheim – Stadt der Kunst und Kultur

Jonas Tafel/ Philipp Stasche
Bewerbung der Gemeinden Harsum und Giesen zur Kulturregion

Teresa Kleimenhagen

Hildesheim - Stadt der Rose

Hildesheim-Kulturhauptstadt?

Eine Frage, die man sich sicherlich bei vielen europäischen Städten stellen kann und bei einigen wurde sie schon in der Vergangenheit mit „Ja“ beantwortet. Von diesen Städten wurden seit 1985 jedes Jahr eine oder mehrere mit dem Titel Kulturhauptstadt des jeweiligen Jahres ausgezeichnet.

Ich möchte Sie nun mitnehmen auf eine Reise durch das wunderschöne Hildesheim und Sie davon überzeugen, dass auch die Stadt der Rose diesen Titel verdient.

Lassen Sie sich entführen in eine Welt geprägt von großartigen Gebäuden und fantastisch dargestellter Kultur in Museen und auf der Theaterbühne. In den Bauten spiegelt sich die Jahrhunderte alte Stadtgeschichte wieder, die in dem Jahre 815 mit der Gründung des Bistums Hildesheims durch Ludwig den Frommen, dem Sohn Karls des Großen, begann. Viele Kirchen z. B. stammen aus der Zeit des 13. Jahrhunderts oder sind sogar noch älter.

Unsere Reise beginnt mit einem Rückblick auf die traditionsreiche Geschichte der Stadt.

Die Geschichte Hildesheims

Wie schon erwähnt, wurde Hildesheim 815 n. Chr. von Ludwig dem Frommen als Bistum gegründet. Der Legende nach soll er in einem Rosenstock eine wertvolle Reliquie vergessen haben und nach dem Wiederfund befohlen haben, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Dies war der Anfang des Bistums Hildesheims. Dieser bedeutende Rosenstock wächst. bis heute noch an der Außenwand der Domapsis empor.

Zwischen 815 und 1000 wurde unter Bischof Altfrid der erste Dom gebaut, auf dessen Fundamenten alle weiteren Umbauten und Ausbauten basieren. Schon um 1000 lies Bischof Bernward den Dom zu einer Domburg ausbauen. Des Weiteren begann er mit dem Bau der bekannten St. Michaelis Kirche als seine Grabstätte, die erst unter Bischof Godehard fertiggestellt wurde.

In den folgenden Jahrhunderten entstand um die Kirche St. Andreas die Handwerker-, Händler- und Bürgerstadt Hildesheim. Um 1196 entstand neben der Altstadt die dompröpstliche Neustadt. Bis 1583 gab es immer wieder zum Teil sogar kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Alt- und Neustadt. 1583 schlossen sie sich zu einer Union zusammen. Noch vor dem Zusammenschluss der beiden Städte erreichte Hildesheim 1542 die Reformation durch Johannes Bugenhagen. Trotz Einführung der Reformation bestand das Bistum Hildesheim weiter. Der Dom und die Klosterkirchen blieben katholisch mit Ausnahme der Michaeliskirche. 1803 geriet die gesamte Union unter preußische Herrschaft. Danach ordnete man das mittlerweile weltliche Fürstentum 1813 dem Königreich Hannover zu und schließlich wird Hildesheim 1885 zur kreisfreien Stadt erklärt.

Auf Grund seiner außergewöhnlichen Fachwerkhäuser und des gesamten Stadtbildes wurde Hildesheim als „Nürnberg des Nordens“ bezeichnet. Am 22. März 1945 kam es zu einem einen Luftangriff britisch-kanadischer Flieger auf Hildesheim, der die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte. Von 1.500 Fachwerkhäusern blieben lediglich 200 erhalten. Von 6.934 Wohnhäusern wurden 5.074 entweder völlig zerstört oder erheblich beschädigt. 1.645 Menschen kamen allein an diesem Tag ums Leben.

1948 beginnt die Stadt mit dem Wiederaufbau, der bis heute fortgeführt wird. Durch Eingemeindungen in den frühen 1970er überschritt Hildesheim 1974 die Grenze von 100.000 Einwohnern und wurde zur Großstadt.

Das Judentum in Hildesheim

Schon im hohen Mittelalter gab es in Hildesheim eine jüdische Gemeinde. Im Jahre 1849 wurde am Lappenberg eine Synagoge zum Feiern von Gottesdiensten fertiggestellt. Auch diese Synagoge fiel wie eigentlich alle Synagogen in Deutschland der Reichspogromnacht zum Opfer. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik war die gesamte jüdische Bevölkerung aus Hildesheim in Vernichtungslager evakuiert und dort umgebracht worden.

1984 lies die Stadt an der Stellen, wo die Synagoge gestanden hatte, einen Gedenkstein bauen - das Denkmal am Lappenberg.

Trotzdem fand 1997 die Gründung einer neuen jüdischen Gemeinde statt, die heute ca. 113 Mitglieder zählt.

Kirchen in Hildesheim

Der Dom: Der Dom wurde noch im 9 Jahrhundert unter Bischof Altfrid gebaut. Alle geistlichen Gebäude, die in der Folgezeit im Dom und um den Dom herum gebaut wurden, entstanden auf dieser Grundlage. Um 1000 baute Bischof Bernward, dessen Denkmal vor dem Dom steht, den Dom zu einer Domburg aus. Nach dem Luftangriff vom 22. März 1945 entschied man sich, den zerstörten Bau im frühromanischen Stil wieder aufzubauen und den bereits begonnenen Umbau im Barockstil nicht fortzusetzen.

Der Dom heute beinhaltet die weltberühmten Bronzegüsse aus der Zeit Bischof Bernwards: die Bernwardstüren mit Abbildungen von Geschichten aus der Bibel, die Christussäule mit Abbildungen aus Christus’ Leben und der Heziloleuchter, einer von nur vier Radleuchtern in Deutschland, die vor dem Einschmelzen gerettet werden konnten.

Seit 1985 ist der Dom mit seinen Schätzen Weltkulturerbe der UNESCO.

Der „tausendjährige“ Rosenstock

Ein weiteres sehenswertes Objekt in der Domburg ist. der „tausendjährige“ Rosenstock, der an der Außenmauer der Apsis wächst. Der Rosenstock ist. schon zu Zeiten der Gründung des Bistums Hildesheim an diesem Ort gewachsen. Er ist. seit dem 2. Weltkrieg Wahrzeichen Hildesheims und gibt ihr den Namen „Stadt der Rose“. Der Rosenstock wurde, wie auch der Dom, im Krieg durch Spreng- und Brandbomben stark beschädigt. Doch schon kurze Zeit nach der Zerstörung des Dom kamen neue Äste zum Vorschein und der Rosenstock wuchs weiter. Die Hildesheimer, die die berühmte Rose schon aufgegeben hatten, sahen dies als Zeichen des Neuanfangs und schöpften neue Hoffung. Die Rose wurde zum Wahrzeichen der Stadt.

St. Michaelis

Eine der bedeutendsten Kirchen in Hildesheim ist. St. Michaelis. Sie wurde von Bischof Bernward zu Beginn des 11. Jhd. als seine Grabstätte begonnen und von Bischof Godehard fertiggestellt. Die im romanischen Stil erbaute Kirche zeichnet sich durch eine geometrisch-quadratische Raumgliederung aus. Außerdem gilt St. Michaelis als älteste komplett nach einem gebundenen System errichtete Kirche Europas. Im Laufe der Jahrhunderte wurde am Bau der Kirche viel verändert oder erweitert. Doch nach der Kriegszerstörung baute man sie wieder in ihrer alten Form auf. Dies ist. der Grund warum St. Michael eine der wenigen Kirchen ist, die ausschließlich im romanischen Stil gebaut ist. Viele andere Kirchen, die in der Romanik gebaut worden sind, wurden später meistens mit Anbauten im gotischen Stil erweitert oder in den gotischen Stil umgebaut, so z. B. St. Andreas.

Als 1542 in St. Andreas die Reformation eingeführt wurde, war St. Michaelis die einzige Klosterkirche, die evangelisch wurde. Doch obwohl die Kirche reformiert worden war, blieb die Krypta katholisch geweiht.

1985 wurde St. Michaelis ebenfalls in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. 2014 soll die Kirche auf die Deutschen 2€-Münzen geprägt werden und damit das Bundesland Niedersachsen im Zuge der Gedenkmünzen-Serie von 2006-2021 vertreten.

St. Andreas

St. Andreas wurde im 12.Jhd. in Form einer romanischen Basilika gebaut. Die Formen dieses Baus findet man noch heute im Turm und in den Außenmauern wieder. Zwischen 1389 und 1504 fand der Umbau in eine gotische Kirche statt, wie sie noch heute am Andreasplatz zu finden ist.

1542 wurde hier die Reformation durch Johannes Bugenhagen in Hildesheim eingeführt.

Während des verheerenden Luftangriffs vom 22. März 1945 wurde die Kirche fast vollständig zerstört, nur die Außenmauern und der Turm, der Ende des 19. Jhd. auf 114,5 m erhöht worden war und so als höchster Kirchturm Niedersachsens zu den höchsten Kirchtürmen der Welt gehört, blieben stehen. Ihr Wiederaufbau wurde 1965 vollendet, sodass die evangelisch-lutherische Markt- und Bürgerkirche St. Andreas heute wieder den Mittelpunkt der Stadt Hildesheim markiert.

Kultur in Hildesheim

Das Stadttheater Hildesheim

Das Gebäude des Stadttheaters wurde von 1908 –1909 gebaut und ist bis heute Spielstätte des überregional bekannten Hildesheimer Stadttheaters. Auch dieses Haus blieb von den Bobenangriffen im Krieg nicht verschont und brannte bis auf die Fassade vollständig aus. Danach wurde es 1949 als eines der ersten Theater in Deutschland neu eröffnet.
Heute ist es ein Drei-Sparten-Haus, das Schauspiele, Opern, Operetten, Musicals und Kinder- und Jugendstücke aufführt und für Schulen eine theaterpädagogische Begleitung zu den Stücken anbietet. 2007 wurde die Landesbühne Hannover in das Stadttheater Hildesheim eingegliedert und seit dem heißt es „Theater für Niedersachsen“ (kurz: „TfN“).

Das Roemer- und Pelizaeus - Museum

Das Roemer- und Pelizaeus - Museum wurde 1844 von einem Verein ins Leben gerufen, doch als sein eigentlicher Gründer gilt Hermann Roemer. Der Hildesheimer Wilhelm Pelizaeus, der 40 Jahre in Kairo lebte, stiftet 1907 seine gesamten ägyptischen Funde dem Museum. So entstand der Name des Museums, das heute vor allem durch seine vortreffliche alt-ägyptische Sammlung weltberühmt ist.

Bemerkenswert ist außerdem die Sammlung chinesischen Porzellans, die zweitgrößte in ganz Europa und eine beachtliche Alt-Peru Sammlung.

Berühmt geworden ist das Museum daneben durch viele Sonderausstellungen, bei denen es dem Museum immer wieder gelingt, außergewöhnliche, international hoch beachtete Ausstellungen nach Hildesheim zu holen. Einige dieser Sonderaustellungen wurden außer in Hildesheim nur in zwei oder drei weiteren Städten weltweit gezeigt.

Weitere Museen in Hidesheim:

- Dom-Museum Hildesheim
(Ausstellung von Teilen des Domschatzes und kirchlicher Kunst)
- Neisser Heimatmuseum (Ausstellungstücke aus dem17./18. Jahrhundert)
- Stadtgeschichtliches Museum im Knochenhaueramtshaus
(Ausstellung über die Geschichte Hildesheims)

Musik in Hildesheim

Hildesheims Musikschule hat ihren Sitz seit Ende 2005 in der Waterloo-Kaserne. Hier werden ca. 1.800 Schüler und Schülerinnen im Alter von 1½ Jahren bis 98 Jahren von 81 Lehrern unterrichtet. Die Musikschule Hildesheim hat seit 2003 das einzige feste Panflötenensemble in ganz Deutschland. Einmal jährlich findet die Musikschulwoche statt. Hier können Kinder und Erwachsene selber die verschiedenen Instrumente ausprobieren oder sich in Vorstellungen im großen Konzertsaal Stücke unter musikalischer Begleitung ansehen.

Jedes Jahr findet zu Pfingsten die Hildesheimer Jazztime statt. An drei Tagen präsentieren sich tagsüber vor dem Stadttheater Jazzformationen aller Stilrichtungen dem Publikum. An zwei Abenden werden dazu im Stadttheater hochkarätige Konzerte internationaler Jazzgrößen geboten.

Sehenswürdigkeiten

Der historische Marktplatz

In der frühen Neuzeit begannen Bürgerschaft und Gilden sich am Platz des heutigen Marktplatzes in imposanten Gebäuden darzustellen, wie zum Beispiel das Gildehaus der Fleischer, das berühmte Knochenhaueramtshaus. Von diesen prächtigen Gebäuden überstanden nur das Rathaus und das Tempelhaus den Luftangriff vom 22. März 1945 mit erheblichen Schäden alle anderen Gebäude lagen in Schutt und Asche. Nach dem Krieg begann die Stadt den Wiederaufbau des Marktplatzes im modernen Stil, sodass die zerstörten Gebäude durch neuzeitliche Konstruktionen und Fassaden ersetzt wurden, wie zum Beispiel durch das Hotel „Rose“, das an der Stelle gebaut worden war, an der das Knochenhaueramtshaus gestanden hatte. So blieb nur der als Rolandsbrunnen bekannte Marktbrunnen als im historischen Stil gebautes Bauwerk auf dem Marktplatz bestehen. Die Hildesheimer konnten den Verlust Alt-Hildesheims nicht vergessen und so kämpften in den 1980er Jahren Bürgerinitiativen für die Rekonstruierung des Marktplatzes. Mit Erfolg. In nur wenigen Jahren wurden die im 2.Weltkrieg zerstörten Gebäude wieder aufgebaut. Heute ist der als historisch bezeichnete Marktplatz Mittelpunkt der Stadt.

Das Kaiserhaus

Das Kaiserhaus, 1587 erbaut, war das erste Haus in Hildesheim, das aus Stein gebaut wurde. Auch dieses Haus wurde bei dem Luftangriff im März 1945 zerstört.

Erst 1997 rekonstruierte man die Wand des ursprünglichen Kaiserhauses an einem Modernen Neubau am Alten Markt. Die Figuren der Fassade stehen für die vier Weltepochen (von links nach rechts): die assyrisch-babylonische, die persische, die griechische und die römische. Auf den Medaillons sind römische Kaiser abgebildet, daher der Name „Kaiserhaus“.

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Details

Titel
Hildesheim – eine Stadt und Region mit Ideen für Europa
Untertitel
Preisgekrönte Arbeiten von Schülern des Goethegymnasiums Hildesheim beim 56. Europäischen Schulwettbewerb 2009 „ΗΥΡΗΚΑ – Ideen für Europa“ zum Thema Kulturhauptstadt/-region auf Bundes- und Landesebene
Autoren
Jahr
2009
Seiten
33
Katalognummer
V153517
ISBN (eBook)
9783640657520
ISBN (Buch)
9783640658060
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hildesheim, Stadt, Region, Ideen, Europa, Preisgekörnte, Arbeiten, Schülern, Goethegymnasiums, Europäischen, Schulwettbewerb, Europa“, Thema, Kulturhauptstadt/-region, Bundes-, Landesebene, 56. Europäischer Schulwettbewerb, Dr.Matthias Loeding Anna Lana Notka, Goethegymnasium Hildesheim Europäischer Schulwettbewerb Loeding
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Dr. Loeding (Hrsg.) (Autor)Kleimenhagen (Autor)Notka (Autor)Tafel (Autor)Stasche (Autor), 2009, Hildesheim – eine Stadt und Region mit Ideen für Europa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153517

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